Mädchen vor einem Auto in der Kirchstraße, ca. 1950-1952

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Ulrike Rheiner zur Verfügung.

Vis-à-vis vom Haus Zahn (Kirchstr. 13) ist ein VW Käfer geparkt. Brunhilde Zahn (1939-1975), die Tochter von Jakob und Anna Zahn, steht neben dem Auto, posiert für ein Foto und lächelt in die Kamera. Sie trägt einen Rock mit weißen Kniestrümpfen, ihre Zöpfe sind mit weißen Schleifen geschmückt. Die Hauswand, vor der das Auto steht, gehört zum Haus Zepf (Kirchstr. 2).

Im Hintergrund ist die Rückseite vom Gasthaus »Löwen« (Rathausplatz 11) erkennbar. Auf der Terrasse hängt frisch gewaschene Wäsche zum Trocknen auf der Leine. Eine Holzbiege ragt bis zum ersten Obergeschoss hoch.

Standort des Fotografen: 47.883447, 8.345093

2 Fotos: Kaffeekränzchen im Haus Henzler, ca. 1956

Diese Fotos stellte uns dankenswerterweise Elisabeth Rosenstiel zur Verfügung.

Bei Henzlers (Kirchstr. 25) findet ein Damen-Kaffeekränzchen statt, wobei auch zwei Männer in der Runde geduldet werden. Man trifft sich zu einem gemütlichen Zusammensein und unterhält sich bei Kaffee und Kuchen. Gastgeberin ist Rosa Henzler (1900-?), die in ihrem Haus einen kleinen Lebensmittelladen betreibt.

V.l.n.r.: Elis Hepting (1897-?), Anna Studer (1897-1978), Rosa Henzler, Hermann Auer (1897-?), Frau Mündle, Leni Gromann geb. Decker (1902-1988), Rosa Adrion (1898-?), Herr Mündle, Anna Jordan geb. Fehrenbach (1907-1982), Lina Rosenstiel, Frau Bausch, Karolina Auer (1907-?).

Standort des Fotografen: 47.882854, 8.344070

Luftbild auf das Städtchen mit katholischer Pfarrkirche, ca. 1955-1960

Verlag Flugbild GmbH, Bonn
Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Ralf Gauger zur Verfügung.

Dieses Luftbild entsteht in der Nachkriegszeit, vermutlich in der zweiten Hälfte der 1950er Jahre. Zu sehen ist im Vordergrund die katholische Pfarrkirche St. Michael, mit ihrem 1713-1715 erbauten Langhaus und Chor sowie ihrem 1855 an der Weststeite errichteten Turm. Auf dem Foto ist der Turm noch unverputzt. Schön auf dem Foto zu erkennen ist, dass die Kirche außerhalb des mittelalterlichen Altstadtrings steht.

Neben der Kirche ist rechts das Schlachthaus am Bittenbach zu sehen, das 1968 abgerissen wird, und dahinter der Farrenstall und der neu erbaute Bauhof. Weiter oben in der Bittengasse steht ein Trafohäuschen. Herausragende Gebäude im Städtchen sind das 1830/31 erbaute Rathaus und die beiden Gasthäuser »Sonne« (Rathausplatz 9-10) und »Löwe« (Rathausplatz 11), die den oberen Rathausplatz dominieren.

Gasthaus »Adler« und Haus Limb, ca. 1955-1960

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Gaby Vogt zur Verfügung.

Der untere Rathausplatz hat seinen Brunnen zurück. Bis 1954 klaffte eine Lücke, nachdem der alte Demetriusbrunnen im April 1945 durch einen Bombenvolltreffer zerstört wurde. Neun Jahre später war es endlich soweit und der neue Demetriusbrunnen wurde errichtet. Darüberhinaus wird der Rathausplatz längst auch als Parkplatz genutzt.

Im Vordergrund ragt das holzgeschnitzte Straßenschild ins Bild, das auf der Kreuzung steht. Es ist von Geranien geschmückt und zeigt u.a. den Weg zur Wallfahrtskirche Witterschnee und zum Waldbad an. Noch führt die Bundesstraße 31 von Neustadt nach Donaueschingen Mitten durch das Städtchen. An der Durchfahrtsstraße steht das Gasthaus »zum Adler« (Untere Hauptstr. 2), an dessen Fassade das schmiedeeiserne Wirtshausschild hängt. Im Erdgeschoss ist eine Filiale der Bezirkssparkasse Neustadt untergebracht. Links daneben schließen sich das Haus von Friseurmeister Julius Limb mit einer »Esso«-Tankstelle (Untere Hauptstr. 4) und die Bäckerei Straub (Untere Hauptstr. 6) an.

Standort des Fotografen: 47.883936, 8.343880

Kinder auf dem ehemaligen Schulhof beim Rathaus, ca. 1950

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Georg Willmann zur Verfügung.

Kinder spielen mit ihrem Hund auf dem ehemaligen Schulhof, auf dem die Bäume als Schattenspender in  schnurgeraden Reihen stehen. Viele Jahrzehnte lang wurde der kleine Platz als Schulhof genutzt, als das Rathaus zugleich als Schulhaus diente. 

