Ehepaar Walz beim Räumungsverkauf in ihrem Geschäft in der Kirchstraße, 2007

Sammlung Familie Waßmer

»Räumungs-Ausverkauf« steht auf dem gelben Hinweiszettel, der an der Kasse angebracht ist. Theo Walz und seine Frau Christine stehen hinter der Ladentheke beim Ausverkauf, bevor ihr Geschäft für immer schließt und eine mehr als 100-jährige Firmentradition ihr Ende findet.

Wenige Jahre später stirbt Theo Walz 2015 im Alter von 87 Jahren. Christine Walz geb. Ritter stirbt 2020.

Standort des Fotografen: 47.883303, 8.345073

Blick zur Pfarrkirche und zum Kaufhaus Schirmer, 1910/11

Verlag Eugen Felle, Isny / Stadtarchiv

Der Blick geht von der Hafnergasse in Richtung Kirchplatz mit der Pfarrkirche St. Michael im Hintergrund. Der schlanke Kirchturm ragt kerzengerade in den Himmel. Unterhalb des Gotteshauses steht das Haus Schirmer, ein dreistöckiges Wohnhaus mit kleinem Erker, einer Remise und einem Abtrittanbau. Das Haus hatte bis 1909 dem Kaufmann Heinrich Göbel gehört, der darin ein Geschäft betrieb. 1909 übernahm es der Kaufmann Anton Schirmer (1862-1940), der aus Württemberg stammte, zusammen mit seiner Frau Agnes geb. Eberhardt (1864-?).

Im März 1916 brach in dem Anwesen Feuer aus und legte es in Schutt und Asche. Die Waren verbrannten größtenteils. Ein Teil der Fahrnisse konnte gerettet werden. Die Schirmers bauten das Haus zweistöckig wieder auf.

Das Foto ist ein Ausschnitt aus einer Mehrbildkarte.  

Standort des Fotografen: 47.883088, 8.344378

Gemischtwarenhandlung Henzler in der Kirchstraße, ca. 1966

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Andrea Wörner-Schießel und Klaus-Peter Wörner zur Verfügung.

Wie breit das Sortiment im »Gemischtwaren«-Geschäft von Rosa Henzler geb. Winterhalder (1900-?) ist, lässt sich erahnen, wenn man die Warenauslage etwas genauer unter die Lupe nimmt. Textilien werden dargeboten, Obst und Gemüse, »Jopa-Eiskrem«, Getränke, wie z.B. »Martini«, aber auch Waschmittel der Marke »Skip«. Noch sind die Schaufenster klein und fügen sich in die Fassade des 1915 erbauten Gebäudes ein. Wenig später werden die beiden Rundbögen durch eine durchgehende moderne Schaufensterfront ersetzt.

Standort des Fotografen: 47.882898, 8.344197

Junge am »Scharfen Eck« in der Oberen Hauptstraße, ca. 1939

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Anni Kaiser zur Verfügung.

»Mech. Küferei v. Karl Jordan« steht im Hintergrund  auf der Fassade des Hauses mit dem Staffelgiebel. Hier betreibt der Küfermeister Karl Jordan (1908-?) sein Geschäft, wie unschwer an den Holzfässern zu erkennen ist, die neben dem Hauseingang stehen. Der Sohn von Julius Jordan (1874-1961), der ebenfalls Küfermeister war, besitzt das Anwesen in der Oberen Hauptstraße seit 1934: Er übernahm es von seinem Bruder Wilhelm Jordan (1902-1970), der neuer Betreiber des Gasthauses »zum Löwen« wurde. Auf dem Foto ist die dritte Jordan-Generation zu sehen: Hermann Jordan (geb. 1935) läuft in kurzen Hosen und mit Regenschirm am Brunnen vorbei, der auf dem kleinen Platz am »Scharfen Eck« steht.

Im Hintergrund ist neben dem Haus Jordan die Apotheke von Erwin Himmelseher (1875-1949) zu erkennen, die er zusammen mit seiner Ehefrau Sofie geb. Jordan (1881-?) betreibt. Zwischen den beiden Gebäuden ragt eine hohe Tanne in den Himmel.

Standort des Fotografen: 47.884443, 8.345636

Mehrbildkarte »Gruß aus Löffingen« mit drei Ansichten, ca. 1900-1905

Kunstanstalt Fr. Schmidt, Lahr

Diese lithografische Mehrbildkarte wird am 13. April 1906 per Post versandt. W. Vogt schreibt darauf folgende handschriftlichen Zeilen: »Lieber Herr Seidenkranz! Vergnügte Feiertage sendet Ihnen & dem ganzen Unteroffizier-Corps Ihr ergebener W. Vogt, Gefreiter der Reserve«. Am oberen Bildrand fügt er einen »Gruß an Sectionstreiber Foerster!« hinzu. Bei dem Absender handelt es sich vermutlich um den Kaufmann Wilhelm Vogt, der am oberen Rathausplatz ein Geschäft betreibt.

Auf der Karte sind drei Motive zu sehen: Oben ist eine »Gesamtansicht« des Städtchens abgebildet. Eine Lokomotive fährt auf der 1901 eröffneten Bahnlinie. Rechts darunter ist die 1898 geweihte »Wallfahrtskirche Schneekreuz« zu sehen. Und unten links ist eine Ansicht vom »Warenhaus zum Kasten« (Untere Hauptstr. 7) dargestellt.

