2 Fotos: Pater Alfred Benz bei seiner Heimatprimiz am Hochaltar, 6. Mai 1962

Diese Fotos stellten dankenswerterweise Adolf Benz sowie Elisabeth und Franz Isele zur Verfügung.

Pater Alfred Benz feiert am Sonntag, den 6. Mai 1962 seine Primiz in seiner Heimatgemeinde. Er steht als Hauptzelebrant in der katholischen Pfarrkirche St. Michael vor dem Hochaltar. Neben ihm stehen zwei Mitgeistliche, während Stadtpfarrer Karl Weickhardt (1905-1977) kniet.

Anfang der 1960er Jahre wird die Messe noch mit dem Rücken zur Kirchengemeinde zelebriert. Kurz vor der Kommunionausteilung dreht sich Alfred Benz zu den Gläubigen um und zeigt ihnen das Brot, das nach christlichem Verständnis in den Leib Jesu Christi verwandelt wurde.

Dabei spricht er die lateinischen Worte: »Ecce Agnus Dei, ecce qui tollit peccata mundi. Domine, non sum dignus, ut intres sub tecum meum, sed tantum dic verbo et sanabitur anima mea.« Auf Deutsch: »Herr, ich bin nicht würdig, dass du eingehst unter mein Dach, aber sprich nur ein Wort, so wird meine Seele gesund.«

Standort des Fotografen: 47.882496, 8.344582

Blick von der Empore bei der Primiz von Pater Alfred Benz, 6. Mai 1962

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Adolf Benz zur Verfügung.

Von der Empore fällt der Blick in das Kirchenschiff. Vor dem Hochaltar sind drei Geistliche zu erkennen, die stehen oder knien. Einer von ihnen ist Pater Alfred Benz, der kürzlich zum Priester geweiht wurde und nun seine Heimatprimiz in der Gemeinde St. Michael feiert. Ministranten knien auf den Stufen, die zum Hochaltar hinaufführen.

Den heutigen Zelebrationsaltar gibt es auf dem Foto noch nicht. Erst nach dem von Papst Johannes XXIII. einberufenen Zweiten Vatikanischen Konzil und seinen Beschlüssen zur Liturgiereform wird ein provisorischer »Volksaltar« geschaffen.

Standort des Fotografen: 47.882563, 8.344279

2 Fotos: Vergoldung des Kreuzes auf der Kirchturmspitze, 1990

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Karl Hauger zur Verfügung.

Ein Handwerker ist gerade dabei, das Kreuz der Kirchturmspitze neu zu vergolden. Man könnte meinen, dass das Kreuz dazu abgenommen wurde und er bei seiner Arbeit in der Werkstatt sitzt. In Wirklichkeit sitzt er aber in luftiger Höhe auf dem 51 Meter hohen Turm der katholischen Pfarrkirche St. Michael. Der Restaurator Klaus Sigwart (1935-2018) aus Hüfingen leistet wochenlang ganze Arbeit. Er reinigt das Kreuz zunächst  und bringt dann 6.000 Blättchen pures Blattgold auf das alte, 2,46 Meter hohe Eisenkreuz und die Kugel an.

Der 1855/57 erbaute Kirchturm ist komplett eingerüstet und mit Planen verhüllt, weil er gerade renoviert wird. Auf dem zweiten Bild ist die Plane bei Seite geschoben, so dass der Blick am Kreuz vorbei auf die Dächer des Städtchens fällt. Zu erkennen sind die Häuser in der Seppenhofer Straße, darunter das Altenpflegeheim St. Martin, und in der Bonndorfer Straße.

Standort des Fotografen: 47.882618, 8.344001

Vergoldung der Kirchturmspitze, 1990

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Karl Hauger zur Verfügung.

In luftiger Höhe auf dem 51 Meter hohen Turm der katholischen Pfarrkirche St. Michael ist dieses Foto enstanden. Der 1855/57 erbaute Kirchturm ist komplett eingerüstet, weil er gerade renoviert wird. Im Zuge dessen wird auch die Turmspitze mit dem Kreuz neu vergoldet. Der Blick fällt am Kreuz vorbei auf die Dächer des Städtchens. Zu erkennen sind die Häuser in der Bittengasse, darunter das Postamt, aber auch die Realschule mit der Sporthalle und dahinter die Häuser im »Schlempental«.

Standort des Fotografen: 47.882618, 8.344001

3 Fotos: Schauübung in den »Bittenwiesen« beim Kreisfeuerwehrfest, 6./7. Juni 1953

Diese Fotos stellte uns dankenswerterweise Jutta Knöpfle zur Verfügung.

