Der Bund Deutscher Mädel (BDM) war in der NS-Zeit der weibliche Zweig der Hitlerjugend. Darin organisiert waren Mädchen im Alter von 10 bis 18 Jahren. Ab 1936 war die Mitgliedschaft verpflichtend.
Die Aufnahme zeigt eine BDM-Formation, die in der Unteren Hauptstraße am Haus des Kaufmanns Franz X. Geiger (Untere Hauptstr. 1) vorbeimarschiert, dessen Fensterläden im Erdgeschoss geschlossen sind. Im ersten Stock sind die Fenster mit Tannenreisig geschmückt, das mit kleinen Hakenkreuz-Fähnchen dekoriert ist.
Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Georg Willmann zur Verfügung.
Auf dem weißen Schild neben dem Mailänder Tor steht in großen Lettern der Anlass des Festes: »Gau-Turnfest Löffingen«. Durch das festlich geschmückte Städtchen marschieren die Sportler in ihrer weißen Turnkleidung, von Musikkapellen begleitet. Eine Kolonne kehrt vom Wendepunkt zurück und zieht nochmals gegenläufig an den Zuschauern vorbei. In Gruppen stehen die Löffinger entlang des Umzugswegs.
Links vor dem Haus Straub (Untere Hauptstr. 6) nutzt Johann Schmitt die Gelegenheit und macht Reklame für sein Kleidergeschäft in der Demetriusstraße. Der Text auf dem Holzschild lautet: »Spezialgeschäft Herren & Knaben Confection Joh. Schmitt«.
Vom Warenhaus »Kasten« (Untere Hauptstr. 7) fällt der Blick die Untere Hauptstraße hinunter in Richtung Mailänder Tor. Dass der Name des Kaufhauses passend gewählt ist, zeigt sich an dem großen Schatten, den das Gebäude wirft. Wie ein großer Kasten überragt der einstige Fruchtkasten der Fürstenbergischen Herrschaft die Nachbarhäuser.
Auf der gegenüberliegenden Straßenseite sind die Bäckerei Straub (Untere Hauptstr. 6) und das Doppelhaus mit dem Friseursalom Limb (Untere Hauptstr. 4) und dem Gasthaus »Adler« (Untere Hauptstr. 2) zu sehen. Nur wenige Jahre nach dem verheerenden Großbrand 1921 ist der Wiederaufbau abgeschlossen und der Blick findet seinen Abschluss in den neu erbauten Häusern der Demetriusstraße. Sie erstrahlen nicht nur im Sonnenlicht, sondern auch weil ihre Fassaden noch frisch sind. Sowohl das Mailänder Tor, in dessen Türmchen die Glocke noch fehlt, als auch die angrenzenden Häuser verfügen über Staffelgiebel.
Die Szene wird belebt durch die Passanten, die auf der Straße stehen, zwei davon mit Fahrrad, und ein Schwätzchen halten. Der Fotograf platziert sie genau an der Grenze des Schattenwurfes.
Seit 1954 steht der neue Demetriusbrunnen wieder an seinem alten Platz. Deutlich zu erkennen ist der noch helle, leuchtende Stein des neu erbauten Brunnens. Im kleinen idyllische Vorgarten vor dem Haus Guth (Rathausplatz 6) lädt eine Bank zum Verweilen und zu einem Schwätzchen ein. Das Gärtchen wird überragt von einer stattlichen Tanne.
Im Hintergrund ist die Metzgerei Werne (Demetriusstr. 15) und das Modegeschäft von Clara Egle (Demetriusstr. 14) zu sehen.
Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Hans-Martin Konhäuser zur Verfügung.
Rosalie Egle und Willi Konhäuser haben sich soeben in der katholischen Pfarrkirche getraut. Anschließend zieht das frischgebackene Ehepaar mit seinen Gästen durch die Straßen des Städtchens. Kinder heften sich dem Hochzeitszug an die Fersen. Als der Fotograf auf den Auslöser drückt, jagen die Kinder gerade geworfenen Münzen nach, um sie aufzusammeln und sich Kaugummis oder eine Kugel Eis kaufen zu können.
Im Haus Rathausplatz 6 befindet sich eine Filiale des Supermarktes »Gottlieb«.
Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Hans-Martin Konhäuser zur Verfügung.
Rosalie Egle und Willi Konhäuser heiraten! Nach der Trauung in der katholischen Pfarrkirche am 2. Mai 1953 zog das frischgebackene Ehepaar mit seinen Gästen durch die Straßen des Städtchens. Kinder hefteten sich dem Hochzeitszug an die Fersen. In dem Augenblick, als der Fotograf auf den Auslöser drückte, jagten die Kinder geworfenen Münzen nach, um sie aufzusammeln und sich Kaugummis oder eine Kugel Eis kaufen zu können.
Schön zu erkennen sind die Häuser auf der linken Seite der Unteren Hauptstraße: Das Warengeschäft von Franz X. Geiger, die Metzgerei von Friedrich Seilnacht, das Uhrengeschäft von Wilhelm Maier und schließlich das Kaufhaus von A. Zimmermann. Am Ende der Straße an der Einmündung zur Kirchstraße ist das Gasthaus »Sonne« zu sehen. Vor dem Friseurgeschäft Limb (Untere Hauptstr. 4) ist die »Esso«-Tankstelle zu erkennen.
Hoch türmen sich die Schneemassen im Städtchen, als der Buchbinder und Fotograf Albert Rebholz diese Winterlandschaft aufnimmt. Er wählt eine Perspektive mit dem angeschnittenen Torbogen des Mailänder Tores oben rechts im Vordergrund, um das Foto einzurahmen. Die Fichte mit ihren verschneiten Zweigen verleiht dem Bild eine weihnachtliche Note. Die Fußgänger stapfen durch den Schnee und ein einsamer Volkswagen bahnt sich in der Nähe des Gasthauses »Sonne« seinen Weg.
Verlag Gebrüder Ebner, Oberkirch in Baden | Verlag Johann Schmutz, Löffingen | Sammlung Familie Waßmer
Mitten auf dem unteren Rathausplatz steht der alte Trogbrunnen. Seit jeher versorgt der Laufbrunnen an dieser Stelle die Einwohner*innen mit Wasser und dient zugleich als Viehtränke. Als Zeichen des technischen Fortschritts trägt die steinerne Brunnensäule eine Gaslaterne. Der Brunnen steht deutlich weiter links als der heutige Demetriusbrunnen, der ihn 1912 ersetzen wird, und ragt in die Untere Hauptstraße hinein.
Rechts erhebt sich das mächtige Gebäude des Gasthauses »Adler« (Untere Hauptstr. 2). Das schmiedeeiserne Wirtshausschild spannt sich an der Hausecke über die Straße. 1907 erwarb der Friseurmeister Julius Limb die linke Hälfte des Hauses, um dort seinen Friseursalon (Untere Hauptstr. 4) einzurichten. Die Umbauarbeiten sind auf der Aufnahme offenbar noch im Gange. Damit lässt sich auch die Entstehungszeit des Fotos recht eng eingrenzen.
Am linken Bildrand steht das Haus Schmutz (Rathausplatz 6). Auch ihm bleibt nicht mehr viel Zeit: Am 11. Dezember 1909 brennt es ab und wird anschließend durch einen Neubau im Jugendstil ersetzt. Hoch über die Häuserzeile links ragt der »Kasten« (Untere Hauptstr. 7), der ehemalige fürstenbergische Kornspeicher, mit seiner zur Straße gerichteten Giebelfront und dem markanten Dach.
Der Blick folgt der leicht gekrümmten Hauptstraße bis zum Gasthaus »Lamm« (Kirchstr. 29), dessen Giebel den Straßenraum im Hintergrund abschließt. Noch gibt es kaum Verkehr, und die Straße gehört Fußgängern, Handwerkern, Fuhrwerken und dem Vieh. Zugleich kündigen Gaslaterne und Geschäftsumbauten bereits an, dass auch im alten Löffingen die moderne Zeit Einzug hält.
Im Jahre 1920 kaufte der Kaufmann Paul Guth das Haus Rathausplatz 6 von Apotheker Otto Buisson (1868-1934). Erbaut wurde es 1911, nachdem das Vorgängergebäude abgebrannt war. Schön zu erkennen ist das kleine Vorgärtchen mit zwei Fichten, das durch einen Lattenzaun eingefasst wurde. Der Fotograf wählte seine Perspektive so, dass im Vordergrund der schmucke Demetriusbrunnen ins Bild ragt.
