Clowngruppe auf dem Rathausplatz, Fasnacht 1977

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Vor dem Rathaus posiert eine Gruppe Clowns für ein Gruppenfoto. Die fröhliche Schar besticht durch ihre Buntheit. Neben den Kostümen, den geschminkten Gesichtern und den Perücken sind es vor allem die beiden Regenschirme und ein hellblauer Luftballon, die Farbe ins Städtchen bringen. Auf zwei Akkordeons wird musiziert. Auch ein Kinderwagen wird mitgeführt.

Wer erkennt die Narren und Närrinnen? Zu sehen sind u.a. Lydia Flößer (mit Akkordeon), Helga Hoch und Uschi Janz.

An der Rathausfassade ist ein Schaukasten angebracht, in dem das Busunternehmen Scherer für seine Reisen wirbt. Von der Gruppe fast vollständig verdeckt steht ein gelbes Telefonhäuschen.

Standort des Fotografen: 47.883703, 8.344157

4 Fotos: Aufstellen des Ehrennarrenbaums vor dem Gasthaus »Löwe«, Fasnacht 1974

Diese Fotos stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Nein, hier wird nicht der Narrenbaum der 20-Jährigen aufgestellt. Denn traditionell steht dieser auf dem unteren Rathausplatz vor dem Café »Fuß« (Rathausplatz 5) – und auch 1974 ist dies der Fall. Aber in diesem Jahr ist am »Schmutzigen Dunschdig« doch etwas anders: Denn es gibt zwei Narrenbäume. Der zweite Baum wird vor dem Gasthaus »Löwe« (Rathausplatz 11) aufgestellt. Der Ort ist nicht zufällig gewählt, denn hier wird ein Wirtswechsel gefeiert: Das Gasthaus hat einen neuen Pächter: Gerd Rother – und es eröffnet nach grundlegender Renovierung.

Die Narrenpolizei hat den Platz gut abgesperrt, während der Baum hochgezogen wird. Mit einigem Sicherheitsabstand verfolgen die Zuschauer, darunter die Laternenbrüder, das Aufstellen des Baumes. In den Fenstern im 1. Obergeschoss des »Löwen« hat man die beste Aussicht und kann alles aus nächster Nähe beobachten. Als der Baum schließlich senkrecht steht, scharen sich die Zuschauer um ihn.

Ein interessantes Detail ist auf dem obersten Foto im Hintergrund zu erkennen: Das Haus Schelling (Kirchstr. 11) wurde kürzlich umgebaut. Der Ökonomiebereich mit seinem Scheunentor ist verschwunden. Statt dessen befindet sich dort nun ein Garagentor, das seinerseits wenige Jahre später einem Durchgang zur Bittenstraße weichen wird, dem »Postbögle«.

Standort des Fotografen: 47.883900, 8.344684

Akrobatikvorführung auf dem oberen Rathausplatz, Fasnacht 1926

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Dorothea und Michael Kasprowicz zur Verfügung.

Von einem Fenster des Rathauses bietet sich der beste Ausblick auf das närrische Treiben auf dem Rathausplatz. Die Menschen stehen dicht gedrängt und blicken gespannt in Richtung Gasthaus »Löwe« (Rathausplatz 11). Dessen Wirtshausschild ist zweisprachig: »Gasthaus zum goldenen Löwen« und »Hôtel de Lion d’or« ist darauf zu lesen. Aber das Interesse der Menschenmenge gilt freilich nicht dem Schild. Gespannt verfolgen sie die akrobatischen Kunststücke, die vor dem »Löwen« dargeboten werden. Dazu ist ein hölzernes Gestellt aufgebaut, an dem offenbar eine Schaukel in großer Höhe befestigt ist. Weiß gekleidete Turner zeigen ihr Können.

»Löffinger Vieh- und Krämermarkt im 17. Jahrhundert«, lautet das Motto der diesjährigen Fasnacht. Und bei einem Markt dürfen selbstverständlich auch Gaukler nicht fehlen, die ihr artistisches Können dem Publikum präsentieren.

Standort des Fotografen: 47.883930, 8.344500

Gasthaus »Löwe«, ca. 1965

Diese Fotos stellte uns dankenswerterweise Willi Pütz zur Verfügung.

