Haus Schelling in der Kirchstraße, ca. 1976

Stadtarchiv

In der Werkstatt im Erdgeschoss fertigt Wagnermeister Hermann Schelling (1914-1998) Ski und anderes Zubehör für den Wintersport. Seine Produkte sind im weiten Umkreis bekannt und geschätzt. Skier sind denn auch in den beiden Glasvitrinen zwischen der Werkstatt und der Haustür ausgestellt. »Ski-Schelling« steht darüber.

Wenige Jahre später wird der Ökonomiebereich in der rechten Gebäudehälfte umgebaut. Dort, wo sich auf dem Bild das Scheunentor befindet, wird ein Durchgang zur Bittengasse geschaffen, der den Namen »Postbögle« erhält. Rechts daneben ist die Bäckerei Zahn (Kirchstr. 13) zu erkennen.

Standort des Fotografen: 47.883552, 8.345149

Häuser Schelling und Lauffer in der Kirchstraße, März 2006

Sammlung Familie Waßmer

Im März 2006 zeigt sich die Kirchstraße noch mit vertrautem Bild: Im Haus Lauffer (Kirchstr. 13) wird Brot gebacken und verkauft, so wie es hier seit Generationen Tradition hat. Zunächst führte Bäckermeister Robert Isele die Backstube, später übernahm Jakob Zahn (1909-2002). 1972 ging das Haus mitsamt der Bäckerei an den Sohn Hermann Zahn (geb. 1937), der mit seiner Ehefrau Elisabeth Zahn (geb. Hirt, 1937-2019) große Umbauten wagte: Die Fassade erhielt eine moderne Prägung mit einer breiten Fensterfront, die neugierige Blicke in den Verkaufsraum zuließ. Nebenan lockte ein kleines Café die Gäste zum Verweilen.

Als dieses Foto aufgenommen wird, wird die Bäckerei von Willi Lauffer und Theresia Lauffer gemeinsam mit ihrem Sohn betrieben. Der Duft von frischem Brot und Brötchen zieht noch durch die Straße. Doch mit dem Tod des Ehepaars Lauffer 2006 und 2009 endet die Geschichte des Bäckerhandwerks an dieser Stelle. Jahre später, 2015, geht das Haus in den Besitz von Elke Bürer und Bertram Bürer über, die es grundlegend sanieren und darin eine Physiotherapiepraxis eröffnen – die Bäckereitradition ist damit Geschichte.

Links im Bild ist das Haus Schelling (Kirchstr. 11) zu sehen. Durch den kleinen Torbogen führt der 1981 geschaffene Durchgang in die Bittengasse, der seitdem »Postbögle« genannt wird – auch wenn die Post nicht mehr dort ansässig ist. Der Name hat über die Jahrzehnte überlebt, genauso wie die Erinnerung an den früheren Ökonomiebereich des Hauses Schelling, der sich einst an dieser Stelle befand.

Standort des Fotografen: 47.883411, 8.345027

Haus Walz in der Kirchstraße, 2007

Sammlung Familie Waßmer

Im Jahr 2007 neigt sich langsam aber sicher eine Ära dem Ende zu: Das Eisenwarengeschäft Walz in der Kirchstraße schließt seine Türen. Im Schaufenster kündigt bereits der Räumungsverkauf an, dass das Geschäft bald Geschichte sein wird. Viele Löffingerinnen und Löffinger haben hier über Jahrzehnte Nägel, Schrauben, Werkzeuge oder Haushaltswaren gekauft – Alltagsgegenstände, die im Leben so selbstverständlich sind und doch immer wieder gebraucht werden.

Das Gebäude wurde nach der Übernahme durch Theo Walz (1927-2015) im Jahr 1951 grundlegend modernisiert und mehrfach umgebaut. Besonders auffällig ist der farbige Fries zwischen den großen Fenstern im Obergeschoss: In abstrakten Formen sind dort Zangen, Schrauben, Schlösser, Schlüssel und anderes Werkzeug dargestellt – eine bunte Hommage an das Sortiment, das den Laden über Jahrzehnte geprägt hat. Theo Walz stirbt 2015.

Standort des Fotografen: 47.883379, 8.345021

Haus Walz in der Kirchstraße, 1955

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Vera Hepting geb. Walz zur Verfügung.

