Blutspendeaktion des DRK-Ortsvereins in der Schule, 1967

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Manfred Lauble (DRK-Ortsverein Löffingen), zur Verfügung.

Es ist der 8. Mai 1967. Zum ersten Mal in ihrer Geschichte veranstaltet die DRK-Ortsgruppe einen Blutspendetermin. Dass die Blutentnahme in einem der Klassenzimmer der Grundschule erfolgt, ist unschwer am Hintergrund zu erkennen, sieht man doch die Tafel und eine aufgehängte Wandkarte.

Die Blutspende erweist sich als voller Erfolg und wird seitdem zunächst einmal jährlich, später zweimal pro Jahr veranstaltet.

Wer erkennt die Personen auf dem Foto?

Der Blutspender ist vermutlich Julius Körner (aus Göschweiler). Rechts ist Wolfgang Walz (1935-2005) vom DRK zu sehen.

Standort des Fotografen: 47.882431, 8.347809

Blick in den Schulweg zur Festhalle und Schule, ca. 1960

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Noch ist der Kindergarten im Schulweg nicht gebaut. Zu beiden Seiten des schmalen Weges erstrecken sich Gärten. Am Ende des geht es bergauf zur ab 1923 gebauten Festhalle und Volksschule. Daneben steht die evangelische Kirche, deren Grundstein am 19. Juli 1953 gelegt und am Himmelfahrtstag 1954 eingeweiht wurde.

Im Vordergrund links ist ein Maschendrahtzaun zu sehen. Auf älteren Fotos handelt sich um noch um einen Staketenzaun. In dem Garten steht seit Jahrzehnten ein hölzerner Pavillon.

Standort des Fotografen: 47.883495, 8.345778

Schulklasse des Jahrgangs 1905/06 mit Lehrer Eggert vor dem Rathaus, ca. 1914

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Carola Hannes zur Verfügung.

Die Schülerinnen und Schüler des Geburtsjahrgangs 1905/06 sind mit ihrem Lehrer Ferdinand Eggert (1851-1927) zum Klassenfoto angetreten. Man versammelt sich vor dem Rathaus, das zugleich Schulhaus ist. Die Bank, auf der die Mädchen in der ersten Reihe sitzen, ist so hoch, dass die Füße in der Luft baumeln.

Die Spiegelung in der Glasscheibe des linken Fensters verrät, dass das Foto auf dem unteren Rathausplatz aufgenommen wird, denn das Haus von Heinrich Walz (Demetriusstr. 15) spiegelt sich darin.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 Franziska Fehrenbach, 2 Mathilde Heiler (verh. Schmitt, 1905-?), 3 Lina Kuster, 4 Hildegard Schmutz, 5 Elise Göpper, 6 Karolina Fehrenbach (verh. Vogelbacher, 1906-1993), 7 Anni Maier, 8 Josefine Baader (verh. Waibel), 9 Maria Schreiber (verh. Frei), 10 Hedwig Greuter (1905-?), 11 Emma Fehrenbach, 12 Anna Ritter
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 Heiner Guth (1905-1934), 2 Eugen Faller (1906-1936), 3 Paul Straub, 4 Otto Schweizer (1906-1992), 5 Franz Vogelbacher (1906-?), 6 ??? Haas, 7 Luise Beha (verh. Urban), 8 Emma Münzer, 9 Luise Mogel, 10 Maria Hall, 11 Elise Eggert, 12 Helene Müller, 13 Luise Guth
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 Rupert Hepting (1905-1990), 2 Simon Schmid (1905-1956), 3 ??? Thoma, 4 Eugen Sibold, 5 ??? Falkner, 6 Anselm Bader, 7 Richard Rösch (?-1944 vermisst), 8 Franz Zepf, 9 Albert Benitz (1905-1996), 10 ??? Wörner, 11 ???, 12 ??? Wipfler

Standort des Fotografen: 47.883801, 8.344033

Schulklasse des Jahrgangs 1921/22 mit Lehrer Willig, 1936

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Gertrud Heitzmann zur Verfügung.

Es ist Frühjahr 1936 und das Ende des Schuljahres 1935/36 naht. Die Schülerinnen und Schüler des Jahrgangs 1921/22 werden aus der Volksschule entlassen. Für ein letztes Gruppenfoto stellen sie sich mit ihrem Lehrer Emil Willig (1900-?) auf die Treppenstufen vor der Volksschule bei der »Hasle«.

