Wiedereröffnung vom Waldbad nach der Renovierung, 5. August 1970

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Inge Mayer zur Verfügung.

Am 5. August 1970 herrscht reges Treiben im Waldbad: Nach einer Saison Zwangspause ist das Freibad wieder geöffnet. Im Sommer 1969 blieb es geschlossen, denn das Bad wurde grundlegend renoviert. Die alten Gebäude an der Süd- und Ostseite sind verschwunden, stattdessen entstand an der Nordseite ein moderner Neubau. Eine Neuerung, die besonders geschätzt wird: Erstmals verfügt das Waldbad nun über eine Heizung.

Zur Wiedereröffnung haben sich zahlreiche Besucher*innen eingefunden. Kinder und Erwachsene drängen sich in Badehose und Badeanzug rund um die Becken, sitzen auf den Bänken oder stehen neugierig beisammen. Mittendrin hält Bürgermeister Edmund Laufer, korrekt im Anzug, eine Ansprache vom Rednerpult. Während er spricht, planschen die ersten bereits im Wasser – ein untrügliches Zeichen dafür, wie sehr das Bad vermisst worden war.

Die Wiedereröffnung markiert zugleich einen wichtigen Neubeginn: Am 21. Juli 1970 gründet sich die DLRG-Ortsgruppe. Zum Vorsitzenden wird Edmund Laufer gewählt, technischer Leiter wird Werner Lubrich, der sich bereits als engagierter Jugendleiter im Roten Kreuz einen Namen gemacht hat. Mit 17 aktiven Mitgliedern startet die Ortsgruppe – und kann schon im ersten Jahr beachtliche Erfolge vorweisen: 37 Kinder und Jugendliche lernen schwimmen, 25 Grundscheine, vier Leistungsscheine und ein Lehrschein werden vergeben.

Auf dem Foto ist u.a. Josef Heiler zu sehen.

Standort des Fotografen: 47.899610, 8.332819

4 Fotos: Eierlaufen der Kinder in der Kirchstraße, Fasnacht 1958

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Der »Fasnet Zieschdig« gehört traditionell den kleinen Närrinnen und Narren. Nachdem der Kinderumzug vorüber ist, verlagert sich das Geschehen in die Kirchstraße, wo die »Laternenbrüder« eine Reihe von Spielen organisieren. Besonders beliebt: das Eierlaufen. Zwischen dicht gedrängten Zuschauer*innen treten die Kinder an, viele von ihnen kostümiert – mal im Wintermantel, mal als Pilz, »Chinesin« oder Cowboy. Die »Laternenbrüder« achten darauf, dass die Absperrung hält und niemand auf die Fahrbahn drängt. Schließlich brauchen die Eierläufer*innen genügend Raum, um ihre fragile Fracht zu balancieren.

Mit angespannter Miene und fester Hand starten die Teilnehmenden. Jeder Schritt muss sitzen. Der Blick bleibt auf den Löffel geheftet, auf dem ein Ei liegt, das bei der geringsten Unachtsamkeit davonrollen und runterfallen würde. Die hölzerne Fasnachtsbühne bleibt ungenutzt – vielleicht auch, weil Schneematsch liegt und die Fahrbahn der Straße weniger rutschig ist. Die Bilderserie fängt die Dynamik des Moments ein: Konzentration, Gelächter und das angespannte Mitfiebern des Publikums.

erstes Bild: Narrenräte Josef Guth und Karl Guth; eierlaufende Kinder, v.l.n.r.: 1 ???, 2 Anni Jordan, 3 Hedwig Geisinger, 4 ???

zweites Bild: eierlaufende Kinder, v.l.n.r.: 1 Bärbel Benz, 2 Gretel Jordan, 3 Angela Reichenbach, 4 Rosmarie Hauser; Zuschauer*innen, v.l.n.r.: Monika (?) Bader, Gerda Kuttruff (verh. Müller), Rosmarie Guth, Luzia Bader, Wolfgang Schmidt, Herbert van Dungen

drittes Bild: eierlaufende Kinder, v.l.n.r.:1 Barbara (?) Gwinner; Narrenräte Karl Guth und Hans Strobel

viertes Bild: eierlaufende Kinderm v.l.n.r.: 1 Ursula Schelling, 2 ???, 3 ???, 4 Hildegard Hepting; Zuschauer*innen, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 Gottfried Hermann

Standort des Fotografen: 47.882945, 8.344387

3 Fotos: Sackhüpfen von »Laternenbrüdern« und Kindern in der Kirchstraße, Fasnacht 1958

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

In der Kirchstraße herrscht ausgelassene Stimmung. Der Schnee und das nasskalte Schmuddelwetter scheinen niemanden zu stören: Zu groß ist der Spaß, den das Sackhüpfen verspricht. Eine gepflasterte Rinne dient als Ziellinie – mehr braucht es nicht, um Kinder und Erwachsene gleichermaßen in Bewegung zu bringen.

