Kinder in der Ringstraße, ca. 1953

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Maria Göpper zur Verfügung.

Drei Mädchen stehen nebeneinander im Gras. Es ist Sommer, ihre leichten Kleider fallen weich, eine trägt eine Schürze über dem geblümten Stoff, die mittlere ein schlichtes Kleid mit Knopfleiste, die Älteste ein gestreiftes Oberteil mit gemustertem Rock. Die Sonne lässt sie blinzeln.

Sie stehen neben dem Mehrfamilienhaus in der Ringstraße 8, dem »neuen Benzbau« – vor rund 30 Jahren als Werkswohnungen für Betriebsangehörige des Sägewerkes Benz erbaut. Hinter ihnen ist die Ringstraße selbst kaum mehr als ein schmaler Weg, ruhig und überschaubar.

Ein Staketenzaun zieht sich im Hintergrund entlang und markiert die Grenze zu den Grundstücken der Demetriusstraße. Die dortigen Häuser folgen noch immer dem Verlauf des mittelalterlichen Stadtrings – Geschichte im Alltäglichen, sichtbar im Grundriss des Ortes. Links im Bild steht ein landwirtschaftlich genutztes Gebäude, dessen Dach noch mit Holzschindeln gedeckt ist.

V.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???

Standort des Fotografen: 47.883768, 8.342882

Rückseite des Hauses Fehrenbach in der Ringstraße, ca. 1953

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Maria Göpper zur Verfügung.

Eine Oma steht mit ihren Enkelkindern vor dem hohen Staketenzaun, der den Hofgarten des Hauses Josef Fehrenbach umgibt. Der Schatten des Fotografen fällt auf die Ringstraße, die noch ein Schotterweg ist.

Standort des Fotografen: 47.883446, 8.342954

Schumachermeister Gerhard Scholz in seiner Werkstatt, ca. 1950-1960

Das Foto stellte uns dankenswerterweise Franz Scholz zur Verfügung.

Schuhmachermeister Gerhard Scholz stammte aus Breslau in Schlesien, wo er 1925 geboren worden war. Während des Zweiten Weltkrieges war er in Löffingen stationiert und lernte Anneliese Wehrle (1924-2011) kennen. Nach ihrer Heirat übernahm Gerhard Scholz den Laden und die Werkstatt seines Schwiegervaters in der Demetriusstraße. Hier sieht man in als jungen Mann bei der Arbeit, eine Zigarette im Mund.

Standort des Fotografen: 47°53’03.5″N 8°20’39.1″E

Familien Wehrle / Scholz vor ihrem Haus in der Demetriusstraße, ca. 1955

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Franz Scholz zur Verfügung.

Schneidermeister Johann Wehrle (links) steht mit seiner Familie vor dem Werkstatteingang seines Hauses. Die einstige Toreinfahrt musste einer Tür und einem Fenster weichen. In der Werkstatt hat bereits sein Schwiegersohn der Schuhmachermeister Gerhard Scholz (1925-1998) seine Tätigkeit aufgenommen, wie an dem angebrachten Schild zu erkennen ist. Scholz stammt aus dem schlesischen Breslau und lernte während des Krieges Anneliese Wehrle (1924-2011) kennen, als der Soldat in Löffingen stationiert war. Nach dem Krieg heirateten die beiden.

V. l. n. r.: Johann Wehrle (1889-?), Gerhard Scholz, Anneliese Scholz geb. Wehrle, Luise Wehrle geb. Strobel (1887-1962), Unbekannt, Unbekannt.

Standort des Fotografen: 47°53’03.1″N 8°20’38.8″E 

Demetriusstraße zum Mailänder Tor, ca. 1952

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Carola Hannes zur Verfügung.

Die Demetriusstraße hieß bis in die 1950er Jahre hinein »Im Winkel« oder »Hinterstraße«. Der gesamte Straßenzug, der auf der rechten Seite zu sehen ist, brannte beim Großbrand 1921 ab und wurde nach Entwürfen des Freiburger Architekten Carl Anton Meckel (1875-1938) in einem einheitlichen Stil wiederaufgebaut. Das Mailänder Tor wurde zwar nicht durch den Brand zerstört, aber im Rahmen des Wiederaufbaus ebenfalls abgerissen, um ein größeres Tor zu errichten. Charakteristisches Merkmal der wiederaufgebauten Häuser sind die Staffelgiebel.

