Dieses Foto stellte dankenswerterweise Maria Göpper zur Verfügung.
Unter den Klängen des Narrenmarsches zieht die Stadtmusik vom Maienland in Richtung Städtchen. Es ist »Schmutziger Dunschdig«. Traditionell sammeln sich die Stadtmusik, die Laternenbrüder und die 20-Jährigen mit ihrem Narrenbaum beim Gasthaus »Pilgerhof«, um gemeinsam zum Rathausplatz zu marschieren.
Schwarzwald-Verlag Offenburg | Sammlung Familie Waßmer
So zeigt sich das Gasthaus »Pilgerhof« (Maienlandstr. 24) Anfang der 1970er Jahre: Über der Eingangstür prangen die Worte »Café« und »Gasthof«. Blumenkübel rahmen den Eingang, daneben lädt eine Bank zum Verweilen ein. In den Fenstern des Erdgeschosses blühen Geranien, die rote Ziegelfront des weit ausgebauten Dachs prägt den Anblick. Die langen Dachgauben nehmen fast die gesamte Fläche ein. Rechts, an der Hausecke, hängt ein Kaugummiautomat – heißbegehrt bei den Kindern, die hier ihr Taschengeld investieren. Vor dem Seiteneingang liegt entspannt ein Hund in der Sonne.
Das Foto ziert die Vorderseite einer Ansichtskarte, die 1974 von einer Urlauberin nach Bad Honnef geschickt wird. Ein Kreuzchen bei einem Fenster im ersten Obergeschoss verrät, in welchem Zimmer der Pension sie wohnt. Im selben Stockwerk befindet sich auch der große Saal, in dem regelmäßig Feste gefeiert werden.
Ein Blick auf die Karte zeigt auch: Der Verlag greift zum Retuschierstift. Das Nachbarhaus Rosenstiel (Maienlandstr. 26), das direkt an den »Pilgerhof« anschließt, ist kurzerhand verschwunden – an seiner Stelle strahlt blauer Himmel. So wirkt die Postkarte heller und freundlicher.
Diese Fotos stellte uns dankenswerterweise Jupp Hoitz zur Verfügung.
Nach dem Umbau des Gasthauses »Pilgerhof« präsentiert sich die Gaststube neu gestaltet. Gemütlich ist sie geblieben. Die Wände sind mit Holz vertäfelt, Eckbänke und Kachelofen sorgen dafür, dass man sich in einer urigen Gaststube fühlt. Und der Zuspruch der Gäste, die aus der gesamten Region anreisen, gibt den Wirtsleuten Jupp und Anita Hoitz Recht.
Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Jupp Hoitz zur Verfügung.
Anfang der 1920er Jahre ließen die Wirtsleute Otto und Rosa Vogel neben ihrem Gasthaus »Pilgerhof« ein kleines, zweistöckiges Pensionsgebäude errichten. »Pension – Pilgerhof« steht auf die Fassade geschrieben. Im Erdgeschoss befindet sich eine Garage.
Rechts grenzt ein großer Garten an, der zum Nachbargrundstück von Familie Glunk gehört.
1990 verkauften die Wirtsleute Jupp und Anita Hoitz ihren »Schwarzwaldgasthof Pilgerhof« an einen neuen Betreiber. Seit 1960 hatten sie das Gasthaus sehr erfolgreich betrieben und es zu einem renommierten Haus gemacht, das überregionale Bekanntheit erlangte. Doch im November 1993 brannte das Gebäude ab.
Mehrere Jahre steht die Brandruine im Maienland, abgesperrt durch ein Flatterband und verschandelt die Nachbarschaft. Schließlich wird die linke Gebäudehälfte abgerissen und ein Parkplatz angelegt, während in der rechten Hälfte Wohnungen eingerichtet werden.
Dieses Foto stellte dankenswerterweise Josef Hoitz zur Verfügung.
Stolz stehen sie in der Eingangstür ihres Gasthauses »Pilgerhof«, die Wirtsleute Josef Hoitz und Anita Hoitz. Sie betreiben mit großem Erfolg das Gasthaus, das Café und die Pension bzw. das Hotel seit 1960. Für das Foto posieren sie in Tracht. Schließlich bewerben sie ihr Gasthaus als »Schwarzwaldgasthof«.
Die junge Küchenmeisterin Anita Hoitz (geb. Gaede) hatte das Traditionshaus von ihrer Tante Rosa Müller (geb. Vogel, 1896-?) übernommen. Gemeinsam mit ihrem Ehemann Josef (»Jupp«) Hoitz (1930-2024), einem Bäcker- und Konditormeister aus dem Rheinland, führt sie den »Pilgerhof« 26 Jahre lang.
Zum Jahreswechsel 1990/91 übergeben Josef und Anita Hoitz das renommierte Gasthaus schließlich an das Würzburger Gastronomenehepaar Manfred und Rita Karbacher. Im November 1993 wird der »Pilgerhof« bei einem Brand vollkommen zerstört.
Dieses Foto stellte dankenswerterweise Helene Krauß zur Verfügung.
Ein Sommertag in der Maienlandstraße: Vor dem Gasthaus »Pilgerhof« (Maienlandstr. 24) sitzen fünf Frauen an einem kleinen Tischchen, genießen die Sonne und plaudern miteinander. Ein Fahrrad lehnt griffbereit an der Wand. Ein Junge läuft mit seinem Schubkarren die Straße entlang – viel Verkehr hat er nicht zu fürchten, denn Autos sind hier eine Seltenheit. Über die Straße spannt sich ein Stromkabel, an dem eine Lampe hängt: Ein sichtbares Zeichen, dass die Maienlandstraße bereits elektrifiziert ist.