Zunächst starten die »Laternenbrüder«. Mit breitem Grinsen und unter großem Jubel der Umstehenden steigen sie in die groben Jutensäcke. Einige wirken erstaunlich gelenkig, andere weniger – doch gerade das sorgt für Lacher in der ganzen Straße. Die Kinder feuern die Erwachsenen begeistert an und versuchen, ihnen nach dem Zieleinlauf die Säcke abzunehmen.

Denn dann sind die Kinder an der Reihe, sie springen los, wild entschlossen, als Erste ins Ziel zu hüpfen. Ihre Bewegungen verschwimmen auf den Aufnahmen – ein Zeichen dafür, wie rasant es zugeht. Zwischen ihnen stehen Zuschauer*innen dicht gedrängt, manche unter Regenschirmen. An der Ziellinie steht ein Narrenpolizist, der den Wettkampf überwacht.

erstes Bild: »Laternenbrüder«: Josef Guth, ???, Hans Müller, Karl Guth, ???, Karl Koch, Hans Strobel; zuschauende Kinder: Werner Adrion, Rolf Imbery, Barbara? Gwinner, Anni Jordan, Hedwig Geisinger, Wolfgang Schmidt; zuschauende Erwachsene: Paula Müller, Hilde Keller und Ernst Keller, Ernst Heiler und ??? Heiler, Elise Göpper

zweites Bild: sackhüpfende Kinder: Rita Rappenegger; zuschauende Kinder: Ursula Schelling, Wolfgang Schmidt, Marlies Schreiber, Lucia Bader, Irmentrude Eggert, Monika Frey, Edeltraud Armbruster, ??? Münzer, Annemarie Vogt

drittes Bild: Narrenpolizist Fritz Göpper

Standort des Fotografen: 47.882957, 8.344426

2 Fotos: Stadtmusik bei der Erstkommunion, April 1970

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Beate Lubrich zur Verfügung.

Zu den festen Terminen im Jahreslauf der Stadtmusik gehört traditionell der Auftritt anlässlich der Erstkommunion am »Weißen Sonntag«. Für viele Löffinger Familien ist dies ein Höhepunkt im Kirchenjahr, und die Stadtmusik sorgt für den festlichen Rahmen.

Am Vormittag begleitet sie die Schar der Erstkommunionkinder unter feierlichen Klängen zur katholischen Pfarrkirche St. Michael. Nach dem Festgottesdienst erklingt erneut die Musik, als sich die Prozession in Bewegung setzt und in Richtung Kaplanei in der Seppenhofer Straße zieht. Die Musiker*innen in ihren dunklen Uniformen bilden ein eindrucksvolles Klangbild, das über die Straße hallt.

Zahlreiche Zuschauer*innen stehen am Straßenrand, um den Zug zu verfolgen – Eltern, Verwandte und viele Gemeindemitglieder. Noch in den 1970er Jahren ist die katholische Prägung der Stadt so selbstverständlich, dass sich kaum jemand fragt, warum die Stadtmusik bei der Erstkommunion spielt, nicht aber bei den Konfirmationsfeiern der evangelischen Kirchengemeinde.

zweites Bild
Zu sehen sind u.a. Ferdinand Hasenfratz (Klarinette), ??? (Saxofon), Eugen Hepting (große Trommel), ??? (Trompete), Rudi Jordan (Basstuba), ??? (Posaune), Rolf Dieterle (Posaune), Eugen Hepting (Trommel), Walter Müller (Schlagbecken), Jutta Adrion (kleine Trommel), Werner Hepting (Lyra), Franz Faller, Georg Dieterle, Lothar Zepf, Cornelia Benitz, Reinhold Hryzuniak, Dieter Gauger, Werner Hasenfratz, Franz Zepf, Franz Rosenstiel

