Kaufhaus Henzler in der Kirchstraße, ca. 1966

Diese Fotos stellten uns dankenswerterweise Andrea Wörner-Schießel und Klaus-Peter Wörner zur Verfügung.

Noch sieht das Kaufhaus Henzler von außen genau so aus, wie es 1915 erbaut wurde. Das Vorgängergebäude war am 2. März 1915 abgebrannt. Daraufhin war auf dem Brandplatz ein schmuckes Gebäude mit Erker und Schaufenstern im Erdgeschoss errichtet worden. Wenige Jahre später werden die rundbogigen Schaufenster durch eine moderne durchgehende Schaufensterfront ersetzt.

Betrieben wird das Geschäft von »Albert Henzler Wwe.«, wie auf dem Schild über dem Eingang groß geschrieben steht. Damit ist Rosa Henzler geb. Winterhalder (1900-?) gemeint. Im Schaufenster wird Bekleidung zum Verkauf angeboten. Links und rechts neben dem Eingang werden Kisten mit Gemüse und Obst dargeboten.

Zwei VW Käfer sind vor dem Kaufhaus geparkt. Mitten auf der Kirchstraße steht ein alter Laufbrunnen, auf der die Heilige Elisabeth als Brunnenfigur thront. Der Brunnen muss Mitte der 1970er Jahre weichen, da er zum Verkehrshindernis geworden ist.

Standort des Fotografen: 47.883025, 8.344071

Gruppenfoto vor Limbs Laden in der Unteren Hauptstraße, 1926

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Gaby Vogt zur Verfügung.

»Alles, was Du suchst auf Erden, / kann bei Limb gefunden werden«, so lautet das Motto und der Werbespruch von Friseurmeister Julius Limb (1883-1968). 1902 hatte er seinen ersten Friseursalon in Löffingen eröffnet, damals noch in seinem Elternhaus auf dem Alenberg. Zwei Jahre später erwarb er die linke Gebäudehälfte vom Gasthaus »Adler« in der Unteren Hauptstraße und eröffnete dort sein neues Geschäft. Neben seiner Tätigkeit als Friseurmeister handelte Limb mit allem, was man sich denken kann: Er führte Elektrogeräte, Fahrräder, Nähmaschinen und Drogerieartikel (»Drogen«).

Auf dem Foto steht Julius Limb zusammen mit seiner Ehefrau Maria Limb (geb. Nägele) und anderen Personen im weißen Friseurkittel vor seinem Geschäft. Das Mädchen rechts ist Hedwig Limb (verh. Vogt, 1919-2010). Ein Gartenzaun rahmt den kleinen Vorgarten ein. Die Fassade ist von einer Kletterpflanze eingewachsen. Werbeschilder sind an dem Lattenzaun angebracht: Sie preisen Kaffee (»Kathreiners Malzkaffee«) und »MAGGI Suppenartikel« an. Davor streunert Limbs Hund herum.

Standort des Fotografen: 47.883467, 8.343782

Laternenbrüder vor Limbs Laden in der Unteren Hauptstraße, ca. 1930-1940

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Gaby Vogt zur Verfügung.

Vor dem Friseursalon von Julius Limb (Untere Hauptstr. 4) stehen vier Laternenbrüder. Sie sind nicht nur an der Laterne zu erkennen, die sie bei sich führen, sondern auch an ihrem Kittel und ihrem schwarzen Rundhut. Alle vier nuckeln an Tabakpfeifen.

Im Hintergrund ist der Eingang zum Friseusalon und das Schaufenster zu erkennen, das mit Fasnachtsmasken dekoriert ist. Die Ölsäule links mit dem Schritzug »Das Vollschutz Motor-Öl« verweist darauf, dass Julius Limb auch eine »Esso«-Tankstelle betreibt.

V.l.n.r.: Walter Ratzer, Willy Vogt, Josef Heiler, Julius Limb (1883-1968)

Standort des Fotografen: 47.883467, 8.343782

Haus Schmitt in der Alenbergstraße, ca. 1925

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Prof. Dr. Petra Hörner zur Verfügung.

»Herrenmaßgeschäft und Kleiderhandlung«, so lautet die offizielle Bezeichnung des Geschäfts von Schneidermeister Johann Schmitt (1878-1967)Die Jahreszahl »1925« steht auf dem Steingewände des Rundbogens des Ladens. Sie verweist darauf, dass das Haus nach dem Großbrand 1921 erbaut wurde. Als das Foto aufgenommen wird, ist das Haus noch fast wie neu.