Familie Sibold vor ihrem Haus in der Maienlandstraße, ca. 1957

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Hanni Thoma zur Verfügung.

 »Malermeister Karl Sibold« steht groß über der Haustür. Seit 1928 wohnt Familie Sibold im Maienland und Karl Sibold (1899-1975) betreibt hier sein Malergeschäft. Das Foto zeigt ihn in weißer Malerkleidung zusammen mit seiner Frau Luise geb. Durler (1898-?) und ihrer ältesten Tochter Johanna (geb. 1930).  Rechts neben der Eingangstür ist das neue, moderne Schaufenster zu erkennen, auf dem Werbung angebracht ist: Die Worte »Tapete« und »Putzmittel« lassen sich am rechten Bildrand gerade noch entziffern.  

Alte Löffinger erinnern sich noch heute, dass es für sie als Kinder etwas Besonderes war, bei Sibolds in den Laden hineinzuschauen oder auch nur an der offenen Tür vorbei zu gehen. Denn der damals noch sehr ungewohnte Duft von Waschmittel roch für sie himmlisch.

Standort des Fotografen: 47.885734, 8.342341

Haus Sibold in der Maienlandstraße, ca. 1957

Dieses Bild stellte uns dankenswerterweise Karl Sibold zur Verfügung.

Seit 1928 existierte das Geschäfte von Malermeister Karl Sibold (1899-1975) in diesem Haus in der Maienlandstraße 14. Der Sohn Karl Sibold jr. (1937-2016), hier im Bild, übernahm später das väterliche Geschäft und baute ein neues Wohn- und Geschäftshaus in der Maienlandstraße 4. Die Werkstatt des Malerbetriebs, die auf diesem Foto zu sehen ist, wird von einem Spalierbaum und von Blumenschmuck auf dem Flachdach aufgehübscht. Aus einem der Fenster im Dachgeschoss schaut Johanna Sibold (geb. 1930) heraus. Der Misthaufen, der rechts ins Bild ragt und an dem ein Werbeschild der Firma »Persil« angebracht ist, gehört zum Nachbarhaus des Ehepaares Otto und Mathilde Lehmann.

Standort des Fotografen: 47.885602, 8.342347

Haus Sibold in der Maienlandstraße, ca. 1960

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Hanni Thoma zur Verfügung.

Im Jahre 1928 hatte der Malermeister Karl Sibold (1899-?) und seine Frau Luise (geb. Durler, 1898-?) das Haus Maienlandstr. 14 gekauft, das damals die Hausnummer 145 hatte. Es handelte sich um ein zweistöckiges Wohnhaus mit Scheuer und Stallung und einer angebauten einstöckigen Werkstatt. Karl Sibold betreibt hier sein Malergeschäft, wie groß über der Haustür zu lesen steht.

Auf diesem Foto aus den 1950er Jahren ist bereits rechts neben der Tür ein Schaufenster in die Fassade gebrochen. Der Spalierbaum, der früher neben dem Werkstatttor wuchs, ist verschwunden. Stattdessen lehnt dort ein Motorrad an der Wand. Der Misthaufen, der am rechten Bildrand in das Foto ragt, gehört zum Nachbarhaus des Ehepaares Lehmann. Ende der 1970er Jahre wird das Haus vom Neffen Hermann Sibold abgebrochen und durch einen Neubau ersetzt. Nur die einstöckige Werkstatt bleibt stehen.

Standort des Fotografen: 47.885602, 8.342362

Haus Hasenfratz mit Ladengeschäft in der Demetriusstraße, ca. 1974

 

Stadtarchiv

Auch dieses Haus rechts vom Mailänder Tor war beim Großbrand 1921 abgebrannt. Nach dem Wiederaufbau erwarben der Kaufmann Karl Hasenfratz II (1899-?) und seine Frau Anna geb. Beha (1896-?) das Gebäude. Viele Jahrzehnte betrieben sie darin eine kleine Schuhhandlung. Bereits in den 1950er Jahren modernisierten sie den Laden und brachen ein breites Schaufenster in die Fassade. In den 1970er Jahren übernahm das Ehepaar Laule das Gebäude. In dem Laden betrieb später Irmgard Gnädinger ihr »Wollstüble«. 

Standort des Fotografen: 47°53’03.0″N 8°20’38.7″E

Familien Wehrle / Scholz vor ihrem Haus in der Demetriusstraße, ca. 1955

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Franz Scholz zur Verfügung.

Schneidermeister Johann Wehrle (links) steht mit seiner Familie vor dem Werkstatteingang seines Hauses. Die einstige Toreinfahrt musste einer Tür und einem Fenster weichen. In der Werkstatt hat bereits sein Schwiegersohn der Schuhmachermeister Gerhard Scholz (1925-1998) seine Tätigkeit aufgenommen, wie an dem angebrachten Schild zu erkennen ist. Scholz stammt aus dem schlesischen Breslau und lernte während des Krieges Anneliese Wehrle (1924-2011) kennen, als der Soldat in Löffingen stationiert war. Nach dem Krieg heirateten die beiden.

V. l. n. r.: Johann Wehrle (1889-?), Gerhard Scholz, Anneliese Scholz geb. Wehrle, Luise Wehrle geb. Strobel (1887-1962), Unbekannt, Unbekannt.

Standort des Fotografen: 47°53’03.1″N 8°20’38.8″E 

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