2 Fotos: Auftritt der »Schwindelsingers« beim »Bunten Abend«, Fasnacht 1987

Diese Fotos stellten dankenswerterweise Silvia und Gerold Bächle zur Verfügung.

Ein doppeltes Jubiläum gibt es in diesem Jahr beim »Bunten Abend« zu feiern: Zum 60. Mal veranstaltet der Turnerbund die Veranstaltung. 1927 hatte man im damals neu gebauten »Gebertsaal« zum ersten Mal die närrische Veranstaltung mit Turndarbietungen veranstaltet. Wegen des großen Erfolgs wurde der »Bunte Abend« zur festen Tradition – und zog später in die geräumigere Festhalle um.

Auch die »Schwindelsingers« feiern ein Jubiläum: Seit zehn Jahren bringen sie mit ihren humorvollen musikalischen Beiträgen das Publikum zum Lachen. Auch diesmal nehmen sie mit selbstgedichteten Liedern allerlei Begebenheiten aus dem Städtchen und der Umgebung aufs Korn – treffsicher, spöttisch, aber stets charmant. Sie streifen Themen des vergangenen Jahres wie die sportliche Misere beim FC Löffingen, die Hausmeisteranstellung an der Schule, die Fußgängerampel aus der TV-Serie »Schwarzwaldklinik«, Kriminalfälle, die Rutschbahn des Waldbades, der Dirigentenwechsel bei der Stadtmusik, die Unadinger, das geplante Kultur- und Fremdenverkehrszentrum (KFZ), um nur einige zu nennen. Die Sänger*innen sind bunt verkleidet. Ihre schrillen Outfits und die sichtbare Spielfreude machen deutlich: Hier steht kein klassischer Chor auf der Bühne, sondern eine Truppe, die das Singen mit karnevalistischem Witz kombiniert.

V.l.n.r.: 1 Clemens Jordan, 2 Josef Beha, 3 Philipp Krämer, 4 Rudolf Gwinner, 5 Lydia Flößer, 6 Lore Isele, 7 Hans Streit, 8 Josef Jäger, 9 Inge Sibold (verdeckt), 10 Lucia Vogelbacher, 11 Werner Boehm, 12 Hans Hasenfratz, 13 Kurt Frey (verdeckt), 14 Fritz Sibold, 15 Richard Zepf, 16 Wolfgang Zepf

Zu den »Schwindelsingers« gehört auch Bruno Krämer.

Standort des Fotografen: 47.883030, 8.347885

Schulweg mit Blick zur Festhalle und Volksschule, ca. 1953-1964

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Gertrud Heizmann zur Verfügung.

Der Blick auf dem Schwarzweißfoto ist vor allem Generationen an Schulkindern vertraut. Denn der Fußweg heißt nicht nur offiziell Schulweg, sondern ist auch für viele Kinder der tägliche Weg zur Schule. Der schmale, befestigte Weg steigt leicht an und führt direkt auf den markanten Gebäudekomplex aus Festhalle und Volksschule zu, der 1936 feierlich eingeweiht worden war. Links des Wegs sieht man gepflegte Gärten, eingefasst von einem Maschendrahtzaun und einem Spalier junger Obstbäume. Ein kleiner hölzerner Pavillon fällt ins Auge. Wenige Jahre später (1964) wird auf dem Gelände der Kindergarten errichtet. Rechts des Weges zieht sich eine einfache Zaunreihe am Wiesenrand entlang. Im Hintergrund erhebt sich die evangelische Kirche, die 1953 fertiggestellt wurde. Noch weiter dahinter beginnt das »Hasle«-Wäldchen.

Standort des Fotografen: 47.883394, 8.346024

Vier Närrinnen beim »Bunten Abend«, Fasnacht 1954

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Inge Mayer zur Verfügung.

Am 21. Februar 1954 findet der tradionelle »Bunte Abend« des Turnerbunds statt. In der Festhalle wird ein mehrstündiges buntes Programm gegeben. Mit dabei sind auch diese Närrinnen. In Lederhosen und karierten Hemden bekleidet, marschieren die vier im Gleichschritt auf die Bühne – und zeigen dabei viel Bein. Geschultert haben sie Weinfässer.

V.l.n.r.: 1 Hilde Fehrenbach (geb. Nägele), 2 Irma Hasenfratz (geb. Zepf), 3 Margareta Senn (geb. Zepf, 1932-2021), 4 Hanni Sibold (verh. Thoma, geb. 1930)

Standort des Fotografen: 47.882871, 8.347787

Narren auf der Bühne in der Festhalle, Fasnacht ca. 1961/62

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Christa Egle zur Verfügung.