Anlässlich des Kreisfeuerwehrfestes wird in den »Bittenwiesen« eine Schauübung veranstaltet. Als das Kommando »Wasser marsch!« ertönt, wird es nass. Auch die Jugendfeuerwehr ist voller Begeisterung dabei. Die meisten Schaulustigen verfolgen das Spektakel in sicherem Abstand, vom erhöhten (und vor allem trockenen) Aussichtspunkt bei der Schule an der »Hasle«. Aber einige besonders Neugierige trauen sich nahe heran. Eine Abkühlung gefällig?

In der Bittengasse sind neben der Kirche das Schlachthaus und der Farrenstall zu sehen. Der Bauhof ist noch nicht gebaut. Neben dem Kirchturm ragt der Kamin des Sägewerk Benz in die Höhe.

Standort des Fotografen: 47.881332, 8.347805

Heimatprimiz von Pater Alfred Benz, 6. Mai 1962

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Elisabeth und Franz Isele zur Verfügung.

Gläubige säumen den Weg, als Pater Alfred Benz aus dem Portal der katholischen Pfarrkirche St. Michael tritt und zusammen mit seinen Mitgeistlichen in Richtung Kaplanei zieht. Soeben hat er seine Heimatprimiz gefeiert, den Gottesdienst zelebriert und den Primizsegen gespendet.

Standort des Fotografen: 47.882664, 8.344033

Pater Alfred Benz bei seiner Heimatprimiz am Hochaltar, 6. Mai 1962

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Hilda und Walter Köpfler zur Verfügung.

Am Sonntag, den 6. Mai 1962 feiert Pater Alfred Benz seine Primiz in seiner Heimatgemeinde. Er steht als Hauptzelebrant mit drei Mitgeistlichen in der katholischen Pfarrkirche St. Michael vor dem Hochaltar. Kurz zuvor hat er die Ordensprimiz gefeiert, jetzt folgt die Heimatprimiz. Zu diesem Zeitpunkt wird die Messe noch mit dem Rücken zur Kirchengemeinde zelebriert. Die Gottesdienstsprache ist noch Latein.

Beides wird sich wenige Jahre später ändern. Das von Papst Johannes XXIII. einberufene Zweite Vatikanische Konzil wird fünf Monate nach der Primiz in Rom eröffnet. Die Konzilsväter beschließen dabei auch eine Liturgiereform.

Standort des Fotografen: 47.882496, 8.344582

Hochaltar in der katholischen Pfarrkirche St. Michael, 1921

»Badische Heimat«, Heft 1-3, Karlsruhe, 1921

Kerzenleuchter, Engelsfiguren, das Opferlamm und geschwungene Formen rahmen den Hochaltar der katholischen Pfarrkirche St. Michael. Die Aufnahme konzentriert sich auf dessen unteren Teil mit dem Tabernakel. Zwischen Säulen, Figuren und reichem Schnitzwerk entfaltet sich die Formensprache des Barock, während sich der eigentliche Altaraufbau mit dem Wandgemälde nach oben außerhalb des Bildausschnitts fortsetzt.

Geschaffen wurde der Hochaltar von dem Bildhauer Matthias Faller (1707-1791) aus St. Märgen, einem der bedeutenden Schwarzwälder Bildschnitzer des 18. Jahrhunderts. Wegen seiner zahlreichen religiösen Arbeiten wurde er später auch als »Herrgottschnitzer des Schwarzwaldes« bezeichnet.

Die Aufnahme erscheint 1921 als Bild Nr. 9 unter der Überschrift »Teilansicht des Hochaltars« in der Zeitschrift »Badische Heimat«. In einem neunseitigen Beitrag führt der Kunsthistoriker Max Wingenroth (1872-1922), Leiter der Städtischen Sammlungen in Freiburg und Schriftleiter der Zeitschrift, die Leser*innen anhand von 28 Fotografien durch Löffingen. Herausgegeben wird die Zeitschrift vom 1909 gegründeten »Landesverein Badische Heimat e. V.«, der sich der Geschichte, Kunst, Landschaft und Volkskunde Badens widmete.

Wingenroth zeigt sich vom Hochaltar besonders beeindruckt. Er beschreibt »jenen schönen Barockaltar mit dem immer wechselnden, immer geistreichen Aufbau von Säulen, geschwungenen Giebeln, flatternden Engeln«, bedauert aber zugleich, dass auf der Fotografie »leider nur der untere Teil« wiedergegeben werden könne. Aus dem barocken Altar schließt er außerdem: »Offenbar stand also hier einmal eine Barockkirche.«

Standort des Fotografen: 47.882477, 8.344638

Blick zum Gasthaus »Lamm« und zur Kirche, 1921

»Badische Heimat«, Heft 1-3, Karlsruhe, 1921

Zwischen den Häusern der Unteren Hauptstraße öffnet sich der Blick zur katholischen Pfarrkirche St. Michael. Ihr schlanker Turm ragt weit über die Dächer des Städtchens hinaus. Davor steht das stattliche Gasthaus »Lamm« (Kirchstr. 29), das mit seiner breiten Giebelfront den Straßenraum prägt. Zu erkennen sind außerdem das Warenhaus »zum Kasten« (Untere Hauptstr. 7) und am rechten Bildrand der sogenannte »alte Benzbau« (Untere Hauptstr. 8).