Dabei besuchen diese Schulkinder niemals diese Schule, sondern verbringen ihre gesamte achtjährige Schulzeit noch im Rathaus. Denn erst wenige Monate nach ihrer Entlassung wird die neue Volksschule im August 1936 eingeweiht. Vor allem die Schüler*innen, die in der ersten Reihe stehen, leben gefährlich: Ein Schritt nach vorne und sie stürzen in die Tiefe, da noch keine Eisengitter auf dem Boden vor ihnen angebracht sind.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 Hedwig Thoma (1921-2006), 2 ???, 3 Mathilde Wider (verh. Schwörer, 1921-2015), 4 Hilde Götz, 5 Gertrud Heizmann (verh. Reichenbach), 6 Luise Kopp (verh. Rappenegger, 1921-2010), 7 ???, 8 ???, 9 Konrad Kuster (1921-2011), 10 ???, 11 Fritz Straub (1921-2007), 12 ???, 13 ???
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 Gertrud Brugger (verh. Heitzmann, 1921-2005), 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 Franz Kuster
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 Maria Häusle (verh. Kuster, 1921-2006), 3 Maria Honold (verh. Göhry, 1921-1997), 4 Agathe Köpfler (verh. Jordan, 1922-1982), 5 ???, 6 ???, 7 ???
4.Reihe, v.l.n.r.: 1 Irma Egle (verh. Steiger, 1922-2009), 2 Elisabeth Gebert (verh. Keller, 1921-2006), 3 ???, 4 Veronika Schmid, 5 ???, 6 ???, 7 Eugen Hepting (1921-2011), 8 Karl Heiler (1921-2007), 9 ???, 10 ???, 11 ???

Oberlehrer Emil Willig stammt gebürtig aus Freiburg und ist seit 1935 Lehrer in Löffingen.

Zu dem Jahrgang gehören außerdem: Karl Benz (1921-2010), Richard Zepf (1922-2005), Martin Mayer (1922-2008), Elisabeth Gebert (verh. Keller, 1921-2006), Hans Geisinger (1921-1993), Heinrich Göhry (1922-1944), Johannes Schmitt (1921-1942, gefallen).

Standort des Fotografen: 47.882361, 8.347689

Schulklasse des Jahrgangs 1936/37 mit Lehrerin Schmidt, 1948/49

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Marie-Luise Schlenker zur Verfügung.

Etwa 12 oder 13 Jahre alt sind die Schulkinder auf diesem Klassenfoto. Gemeinsam mit ihrer Lehrerin Fräulein Schmidt stellen sie sich auf den Treppenstufen vor der Volksschule auf, um ein Erinnerungsfoto aufzunehmen.

Der Rundbogen des Eingangsportals im Hintergrund ist mit Holzbrettern verschalt, ein Sprossenfenster ist eingesetzt, bei dem jedoch eine Glasscheibe herausgebrochen und notdürftig repariert ist. Offenbar handelt es sich um ein Relikt aus Kriegstagen, als das Gebäude gegen Bombardements geschützt werden sollte. Der Gebäudekomplex von Schule und Festhalle diente damals auch als Umsiedlungslager für so genannte Volksdeutsche.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 Eugen Fehrenbach, 2 Hermann Beha (1937-2021), 3 Lehrerin ??? Schmidt
2.Reihe, v.l.n.r.: 4 Irma Zepf (verh. Hasenfratz), 5 Anneliese Heizmann (verh. Scholl), 6 Veronika Krauß (verh. Klose), 7 Helga Fuß, 8 Ferdinand Hasenfratz (1937-2018), 9 Ernst Fritsche (1937-2005)
3.Reihe, v.l.n.r.: 10 Gottfried Dorer, 11 Emil Benz, 12 Franz Braun, 13 Paul Straub
4.Reihe, v.l.n.r.: 14 Inge Sauter (verh. Benitz), 15 Friedegard Faller (verh. Sibold, 1937-2022), 16 Irmgard Guth (verh. Zepf), 17 Elisabeth van den Heuvel (verh. Laule), 18 Bruno Schwanz (1936-2018), 19 Egon Voigt
5.Reihe, v.l.n.r.: 20 ???, 21 Karl Sibold (1937-2016), 22 Berthold Fehrenbach, 23 Wolf Nowacki
6.Reihe, v.l.n.r.: 24 Lotte Seilnacht (verh. Smith), 25 Irma Vogelbacher (verh. Morath), 26 Ernst Meßmer, 27 Josef Beer, 28 Alban Rombach, 29 Alfons Schlenker (1937-1998), 30 Bruno Nägele (1937-1997), 31 Siegfried Nüssle

Standort des Fotografen: 47.882382, 8.347795

2 Fotos: Schulklasse der Jahrgänge 1899/1901 mit Lehrer Steidlinger vor dem Rathaus, 1908

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Karl Guth und Elke Moser zur Verfügung.

