In der Werkstatt im Erdgeschoss fertigt Wagnermeister Hermann Schelling (1914-1998) Ski und anderes Zubehör für den Wintersport. Seine Produkte sind im weiten Umkreis bekannt und geschätzt. Skier sind denn auch in den beiden Glasvitrinen zwischen der Werkstatt und der Haustür ausgestellt. »Ski-Schelling« steht darüber.
Wenige Jahre später wird der Ökonomiebereich in der rechten Gebäudehälfte umgebaut. Dort, wo sich auf dem Bild das Scheunentor befindet, wird ein Durchgang zur Bittengasse geschaffen, der den Namen »Postbögle« erhält. Rechts daneben ist die Bäckerei Zahn (Kirchstr. 13) zu erkennen.
Im März 2006 zeigt sich die Kirchstraße noch mit vertrautem Bild: Im Haus Lauffer (Kirchstr. 13) wird Brot gebacken und verkauft, so wie es hier seit Generationen Tradition hat. Zunächst führte Bäckermeister Robert Isele die Backstube, später übernahm Jakob Zahn (1909-2002). 1972 ging das Haus mitsamt der Bäckerei an den Sohn Hermann Zahn (geb. 1937), der mit seiner Ehefrau Elisabeth Zahn (geb. Hirt, 1937-2019) große Umbauten wagte: Die Fassade erhielt eine moderne Prägung mit einer breiten Fensterfront, die neugierige Blicke in den Verkaufsraum zuließ. Nebenan lockte ein kleines Café die Gäste zum Verweilen.
Als dieses Foto aufgenommen wird, wird die Bäckerei von Willi Lauffer und Theresia Lauffer gemeinsam mit ihrem Sohn betrieben. Der Duft von frischem Brot und Brötchen zieht noch durch die Straße. Doch mit dem Tod des Ehepaars Lauffer 2006 und 2009 endet die Geschichte des Bäckerhandwerks an dieser Stelle. Jahre später, 2015, geht das Haus in den Besitz von Elke Bürer und Bertram Bürer über, die es grundlegend sanieren und darin eine Physiotherapiepraxis eröffnen – die Bäckereitradition ist damit Geschichte.
Links im Bild ist das Haus Schelling (Kirchstr. 11) zu sehen. Durch den kleinen Torbogen führt der 1981 geschaffene Durchgang in die Bittengasse, der seitdem »Postbögle« genannt wird – auch wenn die Post nicht mehr dort ansässig ist. Der Name hat über die Jahrzehnte überlebt, genauso wie die Erinnerung an den früheren Ökonomiebereich des Hauses Schelling, der sich einst an dieser Stelle befand.
Dieses Foto stellte dankenswerterweise Fritz Adrion zur Verfügung.
Nach dem Großbrand von 1921 erwarb der Gipsermeister Fritz Adrion (1897-1971) im Jahr 1923 ein Grundstück in der Alenbergstraße. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Rosa Adrion (geb. Berger, 1898-1973) ließ er dort ein einstöckiges Wohnhaus errichten, an das sich Werkstatt und Scheune anschlossen.
Das Foto zeigt das Anwesen 1955. Neben dem Eingang ist ein kleiner Vorgarten angelegt. An der Fassade ist Tannenreisig befestigt – ein Hinweis darauf, dass die Aufnahme wohl an Fronleichnam entsteht.
Die gesamte Häuserzeile in der Alenbergstraße trägt die Handschrift der Wiederaufbaukommission nach dem Großbrand von 1921. Einheitlich in Proportion und Gestaltung entstanden, bilden die Häuser bis heute ein geschlossenes Straßenbild.
Das Haus Beha (Alenbergstr. 10), das Hermann Beha und Hildegard Beha gehört, zeigt noch diesen ursprünglichen Zustand. Links liegt der Ökonomiebereich mit den großen Scheunentoren und Stalltür, rechts der Wohnbereich mit Haustür nebeneinander. Fensterläden gliedern die schlichte Fassade und geben ihr den typischen Charakter der 1920er Jahre. Lediglich die Dachgaube verrät eine spätere Veränderung – ein stiller Hinweis darauf, dass auch in diesen Häusern der Wandel nicht aufzuhalten ist. Doch noch immer lässt sich am Haus Beha die klare Sprache des Wiederaufbaus ablesen.
Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Georg Willmann zur Verfügung.
Mit seiner großen Scheuneneinfahrt sieht das Haus Straub noch wie ein Bauernhaus aus. Das zweistöckige Haus unterscheidet sich von den umstehenden höheren Gebäuden. Darin befand sich über Jahrzehnte hinweg eine Bäckerei und eine Bierwirtschaft. Seit 1910 betrieb der Bäckermeister Ernst Straub (1881-1935) nur noch die Bäckerei. Er war gebürtig aus Bräunlingen und hatte am 1. Februar 1910 nach Löffingen eingeheiratet. Seine Frau war Johanna Straub geb. Faller (1885-?).
Neben der Eingangstür zum Geschäft weist ein schmiedeeisernes Schild mit einer Brezel darauf hin, dass sich hier ein Bäckerladen befindet. Zwei Gauben zeigen, dass ein Teil des Dachgeschosses ausgebaut ist und als Wohnraum genutzt wird. Der Stromständer auf dem Dach beweist, dass das Haus an das neu installierte Stromnetz angeschlossen ist.
Der Besitzer des Wohngebäudes (Untere Hauptstr. 8) im Hintergrund links ist Sägewerkbesitzer Josef Benz. Das Haus wird »alter Benzbau« genannt, um es vom »neuen Benzbau«, einem Mehrfamilienhaus in der Ringstraße, zu unterscheiden.
Das Foto wird 1921 in der Zeitschrift »Badische Heimat« veröffentlicht.
Dieses Foto stellte dankenswerterweise Franz Hofmeier zur Verfügung.
Zwei Geschäfte teilen sich ein stattliches Gebäude in der Unteren Hauptstraße. Erst 1907 wird das ursprünglich einheitliche Haus in zwei Hälften geteilt. Links richtet Friseurmeister Julius Limb (1883-1968) sein Geschäft ein. Große Schaufenster nehmen fast die gesamte Breite des Erdgeschosses ein. Über ihnen wirbt ein Schild mit »Anfertigung moderner Haararbeiten« sowie mit »Drogen Parfümerien Cigarren«. Vor dem Eingang stehen Julius Limb im weißen Friseurkittel und weitere Personen für den Fotografen bereit.
In der rechten Gebäudehälfte betreiben der Gastwirt Heinrich Faller (1872-1927) und seine Ehefrau Mathilde Faller (geb. Bausch, 1875-1952), den Gasthof »Adler«. Das schmiedeeiserne Wirtshausschild hängt weithin sichtbar an der Hausecke. Im Erdgeschoss gibt es hier lediglich den Eingang; von dort führt eine Treppe hinauf zur Gaststube im ersten Stock.
Noch ist gut zu erkennen, dass beide Haushälften ursprünglich zusammengehören. Im Laufe der Jahrzehnte werden sie jedoch mehrfach umgebaut und unterschiedlich gestaltet. Fassaden, Fenster und Eingangsbereiche entwickeln sich immer stärker auseinander, sodass heute kaum noch auffällt, dass hier einst ein einziges Gebäude stand.
Weiter links setzt sich die Häuserzeile fort. Zu erkennen sind die Bäckerei des Bäckermeisters Ernst Straub (Untere Hauptstr. 6) und die Restauration Benz (Untere Hauptstr. 8).