Das Nachbarhaus (Rathausplatz 7) gehört dem Schuhhändler Demeter Schilling.
Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Georg Willmann zur Verfügung.
Aus einem Dachfenster der Bäckerei Straub (Untere Hauptstraße 6) heraus entstand diese Aufnahme. Von der erhöhten Position bietet sich ein seltener Blick über die Dächerlandschaft des Städtchens in Richtung Rathaus. Unten auf der Straße herrscht noch kein motorisierter Durchgangsverkehr. Passanten spazieren stattdessen auf der Fahrbahn und bleiben am Straßenrand zu einem Schwätzchen stehen. Im Mittelpunkt des Fotos steht das Haus des Kaufmanns Guth (Rathausplatz 6). »L. Gottlieb« lautet der Schriftzug, der in großen Lettern an der Fassade angebracht ist. An den beiden Schaufenstern sind die Jalousien heruntergelassen. Vermutlich entstand das Foto an einem Sonntag, als das Geschäft geschlossen war. Auf dem unteren Rathausplatz ist das Kriegerdenkmal zu erkennen, das noch mit einem schmiedeeisernen Gitter eingefasst ist, das erst während des Zweiten Weltkrieges demontiert und eingeschmolzen wurde. Daneben ist das nach dem Großbrand 1921 neu erbaute Café Ritter zu sehen. Die Häuser werden vom mächtigen Rathaus überragt. Das Hochformat der Aufnahme betont zusätzlich die Höhe des Rathauses, dessen Türmchen sich vor dem wolkenlosen Himmel abhebt. Der Blick des Betrachters schweift schließlich weiter bis zu den kahlen Bäumen auf dem Alenberg.
In einen reißenden Fluß verwandelt sich die Untere Hauptstraße beim Hochwasser am 1. Juli 1958. Während das Wasser des Stettbaches normalerweise unbemerkt unter dem Städtchen hindurchfließt, schwoll das Wasser nach einem außergewöhnlich schweren Unwetter im Bereich Sensenbuck und Stettholz innerhalb weniger Minuten stark an. Es bahnt sich seinen Weg durch die Straßen und überschwemmt das halbe Städtchen.
Die Geschäfte in der Unteren Hauptstraße, wie hier der »Uhren-Maier« und die Metzgerei Seilnacht, schützen sich notdürftig mit heruntergelassenen Jalousien gegen die Fluten. Doch das Wasser ergießen sich in regelrechten Stürzbächen in die Keller und zerstört viele Warenlager. In der Bäckerei Straub, die auf dem Foto links zu sehen ist, kann das Mehl im letzten Augenblick in das Obergeschoss gebracht und so vor der Vernichtung gerettet werden. Im Hintergrund des Fotos ist vor der Bäckerei Fuß eine Menschenmenge zu erkennen. Von dem dortigen leicht erhöhten Standort aus beobachten die Schaulustigen die Naturgewalt.
Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise ??? zur Verfügung.
Links im Bild ist die Bäckerei Straub (Untere Hauptstr. 6) zu sehen. Maria Straub, die Tochter von Ernst Straub, heiratete den Bäckermeister Wilhelm Willmann. Die beiden führen die Bäckerei des Vaters weiter. Die Scheunentoreinfahrt ist im Erdgeschoss durch ein Fenster und im ersten Stockwerk durch zwei Fenster ersetzt. Statt der zwei Einzelgauben erstreckt sich über das ganze Dach eine Schleppgaube. Vor dem Haus steht ein Opel Olympia 51.
Daneben ist der Friseursalon von Julius Limb (Untere Hauptstr. 4) mit seiner Tankstelle und das Gasthaus »Adler« (Untere Hauptstr. 2) zu erkennen. Auf dem unteren Rathauspatz, der sich im Hintergrund anschließt, fehlt der Demetriusbrunnen, der im Zweiten Weltkrieg zerstört und erst 1954 neu erbaut wurde. Auch auf dem Dach des Mailänder Tores sind die Kriegszerstörungen noch deutlich zu erkennen.