Das Gasthaus »Löwe« (Rathausplatz 11) wurde 1715 erbaut, nachdem das Vorgängergebäude »durch einen Blitzschlag verloren gegangen«, also abgebrannt war. Doch die Anfänge des Gasthauses reichen sehr viel weiter zurück, denn bereits 1653 befand sich hier ein Gasthaus »Löwe«. Damaliger »Lewenwirt« war Jakob Hug.

Seitdem sind mehr als 300 Jahre vergangen. Die heutigen Wirtsleute sind Walter Zepf (1924-2009) und Elisabeth Zepf geb. Jordan (1930-2009), »Löwen Lisbeth« genannt. Sie steht vor der Eingangstür und unterhält sich mit zwei Männern. Über ihnen sind die teilweise weit geöffneten Fenster zu sehen, eingerahmt durch hölzerne Fensterläden und mit Blumen geschmückt.

Dank der Nahaufnahme lassen sich mehrere Details erkennen, die auf anderen Fotos leicht übersehen werden. Oben links sind Fähnchen von verschiedenen Ländern zu sehen, denn der »Löwe« gibt sich weltoffen und international. Tatsächlich spricht die Wirtin Elisabeth Zepf fließend französisch. In der Mitte der Fassade ist ein Schild mit dem offiziellen Namen das Gasthauses angebracht: »Goldener Löwe Post«. Daneben wird geworben, dass das Gasthaus über »Fremdenzimmer, Saal, Garage« verfüge und »Rothaus- u. Rogg-Biere« ausschenke. Auf einem weiteren Schild ist zu lesen, dass es »Zentralheizung, fliessendes Warm- u. Kaltwasser« gebe.

Links und rechts vom Eingang sind weitere Werbeschilder angebracht, u.a. ein Emaille-Schild des Allgemeinen Deutschen Automobil-Clubs (ADAC). Ein Aufsteller wirbt für »Langnese Eiskrem«, wobei das – erst seit 1965 verwendete – Firmenlogo einen Hinweis gibt, wann das Foto aufgenommen wird. Der perfekte Ort, um das Eis zu schlecken, befindet sich gleich nebenan, in dem kleinen, von einem Mäuerchen eingefassten Vorgärtchen, in dem zwei Kastanienbäumen Schatten spenden.

Standort des Fotografen: 47.883917, 8.344919

Gasthaus »Löwe«, ca. 1965

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Willi Pütz zur Verfügung.

»Gasthaus Goldener Löwe Post« lautet der offizielle Name des »Löwen«. Betrieben wird das Gasthaus seit 1953 von dem Gastwirt Walter Zepf (1924-2009) und seine Ehefrau Elisabeth geb. Jordan (1930-2009). Zwei Autos parken vor dem Gebäude: Das Auto, das rechts vor dem Kastanienbaum, steht, ist ein »Karmann-Ghia Typ 14« und gehört der »Löwen Lisbeth«. Auf ihn sind Ski geschnallt.

Im Vordergrund ist der Rathausbrunnen zu sehen, auf dessen Brunnensäule die »Schnitterin« thront. Sie erinnert an die Zeit, als Löffingen noch einen regional bedeutsamen Kornmarkt veranstaltete und auf dem Rathausplatz das Markttreiben stattfand. Noch ist nur um den Brunnen herum ein kleines Stück gepflastert und der übrige Platz noch nicht befestigt. Eine schmucklose Straßenlaterne überragt den »Löwen« und den angrenzenden »Ochsen«. In dessen Erdgeschoss sind bereits moderne Fenster eingebaut.

Standort des Fotografen: 47.884003, 8.344678

Gasthaus »Löwe«, ca. 1950-1955

Stadtarchiv / Verlag A. Rebholz

Anfang der 1950er entsteht diese Ansicht vom Gasthaus »Löwen« (Rathausplatz 11) bzw. vom Gasthaus »Goldener Löwe-Post«. Der Zusatz »Post« verweist auf die Zeit, als hier die Postkutschen vorfuhren. Jetzt verlangen die Gäste nach Unterstellmöglichkeiten für ihre Kraftfahrzeuge. »Garage«, »Saal« und »Fremdenzimmer« steht an die Fassade geschrieben. Neben der Eingangstür hängt ein Werbeschild der Firma »Coca-Cola«. Es sind die Jahre nach der Gründung der Bundesrepubik und die Zeit des einsetzenden Wirtschaftswunders. 

