Familie Adolf und Luise Heizmann, ca. 1943

Fotograf: Karl Grill, Donaueschingen
Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Anton Heizmann zur Verfügung.

Der Ehemann und Vater ist während des Zweiten Weltkrieges auf Heimaturlaub zu Besuch. Grund genug, um zum Fotografen zu gehen und ein Erinnerungsfoto der vierköpfigen Familie aufnehmen zu lassen. Zu sehen sind Adolf Heizmann (1909-1960), der eine Uniform der Wehrmacht trägt, seine Ehefrau Luise geb. Siebler (1914-1970) und die beiden Kinder Adolfine (1939-1963) und Eugen (1942-2018). Familie Heizmann wohnt in der Haslachstraße.

Standort des Fotografen: Donaueschingen

Wehrmachtssoldaten in der Bonndorfer Straße, ca. 1940-1942

Sammlung Familie Waßmer

Eine lange Kolonne von Wehrmachtssoldaten zieht durch die Bonndorfer Straße an der Bahnlinie entlang. Die Männer sitzen auf Pferden, hinter ihnen folgen mit Pferden bespannte hölzerne Wagen. Ziel ist offenbar der Bahnhof, wo Soldaten, Tiere und Fahrzeuge für den Weitertransport mit der Eisenbahn verladen werden.

Die Aufnahme macht zugleich deutlich, wie stark die Wehrmacht trotz aller Bilder von Panzern und Lastwagen noch auf Pferde angewiesen ist. Sie dienen nicht nur der Kavallerie, sondern vor allem dem Transport von Material, Munition und Versorgungsgütern. Auch die Wagen der Kolonne werden von Pferden gezogen – ein vertrautes Bild im militärischen Alltag des Zweiten Weltkriegs.

Im Hintergrund stehen die Häuser der Seppenhofer Straße. Für einen Moment wird die Bonndorfer Straße zur militärischen Marschroute. Wohin die Einheit vom Löffinger Bahnhof aus weitertransportiert wird und zu welchem Truppenteil die Soldaten gehören, ist bislang nicht bekannt.

Standort des Fotografen: 47.880705, 8.344562

Personengruppe in der Gaststube der »Linde« in der Oberen Hauptstraße, 1944

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rolf Meßmer zur Verfügung.

Es ist das fünfte Kriegsjahr. Im Gasthaus »Linde« (Obere Hauptstr. 10) sitzt eine Personengruppe gemütlich zusammen. Der Mann ganz links ist Soldat, wie an seiner Uniform zu erkennen ist: Er scheint auf Heimaturlaub zu sein.

Wer erkennt die Personen?
V.l.n.r.: ???, ???, ???, ???, Ernst Egy, ???

Rechts ist ein Buffetschrank zu sehen, auf dem sich die Teller stapeln. Daneben steht ein Kachelofen. Das Türchen zu seinem Wäremfach steht offen und Teller werden darin vorgewärmt.

Standort des Fotografen: 47.884188, 8.346453

Bombenschaden am Haus Benz in der Maienlandstraße, Februar 1945

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Anni Zumstein zur Verfügung.

Vier Männer stehen in der Maienlandstraße und starren vor sich hin. Nach dem Fliegerangriff vom 19. Februar 1945 ist vorerst wieder Ruhe eingekehrt, aber von Normalität kann keine Rede sein. Die Zerstörungen sind unübersehbar: Beim Haus Benz ist das Dach abgedeckt und die Fenster sind beschädigt. Dabei hatte der Landwirt Johann Benz noch Glück im Unglück. Das Nachbarhaus von Familie Reichhart wurde durch einen Volltreffer komplett zerstört. Zwei Kinder, Lothar Heinz Maier (1942-1945) und Siegfried Schiehle (1936-1945), wurden verschüttet und konnten nur tot geborgen werden.

Standort des Fotografen: 47.886653, 8.341696

Zerbombtes Haus Reichhart in der Maienlandstraße, Februar 1945

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Lotte Ratzer zur Verfügung.

Am 19. Februar 1945 heulen gegen 15.20 Uhr die Sirenen. Alliierte Jagdflieger werfen Fliegerbomben auf Löffingen ab. Das Haus Reichhart in der Maienlandstraße wird durch einen Volltreffer komplett zerstört. Zwei Todesopfer sind hier zu beklagen. Verschüttet und nur tot geborgen werden Lothar Heinz Maier (1942-1945), der nur 2 Jahre und 4 Monate alt wurde, und Siegfried Schiehle (1936-1945), der im Alter von 8 Jahren und 4 Monaten zu Tode kommt.

Standort des Fotografen: 47.886653, 8.341696

Zerbombtes Haus Reichhart in der Maienlandstraße, Februar 1945

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Lotte Ratzer zur Verfügung.