Die Baulücke entstand nach dem Brand 1834, bei dem mehrere Häuser am Rathausplatz eingeäschert wurden. 1973 wird die angrenzende »alte Sonne« (Rathausplatz 9-10), deren Seitengiebel am rechten Bildrand zu sehen ist, abgerissen. Der Platz wird mit einem Wohn- und Geschäftshaus bebaut und der ehemalige Schulhof verschwindet.

Standort des Fotografen: 47.883622, 8.344443

Unterer Rathausplatz und Untere Hauptstraße, ca. 1950

Verlag A. Rebholz
Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Sigrid und Eugen Fehrenbach zur Verfügung.

Aus dem Torbogen des Mailänder Tores fällt der Blick auf den unteren Rathausplatz und in die Untere Hauptstraße. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite steht das Haus Siefert (Rathausplatz 6), in dem sich eine »Gottlieb«-Filiale befindet. Links und rechts vom Ladeneingang werden Waren dargeboten. Vor dem Laden stehen ein paar Leute, die einkaufen gehen und ein Schwätzchen halten. Mitten auf der Kreuzung steht ein Junge mit seinem Fahrrad, was die Straßenszene zusätzlich belebt.  In den Himmel ragt die Tanne vor dem Haus Siefert, aber auch der Kirchturm der katholischen Pfarrkirche St. Michael.  Da der Demetriusbrunnen auf dem Foto fehlt, muss das Foto in der Nachkriegszeit entstanden sein, bevor 1954 der neue Brunnen errichtet wurde.

Standort des Fotografen: 47.883990, 8.343660

Mehrbildkarte mit fünf Ansichten, ca. 1955

Verlag A. Rebholz
Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Michael Rösch zur Verfügung.

Womit ließe sich in den 1950er Jahren besser um Kurgäste werben als mit einer Ansichtskarte, auf der niedliche Trachtenkinder zu sehen sind? Spätestens seit dem Heimatfilm »Schwarzwaldmädel« (1950) greift die Fremdenverkehrswerbung gerne auf Fotomotive mit Trachten zurück.

Auf dieser Mehrbildkarte sind auf vier von insgesamt fünf Ansichten Kinder in Tracht zu sehen. Auf zwei der Bilder posieren Dieter Vierlinger (geb. 1944) und Isolde Kaltenbrunner (geb. 1943) vor der Wallfahrtskirche Witterschnee und an einem Brunnen in der Oberen Hauptstraße. Auf einem dritten Bild ist Dieter Vierlinger mit seiner Gitarre zu sehen, wie er Pferden an einer Tränke ein Ständchen singt.

Oben links ist ein Gruppenfoto der Trachtengruppe abgebildet, mit zwei Mädchen und vier Erwachsenen. Sie stehen am Rande der »Hasle«, oberhalb der Festhallenstraße. Das Mädchen ganz rechts in der Gruppe ist Veronika Geisinger, die Tochter von Elsa Geisinger, geb. Wehrle (109-1983) und Karl Geisinger (1903-1945).

Die fünfte Ansicht der Mehrbildkarte zeigt oben rechts eine Gesamtansicht des Städtchens, vom Reichberg aus gesehen. Der Blick fällt auf das Neubaugebiet in der »Breiten« mit der katholischen Pfarrkirche weit im Hintergrund. Offensichtlich sollen mit der Ansichtskarte nicht nur die Heimatverbundenheit und das Traditionsbewusstsein der Löffinger, sondern auch das moderne Stadtbild präsentiert werden.  

Jugendliche am Fritschi-Brunnen beim Gasthaus »Ganterbräu«, ca. 1950

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Beatrix Russo zur Verfügung.

Idyllisch wirkt die Szene, die hinter dem Gasthaus »Ganterbräu« aufgenommen wird. Am »Fritschi-Brunnen« haben sich elf junge Leute versammelt, die den Brunnen so richtig in Beschlag nehmen. Alle wollen mit auf’s Bild, die Vorderen sitzen auf dem Brunnenrand, die Hinteren turnen darauf herum. Ein Baum, der beim Brunnen wächst, spendet Schatten. Im Hintergrund ist das »Eichhäusle« (Obere Hauptstr. 1) zu sehen, das dem Küfermeister Karl Jordan gehört. Entlang der Oberen Hauptstraße sind »Maien« ins Straßenpflaster gesteckt. Daher ist das Foto vermutlich an Fronleichnam entstanden.

Wer weiß, wer die Menschen auf dem Gruppenfoto sind?

1.Reihe, v.l.n.r.: Luise Winkler geb. Vogelbacher (geb. 1930), Marlies ? geb. Fritsche (geb. 1930), Maria Kaufmann geb. Vogelbacher (geb. 1931), ???, Marie Luise Schmid (verh. Wider), Brunhilde Heiler geb. Hofmeier (1931-2004)
2.Reihe, v.l.n.r.: ???, ???, Franz Isele, Egon Bader

Standort des Fotografen: 47.884398, 8.345697

Unterer Rathausplatz mit Demetriusbrunnen, ca. 1955-1960

Verlag A. Rebholz
Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Sigrid und Eugen Fehrenbach zur Verfügung.

