Rathausbrunnen, ca. 1955-1958

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Das Wasser des Rathausbrunnens plätschert friedlich vor sich hin. Auf der Brunnensäule steht eine Bronzefigur aus dem Jahr 1869. Die junge Frau hält in der rechten Hand eine Sichel, im linken Arm ein Bündel Getreideähren. Die Figur ist eine Allegorie auf den Löffinger Kornmarkt, der einst auf dem Rathausplatz stattfand – aber auch in der Markthalle im Rathausgebäude.

Denn das Rathaus diente seit seiner Erbauung 1831 auch als Kaufhaus. Im Erdgeschoss befand sich eine große Halle (die »Fruchthalle«), die mit Klappläden in alle vier Himmelsrichtungen zu öffnen war. Mitte der 1930er Jahren bezog die Volksbank die Räumlichkeiten, die zum oberen Rathausplatz hin liegen.

Standort des Fotografen: 47.883907, 8.344795

Gasthaus »Löwe« mit Rathausbrunnen, ca. 1959

Diese Fotos stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Viele Betrunkene hat die »Schnitterin« auf dem Rathausbrunnen im Laufe der Zeit nach Hause wanken sehen. Schließlich befanden sich über lange Zeit hinweg gleich drei Gastwirtschaften am oberen Rathausplatz: das Gasthaus »zur Sonne«, das auf dem Foto bereits als Stadtmühle genutzt wird, das Gasthaus »zum Löwen« und das Gasthaus »zum Ochsen«.

Im Mittelpunkt dieses Fotos steht das Gasthaus »Löwen« (Rathausplatz 11), dessen offizieller Name »Goldener Löwe Post« lautet. Betrieben wird es seit 1953 von dem Gastwirt Walter Zepf und seiner Ehefrau Elisabeth geb. Jordan, der Tochter der früheren Wirtsleute. »Saal«, »Garage«, »Fremdenzimmer«, steht an die Hausfassade geschrieben.

In einem Werbeprospekt, das Mitte der 1950er Jahre gedruckt wurde, wirbt das Ehepaar Zepf für ihr Lokal: »gemütliche Gaststube« mit »erstklassiger, guter, bürgerlicher Küche«, »reele Weine«, »bestbekannte Rothaus- und Rogg-Biere«. Die »schönen, geräumigen Fremdenzimmer« hätten »fließendes kaltes und warmes Wasser«, die Pensionspreise für eine Übernachtung mit Frühstück, Mittagessen und Abendessen belaufen sich auf »DM 8,-«. Desweiteren verfüge das Gasthaus über einen »schönen, großen Saal für Gesellschaften und Konferenzen«, nebst »Tanzfläche mit Parkett«.

Standort des Fotografen: 47.884001, 8.344679

Supermarkt »Gottlieb« am Rathausplatz, ca. 1959

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Das deutsche Wirtschaftswunder zeigt sich auch in Löffingen: Zehn Jahre nach der Währungsreform und der Einführung der D-Mark boomt die Wirtschaft, das Wohlstandsniveau steigt. Seit 1958 betreibt die Firma L. Gottlieb GmbH einen modernen Supermarkt am Rathausplatz. Der kleine Gemischwarenladen, der sich zuvor an dieser Stelle befunden hatte, ist verschwunden. Seine Räumlichkeiten wurden mit denen des Postamtes zusammengelegt, sodass ein großzügiger Raum für die Verkaufsfläche entstanden ist. Ein breites Schaufenster ermöglicht es, die Waren zu präsentieren. Zwei Passanten sind stehen geblieben und schauen sich die Auslage an.

Am Rathaus auf der anderen Straßenseite ist eine Uhr angebracht sowie ein Werbeschild für die Volksbank, die seit Mitte der 1930er Jahre eine Filiale im Erdgeschoss des Rathauses unterhält.

Standort des Fotografen: 47.884055, 8.344699

Gasthaus »Löwe« am Rathausplatz, ca. 1959

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Vorbei am früheren Gasthaus »zur Sonne« (Rathausplatz 9-10) geht der Blick zum Traditionslokal »Löwen« (Rathausplatz 11). Zwei Bäume, die in dem kleinen Gärtchen davor stehen, verdecken beinahe vollständig die Fassade des Gasthauses. Der Holzzaun von früher ist verschwunden, stattdessen ist das Gärtchen nun mit einer Steinmauer eingefasst. Betreiber des »Löwen« ist seit 1953 der Gastwirt Walter Zepf und seine Ehefrau Elisabeth geb. Jordan, die Tochter der früheren Wirtsleute.

