3 Fotos: Einmarsch der Fußballer auf dem Sportplatz, Fasnacht 1950

Diese Fotos stellte uns dankenswerterweise Hermann Egle zur Verfügung.

»»» Trigger-Warnung

Fünf Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges wird wieder Fasnacht gefeiert. Das Motto lautet: »Völkertreffen in Löffingen, der Zentrale Europas«. Die Fußballer des FC Löffingen haben sich am »Fasnetsunntig« als Angehörige verschiedener Nationen verkleidet. Zwei Mannschaften sind vom Bahnhof aus in einem Umzug durch das Städtchen zum Sportplatz hochgezogen, um dort gleich ein Fußballspiel auszutragen.

In der Fotoserie ist der Einmarsch der beiden kostümierten Fußballmannschaften zu sehen. Hinter der britischen Flagge (»Union Jack«) marschieren »Schotten«, eindeutig am karierten Schottenrock zu erkennen. Dazu tragen sie ihre Fußballsocken und -schuhe. Angeführt wird die Gruppe von Alfred Egle (1920-2001), der gleich hinter der Fahne läuft. Dahinter folgt eine zweite Fußballmannschaft, die als exotische Wilde kostümiert ist. Dabei offenbart sich der koloniale Blick auf die Völker im »Orient«.

Das Fussballspiel endet wohl 1:1, wobei einer Mannschaft nachgesagt wird, sie habe mit 12 Mann gespielt.

1.Bild
Zu sehen sind u.a. Alfred Egle (1920-2001), Walter Ratzer und Karl Götz (1934-2018)

2. Bild:
Zu sehen sind u.a. Fritz Egle (1929-2017), Albert Kienzler, Werner Schiehle (1929-2009) und Paul Siefert.

3. Bild:
Zu sehen sind u.a. Fritz Egle (1929-2017), Richard Funk (1932-2006), Karl Götz (1934-2018), Karl Keller (1920-2003), Helmut Münzer (1926-2015) und Paul Siefert.

Standort des Fotografen: 47.882743, 8.350698

Kommunionkind Aloisia Selb mit Familie, 1950

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Rita Bölle, Aloisia Huber und Monika Huber zur Verfügung.

Aloisia Selb feiert ihre erste heilige Kommunion. Ein Jahr zuvor war die Familie nach Neustadt gezogen. Zusammen mit ihren Eltern und ihren Verwandten stellt sie sich vor dem Haus zu einem Gruppenfoto auf.

1. Reihe, v.l.n.r.: Ernst Faller, Maria Selb geb. Faller (1919-1967), Aloisia Selb, Ferdinand Selb (1911-1966)

2. Reihe, v.l.n.r.: Erika Faller, Franz Faller, Anna Geschwill verw. Faller, Katharina Selb geb. Bausch, Agathe Faller geb. Benz

Standort des Fotografen: Neustadt

2 Fotos: Fußballer als »Schotten» und »Iraker« in der Bahnhofstraße, Fasnacht 1950

Diese Fotos stellten dankenswerterweise Pia und Alfongs Durst sowie Christa Egle und Cindy Küßner zur Verfügung.

»»» Trigger-Warnung

Der Zweite Weltkrieg ist seit fünf Jahren zu Ende und auch die Fasnacht findet wieder statt. Am »Fasnet Mändig« (20. Februar 1950) zieht ein außergewöhnlicher Narrenumzug durch die Bahnhofstraße in Richtung Städtchen. Die Fußballer des FC Löffingen haben sich als Angehöriger verschiedener Nationen verkleidet, schließlich lautet des Fasnachtsmotto in diesem Jahr: »Völkertreffen in Löffingen, der Zentrale Europas«.

Die eine Mannschaft war in Seppenhofen in der Zug gestiegen, die andere in Rötenbach. Vom Bahnhof Löffingen marschiert man gemeinsam zum Sportplatz, wo man gleich ein Fußballspiel austragen wird.

Hinter der britischen Flagge (»Union Jack«) marschiert eine Mannschaft, die als Schotten kostümiert ist, eindeutig am karierten Schottenrock zu erkennen. Dazu tragen sie ihre Fußballsocken und -schuhe. Angeführt wird die Gruppe von Alfred Egle (1920-2001), der gleich hinter der Fahne läuft. Außerdem sind zu sehen u.a.: Paul Bader.

Hinter den »Schotten« ist die Fahne des Königreichs Irak zu erkennen, bei der allerdings oben und unten vertauscht ist. Sie zeigt drei Streifen und ein Trapez, in dem sich zwei weiße, siebenzackige Sterne als Symbol der Araber und der Kurden befinden. Doch um diese Feinheiten geht es den Fußballern ohnehin nicht. Die kostümierte Fußballmannschaft, die der Fahne folgt, offenbart den kolonialen Blick auf die Völker im »Orient«. Die Iraker werden als exotische Wilde dargestellt. Zu erkennen sind u.a. Karl Keller (1920-2003), Fritz Egle (1929-2017) und Werner Schiehle (1929-2009).