Der Kaufmann Heinrich Walz erwarb 1913 sein neues Wohn- und Geschäftshaus in der Kirchstraße. Ursprünglich war das Gebäude das Armenhaus der Stadt. Walz baute es nach und nach um, um ausreichend Raum für sein Eisenwarengeschäft und seine Kohlenhandlung zu haben. 1951 übernahm Theo Walz (1927-2015) das Geschäft. Das kleine Ladenfester, die Eingangstür und die Stalltür wurden beseitigt und es entstand eine Ladenfront mit großen Schaufenstern. Der Wohnbereich wurde zunächst bis Mitte der 1960er Jahre unverändert belassen.

Im Nachbarhaus ist die angrenzende Bäckerei von Bäckermeister Jakob Zahn (Kirchstr. 13) zu erkennen.

Standort des Fotografen: 47.883383, 8.345020

Haus Walz in der Kirchstraße, 1951

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Vera Hepting geb. Walz zur Verfügung.

Der Eisenhändler Heinrich Walz hatte 1913 sein Haus am Unteren Rathausplatz verkauft und in seinem neu erworbenen Haus in der Hafnergasse ein neues Geschäft eröffnet. »Heinrich Walz Eisenhandlung« steht über dem schmiedeeisernen Schild, das zwischen Stalltür und Haustür hängt. Ein Schaufenster im eigentlichen Sinn gibt es noch nicht. Die Waren werden in dem kleinen Fenster und auf dem Gehweg vor dem Haus präsentiert. Ausgestellt sind ein Schubkarrenrad, Sensenstiele mit Worb, Antraggabeln für die Heu- und Garbenernte, ein Waschbrett und mehrere Gitterroste.

Wenige Jahre später wir das Haus Walz umgebaut und modernisiert.

Standort des Fotografen: 47.883383, 8.345020

Weinfässer der Weinhandlung Hogg in der Alenbergstraße, 1981

Sammlung Familie Waßmer

Im Hof des Hauses Benitz (Alenbergstr. 7/9) stehen sie wie stille Zeugen vergangener Zeiten: die schweren Holzfässer der Weinhandlung Hogg. Dunkel glänzt das Holz, der Geruch von Keller, feuchtem Stein und altem Wein scheint sich in die Fassdauben eingegraben zu haben.

Das Haus Benitz selbst wurde 1823 von dem Gastwirt Josef Hogg (1796-1857) erbaut. Doch schon zuvor lag auf dem Grundstück ein großer Weinkeller, der bis zu 20.000 Liter Wein fassen konnte. 1862 übernahm der Weinhändler Josef Eggert (1821-1888) die Weinhandlung, bis sie 1896 in den Besitz der Familie Benitz überging. Seitdem wird die Tradition hier fortgeführt – mittlerweile in der dritten Generation durch Klaus Benitz (1938-2015).

Mit den Fässer verbindet sich aber nicht nur die Geschichte der Weinhandlung, sie erzählen auch von Festen und Alltag, von einem Getränk, das auch immer für ein Stück Geselligkeit steht.

Standort des Fotografen: 47.885311, 8.343995

Haus Koch in der Kirchstraße, 1956

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Anita Stephani zur Verfügung.

»Teppiche K. Koch Gardinen« steht groß an der Fassade über dem Hauseingang. Am Seitengiebel heißt es außerdem: »Matratze Möbel Polstermöbel«. Der Sattlermeister Karl Koch hatte das Grundstück 1929 nach dem Großbrand in der Hafnergasse übernommen und darauf den Neubau mit Staffelgiebel errichtet. In breiten Schaufenstern werden die Waren, z. B. ein Kinderwagen, dargeboten.

Bei Kochs werden auch Fremdenzimmer an Kurgäste vermietet. Offenbar ist gerade der Urlaub für einige Gäste zu Ende und sie reisen ab. Man stellt sich vor dem Haus nochmal zu einem Gruppenfoto auf. Daneben wartet schon das geparkte Auto.

Standort des Fotografen: 47.883064, 8.344048

Kirchstraße, ca. 1951-1954

Verlag A. Rebholz, Löffingen

Drei Häuser der rechten Häuserzeile, die 1929 abgebrannt waren, wurden mit begradigter Front und Staffelgiebeln wieder aufgebaut. Im Vordergrund steht das Haus Koch (Kirchstr. 21). Im Geschäft von Sattlermeister Karl Koch gibt es, wie an der Hausfassade zu lesen ist, unter anderem Teppiche und Gardinen. Ein eingezäunter Vorgarten erstreckt sich an der Giebelfront der Bittengasse. Das Haus des Landwirts Adolf Sibold (Kirchstr. 19) nebenan gliedert sich in ein Wohnhaus und eine Ökonomie, wie an den zwei Scheunentoren deutlich zu sehen ist. Dahinter folgt das Haus des Landwirts Johann Laufer (Kirchstr. 17).  Zwei hohe Scheunentore dominieren die Fassade. Das daran anschließende Haus des Kaufmanns Heinrich Walz (Kirchstr. 15) wird gerade modernisiert und breite Schaufenster im Erdgeschoss werden eingebaut.

