Drei Närrinnen auf der Festhallenbühne, Fasnacht 1953

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Elke Moser zur Verfügung.

Die drei jungen Frauen auf der Bühne der Festhalle zeigen, wie viel Kreativität in der Fasnacht steckt. In aufwändigen Kleidern, die an höfische Mode des 18. Jahrhunderts erinnern, präsentieren sie sich dem Publikum. Die mittlere Närrin trägt sogar eine hohe Perücke, geschmückt mit Federn und Blüten, während ihr bodenlanges Kleid wie ein barockes Festgewand wirkt. Die beiden Frauen links und rechts daneben flankieren sie in weißen Kleidern mit bauschigen Überwürfen und schwarzen Lackschuhen.

Es ist Fasnacht 1953, und die Stimmung in der Festhalle ist ausgelassen. Auf der Bühne wird die »Große Preis-Narren-Modenschau« ausgerufen – eine Schau, die nicht nur das Auge erfreut, sondern auch prämiert wird. Man erkennt, dass viel Arbeit, Phantasie und Stolz in die Kostüme geflossen ist.

V.l.n.r.: 1 Alice Faller (verh. Schilling), 2 Anita Gaede (verh. Hoitz), 3 Angela Meßmer (verh. Hölderle, geb. 1934)

Standort des Fotografen: 47.882923, 8.347825

2 Fotos: Marionettentanz beim »Bunten Abend«, Fasnacht 1982

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Wie an Fäden aufgehängt bewegen sie sich über die Bühne: Arme und Beine zucken ruckartig, die Körper kippen zur Seite – ganz so, als würde jemand unsichtbar über ihnen die Strippen ziehen. Beim »Bunten Abend« verwandelt sich die Jazzgruppe des Turnerbunds in ein ganzes Ensemble von Marionetten. Clown, Dirndlmädchen oder Ballerina – jedes Kostüm passt zur Rolle, und das Publikum in der Festhalle ist begeistert.

Die Regie liegt in den Händen von Petra Fehrenbach und Willi Fehrenbach. Mit ihrer Idee gelingt ein Auftritt, der nicht nur tänzerisches Können zeigt, sondern auch mit Witz und Theatralik spielt. Das Motto des Abends ist unübersehbar: »Talentschuppen«. Und tatsächlich beweisen die jungen Tänzerinnen, dass sie Talent haben.

Zu sehen sind u.a. Pia Fehrenbach (Clown mit roter Hose), Ute Kaiser (Dirndl), Anita Fehrenbach (verh. Flößer, grüne Hose), Birgit Kuhlmann (blaues Kleid mit weißer Bluse), Edith Fehrenbach (verh. Mühlbauer, blau-weißer Pierrot) und Doris Bölle (verh. Zimmermann, Ballerina).

Dreieinhalb Stunden dauert das Programm am »Bunten Abend«. Für viele im Saal gehört die Veranstaltung zum festen Bestandteil der fünften Jahreszeit.

Standort des Fotografen: 47.883030, 8.347880

2 Fotos: Jugendrotkreuz vor der Festhalle, 1984

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Beate Lubrich zur Verfügung.

Der Ortsvereins des Deutschen Roten Kreuzes feiert 1984 sein 75-jähriges Gründungsjubiäum. Aus diesem Anlass werden auch die Mitglieder des Jugendrotkreuzes fotografiert. Sie stellen sich auf der Treppe vor der Festhalle auf. Sie tragen einheitliche weiße Pullover, die mit dem Logo des Jugendrotkreuzes bedruckt sind – rotes Kreuz, schwarze Schrift, dazu die Deutschlandfarben. Diszipliniert stellen sich die Jugendlichen in drei Reihen auf. Beim ersten Foto blicken sie gar zu ernst in die Kamera, sodass gleich noch ein zweites Foto aufgenommen wird, auf dem sie freundlicher lächeln.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 Birgit Fritsche, 2 Markus Wehrle, 3 Gerald Münzer, 4 Michael Bürklin
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 Gabi Senn, 2 ??? Wiedemann
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 Susanne Gantert, 2 Joachim Schmidt, 3 Martin Beha, 4 Gabi Münzer (geb. Stoffel), 5 Matthias Kirner

Standort des Fotografen: 47.883018, 8.347674

2 Fotos: Mitglieder des DRK vor der Festhalle, 1984

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Beate Lubrich zur Verfügung.

