Forstamt in der Rötenbacher Straße, ca. 1950

Verlag A. Rebholz
Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Klaus Kinast zur Verfügung.

Die Bäume sind groß geworden und verdecken teilweise das stattliche (und staatliche) Gebäude dahinter.

Das war 1907, als das Großherzogliche Forstamt erbaut wurde, noch ganz anders. Zwei Jahre zuvor war die Behörde gegründet worden und Seine Königliche Hoheit der Großherzog hatte »gnädigst geruht« und den Forstassessor Emil Seidel aus Bonndorf zum Oberförster in Löffingen ernannt.  Als Seidel am 1. Oktober 1905 seinen Dienst antrat stand das Forstamt an der Rötenbacher Straße noch nicht. Der Oberförster residierte zunächst als Untermieter im Haus des Kaufmanns Wilhelm Vogt am oberen Rathausplatz.  Als der Neubau errichtet war, zog er in das Großherzogliche Forstamt um. Wichtigste Aufgabe des neuen Forstamtes war es in der Anfangszeit, eine intensivere Waldbewirtschaftung zu betreiben.

Von der Größe des Baumes her zu urteilen, ist das Foto vermutlich in der Nachkriegszeit entstanden. Forstmeister war damals Wilhelm Engler.

Standort des Fotografen: 47.882212, 8.340900

Hochzeitszug vor dem Mailänder Tor, ca. 1950

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Gaby Vogt zur Verfügung.

In der Nachkriegszeit bewegt sich ein Hochzeitszug durch das Städtchen. Offenbar ist das Brautpaar mit seinen Hochzeitsgästen auf dem Weg zur katholischen Pfarrkirche St. Michael, um getraut zu werden. Gerade kommt der Zug am Mailänder Tor vorbei. Die Dacheindeckung zeigt noch deutlich die Spuren der Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges.

Wer weiß, wie das Brautpaar heißt? Wann haben die beiden geheiratet?

Standort des Fotografen: 47.883845, 8.343940

2 Fotos: Narrengruppe neben der Festhalle, ca. 1950-1960

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Luzia Bader zur Verfügung.

Acht Männer haben sich an Fasnacht als Frauen verkleidet. Der Tausch von Geschlechterrollen zählt zu den beliebtesten Verkleidungen überhaupt. Für die Gruppe ist es ein Riesengaudi. Was an anderen Tagen als »pervers« gelten würde, ist an Fasnacht plötzlich erlaubt: Sich als Mann weiblich zu kleiden, oder sich so zu verhalten, ohne deshalb geächtet zu werden.

Die Männergruppe hat sich, vermutlich von ihren Ehefrauen, einheitliche Kostüme nähen lassen.  Die Narren trägen Perücken mit langen Zöpfen. Vermutlich haben sie Make-up in ihr Gesicht geschmiert und ein bisschen Lippenstift aufgetragen. Sie stehen neben der Festhalle, hinter ihnen ist das Wäldchen der »Hasle« zu sehen.

Bei den Narren handelt es sich um Mitglieder des Männergesangvereins »Eintracht«. Zu sehen sind u.a. August Kienzler, Otto Schmitt, Karl Bader, Otto Schweizer (1906-1992), Ernst Krauß (im schwarzen Mantel, 1897-1978)) und Ewald Sibold.

Standort des Fotografen: 47.883185, 8.347864

Blick vom Kirchturm in Richtung Maienland, ca. 1950-1954

Verlag A. Rebholz

Rund 25 Jahre nachdem dieser Blick schon einmal aufgenommen wurde (siehe Foto), entsteht diese Ansicht des Städtchens. Vom Kirchturm der katholischen Pfarrkirche St. Michael fällt der Blick auf den Altstadtring, der sich die Demetriusstraße entlangzieht. In der Bildmitte ist das Mailänder Tor zu sehen, an dessen geflicktem Dach die Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges noch deutlich zu erkennen ist. Der alte Demetriusbrunnen, der beim Bombenangriff 1945 zerstört wurde, fehlt auf dem Bild, und der neue Brunnen, der 1954 geschaffen wird, existiert noch nicht. Schön sind die Häuser im Maienland zu erkennen, die sich die Straße entlang ziehen. Am Horizont grüßte die Walltfahrtskirche Witterschneekreuz.