Auffällig ist die freie Fläche vor der Kirche. Hier klafft eine Baulücke: Das Kaufhaus von Anton Schirmer (Kirchstr. 25) brannte 1916 ab und wurde bislang nicht wieder aufgebaut. Dadurch ist die Kirche von der Unteren Hauptstraße aus ungewöhnlich frei zu sehen. Erst mit einer späteren Neubebauung wird sich dieser Blick wieder verändern.

Die Aufnahme erscheint 1921 als Bild Nr. 8 unter der schlichten Überschrift »Blick auf die Kirche« in der Zeitschrift »Badische Heimat«. Für seinen neunseitigen Beitrag über Löffingen stellt der Kunsthistoriker Max Wingenroth (1872-1922) insgesamt 28 Ansichten zusammen und führt seine Leser*innen damit auf einem fotografischen Rundgang durch das Städtchen. Die vom »Landesverein Badische Heimat e. V.« herausgegebene Zeitschrift will Geschichte, Architektur und Landschaft Badens einem größeren Publikum näherbringen. Gerade diese Aufnahme hält dabei nicht nur ein markantes Ortsbild fest, sondern auch einen vorübergehenden Zustand: die Baulücke nach dem Brand von 1916.

Standort des Fotografen: 47.883235, 8.343618

Ausschnitt: »Restauration« Benz und Kaufhaus »Kasten« in der Unteren Hauptstraße, ca. 1899

Verlag J. A. Binder Nachfolger, Bonndorf
Sammlung Familie Waßmer

Das Bild ist mit »Kirchplatz« betitelt. Zu sehen ist der Bereich der Unteren Hauptstraße, an dem die Ringstraße einmündet. Rechts steht das Haus Benz (Untere Hauptstr. 8). Es wurde nach dem Brand von 1887 neu errichtet und gehörte dem Holzhändler und Gastwirt Johann Benz (1850-1908) und seiner Ehefrau Katharina geb. Maier (1850-?). Im Erdgeschoss betreiben sie eine Wirtschaft, eine »Restauration«, wie auf dem Schild zu lesen ist. Vor dem Gebäude steht eine Pferdekutsche. Zwei Damen und ein Herr stehen im Vordergrund. Die Personengruppe wurde für die lithographische Ansicht hinzugefügt.

Links steht das dreistöckige Warenhaus »Zum Kasten« (Untere Hauptstr. 7). An der Fassade hängt ein Schild, auf dem der Schriftzug »Geschwister Traber z. Kasten« zu entziffern ist. Sofie Traber, die geschiedene Ehefrau des Kaufmanns Friedrich Keller, betreibt das Geschäft von 1894 bis 1899. Im Hintergrund ragt die katholische Pfarrkirche St. Michael hoch. 

Dieses Bild ist ein Ausschnitt aus einer Mehrbildkarte.

Standort des Fotografen: 47.883280, 8.343513

Gipsergeschäft Schweizer bei der Außenrenovierung der Pfarrkirche, ca. 1950-1960

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Paula Veith zur Verfügung.

Gipsermeister Franz Schweizer (1899-1971) und seine Mitarbeiter sind in vollem Einsatz. Die Außenfassade der Pfarrkirche St. Michael wird renoviert. Das Foto wurde von der Bittengasse aus aufgenommen und zeigt das Gerüst an der Nordseite.

Standort des Fotografen: 47.882710, 8.344653

Goldene Hochzeit von Karl und Ernestine Schmid, 26. April 1954

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Rita Bölle zur Verfügung.

Vor dem Hochaltar der katholischen Pfarrkirche St. Michael sitzt das Jubelpaar Karl Schmid (1878-1955) und Ernestine Schmid (geb. Link, 1884-1958). Vor 50 Jahren gaben sie sich am 26. April 1904 in Unterbränd das Ja-Wort. Der Bräutigam war damals 25 Jahre alt, die Braut gerade einmal 19 Jahre. Der Malermeister Karl Schmid, gebürtig aus Unterbränd, ist Katholik, und Ernestine Schmid, aus dem württembergischen Ensingen stammend, ist Protestantin. Eine interkonfessionelle Ehe war damals eine Seltenheit. Die elf Kinder des Ehepaares wurden alle katholisch getauft. Im Hintergrund ist Pfarrer Karl Weickhardt (1905-1977) zu erkennen.

Ein Jahr nach der Goldenen Hochzeit stirbt Karl Schmid.

Standort des Fotografen: 47.882486, 8.344601