In der Festhalle drängen sich Närrinnen und Narren auf der Bühne. Die Szene wirkt übervoll – im besten Sinne: Menschen, Masken, Kostüme, Farben und Rollen prallen aufeinander und verschmelzen zu einem dichten, närrischen Bild.

Im Vordergrund hocken vier »Hexen« der Hexengruppe breitbeinig auf ihren Besen. Ihre karierten Röcke und gestreiften Strümpfe verrutschen dabei so weit, dass bei der einen oder anderen die Unterhose zum Vorschein kommt – ein augenzwinkernder Verstoß gegen die bürgerliche Ordnung, wie er zur Fasnacht gehört. Das »Häs« ist in seiner Grundform seit 1956 einheitlich mit karierten Stoffen gestaltet. Seit 1958 tragen die Hexen auch aus Holz geschnitzte Masken. Sie sind individuell gestaltet, denn jede Hexe schnitzt ihre Maske selbst und trägt ihr ganz eigenes Gesicht.

Hinter den Hexen stehen zwei junge Frauen in Uniform – Mitglieder der weiblichen Narrenpolizei, die hier für närrische Ordnung sorgen. Neben ihnen sind drei »Hansele« zu sehen, Vertreter der sogenannten Baaremer Weißnarren, mit Holzmasken und Geschellriemen. Sie tragen Masken aus Bräunlingen und Donaueschingen, die aus dem Fundus von Friseurmeister Julius Limb stammen, der 1923/24 Masken und »Häser« auf der Baar aufkaufte und an Fasnacht auslieh. Die typische Löffinger »Hansele«-Maske, die einen freundlicheren Gesichtsausdruck zeigt, entstand 1936 nach einer Vorlage von Lehrer Karl Ehret.

Am linken Bildrand sind mehrere Mitglieder der »Laternenbrüder« zu erkennen. Sie tragen traditionelle blaue Fuhrmannskittel und schwarze Rundhüte. Einer von ihnen scheint gerade eine Ansprache zu halten: Konzentriert blickt er auf das Blatt in seiner Hand. Es ist Karl Guth, der 1961/62 Narrenvater ist. Dazwischen stehen mehrere Ehrennarren, zu erkennen an ihren weißen Zipfelmützen und dem Zylinder.

Der Bühnenhintergrund zeigt ein gemaltes Bild mit angedeuteter Häuserkulisse. Zu sehen sind die Häuser beim Mailänder Tor.

V.l.n.r.: 1 Karl Guth, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 Hugo Schropp, 6 Gerda Bader (geb. 1934), 7 Lore Isele (geb. 1933)

Standort des Fotografen: 47.882911, 8.347815

Güterzug mit Dampflok am Bahnübergang Seppenhofer Straße, ca. 1940

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Alexandra Scholl zur Verfügung.

Ein Güterzug mit dampfender Lokomotive passiert mit lautem Getöse den Bahnübergang an der Seppenhofer Straße – ein Schnappschuss. Das Foto ist leicht unscharf, ein typisches Knipserfoto, aber es hält doch einen besonderen Moment fest: Die Lokomotive mit hohem Schornstein, aus dem dunkler Rauch in dicken Schwaden quillt. Dahinter etliche Güterwaggons, beladen vermutlich mit Holz, Kohle oder landwirtschaftlichen Erzeugnissen. Man kann sich das rhythmische Stampfen der Räder vorstellen, das Rattern über die Schienenstöße, das Zischen von Dampf, das Fauchen der Maschine – alles vermischt sich zu einem eindrucksvollen Klangbild. Vielleicht gibt der Lokführer ein kurzes Pfeifsignal, als Warnung am Übergang, ein hoher, durchdringender Ton, der noch eine ganze Weile in den Ohren nachhallt.

Im Vordergrund sieht man das Haus Guth (Gartenstr. 21), das um 1934/35 erbaut wurde. Im angrenzenden Garten der Villa Benz sind einige Bäume frisch gepflanzt. Am rechten Bildrand ist ein steinernes Wegkreuz zu erkennen. Noch ist die Bonndorfer Straße nicht gebaut. Hinter der Bahnlinie steht das Haus Schreiber (Seppenhofer Str. 19), das 1975 durch ein Feuer zerstört wird. Im Hintergrund ragen die Festhalle und die 1936 eingeweihte Volksschule empor, deren Dach noch neu wirkt. Dahinter erkennt man das kleine Wäldchen »Hasle«.