Kinder laufen neben den beiden Fußballmannschaften her, darunter Gerda Stöhr und Helga Stöhr. Im Hintergrund sind der »neue Benzbau« (Ringstr. 8) und das Haus Rappenegger (Ringstr. 6) zu sehen.

Standort des Fotografen: 47.883517, 8.342424

Haus Sibold in der Maienlandstraße, 1950

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Priska Zemann zur Verfügung.

Über dem Türsturz hängt die Hausnummer »145« und darüber ist ein großes Schild mit der Aufschrift »Malermeister Karl Sibold« und dem Zunftwappen der Maler zu sehen. Es besteht also kein Zweifel, wo dieses Foto aufgenommen wird, nämlich vor dem Haus Sibold (Maienlandstr. 14). Noch gibt es kein modernes Schaufenster, rechts neben der Eingangstür ist nur ein einfaches Sprossenfenster zu sehen. 

Der junge Mann in der Tür ist Erich Sibold. Vor ihm sitzen Hanni Sibold (*1930) und Margret Zepf (verh. Senn, *1932) auf den Treppenstufen. Auf dem Fahrrad links ist Elisabeth Zepf (verh. Isele, *1930) zu sehen.

Standort des Fotografen: 47.885697, 8.342374

Hochzeitsgesellschaft Keller / Gebert vor dem »Gebertsaal«, 1950

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Daniela Scherzinger zur Verfügung.

Vor dem Eingang zum »Gebertsaal« hat sich am 11. April 1950 ein Brautpaar mit seinen Hochzeitsgästen versammelt. Der Bräutigam ist Franz Keller (1918-2006), die Braut ist Elisabeth Gebert (1921-2006).

Wer erkennt die Hochzeitsgäste?
Zu sehen sind u.a. in alphabetischer Reihenfolge: Anna Gebert, Maria Gebert (verh. Egle), Karl Keller (1920-2003), Mathilde Keller (verh. Kranzer), Friseumeister Julius Limb (1883-1968), Schreinermeister August Limb (1884-1976), Emma Limb (verh. Binder, 1913-2005), Alice Mayer (geb. 1947), Josefa Mayer (geb. Gebert), Sabine Strobel (verh. Hornstein), Pfarrer Karl Weickhardt (1905-1977)

Standort des Fotografen: 47.884459, 8.346882

Haus Heizmann in der Oberen Hauptstraße, Fronleichnam 1950

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Priska Zemann zur Verfügung.

Das Städtchen hat sich für die Fronleichnamsprozession herausgeputzt. Maien sind in das Straßenpflaster gesteckt, um die Prozessionsstrecke zu begrünen – und auch um den ein oder anderen Misthaufen zu verdecken, wie hier auf diesem Bild. Franz Isele (geb. 1930) hat sich ebenfalls chic gemacht und trägt am heutigen Feiertag einen dunklen Anzug. Hinter ihm ist das Haus Heizmann (Obere Hauptstr. 15) zu sehen, an dessen Seitengiebel das Wandgemälde mit dem Ritter Heinrich grüßt.

Standort des Fotografen: 47.884534, 8.347917

Hochzeitsgesellschaft Kuster / Häusle in der Vorstadtstraße, 1950

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Ursula Moch-Weiss zur Verfügung.

Die jüngere Tochter von Karl und Maria Häusle heiratet: Maria Häusle (1921-2006) und der Kaufmann Hans Kuster (1918-1967) geben sich das Ja-Wort. Gemeinsam betreiben sie nach der Hochzeit die Kolonialwarenhandlung in der Kirchstraße, die schon um die Jahrhundertwende von den Eltern des Bräutigams gegründet wurde. Für das Familienfoto versammelt sich das Brautpaar mit der Hochzeitsgesellschaft vor dem Elternhaus der Braut in der Vorstadtstraße.

1.Reihe: 1 Karl Beha (Nr. 1), 2 ???, 3 Rudolf van den Heuvel, 4 ???, 5 ???, 6 Maria Kuster (geb. Häusle), 7 Hans Kuster, 8 ???, 9 ???, 10 ???, Maria Häusle (geb. Schultheiß, 1883-1966), 12 Karl Häusle (1878-1956), 13 ???
2.Reihe, v.l.n.r.: 14 Franz Hilpert, 15 Lina Hilpert (geb. Kuster), 16 ???, 17 Elisabeth van den Heuvel (verh. Laule), 18 ???, 19 [evtl. Hans Herrmann], 20 Franziska Fritsche (verh. Heiler 1925-2021)
3.Reihe, v.l.n.r.: 21 ???, 22 Else Weiss (geb. Häusle), 23 Käthe van den Heuvel (geb. Beha, 1917-1972)
4.Reihe, v.l.n.r.: 24 Anna Hasenfratz (geb. Beha), 25 ???
5.Reihe, v.l.n.r.: 26 Josef Weiss, 27 Josef Beha

Standort des Fotografen: 47.884662, 8.346547

Josef Bader im Profil, 1950

Zeichnung von Karl Ehret
Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Ursula Moch-Weiss zur Verfügung.