Standort des Fotografen: 47.883795, 8.344668

Kirchstraße in Richtung Kirche, ca. 1959

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Ruhig liegt sie da, die Kirchstraße, die Ende der 1950er Jahre noch Hafnergasse heißt. Mitten im Straßenraum steht ein Laufbrunnen, wobei der Straßenbereich zur Rechten im Privatbesitz ist und als Hofraite zu den Häusern der rechten Straßenseite gehört. Die drei Gebäude, die auf der linken Straßenseite zu sehen sind, wurden allesamt nach dem Großbrand am 20. Apri 1929 erbaut: das Haus Laufer (Kirchstr. 17), das Haus Sibold (Kirchstr. 19) und das Haus Koch (Kirchstr. 21).

Auch das Haus Henzler (Kirchstr. 25) ist kein altes Gebäude. Das Geschäftshaus, das auf dem Foto zu sehen ist, wurde 1915 erbaut, nachdem das Vorgängergebäude am 2. März 1915 einem Feuer zum Opfer gefallen war. Die katholische Pfarrkirche St. Michael ist das einzige historische Gebäude auf dem Bild. Der Kirchturm ist noch nicht verputzt, deutlich zu erkennen ist das Mauerwerk.

Standort des Fotografen: 47.883389, 8.345058

»Stadtbau« mit Blick in die Demetriusstraße, ca. 1959

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Stattlich wirkt der »Stadtbau« (Demetriusstr. 1), der nach dem Großbrand 1907 am oberen Ende des Rathausplatzes gebaut wurde. Das im Jugendstil errichtete Gebäude verfügt über eine große Freitreppe und einen schmucken Erker, unter dem das in Stein gemeißelte Löffinger Wappen angebracht ist. Im Erdgeschoss befindet sich das Friseurgeschäft von Bernhard Studer. 

Durch den hohen Baum ist das Nachbarhaus von Sattlermeister Ernst Krauß (Demetriusstr. 2) verdeckt. Gut zu erkennen sind aber das Haus von Schneidermeister Otto Schmitt (Demetriusstr. 3) und das Haus von Elektromeister Karl Götz (Demetriusstr. 4). Der »süße Winkel« wird diese Ecke genannt. Vor dem Großbrand von 1907 war der Altstadtring an dieser Stelle noch geschlossen- Beim Wiederaufbau wurde einer der Brandplätze nicht wieder bebaut und dadurch eine Zufahrt zur Ringstraße geschaffen.

Standort des Fotografen: 47.884099, 8.345160

Klassenkameraden vor der Volksschule, ca. 1952

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Gerald Münzer zur Verfügung.

»Das Beste am ganzen Tag, das sind die Pausen. Das war schon immer in der Schule so…«  Lange bevor Roy Black 1971 dieses Liedchen mit der zehnjährigen Anita trällert, scheinen diese fünf Jungs ihre Pause zu genießen. Sie sitzen auf den Treppenstufen vor der Volksschule, haben den Schulranzen neben sich hingeworfen und albern miteinander herum. Sie ziehen sich an den Haaren und lachen. Vielleicht sind ja auch bald Sommerferien? Denn: »Das Schönste im ganzen Jahr, das sind die Ferien, dann ist sogar auch unser Lehrer froh.« Die Jungs sind Jahrgang 1942.

1. Reihe, v.l.n.r.: Klaus Kuhlmann, Klaus Tschiggfrei
2. Reihe, v.l.n.r.: Dietmar Münzer (halb verdeckt), Rudi Jordan, Alex Nüssle

Standort des Fotografen: 47.882351, 8.347827

Untere Hauptstraße in Richtung Mailänder Tor, ca. 1959

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

»KONSUM« heißt das frühere Kaufhaus »zum Kasten« (Untere Hauptstr. 7) jetzt. Der neue Name steht unübersehbar über dem Schaufenster mit seiner Markise. Daneben steht das Haus Maier (Untere Hauptstr. 5) mit dem Uhrengeschäft, das mittlerweile von der nächsten Generation weitergeführt wird: Heinz und Emilie Albrecht haben das Geschäft modernisiert und frisch renoviert.

Auf der gegenüberliegenden Straßenseite ist die Bäckerei Willmann (Untere Hauptstr. 6) zu sehen, die von Bäckermeister Wilhelm Willmann und seiner Ehefrau Maria Willmann geb. Straub betrieben wird. In einem kleinen Gärtchen vor dem Seitengiebel wächst ein großer Spalierbaum, der die Fassade, aber auch die ganze Straßenansicht belebt. Neben dem Haus Willmann folgt das Haus von Friseurmeister Julius Limb (Untere Hauptstr. 4), mit einer »Esso«-Tankstelle davor.