Standort des Fotografen: 47.882620, 8.344020

Mailänder Tor mit Fuhrwerk, ca. 1950-1955

Cramers Kunstanstalt K.G., Dortmund | Stadtarchiv

Durch das Mailänder Tor bewegt sich gerade ein Ochsengespann, auf dem Holzbretter transportiert werden. Über dem Torborgen hängt die Madonna mit Jesuskind, von einem Strahlenkranz eingerahmt. Die Plastik wurde 1930 geschaffen und gehört zu den beiden Gedenktafeln mit den Namen der gefallenen Soldaten des Ersten Weltkrieges, die über den kleinen Törchen links und rechts angebracht sind. Die Dacheindeckung zeigt, dass das Foto in der Nachkriegszeit aufgenommen wurde, deutlich sind noch die reparierten Kriegsschäden zu erkennen.

Links neben dem Mailänder Tor steht das Haus von Mechanikermeister Karl Müller (Demetriusstr. 13), der es 1950 von der Stadtgemeinde erworben hat. Motorräder und Fahrräder sind vor dem Haus und im Schaufenster zu erkennen. »Mechanische Rep[aratur] Werkstätte«, steht an der Hausfassade.

Standort des Fotografen: 47.883751, 8.343863

Trachtengruppe vor dem Mailänder Tor, ca. 1958-1960

Arel-Verlag Löffingen | Sammlung Familie Waßmer | Dieses Foto stellte dankenswerterweise Elke Moser zur
Verfügung.

Vor mittelalterlich anmutender Kulisse posiert die Trachtengruppe auf dem Unteren Rathausplatz für ein Gruppenfoto. Sie stehen vor dem Demetriusbrunnen. Im Hintergrund ist der Straßenzug der Demetriusstraße mit dem Mailänder Tor und den nach dem Großbrand 1921 mit Staffelgiebeln aufgebauten Häusern zu sehen. Das Gruppenfoto wurde coloriert und fand als Ansichtspostkarte Verbreitung.

V.l.n.r.: 1 Emma Selb, 2 Walter Selb, 3 Engelbert Müller (1896-?), 4 Willibald Petelka (1931-2016), 5 Ulrich Fehrenbach (1935-2023), 6 Melitta Fehrenbach (geb. Beha, 1936-2025)

Die Trachtenmädchen sind links Gretel Bader (verh. Kaltenbach) und Veronika Kaltenbrunner (verh. Ruf). Außerdem sind vermutlich Renate Obert (geb. Trenkle), Christa Jordan (geb. 1941), Marlies Müller (geb. 1951) und Gretel Jordan (geb. 1948) zu sehen.

Die Trachtenbuben am Brunnen sind v.l.n.r.: 1 Wilfried Münzer, 2 Albin Kasprowicz, 3 Wolfgang Schmitt, 4 Norbert Brugger.

Standort des Fotografen: 47.883738, 8.343670

Skipiste in der Haslachstraße, ca. 1955-1965

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Paul Heizmann zur Verfügung.

Es liegt Schnee. Die abschüssige Haslachstraße verwandelt sich in eine wunderbare Skipiste. Mit vollem Karacho geht es den Abhang hinunter bis zur Einmündung in die Festhallenstraße.

Im Hintergrund sind die Häuser der »Neuen Heimat« in der Haslachstraße und ganz oben auf dem Berg das Café »Schönblick« zu sehen.

Standort des Fotografen: 47.884001, 8.348218

Feuerwehrmänner vor der Festhalle, ca. 1945-1950

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Jutta Knöpfle zur Verfügung.

Der Anlass, zu dem dieses Foto aufgenommen wird, ist unbekannt. Feuerwehrmänner stehen vor der Festhalle, ein paar Buben sind auch in Reih und Glied angetreten. Im Hintergrund ist die Festhalle und am Hang das kleine Häuschen von Peter Rombach (1891-?) und seiner Frau Anna (1889-?) zu sehen.

Weitere Häuser in der Haslachstraße sind nicht zu erkennen, so dass das Foto vermutlich vor Beginn der 1950er Jahre entsteht. Da aber – trotz des offiziellen Anlasses – auch keine Hakenkreuzfahnen zu erkennen sind, ist das Foto vermutlich in die frühe Nachkriegszeit zu datieren. 

Standort des Fotografen: 47.883132, 8.347734

Stadtpfarrer Karl Weickhardt mit zwei Geistlichen, ca. 1950-1960

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Cindy Küßner zur Verfügung.

