Haus Trenkle in der Hohlgasse, ca. 1925

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Andreas Trenkle zur Verfügung.

1916 erwarb der Landwirt und Bahnarbeiter Ferdinand Trenkle (1878-1955) aus Behla und seine Ehefrau Josefa geb. Bender (1885-1950), gebürtig aus Seppenhofen, das Haus Hohlgasse 1. Es ist ein zweistöckiges Wohnhaus mit Scheuer, Stallung, Holz- und Wagenschopf und liegt direkt an der Bahnlinie. Im Vordergrund ist eine rot-weiß-gestreifte Bahnschranke und ein Stellwerkhäuschen zu sehen.

Direkt vor dem Haus verlaufen Bahngleise, die in die Holzindustriewerke Josef Benz AG führen, denn das Sägewerk verfügt über einen eigenen Gleisanschluss.

Standort des Fotografen: 47.885357, 8.340259

Blick von der »Breiten« auf das Städtchen, ca. 1925

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Luzia Heiler und Franz Scholz zur Verfügung.

Die Wiesen und Felder im Gewann »Breiten« sind von Schnee bedeckt. Noch stehen hier keine Häuser. Der freie Blick fällt auf die Häuser in der Rötenbacher Straße und in der Seppenhofer Straße, die sich außerhalb des Altstadtrings befinden. Dahinter sind die katholische Pfarrkirche St. Michael und die Häuser des Städtchens zu sehen.

Das Foto entstand in der Mitte der 1920er Jahre. Der Zeitraum lässt sich auf wenige Jahre eingrenzen: Die nach dem Großbrand 1921 wiederaufgebauten Straßenzüge in der Demetriusstraße und der Ringstraße mit ihren charakteristischen Staffelgiebeln stehen bereits. An der »Hasle« ist der Rohbau der Festhalle und Schule, mit dem 1923 begonnen wurde, fertiggestellt. In der Hafnergasse stehen noch die Häuser, die später beim Großbrand 1929 eingeäschert werden.

Standort des Fotografen: 47.881395, 8.340037

Haus Heiler im Pfarrweg, ca. 1925

Dieses Foto stellte uns dankenwerterweise Luzia Heiler zur Verfügung.

1895 hatte der Landwirt und Schreiner Josef Viktor Heiler (1868-1947) das Anwesen im heutigen Pfarrweg von seinen Schwiegereltern Jakob und Judith Laiz übernommen. Verheiratet war er mit Franziska Heiler geb. Laiz (1868-1960). Die Bezeichnung Pfarrweg ist freilich jüngeren Datums und stammt erst aus den 1960er Jahren, als das katholische Pfarrhaus neu gebaut wurde. Als dieses Foto entsteht, wird das Haus Heiler noch der Seppenhofer Straße oder der »Härte« zugeordnet.

Das Anwesen besteht aus einem zweistöckigen Wohnhaus mit Scheuer und Stallung sowie einem angebautem Schopf mit Schweineställen. An der Dacheindeckung ist deutlich zu erkennen, dass das Gebäude ursprünglich niedriger war und später um ein Dachgeschoss aufgestockt wurde. Neben dem Haus befindet sich ein Misthaufen. Im Vordergrund des Bildes steht ein Strommast: Seit 1916 verfügt Löffingen über Elektrizität.

Standort des Fotografen: 47.881873, 8.344343

Karl und Ernestine Schmid mit ihren Kindern, ca. 1927

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Heike Soldan-Bölle zur Verfügung.

Der Malermeister Karl Schmid (1878-1955) und seine Ehefrau Ernestine geb. Link (1884-1958) bekamen zwischen 1903 und 1924 insgesamt elf Kinder. 20 Jahre Altersunterschied lagen zwischen dem ältesten Sohn und der jüngsten Tochter. Die Familie wohnte in einer Mietswohnung im früheren Gasthaus »Sonne« am Rathausplatz und später in der Ringstraße.

