Kurgast in Löffinger Tracht vor dem Gasthaus »Gebert«, ca. 1934

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Christel Wehrle zur Verfügung.

Die Frau, die es sich auf dem Bänkchen vor dem Gasthaus »Gebert« gemütlich gemacht hat, trägt Löffinger Tracht. Sie ist aber weder Löffingerin noch trägt sie die Tracht im Alltag. Das Foto ist gestellt. Das Porträt zeigt Frau Hinz, die als erster Kurgast im »Gebert« Ferien verbringt. Sie darf einmal ausprobieren, wie es ist, Tracht zu tragen. Und natürlich wird ein Erinnerungsfoto geschossen.

Standort des Fotografen: 47.884459, 8.346809

Schrankenwärter Egon Eggert am Bahnübergang, ca. 1952-1960

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Egon Eggert zur Verfügung.

Der Bahnangestellte Egon Eggert (1924-1996) ist konzentriert bei der Arbeit. Von Hand kurbelt er als Schrankenwärter die Bahnschranke am Übergang der Rötenbacher Straße herunter und nach der Durchfahrt des Zuges wieder hinauf. Nur einen kurzen Blick wirft er dem Fotografen zu.

Im Hintergrund sind das 1949 erbaute Haus Gwinner (Seppenhofer Str. 2) und das Haus Heiler (Pfarrweg 1) zu sehen.

Standort des Fotografen: 47.882059, 8.342745

Maria Schultheiß geb. Werne, ca. 1900

Fotograf: Ohlenschläger, Donaueschingen
Dieses Bild stellte dankenswerterweise Rita Bölle zur Verfügung.

Maria Werne (1882-1956) ist noch eine junge Frau, als sie sich in einem Fotoatelier in Donaueschingen fotografieren lässt. Geboren wurde sie 1882 in Löffingen. 1908 heiratet die 26-Jährige den Pflästermeister und Landwirt Ferdinand Schultheiß (1880-1936) und lebt mit ihm und ihren Kindern in der Maienlandstr. 1, gleich hinter dem Mailänder Tor. 1956 stirbt sie im Alter von 73 Jahren.

Standort des Fotografen: Donaueschingen

Johann Werne, ca. 1900

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Bölle zur Verfügung.

Der Mann mit dem imposanten Schnurrbart ist Johann Werne (1853-1907). Er ist Metzger von Beruf und betreibt sein Geschäft in der Kirchstr. 12. Johann Werne, der mit zweitem Vornamen Evangelist heißt, wurde am 27. Mai 1853 geboren. Schon sein Vater, Johann Werne sen. (1819-1896) war Metzgermeister. Seine Mutter, Elisabeth geb. Wehrle (1828-1859), starb als der Junge gerade einmal sechs Jahre alt war. Der Vater heiratete daraufhin noch zwei Mal. Johann Werne übernahm später die Metzgerei des Vaters und verheiratete sich mit Maria geb. Freund (1852-1917) aus dem hessischen Groß-Umstadt.  Er starb am 20. Juni 1907 im Alter von 53 Jahren.

Sechs Jahre nach seinem Tod kauft sein Sohn, der in dritter Generation Johann Werne heißt, das Haus Demetriusstr. 15 und eröffnet dort die »Werne-Metzgerei«.

Standort des Fotografen: ???

Ernestine Schmid geb. Link, ca. 1905

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Bölle zur Verfügung.

Als junge Frau lässt sich Ernestine Schmid geb. Link (1884-1958) in einem Fotoatelier fotografieren. Sie stammt aus Ensingen im protestantischen Württemberg. Im Alter von 19 Jahren heiratete sie 1904 den Malermeister Karl Schmid (1878-1955) aus Unterbränd. Gemeinsam zogen sie nach Löffingen. Ernestine Schmid bringt elf Kinder zur Welt. Die Ehefrau und Mutter engagiert sich viele Jahrzehnte als Messmerin der evangelischen Kirchengemeinde, als diese noch keine Kirche hat, sondern ihre Gottesdienste im Saal der alten »Sonne« feiert. Außerdem fungiert sie viele Jahre als Botin bei der Freiwilligen Feuerwehr.

Standort des Fotografen: Unbekannt.

Goldene Hochzeit von Karl und Ernestine Schmid, 26. April 1954

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Rita Bölle zur Verfügung.

Vor dem Hochaltar der katholischen Pfarrkirche St. Michael sitzt das Jubelpaar Karl Schmid (1878-1955) und Ernestine Schmid (geb. Link, 1884-1958). Vor 50 Jahren gaben sie sich am 26. April 1904 in Unterbränd das Ja-Wort. Der Bräutigam war damals 25 Jahre alt, die Braut gerade einmal 19 Jahre. Der Malermeister Karl Schmid, gebürtig aus Unterbränd, ist Katholik, und Ernestine Schmid, aus dem württembergischen Ensingen stammend, ist Protestantin. Eine interkonfessionelle Ehe war damals eine Seltenheit. Die elf Kinder des Ehepaares wurden alle katholisch getauft. Im Hintergrund ist Pfarrer Karl Weickhardt (1905-1977) zu erkennen.

Ein Jahr nach der Goldenen Hochzeit stirbt Karl Schmid.

Standort des Fotografen: 47.882486, 8.344601

Polizeidiener Karl-Friedrich Schmutz, ca. 1930

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Hilde Keller geb. Schmutz zur Verfügung.