Johann Schmitt stammt aus dem Württembergischen. Seine erste Ehefrau Berta (1881-1914) war 1914 im Alter von nur 34 Jahren verstorben. Nach dem Ersten Weltkrieg verheiratete sich der Witwer in zweiter Ehe mit Mathilde geb. Ruf (1877-1948) aus Rötenbach. Am 14. Juni 1921 bekamen die beiden Zwillinge. Die Tochter Frieda Schmitt starb bereits am Tag der Geburt. Der Sohn Johannes Schmitt tritt später in die väterlichen Fußstapfen und wird Schneidergeselle in Donaueschingen. Im Zweiten Weltkrieg wird er Soldat.  Am 5. Juni 1942 stirbt er kurz vor seinem 21. Geburtstag in Russland durch einen Bauchschuss.

Standort des Fotografen: 47.884689, 8.345095

Fritz Adrion beim Turnen in einem Pavillon auf dem Alenberg, ca. 1925

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Fritz Adrion zur Verfügung.

»Der 5-jährige Jugend-Turner im Handstand« lautet die Bildunterschrift dieses Fotos. Zu sehen ist Fritz Adrion (1920-2004), der in einem Pavillon auf dem Alenberg turnt. Eigentlich geht es aber gar nicht um den Handstand des Jungen, sondern um den Pavillon aus Holzstäben. Das Bild dient zur Werbung des väterlichen Geschäfts. Der Gipsermeister Friedrich Adrion sen. (1897-1971) betreibt für kurze Zeit auch ein »Holzmatten-Werk«, wie es ganz oben in der Überschrift der Reklamekarte heißt.

Standort des Fotografen: 47.886377, 8.343069

Fenster des Ladengeschäftes »Gottlieb«, 1936

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Monika Huber zur Verfügung.

Das Schaufenster der »Gottlieb«-Filiale am Rathausplatz ist anlässlich des Firmenjubiläums dekoriert. »65 Jahre gute Ware 1871-1936 Gottlieb« ist auf dem runden Schild zu lesen. Weinflaschen und ein Weinfass werden im Schaufenster präsentiert. Darunter ist der Schriftzug »Trinkt deutschen Wein« auf die Scheibe geschrieben. Der Slogan wird seit den 1920er Jahren bei Werbekampagnen verwendet.

1871 war der erste »Gottlieb«-Laden in Saarbrücken durch den Drechsler Ludwig Gottlieb gegründet worden. In den Folgejahren eröffnete er unter Beteiligung seiner Söhne und seines Schwiegersohns weitere Lebensmittelgeschäfte. Vor dem Ersten Weltkrieg verfügte das Unternehmen L. Gottlieb bereits über 300 Filialen. Die Löffinger Filiale befand sich im Haus von Kaufmann Paul Guth.

Standort des Fotografen: 47.883599, 8.343932

Haus Siefert mit Ladengeschäft »Gottlieb« auf dem unteren Rathausplatz, 1936

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Monika Huber zur Verfügung.

Die Jugendstilelemente sind deutlich am Wohn- und Geschäftshaus Rathausplatz 6 zu erkennen. Erbaut wurde es 1911 nach Plänen des Architekten Fr. Kopp. Bauherr war der Apotheker Otto Buisson (1868-1934). Als er 1920 nach Pforzheim zog, um dort die »Adler-Apotheke« zu betreiben, verkaufte er das Gebäude an den Kaufmann Paul Guth (1881-1924). Guth starb 1924 im Alter von nur 43 Jahren. Seine Witwe Maria Guth geb. Sibold (1886-?) übernahm das Geschäft und übergab es schließlich an ihrer Tochter Anna (1903-?) und deren Ehemann Wilhelm Siefert (?-?).

Im Erdgeschoss befindet sich eine Filiale der Lebensmittelkette »L. Gottlieb«. Anna Siefert führt außerdem ein kleines Modegeschäft. In einer Glasvitrine neben dem Eingang sind Hüte ausgestellt. Ihr Ehemann Wilhelm Siefert besitzt eine Kohlenhandlung und vertreibt Kohle, Koks und Briketts. Außerdem betreibt er eine »Aral«-Tankstelle, die verkehrsgünstig an der Landstraße liegt, die durch das Städtchen führt. Die Zapfsäule steht unmittelbar neben dem kleinen Gärtchen mit der hochaufragenden Tanne.