Scharf ragt sie in den Himmel hoch, die Speerspitze des heiligen Demetrius. 1953/54 wurde der neue Brunnen geschaffen, nachdem der alte Brunnen im Frühjahr 1945 durch einen Bombenvolltreffer zerstört worden war. »Sankt Demetrius beschütze uns«, steht als Inschrift auf der Brunnensäule. Der umgebende Platz ist noch nicht gepflastert oder geteert.

Malerisch ist der Altstadtring, der den Demetriusbrunnen einrahmt: Das Mailänder Tor und die angrenzenden Häuser der Demetriusstraße, die alle nach dem Großbrand 1921 mit Staffelgiebeln neu erbaut wurden. Die Bäckerei und das Café im Haus Rathausplatz 5 ist seit 1935 im Besitz von Viktor Fuss und seiner Ehefrau Ottilie geb. Meßmer. Mitte der 1960er Jahre übergeben sie das Geschäft an ihren Sohn Walter Fuss.

Standort des Fotografen: 47.883727, 8.343706

Haus Fehrenbach mit Autogarage in der Maienlandstraße, ca. 1950

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Sigrid und Eugen Fehrenbach zur Verfügung.

Dieses Foto wird nicht aufgenommen, um das Haus Fehrenbach (Maienlandstr. 29) am rechten Bildrand oder das Haus Benz (Maienlandstr. 27) im Hintergrund festzuhalten. Das Interesse des Fotografen gilt vielmehr der neugebauten Autogarage, die offenbar der ganze Stolz von Familie Fehrenbach ist.

Zuvor hatte sich an der Stelle ein Misthaufen befunden, der von den Fehrenbachs und vom gegenüber liegenden Gasthaus »Pilgerhof« gemeinsam genutzt wurde. Er wurde entfernt, wodurch Platz für die Garage entstand. Der Misthaufen dahinter gehört zum Nachbarhaus von Familie Benz. Nur schade, dass das Auto der Fehrenbachs nicht mit auf dem Foto zu sehen ist.

Standort des Fotografen: 47.886984, 8.341573

Krankenhaus in der Seppenhofer Straße, ca. 1957

Verlag A. Rebholz

Am 25. Mai 1957 wird in einer Feierstunde der moderne Anbau des städtischen Krankenhauses eingeweiht, der an der Stelle des alten Spitalhäuschens errichtet wurde. Erbaut wurde der neue Flügel nach Plänen des Freiburger Architekten Dipl.-Ing. Karl H. Fischer. Durch die Vergrößerung des Hauses erhöht sich die Anzahl der zur Verfügung stehenden Krankenbetten von 35 auf 55.  Im Anbau befinden sich außerdem in beiden Stockwerken Aufenthaltsräume für die Kranken und ihre Besucher. Die neuen Räume sind mit Zentralheizung und fließend warmem und kaltem Wasser ausgestattet. Außerdem verfügt der Anbau über einen modernen Aufzug, sodass Kranke fortan keine Treppen mehr steigen bzw. hoch getragen werden müssen. Im Dachgeschoss sind Wohnungen für die Krankenschwestern untergebracht, die dem katholischen St. Vinzentiusorden angehören.

Am Seitengiebel lässt die Stadtgemeinde unter Bürgermeister Paul Benitz ein Wandgemälde anbringen, das Vinzenz von Paul (1581-1660) zeigt. 1729 wurde Vinzenz selig- und 1737 heiliggesprochen. 1885 ernannte Papst Leo XIII. ihn zum Schutzpatron des Ordens der Barmherzigen Schwestern vom Hl. Vinzenz von Paul. Das Bildnis am Krankenhaus soll den Krankenschwestern dieses Ordens für ihr segensreiches Wirken danken.

Standort des Fotografen: 47.881298, 8.345597

2 Fotos: Modell des neuen Demetriusbrunnens aus Schnee, 1953/54

Diese Fotos stellte uns dankenswerterweise Ursula Moch-Weiss zur Verfügung.

Neun Jahre nach der Zerstörung des alten Demetriusbrunnens bei einem Fliegerangriff im Zweiten Weltkrieg steht wieder ein Brunnen auf dem unteren Rathausplatz. Er ist allerdings sehr vergänglich, denn er besteht vorerst nur aus Schnee und Eis. Es ist ein Modell des neuen Brunnens, den der Steinmetzmeister Josef Weiß (1913-?) schaffen wird. Weiß ist der Schwiegersohn des Bildhauers und Steinmetzmeisters Karl Häusle (1878-1956). Am 22. August 1954 wird dann der neue Brunnen mit der Statue des heiligen Demetrius eingeweiht und die Leerstelle im Städtchen verschwindet dauerhaft.

Im Hintergrund ist die Metzgerei von Johann Werne (Demetriusstr. 15) zu sehen. 1955 kaufen Willi und Emma Butsch geb. Maier die »Werne-Metzgerei«.

Standort des Fotografen: 47.883769, 8.343838