Nur ein Trümmerhaufen ist von dem zweistöckigen Wohnhaus mit Scheuer und Stallung in der Maienlandstraße geblieben. Bei einem Fliegerangriff am 19. Februar 1945 wurde das Haus von Schmiedemeister Josef Reichhart (1874-1942) durch einen Volltreffer komplett zerstört. Seit seinem Tod drei Jahre zuvor hatte das Anwesen seiner Tochter Josefa Reichhart gehört. Das Haus wurde in der Nachkriegszeit nicht wieder aufgebaut. Im Hintergrund sind die Häuser der Bahnhofstraße und Hohlgasse zu erkennen. Beim Haus Willmann (Bahnhofstr. 11) ist das Dach weitgehend abgedeckt. Daneben steht der Kindergarten (Bahnhofstr. 9).

Standort des Fotografen: 47.886348, 8.341911

Bombenschaden am Haus Hall in der Maienlandstraße, Februar 1945

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Ursula Glunk sowie Lotte und Walter Ratzer zu Verfügung.

Während das schräg gegenüberliegende Haus Reichhart (Maienlandstr. 25) beim Fliegerangriff am 19. Februar 1945 durch einen Bombenvolltreffer komplett zerstört wurde und zwei Kinder den Tod fanden, kommt die Witwe Josefine Hall (geb. Winterhalder, 1875-1961) mit dem Schrecken davon. Zwar ist auch ihr Haus (Maienlandstr. 20) stark beschädigt, doch der materielle Schaden wird sich letztlich reparieren lassen. Das Dachgeschoss bietet zwar einen verheerenden Anblick. Die anderen Stockwerke sind aber weitgehend heil geblieben. Deutlich zu lesen ist der Schriftzug »Grabsteingeschäft v. Adolf Hall« über der Haustür.

Standort des Fotografen: 47.886225, 8.342062

Bombenschaden am katholischen Pfarrhaus in der Unteren Hauptstraße, Februar 1945

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Richard Zepf zur Verfügung.

Das 1788 erbaute Pfarrhaus der katholischen Kirchengemeinde wird bei einem alliierten Fliegerangriff im Februar 1945 stark beschädigt. Stadtpfarrer Robert Winkel (1897-1972) zieht daraufhin mit den Vikaren in die Kaplanei in der Seppenhofer Straße. Winkel wirkte seit 1935 in Löffingen.

Sein Nachfolger Karl Weickhardt (1905-1977) tritt seine Stelle im Oktober 1945 an.  Er wird das neue Pfarrhaus im Pfarrweg erbauen lassen.

Standort des Fotografen: 47.882700, 8.343599

Glockenabgabe für die Rüstungsindustrie, April 1942

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Maria Wider zur Verfügung.

Zehn Glocken sind auf diesem Foto zu erkennen, die in der Bahnhofstraße auf ihren Abtransport per Eisenbahn warten, um für die Rüstungsindustrie eingeschmolzen zu werden. Dabei handelt es sich um die Kirchenglocken der Pfarrkirche St. Michael, aber auch die Rathausglocke und auch das Glöckchen, das im Turmreiter des Mailänder Tors hing. Im Hintergrund ist das Bahnhofsgebäude zu erkennen, das bei einem Fliegerangriff im Februar 1945 zerstört wurde.

Standort des Fotografen: 47°53’04.7″N 8°20’28.6″E

Glockenabgabe für die Rüstungsindustrie, April 1942

Dieses Foto stelle uns dankenswerterweise Georg Willmann zur Verfügung.

Die eingezogenen Glocken stehen in der Bahnhofstraße zu ihrer Verladung bereit. Auf der großen Glocke vorne ist am unteren Glockenrand »in Villingen« zu entziffern. die Villinger Glockengießerei Grüninger hatte die Kirchenglocken 1922 neu gegossen, nachdem sie im Ersten Weltkrieg schon einmal eingeschmolzen worden waren. Im Hintergrund sind auf der anderen Seite der Bahngleise die Häuser in der Hohlgasse zu erkennen.

Standort des Fotografen: 47°53’04.7″N 8°20’28.6″E

Abseilen der Kirchenglocken, 13. April 1942

Sammlung Familie Waßmer

Eine von insgesamt vier Kirchenglocken der katholischen Pfarrkirche St. Michael wurde erfolgreich vom Kirchturm abgeseilt und wird unten vor dem hölzernen Kirchenportal in Empfang genommen. Die Glocken wurden 1922 von der Villinger Glockengießerei Grüninger gegossen. Jetzt werden sie an die Rüstungsindustrie abgegeben und eingeschmolzen. Erst 1951 bekommt die Pfarrkirche wieder ein Geläut.

Standort des Fotografen: 47°52’57.5″N 8°20’38.8″E

Abseilen der Kirchenglocken zur Abgabe an die Rüstungsindustrie, 13. April 1942

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Georg Willmann zur Verfügung.

Drei der vier Glocken des Kirchengeläutes müssen 1942 für die Rüstungsindustrie abgegeben werden. Am 13. April 1942 werden die Glocken außen am Kirchturm herabgelassen. Von den Fenstern der Bäckerei Straub (Untere Hauptstr. 6) bietet sich der beste Blick. Auf dem Foto ist festgehalten, wie sich gerade eine Glocke allmählich auf den Boden zubewegt.

Standort des Fotografen: 47.883329, 8.343587