Anlässlich des 75-jährigen Gründungsjubiläums des Ortsvereins des Deutschen Roten Kreuzes wird ein aktuelles Gruppenfoto für die Festschrift benötigt. Dafür versammeln sich die Mitglieder der aktiven Bereitschaft vor der Festhalle, um gemeinsam ein Erinnerungsfoto zu machen. Stolz präsentieren sich die Männer und Frauen in ihren Uniformen – ein eindrucksvolles Bild für das langjährige Engagement des DRK in Löffingen.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 Paul Schondorf, 2 Julius Dorer, 3 Gertrud Lauble, 4 Maria Münzer (geb. Ernst, 1921-2021), 5 Dr. med. Gebhard Hecht, 6 Justina Sauter (geb. Brett, 1900-1994), 7 Christel Kaiser (geb. Jordan), 8 Annemarie Kiermeier, 9 Marianne Löffler, 10 Peter Kaiser
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 Werner Lubrich (1927-2010), 2 Susanne Ewert, 3 Ferdinand Hasenfratz, 4 Walburga Gauger, 5 Franz Isele, 6 Sibylle Maier, 7 Richard Lehmann (1935-2013), 8 Pia Durst, 9 Arno Ehrenschneider, 10 Wolfgang Walz
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 Karlheinz Kiechle, 2 Gerald Münzer, 3 Josef Senn, 4 Carmen Hoßbach, 5 Lore Echtle (1926-2014), 6 Helmut Schelble, 7 Rudi Messerschmid, 8 Eugen Bausch, 9 Emil Schmid (1926-2007)
4.Reihe, v.l.n.r.: 1 Michael Bürklin, 2 Thomas Wiedemann, 3 Linus Schlatter, 4 Helmut Heizmann, 5 Alfons Durst, 6 Bernd Studer, 7 Bernhard Benz, 8 Roland Fuß

Standort des Fotografen: 47.882990, 8.347618

2 Fotos: Auftritt der »Schwindelsingers« beim »Bunten Abend«, Fasnacht 1987

Diese Fotos stellten dankenswerterweise Silvia und Gerold Bächle zur Verfügung.

Ein doppeltes Jubiläum gibt es in diesem Jahr beim »Bunten Abend« zu feiern: Zum 60. Mal veranstaltet der Turnerbund die Veranstaltung. 1927 hatte man im damals neu gebauten »Gebertsaal« zum ersten Mal die närrische Veranstaltung mit Turndarbietungen veranstaltet. Wegen des großen Erfolgs wurde der »Bunte Abend« zur festen Tradition – und zog später in die geräumigere Festhalle um.

Auch die »Schwindelsingers« feiern ein Jubiläum: Seit zehn Jahren bringen sie mit ihren humorvollen musikalischen Beiträgen das Publikum zum Lachen. Auch diesmal nehmen sie mit selbstgedichteten Liedern allerlei Begebenheiten aus dem Städtchen und der Umgebung aufs Korn – treffsicher, spöttisch, aber stets charmant. Sie streifen Themen des vergangenen Jahres wie die sportliche Misere beim FC Löffingen, die Hausmeisteranstellung an der Schule, die Fußgängerampel aus der TV-Serie »Schwarzwaldklinik«, Kriminalfälle, die Rutschbahn des Waldbades, der Dirigentenwechsel bei der Stadtmusik, die Unadinger, das geplante Kultur- und Fremdenverkehrszentrum (KFZ), um nur einige zu nennen. Die Sänger*innen sind bunt verkleidet. Ihre schrillen Outfits und die sichtbare Spielfreude machen deutlich: Hier steht kein klassischer Chor auf der Bühne, sondern eine Truppe, die das Singen mit karnevalistischem Witz kombiniert.

V.l.n.r.: 1 Clemens Jordan, 2 Josef Beha, 3 Philipp Krämer, 4 Rudolf Gwinner, 5 Lydia Flößer, 6 Lore Isele, 7 Hans Streit, 8 Josef Jäger, 9 Inge Sibold (verdeckt), 10 Lucia Vogelbacher, 11 Werner Boehm, 12 Hans Hasenfratz, 13 Kurt Frey (verdeckt), 14 Fritz Sibold, 15 Richard Zepf, 16 Wolfgang Zepf

Zu den »Schwindelsingers« gehört auch Bruno Krämer.