Standort des Fotografen: 47.879702, 8.345588

Schulleitung der Realschule im Rektorat, 1979

Archiv der Realschule

Ein Blick hinter die Kulissen: Das Rektorat ist für viele Schüler*innen ein eher geheimnisvoller Ort – betreten hat man es selten, und wenn, dann nur mit klopfendem Herzen. Auf diesem Foto begegnen wir zwei vertrauten Gesichtern in entspannter Atmosphäre: Rektor Günter Leber (links, 1937-2025) und Konrektor Karl Hauger (rechts) bei einem Gespräch an ihrem gemeinsamen Schreibtisch.

Auf dem Tisch stapeln sich Unterlagen und ein paar Aktenordner, ein klassisches graues Wählscheibentelefon ist zu sehen, Computer sucht man dafür vergebens: Die Verwaltungsarbeit ist noch vollständig analog. Statt Tastatur und Bildschirm steht ein Aschenbecher auf dem Tisch, und der Rektor raucht genüsslich eine Pfeife. Im Hintergrund fällt der Blick durch die breiten Fenster auf die benachbarte Festhalle. Die Jalousien filtern das Sonnenlicht. Auch modisch spiegelt sich die Zeit wider: Rektor und Konrektor tragen Hemd und Schlaghose.

Von Anfang an unterrichten Günter Leber und Karl Hauger an der – zum 1. Dezember 1966 gegründeten – Realschule. Im Dezember 1971 wurde Rektor Siegfried Dieterle (1915-1992) aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig pensioniert. Günter Leber und Karl Hauger übernahmen alle organisatorischen Aufgaben der Schulleitung und wurden auch Mitglieder des Bauausschusses, denn von 1972 bis 1974 entstand das neue Realschulgebäude. Im September 1972 wurde die Realschule dann eigenständig und Günter Leber übernahm die kommissarische Leitung. Am 9. Oktober 1973 fand schließlich die feierliche Amtseinführung von Rektor Leber und Konrektor Hauger statt. Über ein Vierteljahrhundert prägen sie gemeinsam die Schule, bis sie im Jahr 2000 in den Ruhestand verabschiedet werden.

Standort des Fotografen: 47.883681, 8.347913

Reitergruppe vor der Festhalle, ca. 1927-1935

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Genoveva Kinast zur Verfügung.

Eine Reitergruppe hat sich vor der neu errichteten Festhalle aufgestellt. Die Männer tragen Uniformen und Mützen; sie sitzen auf kräftigen Kaltblütern. Die Pferde sind nebeneinander aufgereiht. Links im Hintergrund sind mehrere Zuschauer*innen zu sehen, darunter auch Kinder.

Die Festhalle weist noch eine unverputzte Steinfassade auf. Der 1923 begonnene Bau wurde 1927 weitgehend fertiggestellt. Die drei rundbogigen Eingänge, zu denen die breite Treppe hinaufführt, sind schlicht gestaltet. Auch die Außengestaltung der Fläche rund um die Halle ist noch unvollendet. Erst 1936 wird der gesamte Komplex, bestehend aus der Festhalle, dem Mitteltrakt mit Heimatmuseum und der Volksschule, eingeweiht.

Ob es sich bei den Reitern um eine berittene Feuerwehr handelt, lässt sich anhand des Fotos nicht eindeutig sagen. Es scheint sich um eine Ehrenformation zu handeln, die bei einem Festzug paradiert.

Im mittleren Bogen stehen u.a. Schmiedemeister Otto Fürst und Friseurmeister Julius Limb.

Standort des Fotografen: 47.883139, 8.347639

BDM vor der Festhalle beim Maiumzug, ca. 1938

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Lore Sibold zur Verfügung.

Eine Gruppe junger Mädchen des Bundes Deutscher Mädel (BDM) posiert für ein Gruppenfoto beim Maiumzug vor der Festhalle. Die Mädchen stehen in mehreren Reihen ordentlich aufgestellt vor einem festlich geschmückten Festwagen, der von vier Pferden gezogen wird. Er ist mit Girlanden dekoriert. Auf ihm stehen junge Mädchen in langen weißen Kleidern. Zwei große, weiße Säulen, die ebenfalls mit Girlanden geschmückt sind, dominieren den Wagen und verleihen ihm ein feierliches Aussehen.