Standort des Fotografen: 47.883797, 8.343835

Fronleichnamsprozession in der Maienlandstraße, 14. Juni 1990

Sammlung Familie Waßmer

Bei strahlendem Sonnenschein zieht die Fronleichnamsprozession durch die Maienlandstraße und biegt in die Rötengasse ein. Hinter den Ministranten schreitet der Priester mit der Monstranz und dem Allerheiligsten. In diesem Jahr ist es nicht Stadtpfarrer Hermann Litterst (1929-2013), sondern Stephan Burger (geb. 1962). Er ist wenige Wochen zuvor am 20. Mai 1990 im Freiburger Münster zum Priester geweiht worden und hat anschließend seine Heimatprimiz in Löffingen gefeiert. Vier uniformierte Feuerwehrmänner geben mit gezücktem Schwert ein Ehrengeleit. Im Prozessionszug folgen Bürgermeister Dr. Dieter Mellert (1941-2019) und die Damen und Herren Gemeinderäte.

Standort des Fotografen: 47.885417, 8.342689

Bäckerei Straub und »alter Benzbau« in der Unteren Hauptstraße, 1921

»Badische Heimat«, Heft 1-3, Karlsruhe, 1921

In der Zeitschrift »Badische Heimat« erschien 1921 ein neunseitiger Artikel über Löffingen, der mit 28 Ansichten des Städtchens illustriert war. Anlass für den Bericht war offenbar der Großbrand von 1921. Die Zeitschrift wurde von dem 1909 gegründeten »Landesverein Badische Heimat e.V.« herausgegeben. Der Artikel wurde von seinem Schriftleiter, Max Wingenroth (1872-1922) verfasst, der Kunsthistoriker und Leiter der Städtischen Sammlungen in Freiburg war. Der Artikel führt seine Leser in Form eines Rundgangs durch das Städtchen.

Das Foto Nr. 17 ist mit  »Haus Ernst Straub mit Laden« betitelt. Zu sehen ist das Haus des Bäckermeisters Ernst Straub (Untere Hauptstr. 6) und den »alten Benzbau« (Untere Hauptstr. 8).

Wingenroth beschreibt die Ansicht mit den Worten: »Wie hier die Läden eingebaut sind, kann als gutes Gegenbeispiel gegen die vorhin erwähnten gelten und das lässt sich auch sagen von dem Laden des Ernst Straub, vor dem stehend wir uns zugleich an der freundlichen, breiten Giebelfront des Hauses Nr. 39 erfreuen. Auch die Firmenschilder, die so oft das Innere ganzer Ortschaften verunstalten, sind hier bescheiden und anständig geblieben und zerstören nicht die Wirkung der alten Straßen in ihrer guten, gekrümmten Führung mit dem glücklichen Abschluss durch den hereinragenden Giebel eines Eckhauses.«

Standort des Fotografen: 47.883482, 8.343833

Unterer Rathausplatz mit Mailänder Tor, 1921

»Badische Heimat«, Heft 1-3, Karlsruhe, 1921

In der Zeitschrift »Badische Heimat« erschien 1921 ein neunseitiger Artikel über Löffingen, der mit 28 Ansichten des Städtchens illustriert war. Anlass für den Bericht war offenbar der Großbrand von 1921. Die Zeitschrift wurde von dem 1909 gegründeten »Landesverein Badische Heimat e.V.« herausgegeben. Der Artikel wurde von seinem Schriftleiter, Max Wingenroth (1872-1922) verfasst, der Kunsthistoriker und Leiter der Städtischen Sammlungen in Freiburg war. Der Artikel führt seine Leser in Form eines Rundgangs durch das Städtchen.

Das Foto Nr. 15 ist mit »Unterer Platz, Mailänder Tor und Laden A. Egle« betitelt. Zu sehen ist die Häuserzeile am Unteren Rathausplatz mit dem Mailänder Tor, das nach dem Großbrand 1921 abgerissen wurde, um Platz für eine breitere Tordurchfahrt zu schaffen. Links daneben stehen die Häuser des Flaschnermeisters Ferdinand Willmann, des Korbmachers August Egle und die Metzgerei Werne.