Standort des Fotografen: 47.882264, 8.343964

Schulfoto aller Schüler*innen der Realschule, 2000

Archiv der Realschule

Der Schulhof der Realschule ist an diesem Tag kaum wiederzuerkennen: Wo sonst Freiraum herrscht, füllt dichtes Gedränge den Platz. Hunderte Schüler*innen und Lehrer*innen haben sich zu einem großen Gruppenfoto versammelt. Das graue Doppel-T-Verbundpflaster verschwindet fast vollständig unter einem bunten Teppich aus Jacken, Pullovern und Gesichtern. Fotografiert wird von hoch oben – aus einem Fenster oder vielleicht sogar vom Dach der Schule. Aus dieser Perspektive verwandelt sich die Schülerschar in ein lebendiges Muster. Einzelne Gesichter lassen sich nur schwer ausmachen, und doch spürt man: Hier steht keine anonyme Masse, sondern eine Gemeinschaft, die aus Individuen besteht.

Klassenfotos gehören in Löffingen seit Generationen zur Schultradition. Doch dieses Bild ist anders – es zeigt nicht einzelne Klassen, sondern die gesamte Realschule auf einen Blick. Ganz hinten rechts haben sich die Lehrer*innen zusammengefunden, etwas abseits, vielleicht etwas skeptisch ob des neuzeitlichen Fotomotivs.

Standort des Fotografen: 47.883806, 8.347634

3 Fotos: Prozession der Kommunionkinder zur Kaplanei, April 1970

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Beate Lubrich zur Verfügung.

Er ist Sonntag, der 5. April 1970 – und heute feiert die katholische Kirchengemeinde den »Weißen Sonntag«. Und da über die Nacht Neuschnee gefallen ist, ist es wirklich ein »weißer Sonntag«! Nach dem Festgottesdienst in der Pfarrkirche St. Michael setzt sich der feierliche Zug der Erstkommunikanten in Bewegung. Die Stadtmusik führt die Prozession an, gefolgt von den Ministranten. Dahinter marschieren die Jungen in ihren dunklen Anzügen, jedes Kind eine Kommunionkerze in der Hand – sorgfältig verziert mit Schleifen. Ein paar Schritte dahinter folgen die Mädchen, ganz in Weiß gekleidet, mit Kränzchen im Haar (von denen manche verrutscht sind) und den gleichen festlich geschmückten Kerzen. Manche wirken aufgeregt, andere stolz oder ein wenig überwältigt vom großen Tag.

Am Straßenrand drängen sich Eltern, Geschwister, Großeltern und viele Gemeindemitglieder, um einen guten Blick zu erhaschen. Man sieht sonntägliche Hüte, Fotoapparate, erwartungsvolle Gesichter. Der Zug bewegt sich langsam die Seppenhofer Straße entlang in Richtung Kaplanei, wo der gemeinsame Abschluss stattfindet. Auch Stadtpfarrer Karl Weickhardt (1905-1977) ist zu erkennen, der die Erstkommunionkinder durch ihren Festtag begleitet.

erstes Foto
Zu sehen sind: u.a. Stadtmusikant Franz Faller (1916-1986, Tenorhorn)

zweites Foto
Zu sehen sind: u.a. Rainer Laule, Helmut Winkler, Christa Egle

drittes Foto
Zu sehen sind: u.a. Christa Egle

Standort des Fotografen: 47.882264, 8.343964

Aufmarsch beim Erntedankfest in der Unteren Hauptstraße, Oktober 1938

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Hans-Martin Konhäuser zur Verfügung.

Es ist ein nasskalter Herbsttag. Die Fahrbahn der Unteren Hauptstraße glänzt vom Regen, am Straßenrand stehen Menschen in Mänteln. Ein organisierter Festzug zieht durch die Straße. An der Spitze marschiert eine Gruppe von Mädchen, vermutlich Angehörige des »Bund Deutscher Mädel« (BDM), der weiblichen Jugendorganisation des NS-Regimes. Hinter ihnen folgt die Stadtmusik, gefolgt von weiteren Formationen. Der Anlass ist das Erntedankfest, das im nationalsozialistischen Festkalender eine wichtige Rolle spielt. Solche Feiern dienen nicht nur der ideologischen Aufladung traditioneller Jahresfeste, sondern auch der öffentlichen Demonstration von Geschlossenheit und Gefolgschaft innerhalb der sogenannten »Volksgemeinschaft«.