1.Reihe, vorn, v.l.n.r.: Erna Schmid (verh. Bietinger), Veronika Schmid, Hedwig Schmid (verh. Bayer, 1924-1996), Christian Schmid (1916-1940) und Hugo Schmid (1920-1941)
2.Reihe, hinten, v.l.n.r.: Friedel Schmid (verh. Klein), Bertha Schmid, Karl Schmid, Ernestine Schmid geb. Link, Timotheus Schmid (1903-1984), Simon Schmid (1905-1956), Karl Schmid und Alfred Schmid

Standort des Fotografen: 47.883748, 8.344630

Blick von der Hohlgasse zur Bahnhofstraße, ca. 1926

Sammlung Familie Waßmer

Von der Hohlgasse fällt der Blick auf eine lange Holzbiege und die Bahngleise. Hier wird so genanntes Papierholz gelagert, Schwachholz, das aus der Durchforstung stammt und für die Zellstoffproduktion verwendet wird. Vermutlich wird es hier zwischengelagert, bevor es verkauft wird nach Neustadt an die Holzzellstoff- und Papierfabriken AG, bei der Bevölkerung kurz »Zillosi«, bei den Bahnhof-Bediensteten »HuPAG« genannt.

Hinter der Bahnlinie stehen die Häuser der Bahnhofstraße. Ganz links ist der Kindergarten zu sehen (Bahnhofstr. 9). Über dem Eingang hängt ein Schild mit der Aufschrift »Kinderschule«. Das Haus Bahnhofstr. 5 steht noch nicht, es wird erst 1928 von den beiden Schwestern Amalie und Berta Suckert erbaut. Weiter rechts sind das Dienstwohnungsgebäude der Deutschen Reichsbahn (Bahnhofstr. 4) und das 1913 erbaute Haus des Drehers und Maschinenhändlers Christian Faller (Bahnhofstr. 3) zu sehen.

Weiter im Hintergrund sind einige der nach dem Großbrand 1921 neu erbauten Häuser in der Ringstraße und am Alenberg zu erkennen. Vor allem das mächtige Gebäude der Weinhandlung Benitz fällt ins Auge. Unterhalb davon steht in der Rötengasse, halb verdeckt, noch die Brandruine des Hauses Thoma.

Standort des Fotografen: 47.885580, 8.340100

Zwei Generationen der Familie Schmid, ca. 1926

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Heike Soldan-Bölle zur Verfügung.

Zwei Töchter des Malermeisters Karl Schmid (1878-1955) und dessen Ehefrau Ernestine geb. Link (1884-1958) stehen vor einer Mauer. Veronika Schmid und Hedwig Schmid sind selbst noch kleine Mädchen. Ihr ältester Bruder Timotheus ist zu diesem Zeitpunk aber bereits erwachsen, verheiratet und Vater eines Mädchens, das auf dem Foto in der Mitte steht. Die beiden Schwestern halten ihre Nichte Gertrud, die nur wenige Jahre jünger ist als sie selbst, am Händchen.

V.l.n.r.: Veronika Schmid, Gertrud Schmid (verh. Faller, 1925-2005) und Hedwig Schmid (verh. Bayer, 1924-1996).

Standort des Fotografen: ?

Ernst Willmann beim Holzsägen im Weberweg, ca. 1928

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Es ist Winter und alles ist verschneit. Hinter einem Schuppen im Weberweg ist eine Sägemaschine aufgebaut, die mit einem Motorrad angetrieben wird. Das Nummernschild des Kraftrades fängt mit »IVB« an, dem Kürzel für das Land Baden bis 1945.

Der Mann mit der Holzrolle im Arm ist Flaschnermeister Ernst Willmann (1888-1947), dem auch das Motorrad gehört. An der Säge steht Albert Rebholz (1907-1962) und rechts mit gesenktem Kopf höchstwahrscheinlich Fritz Strobel (1906-1997). Im Hintergrund links steht ein Mann, der mit Skiern unterwegs ist. Es ist August Kuster (1883-1972), der gleich nebenan in der Maienlandstraße wohnt.

Standort des Fotografen: 47.884366, 8.342390

Hafnermeister Josef Bader mit einem Küchenherd, ca. 1920

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Der Hafnermeister Josef Bader (1880-1959) arbeitet nicht nur als Töpfer, sondern auch als Ofenbauer. Im Adressbuch von 1928 wirbt er mit einer Annonce für sein handwerkliches Können: »Anfertigung von Kachelöfen und Kachelherden – Reparatur von Heizanlagen jeder Art«.

Auf dem Foto steht er stolz in einer Küche, vor seinem neuesten Werk. Zu sehen ist links die Feuerungsstelle eines Kachelofens mit Schornsteinanschluss. Daneben steht rechts der Küchenherd, der auch mit Holz befeuert wird und über eiserne Herdplatten verfügt. Auf dem Herd steht ein »Wasserschiff«. Das Metallgefäß dient zur Erwärmung von Wasser durch die Hitze des Ofenfeuer.

Wer weiß, in welcher Küche in Löffingen dieses Foto aufgenommen wurde?