Standort des Fotografen: 47.883030, 8.347885

Schulweg mit Blick zur Festhalle und Volksschule, ca. 1953-1964

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Gertrud Heizmann zur Verfügung.

Der Blick auf dem Schwarzweißfoto ist vor allem Generationen an Schulkindern vertraut. Denn der Fußweg heißt nicht nur offiziell Schulweg, sondern ist auch für viele Kinder der tägliche Weg zur Schule. Der schmale, befestigte Weg steigt leicht an und führt direkt auf den markanten Gebäudekomplex aus Festhalle und Volksschule zu, der 1936 feierlich eingeweiht worden war. Links des Wegs sieht man gepflegte Gärten, eingefasst von einem Maschendrahtzaun und einem Spalier junger Obstbäume. Ein kleiner hölzerner Pavillon fällt ins Auge. Wenige Jahre später (1964) wird auf dem Gelände der Kindergarten errichtet. Rechts des Weges zieht sich eine einfache Zaunreihe am Wiesenrand entlang. Im Hintergrund erhebt sich die evangelische Kirche, die 1953 fertiggestellt wurde. Noch weiter dahinter beginnt das »Hasle«-Wäldchen.

Standort des Fotografen: 47.883394, 8.346024

Vier Närrinnen beim »Bunten Abend«, Fasnacht 1954

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Inge Mayer zur Verfügung.

Am 21. Februar 1954 findet der tradionelle »Bunte Abend« des Turnerbunds statt. In der Festhalle wird ein mehrstündiges buntes Programm gegeben. Mit dabei sind auch diese Närrinnen. In Lederhosen und karierten Hemden bekleidet, marschieren die vier im Gleichschritt auf die Bühne – und zeigen dabei viel Bein. Geschultert haben sie Weinfässer.

V.l.n.r.: 1 Hilde Fehrenbach (geb. Nägele), 2 Irma Hasenfratz (geb. Zepf), 3 Margareta Senn (geb. Zepf, 1932-2021), 4 Hanni Sibold (verh. Thoma, geb. 1930)

Standort des Fotografen: 47.882871, 8.347787

Narren auf der Bühne in der Festhalle, Fasnacht ca. 1961/62

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Christa Egle zur Verfügung.

In der Festhalle drängen sich Närrinnen und Narren auf der Bühne. Die Szene wirkt übervoll – im besten Sinne: Menschen, Masken, Kostüme, Farben und Rollen prallen aufeinander und verschmelzen zu einem dichten, närrischen Bild.

Im Vordergrund hocken vier »Hexen« der Hexengruppe breitbeinig auf ihren Besen. Ihre karierten Röcke und gestreiften Strümpfe verrutschen dabei so weit, dass bei der einen oder anderen die Unterhose zum Vorschein kommt – ein augenzwinkernder Verstoß gegen die bürgerliche Ordnung, wie er zur Fasnacht gehört. Das »Häs« ist in seiner Grundform seit 1956 einheitlich mit karierten Stoffen gestaltet. Seit 1958 tragen die Hexen auch aus Holz geschnitzte Masken. Sie sind individuell gestaltet, denn jede Hexe schnitzt ihre Maske selbst und trägt ihr ganz eigenes Gesicht.

Hinter den Hexen stehen zwei junge Frauen in Uniform – Mitglieder der weiblichen Narrenpolizei, die hier für närrische Ordnung sorgen. Neben ihnen sind drei »Hansele« zu sehen, Vertreter der sogenannten Baaremer Weißnarren, mit Holzmasken und Geschellriemen. Sie tragen Masken aus Bräunlingen und Donaueschingen, die aus dem Fundus von Friseurmeister Julius Limb stammen, der 1923/24 Masken und »Häser« auf der Baar aufkaufte und an Fasnacht auslieh. Die typische Löffinger »Hansele«-Maske, die einen freundlicheren Gesichtsausdruck zeigt, entstand 1936 nach einer Vorlage von Lehrer Karl Ehret.

