Einweihung des Gefallenendenkmals am Mailänder Tor, 15. Juni 1930

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Hilde Adrion und Franz Scholz zur Verfügung.

Dicht gedrängt füllt eine große Menschenmenge den Platz vor dem Mailänder Tor. Männer in dunklen Anzügen und Hüten, Frauen in langen Mänteln, Kinder zwischen den Erwachsenen – kaum ein freier Fleck ist zu erkennen. Über dem Torbogen wölben sich Reisiggirlanden und Kränze, die Häuser im Städtchen sind beflaggt. Es ist der 15. Juni 1930: Mehr als ein Jahrzehnt nach dem Ende des Ersten Weltkriegs wird hier das Gefallenendenkmal eingeweiht. In der Menschenmenge stehen auch viele Menschen, die um ihre gefallenen Ehemänner und Väter, Söhne und Brüder trauern.

Unter dem festlich geschmückten Torbogen hat sich der katholische Stadtpfarrer Guido Andris mit einer Schar Ministranten aufgestellt. Fahnenabordnungen flankieren die Szene. Die schwarz-rot-goldenen Fahnen, die links und rechts des Torbogens flattern, verweisen auf die Weimarer Republik – das Kaiserreich ist Vergangenheit, doch die Erinnerung an den Krieg ist noch allgegenwärtig.

Zum Denkmal gehören die beiden Gedenktafeln für die Gefallenen, die nun feierlich enthüllt werden, ebenso wie die Madonna mit dem Jesuskind über dem Torbogen und das kleine Glöckchen in der Turmspitze. Entworfen wurde die Anlage von dem Freiburger Architekten Carl Anton Meckel (1875-1938), der auch den Wiederaufbau des Städtchens nach dem Großbrand 1921 verantwortete. Ausgeführt wurde das Gefallenendenkmal vom Villinger Bildhauer Robert Neukum (1892-1971).

Dass die Denkmalsweihe am selben Tag wie die Verbandstagung des Feldberg-Kriegergaues in der Festhalle stattfindet, verleiht der Feier zusätzliches Gewicht. Zahlreiche Kriegervereine sind mit ihren Fahnen erschienen, sogar Offiziere und Mannschaften der Reichswehr nehmen teil. Ihre Uniformen und die dichten Reihen der Fahnen prägen das Bild ebenso wie die kirchliche Zeremonie.

Standort des Fotografen: 47.883671, 8.344014

2 Fotos: 40-jähriges Stiftungsfest des Militärvereins am Kriegerdenkmal, 7. Juni 1914

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Kurz vor Beginn des Ersten Weltkrieg feiert der 1874 gegründete Militärverein sein 40. Stiftungsfest. Nach dem Festgottesdienst werden am Kriegerdenkmal zum Gedenken an die Kriegsteilnehmer 1870/71 Kränze niedergelegt und verschiedene Ansprachen gehalten.

Am Nachmittag folgt ein Festumzug durch das patriotisch geschmückte und beflaggte Städtchen. Auf dem unteren Rathausplatz hat sich eine große Menschenmenge versammelt. Man steht dicht an dicht. Der Mode der Zeit entsprechend tragen fast alle Menschen eine Kopfbedeckung: Man sieht Herrenhüte und Damenhüte, aber auch Feuerwehrhelme ragen aus der Menge heraus. Bei den Behelmten im Vordergrund scheint es sich um eine Musikkapelle zu handeln, denn es sich einzelne Musikinstrumente zu erkennen.

Ganz links ist der 1912 geschaffene Demetriusbrunnen zu sehen, dessen Brunnensäule mit einer Girlande geschmückt ist. Auch die Häuser der Demetriusstraße und das Mailänder Tor sind mit Tannenreisig dekoriert. Das Haus Egle (Demetriusstr. 14) ist noch nicht umgebaut: Im Erdgeschoss befindet sich noch kein Ladengeschäft, sondern der Ökonomiebereich, wie am Scheunentor zu erkennen ist. Vor dem Rathaus sind Fahnenmasten aufgebaut, an denen zwei badische Fahnen in den Farben gelb-rot-gelb und zwei Nationalfahnen in den Farben schwarz-weiß-rot wehen.