Man muss schon genau hinschauen, um zu erkennen, dass die beiden Fotos der Schulklasse nicht identisch sind, sondern kurz hintereinander aufgenommen wurden. Die meisten Kinder halten sehr still, sodass ihre Körperhaltung und ihr Gesichtsausdruck übereinstimmt, aber bei einigen wenigen sind doch Unterschiede zu sehen.

Die Schülerinnen und Schüler der 2. und 3. Volksschulklasse lassen sich zusammen mit ihrem Lehrer Eugen Steidlinger vor dem Rathaus, das auch Schulhaus ist, fotografieren. Sie gehören den beiden Jahrgängen 1899/1900 und 1900/01 an.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 Elisabeth Steidlinger (verh. Kress, 1899-1989), 4 Agathe Benz (verh. Benz, 1899-1968), 5 Luise Vogel (verh. Müller, 1900-?), 6 Hedwig Steidlinger (verh. Benitz, 1900-1995), 7 ???, 8 Rosa Sibold (1900-1940), 9 ???, 10 ???, 11 ???, 12 ???
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 Konrad Sibold (1900-1979), 6 ???, 7 [??? Höcklin], 8 ???, 9 Franz Schweizer, 10 Josef Bader (1900-1988), 11 ???
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 Anna Hepting (verh. Ganter, 1900-198?), 5 ???, 6 ???, 7 ???, 8 ???, 9 ???, 10 ???, 11 ???
4.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 Franz Bader (1901-1986), 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 ???, 7 ???, 8 ???, 9 ???, 10 ???, 11 ???, 12 Lehrer Eugen Steidlinger
5.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 ???, 7 ???, 8 ???, 9 ???

Vermutlich gehören auch zu den Jahrgängen Josephine Beha (verh. Benz, 1900-1958), Josef Fehrenbach (1900-1945), Anna Frey (verh. Walz, 1900-1992) und Viktor Fuß (1900-1959).

Standort des Fotografen: 47.883825, 8.344118

Zwei Schulklassen der Jahrgänge 1895-1897 mit Lehrer Eggert vor dem Rathaus, 1908

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Marie Wider zur Verfügung.

Hauptlehrer Ferdinand Eggert wirkt seit 1880 an der Volksschule in Löffingen, die im Rathaus untergebracht ist. Mehrere Generationen unterrichtet er, bevor er 1919 nach 40 Schuljahren in den Ruhestand geht. Hier ist er mit den Schülerinnen und Schüler der Geburtsjahrgänge 1895/96 und 1896/97 zu sehen. 31 Mädchen und 25 Jungs reihen sich neben der Stadtwaage auf. Sie lächeln nicht in die Kamera, sondern blicken ganz ernst.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 Rosa Fehrenbach (verh. Kaltenbrunner, 1896-1977), 6 ???, 7 ???, 8 ???, 9 ???
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 ???, 7 ???, 8 ???, 9 ???, 10 Anna Egle (verh. Schropp, 1895-?, 2.v.r.), 11 ???
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 Rosa Selb (verh. Heiler, 1896-1967), 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 Anna Sibold (1895-1945), 7 ???, 8 Anna Elisabeth Benitz (1896-1922), 9 ???, 10 Rosa Ebi (verh. Wider, 1897-1974), 11 Anna Hasenfratz (1896-?)
4.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 Ernst Fritsche (1895-1968), 6 ???, 7 ???, 8 Heinrich Wider (1896-1975, mit x markiert), 9 Hauptlehrer Ferdinand Eggert
5.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 Joseph Gromann (1896-1982), 6 ???, 7 ???, 8 ???
6.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 Ernst Krauß (1897-1978), 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 ???, 7 ???, 8 ???, 9 Hermann Ganter (1895-1957)

Standort des Fotografen: 47.883825, 8.344118

Schulklasse des Jahrgangs 1916/17 mit Lehrerin Braun, 1924

Fotograf: Georg Jung, Lenzkirch
Dieses Foto stellte dankenswerterweise Elisabeth Keller zur Verfügung.