Karl-Friedrich Schmutz (1876-1952) war seit 1920 als Polizei- und Ratsdiener der Stadtgemeinde angestellt. Da er sich im Juni 1934 angeblich kritisch über die NS-Regierung geäußert hatte, leitete das Bezirksamt Neustadt ein Disziplinarverfahren gegen ihn ein und enthob ihn bis auf weiteres seines Amtes. Im August 1934 beschloss der Gemeinderat, Schmutz  »mit sofortiger Wirkung aus dem Gemeindedienst zu entlassen«. Ein Ruhegehalt wurde ihm verweigert.

Karl-Friedrich Schmutz, eigentlich Maurer von Beruf, war mit Karolina geb. Hirt (1889-1970) aus Döggingen verheiratet. Sie wohnten in der  »Hauptstraße 269« (heute Obere Hauptstr. 47).  

Brautpaar Adolf und Luise Heizmann, ca. 1937

Fotograf Paul Schneider, Waldkirch
Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Anton Heizmann zur Verfügung.

Im schwarzen Gehrock mit Zylinder steht der Bräutigam Adolf Heizmann (1909-1960) da. Neben ihm steht seine Braut Luise Heizmann geb. Siebler (1914-1970). Sie trägt ein schwarzes Brautkleid mit weißem Schleier und hält den Brautstrauß in ihren Händen.

Das Foto wird in dem Durchgang zwischen Festhalle und Schule aufgenommen. Erst im August 1936 war das Gebäude an der Hasle eingeweiht worden. Es galt als ein Schmuckstück des Städtchens. Außerdem erinnert das Kreuzgewölbe an einen Kreuzgang in einem Kloster und scheint dem Fotografen wohl auch deshalb als geeignet für dieses offizielle Hochzeitsfoto des Brautpaares.

Standort des Fotografen: 47.882612, 8.347739

Leo Ratzer vor seinem Haus in der Dittishauser Straße, 1926

aus Leo Ratzer: Sammlung heimatgeschichtlicher Arbeiten und Gedichte

Vor seinem Haus in der Dittishauser Straße steht Leo Ratzer (1881-1948). Eigentlich ist er Krankenkassenrechner von Beruf. Seine Leidenschaft ist aber die Lokalgeschichte. Als »Heimatforscher« forscht er nicht nur, sondern veröffentlicht auch regelmäßig seine heimatkundlichen Arbeiten in der Zeitung.  Er macht sich auch einen Namen, als er zusammen mit dem Lehrer Karl Ehret das Löffinger Heimatmuseum aufbaut.  

Leo Ratzer wurde am 24. Februar 1881 als Sohn des Landwirts und Schneiders Johann Ratzer und dessen Ehefrau Katharina geb. Schalk in Löffingen geboren. Als 16-Jähriger erkrankte er an einer Knochenhautentzündung, die ihn bis zum 28. Lebensjahr quälte und 12 Jahre ans Bett fesselte. Während dieser Zeit las er viel und entwickelte sich zum Autodidakten. 1921 wurde er mit dem Amt des Rechners der Allgemeinen Ortskrankenkasse vertraut. Ratzer, der sein Leben lang ledig bleibt, stirbt am 9. Mai 1948 im Alter von 67 Jahren.

Standort des Fotografen: 47.884837, 8.348408

Anton Bader, ca. 1900

Dieses Foto stelle uns dankenswerterweise Walter Nägele zur Verfügung.

Der Landwirt Anton Bader (1832-1906), genannt »Diesebuur«, wurde am 8. Oktober 1832 geboren. Er wurde nach seinem Vater benannt, dem Bürger und Landwirt Anton Bader. Seine Mutter hieß Ursula geb. Selb. Der 31-Jährige heiratete 1864 Maria Anna geb. Benz (1835-1900), die Tochter des Sattlers Demeter Benz. Das Ehepaar bekam acht Kinder, von denen zwei im Säuglingsalter starben. Die Familie Bader lebte im Haus Kirchstr. 17. Der »Diese« starb am 7. November 1906 im Alter von 74 Jahren.

Gastwirt Johann Gebert, ca. 1890

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Emma Binder zur Verfügung.

Der Gast- und Landwirt Johann Gebert (1863-1895) wurde am 6. Februar 1863 als Sohn des Gastwirts Franz Josef Gebert (1806-1886) und dessen Ehefrau Josefa geb. Laitz (1827-1899) geboren. Er heiratete 1887 Emma Gebert geb. Rosenstiel (1865-1936), die aus Unadingen stammte. Sie bekamen zwei Söhne: Franz Josef (1887-?) und Karl (1888-1961), der die Restauration »Gebert« später übernahm. Johann Gebert starb 1895 im Alter von nur 32 Jahren.

Bierwirtin Katharina Gebert, ca. 1900

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Emma Binder zur Verfügung.

Die Bierwirtin Katharina Gebert (1819-1904) wurde 1819 als Tochter von Johann Gebert und dessen Ehefrau Katharina geb. Steinmann in Löffingen geboren. Ihr zwei Jahre älterer Bruder Jakob Gebert (1817-1875), der Bäckermeister war, vererbte ihr bei seinem Tod das Haus Untere Hauptstraße 6. Katharina Gebert starb am 19. April 1904 im Alter von 84 Jahren. Sie war Zeit ihres Lebens ledig geblieben. Auf diesem Foto trägt sie Tracht.