Standort des Fotografen: 47.883140, 8.343829

Minigolfanlage in den Bittenwiesen, ca. 1959

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Das Ehepaar Koch betreibt bei sich in der Kirchstraße ein Gästehaus. Als ganz besonderes Angebot stellen sie den Kurgästen in den »Bittenwiesen«, unterhalb der Festhalle und der Volksschule, eine Liegewiese zur Verfügung. Auch eine »Deutsche Original-Miniatur-Golf-Anlage« steht zur Nutzung bereit. Heute ist die Fläche bebaut. Das Café Naschwerk (Bei der Kirche 8) steht hier.

Standort des Fotografen: 47.882388, 8.346597

Kreislandwirtschaftsschule in der Unteren Hauptstraße, ca. 1955-1958

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

1952 eröffnet der Landkreis Neustadt im früheren katholischen Pfarrhaus eine »Landwirtschaftsschule« für Jugendliche, um ihnen nach der Entlassung aus der Volksschule landwirtschaftliche Kenntnisse zu vermitteln. Die Schule existiert nur 13 Jahre, denn bereits 1965 schließt sie wegen zu geringer Schülerzahlen wieder ihre Pforten. Das Gebäude mit dem Barockdach ist freilich sehr viel älter: 1788 ließ der katholische Stadtpfarrer Johann Georg Eggstein (1740-1815) das stattliche Gebäude als katholisches Pfarrhaus erbauen. Bis 1945 diente es als Amtsraum und Wohnung des Stadtpfarrers und anderer Geistlichen.

Am linken Bildrand ist das Haus Untere Hauptstr. 9 zu sehen. Es wurde 1952 neu gebaut und steht an Stelle des 1945 bei einem Fliegerangriff zerstörten Hauses von Familie Zepf. Im Erdgeschoss ist ein Schaufenster zu sehen. Darin betreibt Rosa Pacher eine Drogerie.

Standort des Fotografen: 47.882667, 8.343792

Unterer Rathausplatz mit Kriegerdenkmal, ca. 1959

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Tritt man aus dem Schatten des mächtigen Rathausbaus heraus, dann öffnet sich die Straße zum unteren Rathausplatz. Links ist das Kriegerdenkmal vom Jahr 1896 zu sehen. Während der NS-Zeit war das schmiedeeiserne Gitter, das es umfasste, für die Rüstungsindustrie eingeschmolzen und stattdessen drumherum ein Ehrenhain angelegt worden. Dieser wiederum verschwand in der Nachkriegszeit. Mit einem schmucklosen Maschendrahtzahn ist das Kriegerdenkmal jetzt einhegt. Mächtig ragt das  Doppelhaus von Friseurmeister Julius Limb (Untere Hauptstr. 4) und vom Gasthaus »zum Adler« (Untere Hauptstr. 2) aus der umgebenden Bebauung heraus. Im Erdgeschoss des »Adlers« befindet sich unterdessen eine Filiale der Bezirkssparkasse Neustadt.

Neben dem Demetriusbrunnen ist das Haus Butsch (Demetriusstr. 15) zu erkennen. Metzgermeister Willy Butsch übernahm 1955 die Metzgerei von der Familie Werne. Es folgt das Haus Egle mit dem »Modewaren«-Laden von Klara Egle (Demetriusstr. 14). Am rechten Bildrand ragt die Werbung vom Café Fuß (Rathausplatz 5) ins Bild, die neben dem Fallrohr der Dachrinne angebracht ist. Dargestellt ist eine Tasse Kaffee und darunter steht geschrieben: »BÄCKEREI Wein Bier«. Eine kleine Stofffahne darunter wirbt darüber hinaus für »Eis«. Die Kugel dürfte vermutlich nicht mehr als 10 Pfennig kosten.

Standort des Fotografen: 47.883966, 8.344112

Wohnwagen vor dem Haus Willmann in der Bahnhofstraße, ca. 1952

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Gerald Münzer zur Verfügung.

In dem kleinen Häuschen der Witwe Emma Willmann (Bahnhofstr. 11) wohnt die mehrköpfige Familie Münzer zur Miete. Schreinermeister Eugen Münzer (1911-1957) betreibt hier sogar seine Werkstatt, bevor die Familie ca. 1948 auf dem Nachbargrundstück (Bahnhofstr. 13) ihr eigenes Wohnhaus erbaut.

Im Garten vor dem Haus Willmann steht ein Wohnwagen. In den frühen 1950er Jahren beginnt die Reisewelle zu rollen. Traumziel vieler Deutschen ist zunächst Italien. Der Massentourismus beginnt. Die Frau im Wohnwagen ist Josefine Saier geb. Münzer, die in Berlin wohnhaft ist. Vor dem Wohnwagen stehen drei Jungs: Links der Lehrling Gerhard Lehmann, in der Mitte Dietmar Münzer (geb. 1942) und rechts der Lehrling Alfred Schröder.

Standort des Fotografen: 47.885756, 8.340816