Für diejenigen, die die Verkehrssituation vor dem Gasthaus »Löwen« heute kennen, ist es kaum vorstellbar, dass in den 1950er Jahren auf dem Platz vor dem Haus ein Vorgarten dazu einlädt, im Schatten der Bäume auf eine Mahlzeit oder ein Getränk einzukehren. Das Nachbarhaus rechts ist die »alte Sonne«, die z.T. als Stadtmühle genutzt und 1973 abgerissen wird.

Standort des Fotografen: 47.884005, 8.345063

Gasthaus »Ochsen«, ca. 1952-1954

Verlag A. Rebholz
Sammlung Familie Waßmer

»Hochzeitsreise 1954 – Hier haben wir gewohnt«, steht auf der Rückseite dieser Ansichtskarte, die das Gasthaus »Ochsen« (Rathausplatz 12) zeigt. Wie das frisch getraute Ehepaar heißt, das hier seine Flitterwochen verbringt, ist unbekannt.

Betrieben wird der Gasthof, der auch über »Fremdenzimmer«, einen »Saalbau« und eine »Garage« verfügt, von der Witwe Anna Köpfler geb. Gromann (1897-1991). Ihr Mann Alfred Köpfler (1880-1939) war am 31. Januar 1939 im Alter von 58 Jahren gestorben. Dass der »Ochsen« sogar über »Fließend Wasser« verfügt, steht zu Werbezwecken unter den Fenstern des Erdgeschosses an die Mauer geschrieben. Der Schriftzug ist leicht verdeckt durch das geparkte Auto.

Standort des Fotografen: 47.884173, 8.345134

4 Fotos: Seiltanzvorführung auf dem oberen Rathausplatz, Fasnacht 1926

Diese Fotos stellten dankenswerterweise Dorothea und Michael Kasprowicz sowie Karl-Heinz Guderian zur Verfügung.

»Löffinger Vieh- und Krämermarkt im 17. Jahrhundert«, lautet das Motto der diesjährigen Fasnacht. Und bei einem Markt dürfen selbstverständlich auch Gaukler nicht fehlen, die ihr artistisches Können dem Publikum präsentieren. Auf dem oberen Rathausplatz wird ein Seiltanz dargeboten, wie der Fotograf von einem Fenster des Rathauses aus mit dieser Fotoserie dokumentiert.

Vor den Gasthäusern »Löwe« und »Ochsen« ist ein Seil gespannt. Über eine lange Leiter besteigt ein Seiltänzer das straff gespannte Seil. Er trägt eine Balancierstange und bewegt sich Schritt für Schritt in luftiger Höhe. Die Menschen recken ihre Köpfe. Das närrische Treiben verstummt für einen kurzen Moment und alle blicken gespannt. Der Seiltänzer, der sein Können unter Beweis stellt, ist der Pflästermeister Timotheus Schmid (1903-1981).

Am »Ochsen« hängt ein Schild, das für eine angebliche Kinovorführung wirbt (»Achtung – nur heute – Achtung«). Und am »Löwen« wird für einen angeblichen »Zirkus« geworben, der im Städtchen gastiert.

Standort des Fotografen: 47.883930, 8.344500

Gasthaus »Löwe« auf dem Rathausplatz, ca. 1959

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Eingerahmt vom Gasthaus »Ochsen« und dem früheren Gasthaus »Sonne«, das mittlerweile als Stadtmühle genutzt wird, steht der »Löwen« (Rathausplatz 11), der offiziell »Goldener Löwe Post« heißt. Das Gasthaus verfügt, wie an die Fassade geschrieben steht, über einen »Saal«, eine »Garage« und »Fremdenzimmer«. Das Gasthaus wird seit 1953 von dem Gastwirt Walter Zepf und seiner Ehefrau Elisabeth geb. Jordan betrieben.

Vor dem »Löwen« ist ein kleines Gärtchen, in dem zwei Bäume wachsen und den oberen Rathausplatz begrünen. Vor ein paar Jahren war das Gärtchen noch durch einen einfachen Holzzaun eingehegt, der jetzt einem Steinmäuerchen weichen musste. Ruhetag scheint heute keiner zu sein, sonst würden wohl kaum zwei Autos direkt vor dem »Löwen« parken und ein Mofa der Marke »Puch« neben dem Mäuerchen stehen.