Am linken Bildrand sind mehrere Mitglieder der »Laternenbrüder« zu erkennen. Sie tragen traditionelle blaue Fuhrmannskittel und schwarze Rundhüte. Einer von ihnen scheint gerade eine Ansprache zu halten: Konzentriert blickt er auf das Blatt in seiner Hand. Es ist Karl Guth, der 1961/62 Narrenvater ist. Dazwischen stehen mehrere Ehrennarren, zu erkennen an ihren weißen Zipfelmützen und dem Zylinder.

Der Bühnenhintergrund zeigt ein gemaltes Bild mit angedeuteter Häuserkulisse. Zu sehen sind die Häuser beim Mailänder Tor.

V.l.n.r.: 1 Karl Guth, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 Hugo Schropp, 6 Gerda Bader (geb. 1934), 7 Lore Isele (geb. 1933)

Standort des Fotografen: 47.882911, 8.347815

Güterzug mit Dampflok am Bahnübergang Seppenhofer Straße, ca. 1940

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Alexandra Scholl zur Verfügung.

Ein Güterzug mit dampfender Lokomotive passiert mit lautem Getöse den Bahnübergang an der Seppenhofer Straße – ein Schnappschuss. Das Foto ist leicht unscharf, ein typisches Knipserfoto, aber es hält doch einen besonderen Moment fest: Die Lokomotive mit hohem Schornstein, aus dem dunkler Rauch in dicken Schwaden quillt. Dahinter etliche Güterwaggons, beladen vermutlich mit Holz, Kohle oder landwirtschaftlichen Erzeugnissen. Man kann sich das rhythmische Stampfen der Räder vorstellen, das Rattern über die Schienenstöße, das Zischen von Dampf, das Fauchen der Maschine – alles vermischt sich zu einem eindrucksvollen Klangbild. Vielleicht gibt der Lokführer ein kurzes Pfeifsignal, als Warnung am Übergang, ein hoher, durchdringender Ton, der noch eine ganze Weile in den Ohren nachhallt.

Im Vordergrund sieht man das Haus Guth (Gartenstr. 21), das um 1934/35 erbaut wurde. Im angrenzenden Garten der Villa Benz sind einige Bäume frisch gepflanzt. Am rechten Bildrand ist ein steinernes Wegkreuz zu erkennen. Noch ist die Bonndorfer Straße nicht gebaut. Hinter der Bahnlinie steht das Haus Schreiber (Seppenhofer Str. 19), das 1975 durch ein Feuer zerstört wird. Im Hintergrund ragen die Festhalle und die 1936 eingeweihte Volksschule empor, deren Dach noch neu wirkt. Dahinter erkennt man das kleine Wäldchen »Hasle«.

Standort des Fotografen: 47.879702, 8.345588

Schulleitung der Realschule im Rektorat, 1979

Archiv der Realschule

Ein Blick hinter die Kulissen: Das Rektorat ist für viele Schüler*innen ein eher geheimnisvoller Ort – betreten hat man es selten, und wenn, dann nur mit klopfendem Herzen. Auf diesem Foto begegnen wir zwei vertrauten Gesichtern in entspannter Atmosphäre: Rektor Günter Leber (links, 1937-2025) und Konrektor Karl Hauger (rechts) bei einem Gespräch an ihrem gemeinsamen Schreibtisch.

Auf dem Tisch stapeln sich Unterlagen und ein paar Aktenordner, ein klassisches graues Wählscheibentelefon ist zu sehen, Computer sucht man dafür vergebens: Die Verwaltungsarbeit ist noch vollständig analog. Statt Tastatur und Bildschirm steht ein Aschenbecher auf dem Tisch, und der Rektor raucht genüsslich eine Pfeife. Im Hintergrund fällt der Blick durch die breiten Fenster auf die benachbarte Festhalle. Die Jalousien filtern das Sonnenlicht. Auch modisch spiegelt sich die Zeit wider: Rektor und Konrektor tragen Hemd und Schlaghose.

Von Anfang an unterrichten Günter Leber und Karl Hauger an der – zum 1. Dezember 1966 gegründeten – Realschule. Im Dezember 1971 wurde Rektor Siegfried Dieterle (1915-1992) aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig pensioniert. Günter Leber und Karl Hauger übernahmen alle organisatorischen Aufgaben der Schulleitung und wurden auch Mitglieder des Bauausschusses, denn von 1972 bis 1974 entstand das neue Realschulgebäude. Im September 1972 wurde die Realschule dann eigenständig und Günter Leber übernahm die kommissarische Leitung. Am 9. Oktober 1973 fand schließlich die feierliche Amtseinführung von Rektor Leber und Konrektor Hauger statt. Über ein Vierteljahrhundert prägen sie gemeinsam die Schule, bis sie im Jahr 2000 in den Ruhestand verabschiedet werden.

