Haus Koch in der Kirchstraße, 1956

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Anita Stephani zur Verfügung.

»Teppiche K. Koch Gardinen« steht groß an der Fassade über dem Hauseingang. Am Seitengiebel heißt es außerdem: »Matratze Möbel Polstermöbel«. Der Sattlermeister Karl Koch hatte das Grundstück 1929 nach dem Großbrand in der Hafnergasse übernommen und darauf den Neubau mit Staffelgiebel errichtet. In breiten Schaufenstern werden die Waren, z. B. ein Kinderwagen, dargeboten.

Bei Kochs werden auch Fremdenzimmer an Kurgäste vermietet. Offenbar ist gerade der Urlaub für einige Gäste zu Ende und sie reisen ab. Man stellt sich vor dem Haus nochmal zu einem Gruppenfoto auf. Daneben wartet schon das geparkte Auto.

Standort des Fotografen: 47.883064, 8.344048

Kirchstraße, ca. 1951-1954

Verlag A. Rebholz

Drei Häuser der rechten Häuserzeile, die 1929 abgebrannt waren, wurden mit begradigter Front und Staffelgiebeln wieder aufgebaut. Im Vordergrund steht das Haus Koch (Kirchstr. 21). Im Geschäft von Sattlermeister Karl Koch gibt es, wie an der Hausfassade zu lesen ist, unter anderem Teppiche und Gardinen. Ein eingezäunter Vorgarten erstreckt sich an der Giebelfront der Bittengasse. Das Haus des Landwirts Adolf Sibold (Kirchstr. 19) nebenan gliedert sich in ein Wohnhaus und eine Ökonomie, wie an den zwei Scheunentoren deutlich zu sehen ist. Dahinter folgt das Haus des Landwirts Johann Laufer (Kirchstr. 17).  Zwei hohe Scheunentore dominieren die Fassade. Das daran anschließende Haus des Kaufmanns Heinrich Walz (Kirchstr. 15) wird gerade modernisiert und breite Schaufenster im Erdgeschoss werden eingebaut.

Damals gab es in der Straße zwei Laufbrunnen. Auf dem Brunnen im Vordergrund stand die Figur der Heiligen Elisabeth, die aber auf dieser Ansicht fehlt. Der zweite Laufbrunnen stand weiter hinten in der Straße.

Der Farrenstall in der Bittengasse, der im Zweiten Weltkrieg zerstört und erst im Laufe der 1950er Jahren wiederaufgebaut worden war, fehlt auf diesem Foto. Das Bauhofgebäude ist ebenfalls noch nicht gebaut. Insofern müsste das Foto Anfang der 1950er Jahre aufgenommen worden sein.

Standort des Fotografen: 47.883087, 8.343864

Fronleichnamsprozession in der Kirchstraße, 1956

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rolf Benz zur Verfügung.

Die feierliche Fronleichnamsprozession nimmt ihren Weg durch die Kirchstraße. Die Häuser sind geschmückt mit Girlanden und Fahnen in den kirchlichen Farben, aber auch mit einer deutschen Fahne in schwarz-rot-gold. Hinter der Feuerwehr mit ihren Helmen gehen die Mädchen in ihren Kommunionkleidern. Ordensschwestern sind dabei und ganz hinten sieht man Ministranten und den Himmel, unter dem der Pfarrer mit der Monstranz schreitet. Beim Kaufhaus Kuster im Vordergrund sind die Läden geschlossen. Das Scheunentor daneben verrät, dass es noch einen Ökonomieteil gibt.

Auf dem Kirchplatz steht damals noch ein Trogbrunnen mit der Figur der Heiligen Elisabeth. Eine Nachbildung dieser Brunnenfigur steht seit 2013 auf dem Brunnen am »Scharfen Eck« in der Oberen Hauptstraße.

Standort des Fotografen: 47.883098, 8.343835

Abbruch der Ökonomie vom Haus Kuster in der Kirchstraße, 1963

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Maria Kuster zur Verfügung.

Das Haus Kuster in der Kirchstraße wird von Grund auf umgebaut. Der Ökonomieteil und das Dach werden komplett abgerissen modern wieder aufgebaut. »Kolonialwaren Obst & Gemüse« ist auf der Fassade noch zu entziffern.

Standort des Fotografen: 47.882979, 8.344164

2 Fotos: Drei Frauen vor dem Laden Kuster in der Kirchstraße, 1971

Diese Fotos stellten uns dankenswerterweise Anita Stephani, Emma Binder und Daniela Scherzinger zur Verfügung.

Eine Dose »Ananas in Stücken« kostet »1,38« DM, wie auf dem Werbeschild rechts neben dem Ladeneingang zu lesen ist. Hans und Maria Kuster betreiben in der Kirchstraße einen Gemischwarenladen, in dem es u.a. frisches Obst und Gemüse gibt. Die Produkte werden vor dem Schaufenster dargeboten. Zeit für ein Schwätzchen mit den Kundinnen ist immer. Die drei Frauen haben miteinander ganz offensichtlich Spaß.

Von links sind Emma Binder geb. Limb (1913-2005), Maria Kuster geb. Häusle (1921-2006) und Hedwig Leitold geb. Wölfle (1912 -1994) zu sehen.

Standort des Fotografen: 47.883089, 8.344209

Laden von Johann Kuster, März 1958

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Maria Kuster zur Verfügung.