Standort des Fotografen: 47.884123, 8.344965

3 Fotos: Dreharbeiten zur TV-Serie »Schwarzwaldklinik« beim Rathaus, August 1985

Stadtarchiv

Nachdem die Dreharbeiten für die Fernsehserie »Schwarzwaldklinik« am 12. Juli 1985 abgebrochen werden mussten, da der Fernsehlöwe den Regisseur Hans-Jürgen Tögel (geb. 1941) angefallen hatte, werden sie nun am 3. August 1985 fortgesetzt. Vom Rollstuhl aus dirigiert der Regisseur den Auftritt des Löwen auf dem unteren Rathausplatz.

Die Sicherheitsvorkehrungen sind diesmal deutlich größer, die Absperrungen viel weiträumiger. Beim Kriegerdenkmal ist ein großer Käfig aufgebaut, der nicht für den Löwen bestimmt ist, sondern für das Kamerateam und den Regisseur, um sie vor neuen Übergriffen zu schützen. Bürgermeister Dieter Mellert (1941-2019) ist vor Ort, um sich einen Eindruck zu verschaffen. Am Rathaus steht ein Telefonhäuschen, in dem gleich die Szene mit Oberschwester Hildegard, gespielt von Eva Maria Bauer (1923-2006), gedreht werden wird.

Standort des Fotografen: 47.883653, 8.343893

Sirene auf dem Rathausdach, ca. 1955

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Die Sirene auf dem Rathausdach hat den Einwohnern in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder gute Dienste erwiesen. Sei es beim Großbrand 1921, als auch mit dieser Sirene die Feuerwehren der umliegenden Dörfer alarmiert wurden, sei es im Zweiten Weltkrieg bei alliierten Fliegerangriffen.

Hinter der Sirne sind die Häuser des oberen Rathausplatzes zu erkennen: die Dächer derGasthäuser »Löwen« (Rathausplatz 11) und »Ochsen« (Rathausplatz 12) und das Wohn- und Geschäftshaus von Familie Vogt (Rathausplatz 13). Weiter im Hintergrund sind das Haus Heizmann (Festhallenstr. 1) und die neu erbauten Häuser der Siedlung »Neue Heimat« in der Haslachstraße bis hinauf zur Pension »Schönblick« (Stadionstr. 6) zu sehen.

Standort des Fotografen: 47.883850, 8.344208

Narrenumzug auf dem oberen Rathausplatz, Fasnacht 1929

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Dorothea und Michael Kasprowicz zur Verfügung.

Vom Postamt (Rathausplatz 3) aus fällt der Blick auf den oberen Rathausplatz. Von der erhöhten Position eines Fensters im zweiten Stockwerk ist die Fasnachtsbühne gut zu erkennen, die auf dem Platz aufgebaut ist. Auch die Menschenmenge, die den Platz bevölkert, lässt sich von ihr überblicken. Die Menschen stehen entlang der Umzugsstrecke, denn es ist »Fasnet Mändig« und der Narrenumzug ist gerade im Gange. Über den Platz fahren Umzugswagen, die von Pferden gezogen werden.

Im Hintergrund sind die beiden Gasthäuser »Ochsen« (Rathausplatz 12) und »Löwen« (Rathausplatz 11). Verglichen mit älteren Ansichten fällt auf, dass der »Ochsen« umgebaut und seine Fassade frisch verputzt und gestrichen ist.

Das Foto ist auf das Jahr »1929« datiert, wie die handschriftliche Notiz am unteren Bildrand zeigt. Im selben Jahr beginnt am 25. Oktober mit dem Zusammenbruch der New Yorker Börse die Weltwirtschaftskrise. Ihre Auswirkung ist auch in Löffingen in den nächsten Jahren spürbar. Die Arbeitslosigkeit steigt, die Armut vieler Einwohner wird sehr drückend. 1931, 1932 und 1933 wird keine Fasnacht gefeiert, weil sie sich kaum jemand leisten kann.

Standort des Fotografen: 47.884117, 8.344642