Die Häuser entlang der Straße sind mit Reisiggirlanden geschmückt, viele tragen Flaggen. Am Gasthaus »Adler« (Untere Hauptstr. 2) und an der Bäckerei Straub ((Untere Hauptstr. 6) hängen Hakenkreuzfahnen – seit 1935 alleinige Nationalflagge des Deutschen Reiches – sowie die schwarz-weiß-rote Fahne des früheren Kaiserreichs, die von den Nationalsozialisten wieder als »Traditionsflagge« verwendet wird. Am Haus Limb ((Untere Hauptstr. 4) hingegen fehlt der politische Flaggenschmuck. Stattdessen ist quer über die Straße ein Werbebanner gespannt, das für »Essolub«, ein Motoröl des Unternehmens Esso, wirbt. Julius Limb betreibt dort einen Friseursalon, eine Drogerie und eine Tankstelle – seine Reklame steht an diesem Tag sichtbar in Konkurrenz zum staatlich inszenierten Festbild.

Das Erntedankfest 1938 findet nur einen Tag nach einem gravierenden politischen Ereignis statt: Am 1. Oktober marschiert die deutsche Wehrmacht in die Tschechoslowakei ein und besetzt das sogenannte Sudetenland. Während in Löffingen die Ernte symbolisch gefeiert wird, setzt das NS-Regime seine aggressive außenpolitische Expansion fort – ein entscheidender Schritt auf dem Weg zum Zweiten Weltkrieg, der weniger als ein Jahr später, am 1. September 1939, mit dem Überfall auf Polen beginnt.

Standort des Fotografen: 47.883847, 8.343898

DRK-Schauübung beim Schulweg, Juni 1963

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Jutta Knöpfle zur Verfügung.

Löffingen hat gleich doppelt Grund zu feiern: Die Feuerwehr begeht ihr 100. Gründungsjubiläum und der Ortsverein des Deutschen Roten Kreuzes existiert ebenfalls bereits seit einem halben Jahrhundert. Vom 15. bis 17. Juni 1963 findet anlässlich des Doppeljubiläums ein dreitägiges Festprogramm statt.

Am Sonntag, den 16. Juni, wird um 11 Uhr bei der Volksschule eine große Schauübung der DRK-Bereitschaft veranstaltet. In Windeseile errichten die Helfer*innen ein Zelt und beginnen, Verletzte medizinisch zu versorgen – eine Demonstration der Einsatzfähigkeit und Organisation des Roten Kreuzes. Das Foto wird aus einem Fenster der Festhalle heraus aufgenommen. Der Blick fällt hinunter auf die Festhallenstraße und den Schulweg.

Rund um das Zelt hat sich eine große Menschenmenge versammelt. Männer und Frauen aller Altersgruppen verfolgen das Geschehen. Die weiße DRK-Fahne, die am linken Bildrand im Wind weht, unterstreicht den repräsentativen Charakter der Veranstaltung. Im Hintergrund erstreckt sich die damals noch unbebaute »Linde«-Wiese mit Obstbäumen, die zum gleichnamigen Gasthaus gehört. Wenige Jahre später wird auf diesem Gelände zunächst der Kindergarten und später auch die Realschule errichtet. Auch die Häuser in der Bittengasse und des Altstadtrings sind aus dieser Perspektive zu sehen.

Standort des Fotografen: 47.883149, 8.347957

3 Fotos: Fanfarenzug in der Kirchstraße, 1977

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Die Fasnachtsbändel sind über die Kirchstraße gespannt – aber die nächste Fasnacht ist noch weit hin, denn es ist Sommer! Anlass für den festlichen Umzug ist das »Scheunenfest« der Hexengruppe, das sich zu einem beliebten Ereignis im Löffinger Festkalender entwickelt hat. Auch der Fanfarenzug ist mit dabei und zieht in seiner markanten Uniform durch die dicht gesäumten Straßen.

Die Musiker*innen tragen rot-weiße Wämser mit dem Stadtwappen auf der Brust, schwarze Kniebundhosen, weiße Strümpfe und breitkrempige Hüte mit Federbusch – eine historische Anmutung, die an Landsknechte erinnert. Mit ihren Fanfaren und Trommeln sorgen sie für rhythmischen Schwung und begeisterten Applaus bei den Zuschauer*innenn. Der Fanfarenzug ist zu diesem Zeitpunkt erst zwei Jahre alt: Er wurde am 1. Juli 1975 gegründet und etablierte sich schnell als fester Bestandteil des Vereinslebens und der Fasnacht.

Standort des Fotografen: 47.883157, 8.344725

3 Fotos: Vorführung auf der Fasnachtsbühne auf dem oberen Rathausplatz, Fasnacht 1949

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Inge Mayer und Heike Soldan-Bölle zur Verfügung.