Der ehemalige Löffinger Gewerbelehrer Karl Friedrich Ehret (1897-1974) zeichnet am 25. August 1950 dieses Porträt vom »Bader Sepp«, wie er neben dem Bild notiert. Josef Bader, der hier gemütlich Pfeife raucht, ist ein Original. Er wurde am 10. Mai 1880 geboren und erlernte das Handwerk des Hafnermeisters. Verheiratet war er mit Agnes Bader geb. May (1876-1950). Zusammen wohnen sie in ihrem Haus neben dem Friedhof in der Alemannenstraße. Bader stirbt 1959 nach einem Verkehrsunfall im Alter von 79 Jahren.

Laternenbrüder in Radolfzell, Fasnacht 1950

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Gaby Vogt zur Verfügung.

Die Laternenbrüder haben sich zu einem Gruppenfoto versammelt. Sie sind in Radolfzell und nehmen am ersten Narrentreffen nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs teil. Die Laternen stehen vor ihnen auf dem Tisch und erleuchten den Raum. Sie tragen Fuhrmannskittel und weiße Zipfelmützen und nuckeln gemütlich an ihren Pfeifen.

1.Reihe, sitzend v.l.n.r.: 1 Narrenvater Josef Heiler, 2 Josef Guth, 3 Jakob Zahn (1909-2002), 4 Fritz Seilnacht (1901-1987), 5 Paul Bugger (1916-1990)
2.Reihe, stehend v.l.n.r.: 1 Hermann Geisinger (1926-1989), 2 Franz Isele (als 20-Jähriger), 3 Walter Ratzer (1928-1998), 4 Leonhard Vergut, 5 Franz Vogt (1920-1971) 

Standort des Fotografen: Radolfzell

Hilda Schultheiß mit Nichte in der Maienlandstraße vor dem Haus Fürst, 1950

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Rita Bölle zur Verfügung.

Mit ihrer kleinen Nichte Rita Schmid auf dem Arm steht Hilda Schultheiß in der Maienlandstraße, nur wenige Schritte hinter dem Mailänder Tor. Das kleine Mädchen blickt zur Kamera und hebt die Hand zum Gruß. Hilda Schultheiß hält sie sicher auf dem Arm und lächelt in die Kamera – eine alltägliche Familienszene.

Hinter den beiden sind große Mengen »Riswellen« säuberlich aufgeschichtet. Sie gehören ganz selbstverständlich zum Ortsbild und dienen als Brennmaterial. Dahinter ist der Seitengiebel des Hauses Fürst (Demetriusstr. 10) gut zu erkennen. Links öffnet sich der Blick hinauf in Richtung Ringstraße.

Das Anwesen Fürst wird zu dieser Zeit von Anna Maria Fürst (geb. Scheier, 1897-?) geführt. Ihr Ehemann Emil Fürst (1898-1944) starb im letzten Kriegsjahr beim Schanzen im Elsass. Später geht das Haus an die Tochter Magdalena Kopp (geb. Fürst, 1932-2015) über.

Standort des Fotografen: 47.884097, 8.343524

Narrengruppe beim »Völkertreffen«, Fasnacht 1950

Sammlung Familie Waßmer

An Fasnacht kommt es zu einem großen »Völkertreffen«, denn das Motto lautet: »Völkertreffen in Löffingen, der Zentrale Europas«. Auf der Fasnachtsbühne stellt man sich zu einem Gruppenfoto auf. In der Bildmitte sind (vermeintliche) »Ungarinnen« zu sehen. Davor sitzt und hockt eine Gruppe, die sich – entsprechend der Klischeevorstellungen von »Zigeunern« – als Sinti und Roma verkleidet hat.

1.Reihe, sitzend/hockend, v.l.n.r.:
2.Reihe, stehend, v.l.n.r.: Margarete Senn geb. Zepf (mit Brille), ???, Johanna Thoma geb. Sibold, Elisabeth Isele geb. Zepf, Maria Vogelbacher (verh. Kaufmann), Mathilde Schmid geb. Geisinger, Irma Adrion (geb. Schmid)
3. Reihe, v.l.n.r.: u.a. Luise Zepf geb. Mayer

Standort des Fotografen: 47.883042, 8.344421

Kirchturm der Pfarrkirche St. Michael, 1950

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Franz Scholz zur Verfügung.

Bei dem Bombardement am Kriegsende 1945 entstanden Schäden am Dach des Langhauses und am Kirchturmhelm. Männer seilen sich fünf Jahre später ab, um die Schäden in der Dachabdeckung auszubessern. Oben auf dem Kreuz sitzt ein Arbeiter, ein anderer ist seitlich auf halber Höhe zu sehen. Ein Gerüst wurde nicht aufgestellt. Am Kirchturm ist noch das Mauerwerk sichtbar. Erst 1961 wurden die Wände erstmals verputzt.