Der Obsthändler Josef Kuster (1877-1935) hatte 1905 das Haus Kirchstr. 14 gekauft. Zusammen mit seiner Ehefrau Josefa geb. Baader (1879-1948) eröffnete er darin eine Kolonialwarenhandlung. Er fuhr noch mit einem Pferdewagen nach Freiburg, um dort auf dem Markt die Waren zu kaufen. Nach dem Tod des Ehepaars Kuster führte Sohn Hans Kuster (1918-?) und seine Ehefrau Maria (1921-?) das Gemischwarengeschäft weiter. Auf dem Foto ist das reichhaltige Angebot zu sehen, das auf die Kunden wartet. Frisches Obst und Gemüse werden in Holzkisten dargeboten. Dabei darf die typische Waage auf der Ladentheke nicht fehlen. 

Bis 1972 existierte der Laden Kuster. Dann musste er aufgrund des zunehmenden Konkurrenzdrucks durch die Supermärkte seine Pforten schließen.

Standort des Fotografen: 47.883137, 8.344196

Ladeneingang der Kolonialwarenhandlung Kuster in der Kirchstraße, 1956

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Maria Kuster zur Verfügung.

Maria Kuster und eine Verkäuferin stehen im Ladeneingang und schauen hinüber zum Fotografen. Die Kusters betreiben die Kolonialwarenhandlung bereits seit 1905. »Josef Kuster« steht groß über der Ladentür. Hinter den Scheiben der kleinen Fenster sind Waren ausgestellt. Im rechten Fenster sind Packungen des Waschmittels Lux zu erkennen.

Der Kaufmann Josef Kuster (1877-1935) und seine Ehefrau Josefa Kuster geb. Bader (1878-1948) hatten das Geschäft gegründet. Nach ihrem Tod ging es an die nächste Generation: Sohn Hans Kuster (1918-1967) und seine Frau Maria geb. Häusle (1921-2006) führten den Laden weiter. 1972 schließt die Kolonialwarenhandlung ihre Pforten.

Standort des Fotografen: 47.883081, 8.344236

Haus Henzler in der Kirchstraße, ca. 1955

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Maria Kuster zur Verfügung.

Rosa Henzler übernahm 1948 von Kaufmann Anton Schirmer das »Edeka«-Geschäft. Eine einfach Treppe führt von der Kirchstraße über eine Böschung hinauf zum Kaufladen. Im Vordergrund haben sich Kinder vor dem Brunnen mit der Heiligen Elisabeth als Brunnenfigur aufgestellt.

Standort des Fotografen: 47.883045, 8.344079

Untere Hauptstraße in Richtung Kirche, ca. 1928

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Gertrud Heizmann zur Verfügung.

Zwischen dem Warenhaus »zum Kasten« (links) und dem Gasthaus »zum Lamm« (rechts) fällt der Blick in die Kirchstraße. Das kleine Häuschen der Brunnenstube und dahinter das Kaufhaus Schirmer sind zu erkennen. Vor dem Haus ist ein alter Opel geparkt. Im Hintergrund ragt der schlanke Kirchturm der katholischen Pfarrrkiche in den Himmel. Ein Gewirr an Stromleitungen ist, ausgehend vom Verteilermeisten an der Ecke, über die Straße gespannt. Die Elektrizität hat seit 1916 im Städtchen Einzug gehalten. Im Vordergrund ist ein Karren abgestellt, auf dem man Langholz transportierte.

Standort des Fotografen: 47.883184, 8.343646

Bahnschlitten in der Unteren Hauptstraße, 1943

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Carola Hannes zur Verfügung.

Vier Pferde ziehen den Bahnschlitten durch die winterliche Untere Hauptstraße. Durch seine Dreiecksform drückt der Schlitten den Schnee auf beiden Seiten weg. Lag der Schnee noch höher, spannte man weitere Pferde vor. Sie müssen Schwerstarbeit leisten. Ihre Rücken sind mit Planen abgedeckt. Außer dem Fuhrmann begleiten weitere Männer mit Schaufeln das Gespann. Auf dem Bahnschlitten sind beiderseits Sitze montiert. Wenn der hölzerne Schlitten nicht tief genug im Schnee schürft, setzen sich die Männer darauf und beschweren mit ihrem Gewicht den Schneepflug.

Im Hintergrund sind v.l.n.r. folgende Häuser zu sehen: Das Warenhaus »zum Kasten« (Untere Hauptstr. 7), das von dem Kaufmann Alfred Zimmermann und seiner Ehefrau Ottilie geb. Stein betrieben wird; das Kaufhaus Scheuregger (Kirchstr. 25); das Brunnenhaus oder Wasserpumpwerk, das der Stadtgemeinde gehört; und das Gasthaus »Sonne« (Kirchstr. 29) im Besitz von Gastwirt Wilhelm Faller jr.

Standort des Fotografen: 47.883184, 8.343646

Verkaufsraum der Metzgerei Bank, 2006

Sammlung Familie Waßmer

Nur wenig hat sich seit der grundlegenden Modernisierung in 1960er Jahren im Verkaufsraum der Metzgerei Karl Bank verändert. Mit dem Tod von Hermine Bank geb. Eckert im Jahre 2017 ist offen, wie es mit dem Traditionsgeschäft weitergehen wird.

Standort des Fotografen: 47.883380, 8.343881

Metzgerei Bank in der Unteren Hauptstraße, Oktober 2009

Sammlung Familie Waßmer

Während das tradtionsreiche Uhrmachergeschäft Maier (später Lorang) seit einigen Jahren zu existieren aufgehört hat und der Laden seitdem leer steht, wurde die Metzgerei Bank im Nachbarhaus bis in die jüngste Gegenwart weiterbetrieben. Seit 1963 waren der Metzgermeister Karl Bank und seine Ehefrau Hermine geb. Eckert die Eigentümer. Nach dem frühen Tod ihres Mannes stand Hermine Bank (1929-2017) bis ins hohe Alter in ihrem Laden und verkaufte Fleisch- und Wurstwaren.

Standort des Fotografen: 47.883289, 8.343764