Standort des Fotografen: 47.883681, 8.347913

Reitergruppe vor der Festhalle, ca. 1927-1935

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Genoveva Kinast zur Verfügung.

Eine Reitergruppe hat sich vor der neu errichteten Festhalle aufgestellt. Die Männer tragen Uniformen und Mützen; sie sitzen auf kräftigen Kaltblütern. Die Pferde sind nebeneinander aufgereiht. Links im Hintergrund sind mehrere Zuschauer*innen zu sehen, darunter auch Kinder.

Die Festhalle weist noch eine unverputzte Steinfassade auf. Der 1923 begonnene Bau wurde 1927 weitgehend fertiggestellt. Die drei rundbogigen Eingänge, zu denen die breite Treppe hinaufführt, sind schlicht gestaltet. Auch die Außengestaltung der Fläche rund um die Halle ist noch unvollendet. Erst 1936 wird der gesamte Komplex, bestehend aus der Festhalle, dem Mitteltrakt mit Heimatmuseum und der Volksschule, eingeweiht.

Ob es sich bei den Reitern um eine berittene Feuerwehr handelt, lässt sich anhand des Fotos nicht eindeutig sagen. Es scheint sich um eine Ehrenformation zu handeln, die bei einem Festzug paradiert.

Im mittleren Bogen stehen u.a. Schmiedemeister Otto Fürst und Friseurmeister Julius Limb.

Standort des Fotografen: 47.883139, 8.347639

BDM vor der Festhalle beim Maiumzug, ca. 1938

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Lore Sibold zur Verfügung.

Eine Gruppe junger Mädchen des Bundes Deutscher Mädel (BDM) posiert für ein Gruppenfoto beim Maiumzug vor der Festhalle. Die Mädchen stehen in mehreren Reihen ordentlich aufgestellt vor einem festlich geschmückten Festwagen, der von vier Pferden gezogen wird. Er ist mit Girlanden dekoriert. Auf ihm stehen junge Mädchen in langen weißen Kleidern. Zwei große, weiße Säulen, die ebenfalls mit Girlanden geschmückt sind, dominieren den Wagen und verleihen ihm ein feierliches Aussehen.

Die meisten Mädchen tragen eine einheitliche Uniform bestehend aus dunklem Rock, heller Bluse und dunkler Jacke, dazu Krawatten oder Halstücher. Einige von ihnen sitzen entspannt auf dem Boden, während der Großteil steht. Ordentliche Uniformen sind zu sehen, vermittelt wird ein Bild von Gemeinschaft und scheinbarer Unbeschwertheit.

Doch dieser Eindruck trügt. 1938 ist die Mitgliedschaft im BDM formal noch freiwillig, praktisch aber setzt das NS-Regime sozialen Druck auf Jugendliche und ihre Familien aus. Wer nicht mitmacht, gilt schnell als Außenseiter*in, muss mit schulischen Nachteilen oder gesellschaftlicher Ausgrenzung rechnen. Die Nationalsozialisten haben es sich zum Ziel gesetzt, die Jugend systematisch zu formen: Gehorsam, Pflichterfüllung, Opferbereitschaft und die unkritische Verehrung von »Führer« und Nation stehen im Mittelpunkt der Erziehung.

Beim BDM lernen die Mädchen keine freie Entfaltung oder kritisches Denken. Stattdessen prägen Marschieren, Parolen, nationale Rituale und körperliche Ertüchtigung ihren Alltag. Auch die Vorbereitung auf eine Rolle als »Mütter der Nation« gehört zur Ideologie. Das Bild zeigt einen kleinen, scheinbar harmlosen Moment bei den Feierlichtkeiten zum 1. Mai, der propagandistisch als »Tag der nationalen Arbeit« begangen wird. Es steht aber auch dafür, wie Kindheit und Jugend im Nationalsozialismus ideologisch vereinnahmt werden.

Standort des Fotografen: 47.883092, 8.347708