Josef Bader wurde 1880 geboren. Verheiratet ist er mit der aus Hubertshofen stammenden Agnes Bader geb. May (1876-1950). Sein Wohnhaus und seine Werkstatt befinden sich in der heutigen Alemannenstraße 9. Er stirbt am 8. Juni 1959 im Alter von 79 Jahren. 

Standort des Fotografen: ?

Hafnermeister Josef Bader mit Kachelofen, ca. 1920

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Der Hafnermeister Josef Bader (1880-1959) arbeitet nicht nur als Töpfer, sondern auch als Ofenbauer. Im Adressbuch von 1928 wirbt er mit einer Annonce für sein handwerkliches Können: »Anfertigung von Kachelöfen und Kachelherden – Reparatur von Heizanlagen jeder Art«. Auf dem Foto steht er stolz neben seinem neuesten Werk, einem frisch gesetzten Kachelofen.

Wer weiß, in welcher Stube in Löffingen dieser Ofen stand oder vielleicht heute noch steht?

Josef Bader wurde 1880 geboren. Verheiratet ist er mit der aus Hubertshofen stammenden Agnes Bader geb. May (1876-1950). Sein Wohnhaus und seine Werkstatt befinden sich in seinem 1921 erbauten Haus (Alemannenstraße 9). Er stirbt am 8. Juni 1959 im Alter von 79 Jahren. 

Standort des Fotografen: ?

Hafnermeister Josef Bader in seiner Werkstatt, ca. 1925

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Werner Lubrich zur Verfügung.

»Hafnermeister«: Die Jüngeren werden mit dieser Berufsbezeichnung kaum mehr etwas anfangen können. Schließlich ist nicht nur die Bezeichnung unüblich geworden, sondern auch der Handwerksberuf selbst ist heute weitgehend ausgestorben. »Töpfer«, »Keramiker« oder »Ofenbauer« sind Bezeichnungen, die heute gebräuchlich sind. Doch längst werden Tongefäße vor allem industriell gefertigt.

Auf dem Foto ist der Hafnermeister Josef Bader (1880-1959) in seiner Werkstatt zu sehen, eine Pfeife im Mund. Konzentriert formt er ein Tongefäß. Mit seinen nackten Füßen bewegt er die Drehscheibe unter der Werkbank. »D’Lette« wird er genannt.

Josef Bader wurde 1880 geboren. Verheiratet ist er mit der aus Hubertshofen stammenden Agnes Bader geb. May (1876-1950). Sein Wohnhaus und seine Werkstatt befanden sich nicht in der Hafnergasse, wie man irrtümlich meinen könnte, sondern in der heutigen Alemannenstraße 9. Im Adressbuch von 1936 hat das Haus schlicht und einfach die Nummer »235«, im Adressbuch von 1952 ist als Adresse »Friedhofstr. 236« angegeben. Josef Bader stirbt am 8. Juni 1959 im Alter von 79 Jahren an den Folgen eines Verkehrsunfalls. 

Standort des Fotografen: 47.885741, 8.348456

Cowboys mit Frau, Fasnacht ca. 1928-1930

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Heike Soldan-Bölle zur Verfügung.

Zwei verwegene Möchtegern-Cowboys mit Revolver stehen mit einer jungen Fasnachtsnärrin vor einem Haus. Sie lassen sich in ihrem Fasnachtshäs fotografieren.

V.l.n.r.: ?, Ida Schultheiß (1909-?) und Albert Fehrenbach (?-?).

Standort des Fotografen: ?

Kapelle und Kirche Witterschneekreuz, ca. 1925-1930

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Conrad Bader zur Verfügung.

Eine vergleichsweise seltene Perspektive wählte der Fotograf dieses Bildes. Von jenseits der Bahnlinie fällt der Blick aus westlicher Himmelsrichtung auf die Witterschneekirche und die alte Kapelle. Das Bild, das als Ansichtskarte Verbreitung fand, trägt den Titel: »Schneekreuz Wallfahrtsort bei Löffingen«.

Diese Ansichtskarte war Teil einer Serie von insgesamt sieben Karten. Bestandteil der Serie waren eine Gesamtansicht des Städtchens (»Total«), zwei Bilder des Mailänder Tores, Ansichten der Unteren Hauptstraße (»Strassenpartie«) und der Kirchstraße (»Malerischer Winkel«) und eine Ansicht des »Sägewerk J. Benz«. 

Standort des Fotografen: 47.892469, 8.335331