Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Christel Wehrle zur Verfügung.
Familie Mayer holt auf ihrem Feld im Gewann »Litzelstetten« die Öhmdernte ein. Die ganze Familie packt mit an. Auf dem Traktor sitzt Josefa Mayer geb. Gebert (1920-2010), die Wirtin vom Gasthaus »Gebert«, die verwitwet ist. Ihre Kinder sind im Hintergrund zu sehen. Die Frau links, die gerade dabei ist zu rechen, ist Frau Hinz, ein Kurgast. Sie hilft gerne in der Landwirtschaft mit.
Diese Fotos stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.
Im früheren Fürstenbergischen Amtshaus (Rathausplatz 2 und 3) haben sich einige Veränderungen ergeben. Ursprünglich hatten beide Hälften des Doppelhauses eine Einheit gebildet. Dann wurde das Gebäude 1866 geteilt. Seitdem wurde vor allem die linke Gebäudehälfte baulich stark verändert, so dass kaum mehr zu erkennen ist, dass die Doppelhaushälften einst zusammengehörten.
1958 zog die Post aus der linken Hälfte in die rechte, wo ihr größere Räumlichkeiten zur Verfügung stehen. Ein Schild mit der Aufschrift »POST« hängt an der Hauswand. Daneben steht an der Hausecke eine Litfaßsäule, an der Bekanntmachungen und Werbung angeschlagen wird. Die linke Gebäudehälfte erwarb die Freiburger Firma Gottlieb GmbH. Sie baute das Erdgeschoss zu seinem modernen Supermarkt aus. Eine breite Schaufensterfront ermöglicht es nun, die Waren darzubieten.
Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.
Der Demetriusbrunnen fehlt auf diesem Foto. Noch ist der im Zweiten Weltkrieg zerstörte Brunnen nicht durch einen neuen ersetzt worden. Die Häuser der Demetriusstraße mit dem Mailänder Tor stehen indes wie eh und je. Der Schnee auf den Staffelgiebeln, der wie Puderzucker wirkt, verschönert die Ansicht. Ein Lastwagen, der Holz geladen hat, biegt gerade an der Kreuzung in Richtung Donaueschingen ab.
Ein Festgottesdienst ist zu Ende. Die Ministranten und die Geistlichen ziehen durch das Hauptportal der katholischen Pfarrkirche St. Michael hinaus. Stadtpfarrer Karl Weickhardt (1905-1977), der seit 1945 in der Pfarrei wirkt, steht in der Tür. Einer seiner Mitgeistlichen ist Vikar Heinz Körner, der von 1954 bis 1958 als Pfarrvikar in Löffingen tätig ist. Das Portal ist mit einer Reisiggirlande und mit zwei Nadelbäumen geschmückt, die rechts und links stehen.
In der Gruppe der Ministranten sind hinten die Oberministranten Paul Heizmann (geb. 1944) und Willi Willmann (geb. 1944) zu erkennen, davor gehen Bruno Pacher und Norbert Brugger (geb. 1948), vorne rechts Gerhard Pfeifer (geb. 1947).
Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.
Vom Gasthaus »zum Adler« (Untere Hauptstr. 2) fällt der Blick die Untere Hauptstaße entlang. Betrieben wird die Wirtschaft von Fritz Seilnacht, wie an dem kleinen Schild über dem Eingang zu lesen ist. Die Gaststube befindet sich seit Alters her im ersten Stock. Im Erdgeschoss hat die Bezirkssparkasse Neustadt eine Filiale eröffnet. Eine Sitzbank steht auf dem gepflasterten Gehweg.
Dahinter schließt sich das Haus von Friseurmeister Julius Limb (Untere Hauptstr. 4) an. Ein Werbeschild preist einen Teil der Waren an, die er neben dem Haareschneiden und Rasieren sonst noch so vertreibt: »Drogen Verbandsstoffe Farben«. Die Zapfsäule seiner »Esso«-Tankstelle ist gut zu erkennen.
Auf der gegenüberliegenden Straßenseite ist das Haus Maier (Untere Hauptstr. 5) zu sehen. Das Uhrengeschäft wird mittlerweile von der nächsten Generation weitergeführt: Heinz und Emilie Albrecht haben das Geschäft modernisiert und frisch renoviert. Ein breites Schaufenster ermöglicht es ihnen nun, vorübergehenden Passanten Uhren aller Art und Schmuck zu präsentieren. Neben dem Haus Maier steht das Kaufhaus »KONSUM« (Untere Hauptstr. 7). Den Abschluss der Straße bildet das Gasthaus »Sonne« (Kirchstr. 29), das an der Einmündung zur Kirchstraße steht.
Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.
Vor dem 1915 erbauten Haus Selb (Obere Hauptstr. 12) steht an der Einmündung zur Festhallenstraße ein Brunnen, der Josefsbrunnen. Er bildet mit dem Marienbrunnen in der Seppenhofer Straße eine Einheit. Denn die beiden Figuren, Josef und Maria, sollen von einem alten Grabmal stammen, das sich einst auf dem Friedhof befand. Als das Grab aufgelöst wurde, nahm man die Figuren und schmückte damit die Brunnensäulen.
Dieses Foto stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.
Das stattliche Gebäude auf der linken Straßenseite war für rund 150 Jahre das katholische Pfarrhaus. Es wurde 1788 von Stadtpfarrer Johann Georg Eggstein (1740-1815) erbaut. Bis 1945 diente es als Amtsraum und Wohnung des Stadtpfarrers und anderer Geistlichen. Bei einem Fliegerangriff am Ende des Zweiten Weltkrieges wurde es stark beschädigt. Nach umfangreicher Renovierung eröffnete in dem altehrwürdigen Gebäude der Landkreis Neustadt 1952 eine »Landwirtschaftsschule«: Jugendliche bekommen in den Wintermonaten landwirtschaftliche Kenntnisse vermittelt. Die Schule existiert allerdings nur 13 Jahre, denn bereits 1965 schließt sie wegen zu geringer Schülerzahlen wieder ihre Pforten.