Damals gab es in der Straße zwei Laufbrunnen. Auf dem Brunnen im Vordergrund stand die Figur der Heiligen Elisabeth, die aber auf dieser Ansicht fehlt. Der zweite Laufbrunnen stand weiter hinten in der Straße.

Der Farrenstall in der Bittengasse, der im Zweiten Weltkrieg zerstört und erst im Laufe der 1950er Jahren wiederaufgebaut worden war, fehlt auf diesem Foto. Das Bauhofgebäude ist ebenfalls noch nicht gebaut. Insofern müsste das Foto Anfang der 1950er Jahre aufgenommen worden sein.

Standort des Fotografen: 47.883087, 8.343864

Fronleichnamsprozession in der Kirchstraße, 1956

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rolf Benz zur Verfügung.

Die feierliche Fronleichnamsprozession nimmt ihren Weg durch die Kirchstraße. Die Häuser sind geschmückt mit Girlanden und Fahnen in den kirchlichen Farben, aber auch mit einer deutschen Fahne in schwarz-rot-gold. Hinter der Feuerwehr mit ihren Helmen gehen die Mädchen in ihren Kommunionkleidern. Ordensschwestern sind dabei und ganz hinten sieht man Ministranten und den Himmel, unter dem der Pfarrer mit der Monstranz schreitet. Beim Kaufhaus Kuster im Vordergrund sind die Läden geschlossen. Das Scheunentor daneben verrät, dass es noch einen Ökonomieteil gibt.

Auf dem Kirchplatz steht damals noch ein Trogbrunnen mit der Figur der Heiligen Elisabeth. Eine Nachbildung dieser Brunnenfigur steht seit 2013 auf dem Brunnen am »Scharfen Eck« in der Oberen Hauptstraße.

Standort des Fotografen: 47.883098, 8.343835

Abbruch der Ökonomie vom Haus Kuster in der Kirchstraße, 1963

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Maria Kuster zur Verfügung.

Das Haus Kuster in der Kirchstraße wird von Grund auf umgebaut. Der Ökonomieteil und das Dach werden komplett abgerissen modern wieder aufgebaut. »Kolonialwaren Obst & Gemüse« ist auf der Fassade noch zu entziffern.

Standort des Fotografen: 47.882979, 8.344164

2 Fotos: Drei Frauen vor dem Laden Kuster in der Kirchstraße, 1971

Diese Fotos stellten uns dankenswerterweise Anita Stephani, Emma Binder und Daniela Scherzinger zur Verfügung.

Eine Dose »Ananas in Stücken« kostet »1,38« DM, wie auf dem Werbeschild rechts neben dem Ladeneingang zu lesen ist. Hans und Maria Kuster betreiben in der Kirchstraße einen Gemischwarenladen, in dem es u.a. frisches Obst und Gemüse gibt. Die Produkte werden vor dem Schaufenster dargeboten. Zeit für ein Schwätzchen mit den Kundinnen ist immer. Die drei Frauen haben miteinander ganz offensichtlich Spaß.

Von links sind Emma Binder geb. Limb (1913-2005), Maria Kuster geb. Häusle (1921-2006) und Hedwig Leitold geb. Wölfle (1912 -1994) zu sehen.

Standort des Fotografen: 47.883089, 8.344209

Laden von Johann Kuster, März 1958

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Maria Kuster zur Verfügung.

Der Obsthändler Josef Kuster (1877-1935) hatte 1905 das Haus Kirchstr. 14 gekauft. Zusammen mit seiner Ehefrau Josefa geb. Baader (1879-1948) eröffnete er darin eine Kolonialwarenhandlung. Er fuhr noch mit einem Pferdewagen nach Freiburg, um dort auf dem Markt die Waren zu kaufen. Nach dem Tod des Ehepaars Kuster führte Sohn Hans Kuster (1918-?) und seine Ehefrau Maria (1921-?) das Gemischwarengeschäft weiter. Auf dem Foto ist das reichhaltige Angebot zu sehen, das auf die Kunden wartet. Frisches Obst und Gemüse werden in Holzkisten dargeboten. Dabei darf die typische Waage auf der Ladentheke nicht fehlen. 

Bis 1972 existierte der Laden Kuster. Dann musste er aufgrund des zunehmenden Konkurrenzdrucks durch die Supermärkte seine Pforten schließen.

Standort des Fotografen: 47.883137, 8.344196