Nur wenig hat sich seit der grundlegenden Modernisierung in 1960er Jahren im Verkaufsraum der Metzgerei Karl Bank verändert. Mit dem Tod von Hermine Bank geb. Eckert im Jahre 2017 ist offen, wie es mit dem Traditionsgeschäft weitergehen wird.
Während das tradtionsreiche Uhrmachergeschäft Maier (später Lorang) seit einigen Jahren zu existieren aufgehört hat und der Laden seitdem leer steht, wurde die Metzgerei Bank im Nachbarhaus bis in die jüngste Gegenwart weiterbetrieben. Seit 1963 waren der Metzgermeister Karl Bank und seine Ehefrau Hermine geb. Eckert die Eigentümer. Nach dem frühen Tod ihres Mannes stand Hermine Bank (1929-2017) bis ins hohe Alter in ihrem Laden und verkaufte Fleisch- und Wurstwaren.
Auch in Kriegszeiten wird geheiratet. Vor dem Haus der Metzgerei Seilnacht (Untere Hauptstr. 3) stehen Braut und Bräutigam und weitere Personen. Mehrere Männer tragen Wehrmachtsuniformen. Die Braut ist ??? Seilnacht, der Bräutigam Max Hirt.
Das Nachbarhaus (Untere Hauptstr. 5) gehört dem Uhrmachermeister Wilhelm Maier. Darin befindet sich nicht nur sein Uhrengeschäft, sondern auch eine »Annahmestelle der Bezirkssparkasse Neustadt i. Schw.«, wie auf dem Emailleschild neben der Haustür zu lesen ist.
Auf der Postkarte ist eine »Gesammt Ansicht« von Löffingen zu sehen. Auf der neueröffneten Bahnstrecke dampft gerade ein Zug in Richtung Bahnhof. Die neuerbaute Wallfahrtskirche zum Schneekreuz wird ebenfalls werbewirksam ins Bild gesetzt. Das »Warenhaus zum Kasten«, für das ebenfalls geworben wird, ist auf einem entrollten Blatt Papier zu sehen. Den Namen hat das Kaufhaus vom fürstenbergischen Getreidespeicher übernommen, der sich früher in diesem Gebäude befand. Das Zehnt-Getreide wurde in der Redensart der Einwohner in den Kasten gefahren. So entstand der Hausname »Zum Kasten«. Der offizielle Name auf dem Kaufhausschild war: »Th. Schmutz-Mayer z. Kasten«. Der Name Mayer verweist auf die Vorbesitzer des Kaufhauses, von denen Thomas Schmutz das Gebäude übernahm. Er war auch der Besitzer des angebauten Hauses. Auf dem Dach ist eine imposante Blitzableiteranlage zu sehen. In der Kirchstraße steht ein mit Pferden bespannter Karren.
Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Emilie und Heinz Albrecht zur Verfügung.
Beim »Uhren-Maier« (Untere Hauptstr. 5) gibt es nicht nur Uhren in den verschiedensten Formen und Größen, wie diese Innenaufnahme zeigt. Zum Verkauf angeboten werden auch Schmuck, Porzellan, Reiseandenken und sonstige Kunstgegenstände, darunter auch Nippes.
Das 1919 gegründete Geschäft wird 1959 umgebaut und modernisiert. Seit 1962 wird es in zweiter Generation von Tochter Emilie Albrecht geb. Maier (1922-?) und ihren 1958 geheirateten Ehemann Heinz Albrecht geführt.
Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Emilie Albrecht zur Verfügung.
In einem weißem Arbeitskittel steht der Optiker und Uhrmachermeister Wilhelm Maier vor seiner Ladentür, über der die Hausnummer 14 prangt. Maier wurde 1889 in Rötenbach geboren und betreibt seit 1919 seinen Laden in der Unteren Hauptstr. 5.
Ein liebevoll gestaltetes Reklameschild zeigt zwei Reisende, die mit einem Koffer zum Bahnhof eilen. Es weist darauf hin, dass das Geschäft neben Uhren und Schmuck auch »Reiseandenken« im Angebot hatte. Die Kunden kommen aber noch aus einem weiteren Grund zu Maiers: Auf dem Emailleschild links vom Eingang ist zu lesen, dass sich in den Geschäftsräumen auch eine »Annahmestelle der Bezirkssparkasse Neustadt/Schw.« befindet.
Im Nachbarhaus betreibt Friedrich Seilnacht (1901-1987) seine Metzgerei und Wursterei.