An der Fassade des Hauses prangt ein großes Emailleschild: »Kaffee & Gasthaus zum Pilgerhof«. Geführt wird der »Pilgerhof« von Gast- und Landwirt Otto Vogel (1871-1940) und seiner Ehefrau Rosa Vogel (geb. Faller, 1870-1934). In der linken Gebäudehälfte befindet sich der Ökonomiebereich. Direkt nebenan befindet sich ein weiteres Gasthaus: der »Witterschnee« (Maienlandstr. 26). Hier bewirten Robert Rosenstiel (1873-1932) und seine Ehefrau Maria Rosenstiel (geb. Selb, 1879-1959) ihre Gäste. Sowohl der »Pilgerhof« als auch der »Witterschnee« gehören zur Infrastruktur, die das Wallfahrtswesen zum Witterschneekreuz mit sich bringt. Auch Pilger*innen kehren hier ein, bevor sie sich auf den Heimweg machen.
Dieses Foto stellte dankenswerterweise Werner Lubrich zur Verfügung.
In der Maienlandstraße hat sich eine große Menschenmenge versammelt. Männer, Frauen und Kinder stehen dicht gedrängt im aufgeweichten Erdreich und verfolgen, wie das Haus Benz (Maienlandstr. 27) in Flammen aufgeht. Der Dachstuhl ist bereits zusammengebrochen, nur das verkohlte Gebälk ragt noch in den Himmel. Dichter Rauch steigt auf, während die Feuerwehr gegen die Glut kämpft.
Das Anwesen ist ein typisches einstöckiges Tagelöhnerhaus mit großem Ökonomieteil. 1957 hat der Landwirt Fritz Benz (geb. 1925) das Haus nach dem Tod seines Vaters Benz (1885-1955) übernommen. Doch schon 1969 geht es in neue Hände über: Josef (»Jupp«) Hoitz und Anita Hoitz, die das Gasthaus »Pilgerhof« gegenüber betreiben, kaufen das Gebäude. Die Ruine wird abgetragen, an ihrer Stelle entsteht ein Parkplatz für die Gäste des Gasthauses.
Dieses Foto stellte dankenswerterweise Karl Sibold zur Verfügung.
Die Maienlandstraße hat sich für die Fronleichnam herausgeputzt. Einige der Häuser sind mit Fahnen festlich geschmückt. Entlang der Prozessionsstrecke sind am Straßenrand Maien mit jungem Grün im Kopfsteinpflaster befestigt. Ein Blumenteppich mit farbenfrohen Motiven ist die gesamte Straße entlang gelegt.
Dies geschieht nicht alle Jahre, denn es hängt davon ab, wie früh Fronleichnam im Kalenderjahr stattfindet und ob schon genügend Blumen auf den Wiesen zu finden sind. Grund genug also für Malermeister Karl Sibold (1899-1975) und seine Frau Luise Sibold (geb. Durler, 1898-?) ein Erinnerungsfoto von sich mit dem Blumenteppich vor ihrem Haus aufzunehmen.
Dieses Foto stellte dankenswerterweise Maria Hall zur Verfügung.
Der Verputz und die Farbe bröckeln, aber noch ist die Inschrift auf der Hausfassade deutlich zu lesen: »Grabsteingeschäft Adolf Hall«. Der Steinhauer Adolf Hall (1874-1926) betrieb in seinem Haus in der Maienlandstr. 20 bis zu seinem Tod 1926 eine Steinhauerwerkstatt. Jetzt wohnt darin seine Witwe Josefine Hall (geb. Winterhalder, 1875-1961), die aus Schwärzenbach stammt.
Wer weiß, wer die junge Frau im Mantel ist, die vor dem Haus steht?
Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Gertrud Heizmann zur Verfügung.
Ein junger Mann hat sich auf ein Pferd geschwungen und posiert für den Fotografen. Die Szene wird in der Maienlandstraße festgehalten. Im Hintergrund ist das Haus Hall (Maienlandstr. 20) zu sehen. Noch führt eine steile Treppe zum ersten Stock hoch, wo sich die Haustür befindet. Das Haus gehört dem Blechner Karl Hall (1913-1973) und seiner Ehefrau Maria (1924-2014).
Dieses Foto stellten dankenswerterweise Ursula Glunk sowie Lotte und Walter Ratzer zu Verfügung.
Während das schräg gegenüberliegende Haus Reichhart (Maienlandstr. 25) beim Fliegerangriff am 19. Februar 1945 durch einen Bombenvolltreffer komplett zerstört wurde und zwei Kinder den Tod fanden, kommt die Witwe Josefine Hall (geb. Winterhalder, 1875-1961) mit dem Schrecken davon. Zwar ist auch ihr Haus (Maienlandstr. 20) stark beschädigt, doch der materielle Schaden wird sich letztlich reparieren lassen. Das Dachgeschoss bietet zwar einen verheerenden Anblick. Die anderen Stockwerke sind aber weitgehend heil geblieben. Deutlich zu lesen ist der Schriftzug »Grabsteingeschäft v. Adolf Hall« über der Haustür.