Dicht and dicht stehen die Menschen auf dem oberen Rathausplatz. Sie strecken ihre Hälse, um die Darbietungen auf der Fasnachtsbühne sehen zu können. Im Augenblick wird gerade getanzt. Musikalisch begleitet wird die Tanzgruppe von der Stadtmusik, die vor der Bühne steht. Die Musiker tragen weiße Zipfelmützen.

Auf der Bühne steht auch die weibliche Narrenpolizei. Zu sehen sind u.a. Irma Adrion (geb. Schmid, 1927-2019) und Maria-Luise Wider (geb. Schmid).

Die »Schnitterin« auf dem Rathausbrunnen, die links zu sehen ist, hat wie es scheint Gesellschaft bekommen. Ein paar Meter von ihr entfernt, ragt ein Schornsteinfeger empor, als ob es sich bei ihm auch um eine Brunnenfigur handele.

Im Hintergrund ist das Rathaus und die Metzgerei Rohrer (Rathausplatz 4) zu sehen. Sie wird von dem aus St. Peter stammenden Metzgermeister Max Rohrer (1901-1954) betrieben. Sein Name steht groß geschrieben auf der frisch renovierten Fassade.

Standort des Fotografen: 47.883933, 8.344906

Publikum bei der Fasnachtsbühne in der Kirchstraße, Fasnacht 1958

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Eigentlich soll die Fasnacht ja den Winter vertreiben. Doch am »Fasnachtsmändig« 1958 scheint der Winter sich noch einmal mit aller Macht zurückzumelden – allerdings nicht mit Schnee, sondern mit Regen und Graupelschauern. Sauwetter! Aber davon lässt sich in Löffingen niemand abhalten.

Dicht gedrängt stehen die Zuschauer*innen in der Kirchstraße, um das bunte Bühnenprogramm mitzuerleben. Die Menschen trotzen dem Wetter mit Regenschirmen in allen Größen – die allerdings mancherorts mehr die Sicht als den Regen versperren. Selbst bis hinauf zur katholischen Pfarrkirche St. Michael stehen die Zuschauer*innen. Kinder und Erwachsene, mit neugierigen Blicken und geduldiger Miene, schauen sie Richtung Fasnachtsbühne.

In der Menschenmenge sind u.a. zu sehen: Peter Keller und Edeltraud Köpfler.

Standort des Fotografen: 47.883062, 8.344480

Ankunft von Kurgästen in der Bahnhofstraße, 1954

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Helga Küßner und Christa Egle zur Verfügung.

Am Bahnhof herrscht geschäftiges Treiben – es ist »großer Bahnhof« im wörtlichen wie übertragenen Sinn. Gerade ist ein Zug mit einer Reisegruppe eingetroffen. Auf dem sandigen Platz vor dem Bahnhof hat sich eine bunte Menschenmenge versammelt: Gastgeberinnen und Gastgeber, Kinder, neugierige Zaungäste – alle warten gespannt auf die ankommenden Kurgäste.

Ein Schild mit der Aufschrift »Willkommen« spannt sich über den Fußweg, der hinunter in das Städtchen führt. Ein freundlicher Empfang in einfacher Ausführung. Dazwischen: Lachen, Rufen, Stimmengewirr, das typische Klappern von Koffern und Leiterwagen, die viele mitgebracht haben, um das Gepäck zur Unterkunft zu bringen. Das Tragen der Koffer und Ziehen der Leiterwagen übernehmen oft die Kinder, die sich so ein kleines Trinkgeld verdienen. Vielleicht reicht es für ein Eis oder ein paar Bonbons. Vorn lächelt ein Mädchen selbstbewusst in die Kamera – vielleicht ist sie schon geübt darin, Kurgäste willkommen zu heißen.

Links im Bild parkt ein Omnibus des Unternehmens Scherer, um einige der Urlauber*innen in ihr Feriendomizil in den umliegenden Dörfern zu bringen. Die ganze Szene strahlt eine freundliche Atmosphäre aus: Man freut sich auf die Feriengäste, die ein bisschen Abwechslung in den Alltag bringen – und umgekehrt: die Kurgäste auf die ländliche Ruhe, die sie hier suchen.

Vor dem Schild »Willkommen« steht CDU-Kreisrat Joseph Benitz (1897-1981). Ihm ist der Tourismus eine Herzensangelegenheit.

Standort des Fotografen: 47.883627, 8.342297