In schwarze Soutanen gekleidet sind Stadtpfarrer Karl Weickhardt (1905-1977), 1.v.r., und zwei Mitgeistliche. Bis weit in die 1960er Jahre hinein ist die Soutane als Alltagsbekleidung eines Priesters der römisch-katholischen Kirche üblich.  Beim Anlegen der Soutane spricht der Kleriker das lateinische Ankleidegebet: »Dominus pars hæreditàtis meæ et calicis mei: tu es qui restitutes hæredìtatem meam mihi« (dt. »Der Herr ist mein Erbteil, der Anteil meines Kelches. Du bist es, der mein Erbteil wiederhergestellt hat«). 

Wer weiß, wer die beiden Mitgeistlichen sind?
Wo wird das Foto aufgenommen?

Standort des Fotografen: ?

Elisabeth Kriegisch mit ihrer Tochter vor dem Café »Schönblick«, ca. 1954

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Elisabeth Kriegisch zur Verfügung.

Keineswegs nur »Kaffee« gibt es im Café Schönblick an der »Hasle«. Auf der Säule neben dem Eingang wird durstigen Einkehrern auch »Bier«, »Wein« und »Likör« angepriesen. Vor dem Haus stehen Elisabeth Kriegisch (1910-1997) und ihre Tochter Maria (geb. 1947), die in der Nahe gelegenen Haslachstraße wohnen.

Standort des Fotografen: 47.883490, 8.349086

Haus Zepf in der Dittishauser Straße, ca. 1955-1960

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Elisabeth und Franz Isele zur Verfügung.

Das Haus von Familie Zepf in der Unteren Hauptstraße wurde bei einem Fliegerangriff am 25. Februar 1945 komplett zerstört. Mehrere Jahre musste sie in Behelfsunterkünften wohnen. 1949 errichtete August Zepf (1900-?) an der Dittishauser Straße ein neues landwirtschaftliches Anwesen.

Am Giebel des Nachbarhauses ist eine Rundfunkantenne zu sehen. Fernsehantennen sind in der Mitte der 1950er Jahre noch eine Seltenheit.

Standort des Fotografen: 47.886036, 8.349853

Mehrbildkarte mit fünf Ansichten, ca. 1955-1960

Verlag A. Rebholz | Dieses Foto stellte dankenswerterweise Anita Stephani zur Verfügung.

In der Nachkriegszeit verliert die Ansichtskarte nach und nach an Bedeutung. Die Zunahme an Telefonanschlüssen in den 1950er und 60er Jahren und die Reduzierung der Postzustellungen von früher mehrmals täglich auf einmal täglich reduziert ihren Wert als Kommunikationsmedium im Alltag. Fortan richtet sie sich vorrangig an Touristen, um Urlaubsgrüße zu versenden. Die Ansichtskarte muss dabei zwei Anforderungen erfüllen: Zum einen hat sie Alleinstellungsmerkmale der Stadt einzufangen, um sie werbewirksam vermarkten zu können, zum anderen muss sie Touristen als Orientierungshilfe dienen.

Diese Mehrbildkarte, die ab Mitte der 1950er Jahre verbreitet wird, richtet sich vorrangig an Touristen und Kurgäste. Das wird schon an dem kleinen mittleren Bild deutlich: Auf dem holzgeschnitzten Ortsschild wird Löffingen als »Luft-Kurort« vorgestellt. Verziert ist das Schild mit dem Stadtwappen sowie einem Mann und einer Frau, die beide ihre Tracht tragen, also das Brauchtum pflegen. Eingerahmt werden sie von zwei Schwarzwaldtannen.

Neben einer Gesamtansicht des Städtchens, die von der »Breiten« aufgenommen wird, sind zwei Ansichten der Altstadt zu sehen. Natürlich darf das Mailänder Tor und die angrenzenden Gebäude des unteren Rathausplatzes mit ihren Staffelgiebeln genauso wenig fehlen, wie der 1954 geschaffene neue Demetriusbrunnen und das schmiedeeiserne Wirtshausschild vom Gasthaus »Adler«. Das zweite Bild zeigt den 1929 wiederaufgebauten rechten Straßenzug der Kirchstraße, ebenfalls mit Staffelgiebeln, und nicht etwa die gegenüberliegende Straßenseite mit den sehr viel älteren Gebäuden, da diese als weniger vorzeigbar gelten. Im fünften Bild ist der von Bäumen gesäumte Schulweg zu sehen, der zur Festhalle und zur Schule führt, aber auch zu einem Spaziergang in der »Hasle« einlädt.