Die meisten Mädchen tragen eine einheitliche Uniform bestehend aus dunklem Rock, heller Bluse und dunkler Jacke, dazu Krawatten oder Halstücher. Einige von ihnen sitzen entspannt auf dem Boden, während der Großteil steht. Ordentliche Uniformen sind zu sehen, vermittelt wird ein Bild von Gemeinschaft und scheinbarer Unbeschwertheit.

Doch dieser Eindruck trügt. 1938 ist die Mitgliedschaft im BDM formal noch freiwillig, praktisch aber setzt das NS-Regime sozialen Druck auf Jugendliche und ihre Familien aus. Wer nicht mitmacht, gilt schnell als Außenseiter*in, muss mit schulischen Nachteilen oder gesellschaftlicher Ausgrenzung rechnen. Die Nationalsozialisten haben es sich zum Ziel gesetzt, die Jugend systematisch zu formen: Gehorsam, Pflichterfüllung, Opferbereitschaft und die unkritische Verehrung von »Führer« und Nation stehen im Mittelpunkt der Erziehung.

Beim BDM lernen die Mädchen keine freie Entfaltung oder kritisches Denken. Stattdessen prägen Marschieren, Parolen, nationale Rituale und körperliche Ertüchtigung ihren Alltag. Auch die Vorbereitung auf eine Rolle als »Mütter der Nation« gehört zur Ideologie. Das Bild zeigt einen kleinen, scheinbar harmlosen Moment bei den Feierlichtkeiten zum 1. Mai, der propagandistisch als »Tag der nationalen Arbeit« begangen wird. Es steht aber auch dafür, wie Kindheit und Jugend im Nationalsozialismus ideologisch vereinnahmt werden.

Standort des Fotografen: 47.883092, 8.347708

Fanfarenzug in der Festhalle, Juli 1976

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Silvia und Gerold Bächle zur Verfügung.

Gerade einmal ein Jahr ist der Fanfarenzug alt. Gegründet wurde er am 1. Juli 1975 im Clubhaus in Göschweiler. Seitdem haben die 14 Bläser und 8 Trommler intensiv geprobt und wagen sich nun erstmalig an die Öffentlichkeit.

Am 4. Juli 1976 ist es soweit und der Musikverein absolviert gleich zwei öffentliche Auftritte. Man nimmt am Fanfarenzugtreffen in Meckesheim bei Heidelberg teil. Und abends nach der Rückkehr präsentieren sich die Musiker*innen dem Publikum in Löffingen: Anlässlich des »Tag des Sports« treten sie in der Festhalle auf. Der Auftritt ist ein voller Erfolg und der Fanfarenzug gewinnt neue Mitglieder und Fans.

Standort des Fotografen: 47.883023, 8.347882

Ehrung beim Roten Kreuz, August 1984

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Silvia und Gerold Bächle zur Verfügung.

Die Ortsgruppe des Deutschen Roten Kreuzes feiert ihr 75. Gründungsjubiläum. Bei einem Festbankett in der Festhalle ehrt der Vorsitzende Dr. Gebhard Hecht (1920-2008) verdiente und langjährige Mitglieder.

V.l.n.r.: 1 Emil Schmid, 2 Wolfgang Walz, 3 Peter Kaiser, 4 Werner Lubrich, 5 Gebhard Hecht

Die Geehrten sind Emil Schmid (1926-2007), der lange Jahre Bereitschaftsführer war und heute noch für den Krankentransport verantwortlich ist, Wolfgang Walz, stellvertretender Bereitschaftsführer und seit 20 Jahren eine wichtige Stütze, Peter Kaiser (1941-2018), der seit über 20 Jahren aktiv mit dabei ist und als Bereitschaftsführer fungiert, und Werner Lubrich (1927-2010), der seit über 25 Jahren die Geschicke des Ortsvereins wesentlich mitgeprägt hat.

Standort des Fotografen: 47.883023, 8.347882

Jazz-Gymnastikgruppe mit Willi Fehrenbach, ca. 1980

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Renate Fehrenbach zur Verfügung.