So präsentiert sich das Uhrengeschäft Maier viele Jahrzehnte lang. Seit dem Umbau 1959 befindet sich im Erdgeschoss eine breite Schaufensterfront. Auf der Markise darüber wird das Warensortiment angepriesen: »Uhren – Schmuck – WMF Erzeugnisse – Kuckuckuhren – Reiseandenken – Kunstgewerbe«. Emilie Albrecht geb. Maier (1922-?) und ihr Ehemann Heinz Albrecht hatten das seit 1919 existierende Geschäft 1962 von der Mutter Luise Maier geb. Manock übernommen und in zweiter Generation fortgeführt.
1991 gehen Emilie und Heinz Albrecht in den Ruhestand. Da sie keine Nachfolger finden können, geben sie das Geschäft nach 72 Jahren auf.
Dieses Foto stellten uns Emilie und Heinz Albrecht zur Verfügung.
Nach dem Tod von Uhrmachermeister Wilhelm Maier 1954 führte zunächst dessen Witwe Luise Maier geb. Manock das Geschäft weiter. 1959 werden die Geschäftsräume modernisiert und breite Schaufenster in die Fassade gebrochen, um die Uhren und den Schmuck der Kundschaft zeitgemäß präsentieren zu können.
Ab 1962 führt die Maier-Tochter Emilie zusammen mit ihrem Ehemann Heinz Albrecht den Familienbetrieb weiter. Die beiden hatten 1958 geheiratet.
Der Bund Deutscher Mädel (BDM) war in der NS-Zeit der weibliche Zweig der Hitlerjugend. Darin organisiert waren Mädchen im Alter von 10 bis 18 Jahren. Ab 1936 war die Mitgliedschaft verpflichtend.
Die Aufnahme zeigt eine BDM-Formation, die in der Unteren Hauptstraße am Haus des Kaufmanns Franz X. Geiger (Untere Hauptstr. 1) vorbeimarschiert, dessen Fensterläden im Erdgeschoss geschlossen sind. Im ersten Stock sind die Fenster mit Tannenreisig geschmückt, das mit kleinen Hakenkreuz-Fähnchen dekoriert ist.
Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Georg Willmann zur Verfügung.
Auf dem weißen Schild neben dem Mailänder Tor steht in großen Lettern der Anlass des Festes: »Gau-Turnfest Löffingen«. Durch das festlich geschmückte Städtchen marschieren die Sportler in ihrer weißen Turnkleidung, von Musikkapellen begleitet. Eine Kolonne kehrt vom Wendepunkt zurück und zieht nochmals gegenläufig an den Zuschauern vorbei. In Gruppen stehen die Löffinger entlang des Umzugswegs.
Links vor dem Haus Straub (Untere Hauptstr. 6) nutzt Johann Schmitt die Gelegenheit und macht Reklame für sein Kleidergeschäft in der Demetriusstraße. Der Text auf dem Holzschild lautet: »Spezialgeschäft Herren & Knaben Confection Joh. Schmitt«.
Vom Warenhaus »Kasten« (Untere Hauptstr. 7) fällt der Blick die Untere Hauptstraße hinunter in Richtung Mailänder Tor. Dass der Name des Kaufhauses passend gewählt ist, zeigt sich an dem großen Schatten, den das Gebäude wirft. Wie ein großer Kasten überragt der einstige Fruchtkasten der Fürstenbergischen Herrschaft die Nachbarhäuser.
Auf der gegenüberliegenden Straßenseite sind die Bäckerei Straub (Untere Hauptstr. 6) und das Doppelhaus mit dem Friseursalom Limb (Untere Hauptstr. 4) und dem Gasthaus »Adler« (Untere Hauptstr. 2) zu sehen. Nur wenige Jahre nach dem verheerenden Großbrand 1921 ist der Wiederaufbau abgeschlossen und der Blick findet seinen Abschluss in den neu erbauten Häusern der Demetriusstraße. Sie erstrahlen nicht nur im Sonnenlicht, sondern auch weil ihre Fassaden noch frisch sind. Sowohl das Mailänder Tor, in dessen Türmchen die Glocke noch fehlt, als auch die angrenzenden Häuser verfügen über Staffelgiebel.
Die Szene wird belebt durch die Passanten, die auf der Straße stehen, zwei davon mit Fahrrad, und ein Schwätzchen halten. Der Fotograf platziert sie genau an der Grenze des Schattenwurfes.
Seit 1954 steht der neue Demetriusbrunnen wieder an seinem alten Platz. Deutlich zu erkennen ist der noch helle, leuchtende Stein des neu erbauten Brunnens. Im kleinen idyllische Vorgarten vor dem Haus Guth (Rathausplatz 6) lädt eine Bank zum Verweilen und zu einem Schwätzchen ein. Das Gärtchen wird überragt von einer stattlichen Tanne.
Im Hintergrund ist die Metzgerei Werne (Demetriusstr. 15) und das Modegeschäft von Clara Egle (Demetriusstr. 14) zu sehen.