Ursprünglich stand auf der gegenüberliegenden Straßenseite (Untere Hauptstr. 9a) ein weiteres »Barockhaus«, das ebenfalls ein Mansardwalmdach hatte. Erbaut 1803, bildete es zusammen mit dem katholischen Pfarrhaus eine architektonische Einheit am Ortseingang. Letzte Eigentümerin war die Witwe Theresia Kaus (geb. Kaier, 1860-1935). Bei einem Fliegerangriff am 24. Februar 1945 wurde das Haus zusammen mit dem Nachbarhaus von Familie Zepf (Untere Hauptstr. 9) total ausgebombt und nicht wieder aufgebaut. Erst 1952 wird auf dem Grundstück ein Neubau errichtet. Im Erdgeschoss betreibt Rosa Pacher eine Drogerie.
Dieses Foto stellte dankenswerterweise Alexandra Scholl zur Verfügung.
Vor dem Gasthaus »Adler« (Untere Hauptstr. 2) haben Marketender mit ihrem Planwagen angehalten. Der Wagen wird von einem Esel gezogen. Schwarzer Rauch steigt aus einem kleinen Schornstein auf. Es ist Fasnacht, Straßenfasnacht. Die Gruppe Marketender zieht durch das Städtchen.
Wer weiß, wer die Fasnachtsnarren sind?
Im Erdgeschoss vom »Adler« befindet sich bereits die Filiale der Bezirkssparkasse Neustadt.
Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.
Die Bäume vor dem 1909 erbauten »Stadtbau« (Demetriusstr. 1) sind groß geworden und spenden mittlerweile jede Menge Schatten. Auch vor dem Postamt (Rathausplatz 2) wachsen links und rechts von der Freitreppe zwei Bäume. Zusammen mit dem Blumenschmuck am Rathausbrunnen beleben sie den Rathausplatz.
Seit 1958 befindet sich das Postamt in der rechten Gebäudehälfte des früheren Fürstenbergischen Amtshauses. Zuvor hatte sich dort das kleine Kolonialwarengeschäft der Eheleute Robert Sauter (1900-1945) und Justina Sauter geb. Brett (1900-1994) befunden. Einige Jahre nach dem Tod ihres Ehemannes in sowjetischer Kriegsgefangenschaft gab Justina Sauter den Laden auf.
Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.
Ruhig und beschaulich geht es auf dem oberen Rathausplatz zu, als dieses Foto aufgenommen wird. Zu sehen sind die Gasthäuser »Ochsen« (Rathausplatz 12) und »Löwen« (Rathausplatz 11). Es ist Sonntagmorgen, der »Zigarren-Vogt« (Rathausplatz 13) hat geschlossen und der »Löwe« lüftet seine Zimmer.
Neben dem Rathausbrunnen steht ein geparktes Auto, in das ein Mann gerade einsteigt, um wegzufahren. Störenden Durchgangsverkehr gibt es keinen. Vor dem »Ochsen« sind ein Mann und eine Frau zu erkennen. Ob sie gleich an den Tischen unter den Sonnenschirmen Platz nehmen werden?
Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.
Das »Gästehaus Koch« (Kirchstr. 21) vermietet Zimmer an Kurgäste, Einzelzimmer, Doppelzimmer sowie Dreibettzimmer. »Wir bieten Ihnen angenehme Unterkünfte in gut gepflegten Räumen«, heißt es in einem Werbeprospekt von Sattlermeister Karl Koch (1910-?) und seiner Ehefrau Anna Koch (1914-?). Besonders beliebt bei den Kurgästen ist die Terrasse, die zur Bittengasse hinausreicht. Der Blick wandert am Farrenstall und dem Bauhof vorbei, über die »Bittenwiesen« hinweg, in Richtung »Hasle«. Am Rande des Wäldchens ist die 1953/54 erbaute evangelische Kirche zu sehen.
Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.
Das Gasthaus »Pilgerhof« wird seit dem Tod ihres Ehemannes 1940 von der Witwe Rosa Vogel geb. Faller betrieben. Seit 1871 besitzt das Gasthaus im Maienland, ideal am Weg der Wallfahrer zum Witterschneekreuz gelegen, das Schankrecht. Doch die modernen Zeiten machen auch nicht vor dem »Pilgerhof« Halt. Auf dem Foto ist zu sehen, dass gerade bauliche Veränderungen durchgeführt werden, die das Aussehen der Bauernwirtschaft stark verändern. Im Obergeschoss wurden alle Sprossenfenster durch moderne Fenster ersetzt, ein besonders breites Fenster wurde über der Stalltür in die Fassade gebrochen. Bald wird der Ökonomieteil vollständig verschwinden.
1963 übernimmt Anita Hoitz geb. Gaede mit ihrem Ehemann Josef zunächst als Pächter, später als Eigentümer das Gasthaus. Sie bauen das Gebäude vollständig um und führen die traditionsreiche Wirtschaft zu einer neuen Blüte. 30 Jahre später verkauft das Ehepaar Hoitz den »Pilgerhof« an die Wirtsleute Manfred und Rita Karbacher. Im November 1993 wird das Gebäude bei einem Großbrand zerstört. 2001 wird Brandruine der linken Gebäudehälfte abgetragen