Die Jazz-Gymnastikgruppe des Turnerbundes lässt sich mit ihrem Übungsleiter Willi Fehrenbach fotografieren. Die Jugendturnerinnen posieren in sportlicher Einheitskleidung – schwarze Gymnastikanzüge und weiße Turnschuhe. In der vorderen Reihe knien sie, in der hinteren Reihe stehen sie vor der holzverkleideten Wand der Turnhalle.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 Anita Siebler, 2 Luzia Siebler, 3 Manuela Schwanz, 4 Sabine Berger, 5 Sigrid Reich (Dittihausen)
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 Willi Fehrenbach, 2 Elke Modrinski, 3 Petra Fehrenbach, 4 Ulrike ???, 5 Sabine Lauble, 6 Ute Kaiser, 7 Doris Bölle

Das Gruppenfoto wird in der Festschrift des Turnerbundes anlässlich seines 75. Gründungsjubiläums abgedruckt, das 1980 begangen wird.

Standort des Fotografen: 47.882854, 8.347782

2 Fotos: Verabschiedung von Schwester Ediltrudis in der Festhalle, 1984

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Veronika Leber zur Verfügung.

Am 26. Mai 1954 wurde Schwester Ediltrudis (1914.2004) nach Löffingen versetzt. Drei Jahrzehnte lang prägte sie mit ihrer fürsorglichen Art den Kindergarten und das Leben vieler Kinder. Doch im Januar 1984 ist Schluss: Schwester Ediltrudis wird feierlich in den Ruhestand verabschiedet. Sie verlässt nicht nur den Kindergarten, sondern zieht ins Altersheim St. Ludwig in Heitersheim, das ihrem Orden, den Barmherzigen Schwestern vom Hl. Vinzenz von Paul, gehört. Mit ihrem Weggang endet die über Jahrzehnte währende Tätigkeit des Ordens in Löffingen.

Die Verabschiedungsfeier findet in der Festhalle statt und ist gut besucht. Zahlreiche Eltern mit ihren Kindern sind gekommen, um ihre Wertschätzung zu zeigen. Bürgermeister Dr. Dieter Mellert (1941-2019) begrüßt die Anwesenden, darunter die Geistlichkeit mit Stadtpfarrer Hermann Litterst (1929-2013), Pfarrer Eduard Läule (1910-1986), den Unadinger Pfarrer Andreas Nock (1921–1990), Vikar Bueb und den evangelischen Pfarrer Dr. Fritz Herrenbrück. Dekan Litterst spricht von einem tiefen Einschnitt im Leben der Stadt. Die Kindergartenkinder sorgen mit Liedern und Darbietungen für eine herzliche Atmosphäre – und jedes Kind überreicht Schwester Ediltrudis eine Rose. Auch die »Stockmihli«-Musikanten spielen ein Ständchen zu Ehren der scheidenden Ordensschwester. Zusammen mit ihr verlässt auch die 90-jährige Näh- und Krankenschwester Henrika (1893-1985) Löffingen.

Schwester Henrika ist nur deshalb bis 1984 in Löffingen verblieben, weil sonst auch Schwester Ediltrudis abgezogen worden wäre. Denn zu einer Station gehören mindestens zwei Ordensschwestern. Schwester Colona, die als Krankenschwester im städtischen Krankenhaus tätig war, war schon 1980 gesundheitsbedingt abgezogen worden. Somit waren nur noch Schwester Henrika und Schwester Ediltrudis vor Ort in Löffingen übrig geblieben.

Geboren wurde Schwester Ediltrudis als Pauline Rapp am 29. Juli 1914 in Untergraubach bei Bruchsal als jüngstes von sechs Kindern. Sie trat am 7. April 1937 in den Orden ein. Vor ihrer Zeit in Löffingen war sie in den Kindergärten von Geisingen, Günterstal, Karlsruhe, Meersburg und Vöhrenbach tätig. Als sie 1954 nach Löffingen kam, befand sich der Kindergarten noch in der Bahnhofstraße. Mit der Eröffnung des neuen Kindergartens im Schulweg am 1. Dezember 1969 zog sie in das moderne Gebäude um. Der alte Kindergarten bestand noch einige Jahre weiter, wurde aber 1977 aus Rationalisierungsgründen geschlossen. Schwester Ediltrudis verstirbt 2004, kurz vor ihrem 90. Geburtstag, in Heitersheim.

Auf den Fotos sind u.a. zu sehen: Pfarrer Andreas Nock, Kinderpflegerin Waltraud Doppschall, Kinderpflegerin Marie-Luise Schlenker und Stadtpfarrer Hermann Litterst.

Standort des Fotografen: 47.882941, 8.347829