Wingenroth beschreibt die Ansicht mit den Worten: »Ebenso aber erfüllt uns die andere Seite des Platzes neben dem Mailänder Tor mit Genugtuung; wie hier die Läden eingebaut sind, kann als gutes Gegenbeispiel gegen die vorhin erwähnten gelten.«

Standort des Fotografen: 47.883675, 8.344068

Oberer Rathausplatz mit Haus Nägele und Postamt, 1921

»Badische Heimat«, Heft 1-3, Karlsruhe, 1921

In der Zeitschrift »Badische Heimat« erschien 1921 ein neunseitiger Artikel über Löffingen, der mit 28 Ansichten des Städtchens illustriert war. Anlass für den Bericht war offenbar der Großbrand von 1921. Die Zeitschrift wurde von dem 1909 gegründeten »Landesverein Badische Heimat e.V.« herausgegeben. Der Artikel wurde von seinem Schriftleiter, Max Wingenroth (1872-1922) verfasst, der Kunsthistoriker und Leiter der Städtischen Sammlungen in Freiburg war. Der Artikel führt seine Leser in Form eines Rundgangs durch das Städtchen.

Das Foto Nr. 16 ist mit  »Oberer Platz, Haus Nr. 2 von 1739 und Postamt« betitelt. Zu sehen ist der Obere Rathausplatz mit dem früheren Fürstenbergischen Amtshaus, das in zwei Gebäudehälften unterteilt ist (Rathausplatz 2 und 3). 

Wingenroth beklagt zunächst den »Ladeneinbau« in der rechten Gebäudehälfte, der »das mit einer hübschen Freitreppe, Rundbogentür und Wappen gezierte Haus […] entstellt«. Dann fährt er mit den Worten fort: »Aber nicht nur der Laden ist zu beklagen, viel mehr noch das neben dem Haus stehende Postamt mit seinen ganz aus dem Rahmen der hier ortsüblichen Bauweise herausfallenden neogotisierenden Fenstern, Tür sowie der unerfreulichen Bemalung zwischen den oberen Fenstern. Indes ließe sich durch einen entsprechenden Anstrich manches mildern.« 

Standort des Fotografen: 47.883958, 8.344790

Oberer Rathausplatz mit Gewerbeschule, 1921

»Badische Heimat«, Heft 1-3, Karlsruhe, 1921

In der Zeitschrift »Badische Heimat« erschien 1921 ein neunseitiger Artikel über Löffingen, der mit 28 Ansichten des Städtchens illustriert war. Anlass für den Bericht war offenbar der Großbrand von 1921. Die Zeitschrift wurde von dem 1909 gegründeten »Landesverein Badische Heimat e.V.« herausgegeben. Der Artikel wurde von seinem Schriftleiter, Max Wingenroth (1872-1922) verfasst, der Kunsthistoriker und Leiter der Städtischen Sammlungen in Freiburg war. Der Artikel führt seine Leser in Form eines Rundgangs durch das Städtchen.

Das Foto Nr. 12 ist mit  »Oberer Platz mit Gewerbeschule« betitelt. Zu sehen ist der Obere Rathausplatz mit dem Rathausbrunnen und den einrahmenden Häusern. 

Wingenroth beschreibt die Ansicht mit den Worten: »Wir kehren zum Mittelpunkt des Städtchens, zum Rathaus zurück und blicken von seiner Nordseite aus den ansteigenden Platz hinan, der wieder an richtiger Stelle durch einen guten Steinbrunnen mit der Figur einer Ährenleserin auf gebauchter Säule geziert ist und dessen Platzwände in ihrer unregelmäßigen Führung ein sehr gutes Bild abgeben. Das Bild erhält einen vorzüglichen Abschluss durch die vorspringenden Häuser im Norden und den Blick in die Straße, die nach kurzer Führung durch zwei Giebelfronten geschlossen ist. Von den die Straße flankierenden Häusern ist das linke die neue Gewerbeschule, die alles in allem mit ihrer Freitreppe und Portal dem ansteigenden Platz einen guten Akzent gibt und sich in Höhe und Dächern trefflich einfügt. Das Haus rechts hat leider durch einen unglücklichen Ladeneinbau gelitten, wie ein solcher auch das mit einer hübschen Freitreppe, Rundbogentür und Wappen gezierte Haus auf der Westseite des Platzes entstellt.«

Standort des Fotografen: 47.883875, 8.344645