Bei den Häuser handelt es sich von links nach rechts: Mailänder Tor; der Laden von Wilhelm Werne; das landwirtschaftliche Anwesen von Emil Fürst (1898-1944), das nach seinem frühen Tod in einem Lazarett von seiner Witwe Anna Maria geb. Scheier (1897-1970) weitergeführt wurde; die Schuhhandlung von Karl Hasenfratz II; die Schuhmacherwerkstatt von Heinrich Thoma (1881-1963) und dessen Ehefrau Josefine geb. Rombach (1885-1971); die Schneiderwerkstatt von Johann Wehrle; eine Tordurchfahrt zur Ringstraße mit angrenzender Molkerei; und schließlich die Schmiede von Otto Fürst (nicht mehr im Bild). Nur die Wäscheleine mit zum Trocknen aufgehängter Wäsche ist am Bildrand zu erkennen.

Standort des Fotografen: 47°53’03.8″N 8°20’40.6″E

Schmiedemeister Otto Fürst in seiner Werkstatt, ca. 1954

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Petra Nobs zur Verfügung.

Der 1894 in Löffingen geborene Schmiedemeister Otto Fürst steht bis ins hohe Alter in seiner Werkstatt. Nach dem Besuch der Volksschule war der 14-Jährige beruflich in die Fußstapfen seines Vaters Viktor Fürst (1862-1934) getreten und hatte ebenfalls das Schmiedehandwerk erlernt. Im Ersten Weltkrieg hatte er als Soldat gedient und danach in seine Heimat zurückgekehrt. Beim Großbrand 1921 verlor die Familie Fürst ihr Anwesen und das gesamte Hab und Gut. Im Zuge des Wiederaufbaus erbaute Otto Fürst in der Demetriusstraße dann sein neues Wohnhaus mit Ökonomie und Schmiede. Er verheiratete sich mit Johanna geb. Biethinger (1907-1955), die aus Freiburg stammte. Die beiden bekamen drei Kinder: Karl, Ursula und Margit.

Standort des Fotografen: 47.884425, 8.344407

Haus Fürst in der Demetriusstraße, ca. 1955-1960

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Petra Nobs zur Verfügung.

Der Schmiedemeister Otto Fürst (1894-?) betreibt in seinem Haus nicht nur eine Schmiede. Über dem zweiten Scheunentor von links ist zu lesen, dass er als eine weitere Dienstleistung »Schlepperpflege«  anbietet. Ein Enkelkind spielt gerade auf dem Vorplatz, der mit all den herumstehenden Geräde ein richtiger Abenteuerspielplatz ist.

Links neben dem Haus Fürst sind die Molkerei (Demetriusstr. 6) mit der Tordurchfahrt und daneben das Haus des Schuhmachermeisters Gerhard Scholz (Demetriusstr. 7) zu sehen.

Standort des Fotografen: 47°53’04.0″N 8°20’40.2″E

Brunnen vor dem Haus Götz in der Demetriusstraße, ca. 1953-1960

Dieses Foto stellte und dankenswerterweise Pia Durst zur Verfügung. 

»Im Winkel« heißt die Ecke an der Einmündung der Demetriusstraße in die Ringstraße. Auf der Kreuzung steht ein Laufbrunnen. Zwei Frauen haben sich für das Foto auf den Rand des Brunnentrogs gesetzt. Die Frau rechts ist Frieda Durst geb. Egle (1929-1982).

Im Hintergrund ist der Seitengiebel des Hauses Götz zu sehen, der festlich mit Reisig und kleinen (badischen) Fähnchen geschmückt ist. Offenbar wird gerade ein Fest gefeiert. Vielleicht handelt es sich um das Kreisfeuerwehrfest, das am 6./7. Juni 1953 begangen wird? Vor dem Haus befindet sich ein kleines Gärtchen, Spalierbäume wachsen an der Giebelwand.

Standort des Fotografen: 47.884557, 8.344537

Untere Hauptstraße mit der Bäckerei Straub, ca. 1951-1954

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise ??? zur Verfügung.

Links im Bild ist die Bäckerei Straub (Untere Hauptstr. 6) zu sehen. Maria Straub, die Tochter von Ernst Straub, heiratete den Bäckermeister Wilhelm Willmann. Die beiden führen die Bäckerei des Vaters weiter. Die Scheunentoreinfahrt ist im Erdgeschoss durch ein Fenster und im ersten Stockwerk durch zwei Fenster ersetzt. Statt der zwei Einzelgauben erstreckt sich über das ganze Dach eine Schleppgaube. Vor dem Haus steht ein Opel Olympia 51.

Daneben ist der Friseursalon von Julius Limb (Untere Hauptstr. 4) mit seiner Tankstelle und das Gasthaus »Adler« (Untere Hauptstr. 2) zu erkennen. Auf dem unteren Rathauspatz, der sich im Hintergrund anschließt, fehlt der Demetriusbrunnen, der im Zweiten Weltkrieg zerstört und erst 1954 neu erbaut wurde. Auch auf dem Dach des Mailänder Tores sind die Kriegszerstörungen noch deutlich zu erkennen.

Standort des Fotografen: 47.883306, 8.343831