Standort des Fotografen: 47.883705, 8.344105

Fronleichnamsprozession auf dem oberen Rathausplatz, ca. 1945-1955

Verlag A. Rebholz

Die »alte Sonne« am oberen Rathausplatz ist seit vielen Jahren eine Station bei der jährlichen Fronleichnamsprozession der katholischen Kirchengemeinde. Zu diesem Anlass wird ein Altar aufgebaut und die Fassade festlich geschmückt.

Als dieses Foto entsteht, ist die »Sonne« seit mehr als 20 Jahre kein Gasthaus mehr. Bereits um die Jahrhundertwende hatte der Niedergang des traditionsreichen Gasthauses eingesetzt. Das Gebäude stand ständig zum Verkauf und wurde immer wieder neu verpachtet. Die Stadtgemeinde kaufte das Gebäude 1920, richtete darin Wohnungen ein und baute die Ökonomie in der linken Gebäudehälfte um. Seitdem befindet sich dort die Stadtmühle.

Doch nicht nur die katholische Kirchengemeinde nutzt die »Sonne« einmal jährlich an Fronleichnam für einen Stationsaltar. Im alten »Sonne«-Saal versammeln sich von 1920 bis 1953 die evangelischen Gläubigen zu ihren Gottesdiensten.

Standort des Fotografen: 47.884076, 8.344566

2 Fotos: Aufführung auf der Fasnachtsbühne vor dem Gasthaus »Sonne«, Fasnacht 1911

Diese Fotos stellten dankenswerterweise Emma Kienzle, Hewdig Kienzler und Werner Lubrich zur Verfügung.

Der Marktplatz ist seit jeher auch Schauplatz für Darbietungen an Festen und an Fasnacht, wie hier im Jahr 1911. Diesmal lautet das Motto für die fünfte Jahreszeit: »Münchner Oktoberfest». Auf dem Foto ist eine Schuhplattlergruppe zu sehen, die auf der Fasnachtsbühne tanzt.

Im Hintergrund steht das alte Gasthaus »Sonne« (Rathausplatz 9/10). Der Giebel am linken Bildrand gehört zum Gasthaus »Löwen« (Rathausplatz 11).

Oberes Bild
Am linken Bildrand steht in weißem Anzug Karl Häusle.

Standort des Fotografen: 47.884002, 8.344725

2 Fotos: Ministerbesuch nach dem Großbrand, 1921

Verlag A. Rebholz, Löffingen | Diese Fotos stellten dankenswerterweise Inge Benitz und Rita Willmann zur Verfügung.

Nach dem Großbrand am 28. Juli 1921, bei dem 36 Häuser in Löffingen zerstört wurden, traf am 31. Juli der Innenminister des Landes Baden, Adam Remmele (1877-1951) ein. Er wollte sich ein Bild von dem Ausmaß der Katastrophe machen. Mittlerweile war ein Kontingent der Reichswehr und eine Hundertschaft der Polizei eingetroffen, um die Aufräumarbeiten durchzuführen. Zum Abschluss der Arbeiten kommt Remmele am Samstag, den 17. September 1921 ein zweites Mal nach Löffingen, um der Hundertschaft für ihren Einsatz zu danken.

Auf den beiden Bildern schreitet der Innenminister die Front der angetretenen Polizisten ab. In gebührendem Abstand stehen einige Erwachsene und Kinder. Vor allem letztere sind sicherlich fasziniert von dem besonderen Ereignis eines Ministerbesuchs. Die meisten Löffinger haben aber vermutlich Wichtigeres zu tun, als nach einem Minister Ausschau zu halten.

Links im Bild steht vor dem Gasthaus »Löwe« ein Bierlaster der Brauerei Rothaus.

Standort des Fotografen: 47.884091, 8.344647