Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Beate und Franz Hofmeier zur Verfügung.
Der Zweite Weltkrieg ist zu Ende. Aber die Kriegsschäden sind auch noch ein Jahr später im Städtchen sichtbar. Auf dem unteren Rathausplatz klafft ein großer Bombentrichter. Ein Volltreffer im Frühjahr 1945 hatte den (alten) Demetriusbrunnen zerstört und Teile der Bachüberdeckung aufgerissen. Inzwischen ist wieder Normalität eingekehrt. Die Fronleichnamsprozession zieht durch die Untere Hauptstraße in Richtung Maienland. Vom Mailänder Tor aus hat der Fotograf einen guten Blick auf die Gläubigen der katholischen Pfarrgemeinde, die vorüber ziehen.
Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Gertrud Geisinger zur Verfügung.
Friseurmeister Julius Limb (1883-1968) ist einer der ersten Einwohner, der ein Auto besitzt. Hinter seinem Wohn- und Geschäftshaus in der Unteren Hauptstraße befindet sich seine Garage. Das Kennzeichen seines Autos beginnt mit der Buchstabengruppe »IV B«, die in Baden bis 1945 gebräuchlich ist. In seiner Garage steht aber nicht nur das Auto, es dient Julius Limb auch als Lager für den Verkauf von Fahrrädern, Rollern und Kinderwagen. Sein Werbespruch lautet: »Alles was Du suchst auf Erden, kann bei Limb gefunden werden.«
Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Richard Zepf zur Verfügung.
Lange Zeit blieb Löffingen von Kriegszerstörungen verschont. Doch im Februar 1945 ist der Krieg vor der eigenen Haustür angekommen. Am 19., 22., 24. und 27. Februar 1945 kommt es zu den ersten alliierten Fliegerangriffen und zahlreiche Gebäude werden beschädigt oder sogar komplett zerstört.
In der Unteren Hauptstraße werden zwei Häuser am 24. Februar 1945 dem Erdboden gleich gemacht. Das Haus von Landwirt August Zepf (Untere Hauptstr. 9) wird genauso zerstört wie das Nachbarhaus der Witwe Theresia Kaus (Untere Hauptstr. 9a). Das 1803 erbaute Gebäude verfügte über ein Mansardwalmdach und bildete mit dem gegenüber liegenden katholischen Pfarrhaus eine architektonische Einheit. Es wurde nicht wieder aufgebaut, während anstelle des zerstörten Hauses Zepf in den 1950er Jahre ein Neubau errichtet wurde.
Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Richard Zepf zur Verfügung.
Die Fliegerangriffe der Alliierten im Februar, März und April 1945 gelten vor allem dem Bahnhof mit seiner Infrastruktur, aber auch dem Sägewerk Benz, in dem auch viele NS-Zwangsarbeiter zur Arbeit gezwungen werden. Doch auch viele Häuser, insbesondere in der unmittelbaren Nachbarschaft, werden beschädigt oder komplett zerstört.
Nur noch ein Schutthaufen ist übrig geblieben vom Haus Kaus (Untere Hauptstr. 9a), wie am rechten Bildrand zu sehen ist. Das Gebäude wird bei einem Fliegerangriff am 24. Februar 1945 dem Erdboden gleich gemacht. Auch das gegenüberliegende Pfarrhaus der katholischen Kirchengemeinde (Untere Hauptstr. 10) wird in Mitleidenschaft gezogen und stark beschädigt. Das Gebäude kann nicht mehr genutzt werden. Stadtpfarrer Robert Winkel (1897-1972) zieht daraufhin mit den Vikaren in die Kaplanei in der Seppenhofer Straße.
Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Beate und Franz Hofmeier zur Verfügung.
Nicht nur der Farrenstall in der Bittengasse ging bei den Fliegerangriffen am 22. Februar 1945 in Flammen auf, auch die angrenzenden Häuser in der Kirchstraße wurden teilweise schwer beschädigt. Auf dem Foto ist die Rückseite des Hauses von Landwirt Johann Laufer und dessen Ehefrau Antonie geb. Schmidt (Kirchstr. 17) zu sehen. Das Dach ist abgedeckt. Die Fensterscheiben sind zu Bruch gegangen oder ganz aus dem Rahmen gedrückt worden. Im 1. Stock sind die Jalousien heruntergelassen, um die Glasscheiben zu schützen.
Dieses Foto stellten dankenswerterweise Ursula Glunk sowie Beate und Franz Hofmeier zur Verfügung.
Am 22. Februar 1945 werfen alliierte Flugzeuge über einhundert Bomben über dem Städtchen ab. Im Visier der Bomber ist das Bahngelände mit dem angrenzenden Sägewerk Josef Benz AG. Durch die entstehende Druckwelle werden weitere Häuser beschädigt und zahlreiche Dächer abgedeckt. Auch die Pfarrkirche St. Michael wird in Mitleidenschaft gezogen: Das Dach wird teilweise abgedeckt und Fensterscheiben gehen zu Bruch.
In der Chronik des katholischen Kirchenchores sind die Kriegsschäden an der Pfarrkirche erwähnt: »Am 19. und 22. Februar 1945 waren die Haupt-Fliegerangriffe auf unser Heimatstädtchen, bei denen auch das Kirchendach total zerstört wurde, sodass das Wasser durch die Decke in die Orgel drang und dieselbe zu zerstören drohte. Der Umsicht und Tatkraft unserer Organistin Fräulein Johanna Ganter sowie ihres Vaters Herr Otto Ganter ist es zu danken, dass die Orgel erhalten blieb. Die beiden spannten an Pfingsten 1945 eine Zeltplane über die Orgel und retteten somit die herrliche Orgel vor der Zerstörung durch das Wasser.«
Das Foto wird von der Bittengasse aufgenommen. Der nahe gelegene Farrenstall geht beim Fliegerangriff am 23. Februar 1945 in Flammen auf.
Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Ursula Moch-Weiss zur Verfügung.
Die »Frauen-Löschgruppe« in der Feuerwehr wird 1942 gegründet, als viele Männer im Krieg sind. Insgesamt 25 junge Frauen werden für den Dienst in der Feuerwehr gewonnen und entsprechend ausgebildet. Unter Anleitung von Karl Glunk und Franziska Heiler finden wöchentliche Übungen statt, um die Frauen in Theorie und Praxis mit den Löschgeräten vertraut zu machen.
Die vier Frauen auf dem Foto gehören auch einer »Frauenfeuerwehr« an. Sie sind aber nicht in einem wirklichen Einsatz, sondern stehen auf einer Bühne. Es sieht nach einem Theaterstück aus, das vermutlich bei der »Wieberfasnet« aufgeführt wird. Die vier Frauen scheinen den Dienst in der Feuerwehr auf witzige Art und Weise zu persiflieren.
Wer weiß, wer die vier Frauen sind? Wann und wo stehen sie auf der Bühne? Die 1.v.l. ist Anna Beha (1903-?).
Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Erika Fritsche zur Verfügung.
Zwei Jungs sitzen auf einem hölzernen Brunnentrog vor einem Gartenzaun. Es ist Frühling (oder Herbst), aber die Sonne scheint und wärmt. Die beiden tragen kurze Hosen mit langen Kniestrümpfen und dazu warme Mützen auf dem Kopf. Links sitzt Ernst Fritsche (geb. 1937), rechts sein Bruder Johann Fritsche. Die beiden haben sich vor dem Haus Rappenegger (Ringstr. 6), ein paar Meter von ihrem Elternhaus (Ringstr. 5) entfernt, hingesetzt.
Dieses Foto stellte dankenswerterweise Erika Fritsche zur Verfügung.
Der Krieg ist vorbei. Der Schulbetrieb läuft wieder normal, auch wenn die Entnazifizierung von Lehrpersonal und Schulinhalten noch auf sich warten lässt. Die Mädchen und Jungen des Geburtsjahrgangs 1938/39 versammeln sich zu einem Klassenfoto. Zusammen mit Hauptlehrer Emil Willig (1900-?) stehen sie vor dem Schuleingang. Willig stammt gebürtig aus Freiburg und ist seit 1935 Lehrer in Löffingen.
Der Rundbogen des Eingangsportals im Hintergrund ist mit Holzbrettern verschalt, ein Sprossenfenster ist eingesetzt, bei dem jedoch eine Glasscheibe herausgebrochen und notdürftig repariert ist. Offenbar handelt es sich um ein Relikt aus Kriegstagen, als das Gebäude gegen Bombardements geschützt werden sollte. Der Gebäudekomplex von Schule und Festhalle diente damals auch als Umsiedlungslager für so genannte Volksdeutsche.
Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Hilda Hepting zur Verfügung.
Während das Vieh am Laufbrunnen steht und trinkt, gibt es für Hilda Hepting und Hans-Peter Fehrenbach (geb. 1939) ein Verschnaufspäuschen. Sie stehen in der Alenbergstraße an einem Holzzaun und lächeln in die Kamera. Der Junge hält einen Holzbengel in der Hand, mit dem er das Vieh durch die Straße treibt.
Der holzverschindelte Giebel am rechten Bildrand gehört zum Haus vom Landwirt Rudolf Selb und seiner Ehefrau Anna geb. Maier (Alenbergstr. 34). Wo noch die Obstbäume stehen, wird später die Fürstenbergstraße gebaut.
Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Hilda Hepting zur Verfügung.
Die Kinder von Rupert und Sophie Hepting geb. Jonner stehen zusammen mit ihrer Gotti in der Dittishauser Straße: Ewald Hepting (1933-2010), Inge Hepting (verh. Mayer) und Rita Hepting (verh. Zimmermann, geb. 1941). Agathe Bammert geb. Jonner ist die Schwester der Mutter. Sie ist in Neustadt verheiratet.
Die Dittishauser Straße ist noch nicht asphaltiert und obwohl es die Durchgangsstraße ist, herrscht kein Verkehr. Am rechten Bildrand wird Holz gelagert: Baumstämme, Reiswellen und Bretter. Im Hintergrund steht das Haus von Säger Franz Xaver Sperrer (Dittishauser Str. 9).
Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Hilda Hepting zur Verfügung.
Vor ihrem Haus in der Maienlandstraße steht Familie Fehrenbach. Der Landwirt Julius Fehrenbach (1877-1967) hatte das Anwesen 1905 von den Erben der im Vorjahr verstorbenen Cäcilie Ritter gekauft. Er hatte 1903 seine Ehefrau Luise Fehrenbach geb. Jordan (1879-1945) geheiratet. Das frisch verheiratete Ehepaar war dabei, eine Familie zu gründen. Also brauchten sie ein eigenes Haus. Sie bekamen sechs Kinder. Gemeinsam betrieben sie die Landwirtschaft.
Das Foto ist vermutlich in den 1940er Jahren entstanden, da mittlerweile die Enkelgeneration geboren ist, wie an den Kindern auf dem Arm und im Kinderwagen unschwer zu erkennen ist. Sohn Fritz Fehrenbach (1904-1973) ist mit Sofie Fehrenbach geb. Guth (1909-1999) verheiratet. Die Familie steht vor einem Wagengespann, der von Kühen gezogen wird. Im Hintergrund ist das Haus Schiehle (Maienlandstr. 32) zu erkennen.