Dass der Bau der neuen Volksschule und Festhalle begonnen hat, ist am linken Bildrand deutlich zu sehen: Steine und Baumaterial liegen herum. Wegen der Inflation zieht sich die Bautätigkeit in die Länge – und es wird letztlich bis 1936 dauern, dass das Schulgebäude eingeweiht werden wird.

Davon ahnen die Schüler*innen freilich noch nichts, als sie sich mit ihrer Lehrerin, Fräulein Maria Braun, fotografieren lassen. Sie alle werden ihre gesamte Schulzeit in der Volksschule im Rathaus verbringen und nicht mehr in das neue Schulgebäude umziehen.

Zwei Bänke sind auf der »Linden«-Wiese aufgebaut. Auf der vorderen Bank sitzen sechs Mädchen, hinter denen fünf weitere Mädchen stehen. Auf der hinteren Bank stehen acht Jungs, damit sie nicht verdeckt sind.

Dass es sich mit insgesamt 19 Schüler*innen um eine vergleichsweise kleine Klasse handelt, hängt damit zusammen, dass 1916/17 ein geburtenschwacher Jahrgang ist, weil viele Väter wegen ihres Militärdienstes im Ersten Weltkrieg abwesend waren und nur selten auf Fronturlaub nach Hause kamen.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 Hermine Strobel (verh. von Dungen, 1917-1998), 2 Maria Geisinger (verh. Rösch), 3 Anna Maier (verh. Geschwill), 4 [Christel Schweizer], 5 ???, 6 Alma Egle (verh. Spadinger)
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 Wilhelmine Guth (1916-2007), 2 Else Fehrenbach (verh. Bader), 3 Luise Sibold, 4 Mina Rappenegger (verh. Schreiber, 1917-2004), 5 Rosa Rappenegger
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 Karl Kuster (1917-1990), 2 ???, 3 ???, 4 Franz Faller, 5 Christian Schmid (1916-1940), 6 ???, 7 Wilhelm Bader (1916-2014), 8 ???

Im Hintergrund ist die katholische Pfarrkirche St. Michael und der alte Farrenstall in der Bittengasse zu erkennen.

Standort des Fotografen: 47.883917, 8.347974

Schulklasse der Jahrgänge 1900/1902 mit Lehrer Steidlinger vor dem Rathaus, ca. 1910

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Luzia Bader zur Verfügung.

Oberlehrer Eugen Steidlinger (1873-1939) steht inmitten seiner Schülerinnen und Schüler. Es handelt sich um zwei Schulklassen der beiden Jahrgänge 1900-1902, die sich hier gemeinsam fotografieren lassen. In den beiden vorderen Reihen sitzen und stehen die Mädchen, 29 an der Zahl. In den beiden hinteren Reihen stehen die – 32 – Jungs.

1.Reihe, sitzend, v.l.n.r.: ???, ???, ???, ???, ???, ???, ???, ???, ???, Klara Bieler (1900-?), ???, Cäcilie (Lina) Winterhalder (verh. Rosenstiel, 1901-?), Leopoldine Geisinger, Franziska Bieler (1900-?), ???
2.Reihe, v.l.n.r.:
3.Reihe, v.l.n.r.: ???, ???, ???, ???, ???, Karl Bader (1902-1971),
4.Reihe, v.l.n.r.: ???, ???, ???, Eugen Fehrenbach (1901-1974)

Auf dem Boden im Vordergrund ist schemenhaft die Stadtwaage zu erkennen, die sich zwischen Rathaus und Kriegerdenkmal befindet.

Zum Jahrgang gehört auch Franz Rosenstiel (1901-1978).

Standort des Fotografen: 47.883785, 8.344013

Franz Rosenstiel in der Volksschule, 1933

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Elisabeth Rosenstiel zur Verfügung.

An Ostern 1933 wird der 6-jährige Franz Rosenstiel (1927-2006) in die Volksschule eingeschult, die sich noch im Rathaus befindet. Das gestellte Foto wird im Klassenzimmer aufgenommen. Der Erstklässler sitzt an einer hölzernen Schulbank, sein Buch aufgeschlagen, den Finger auf einer Zeile, damit er nicht verrutscht, und blickt aufgeweckt in die Kamera. Vor ihm im Tisch ist eine Vorrichtung für das Tintenfass. Im Hintergrund ist das Lehrerpult und eine große Schiefertafel zu erkennen.

Franz Rosenstiel, geboren am 8. Januar 1927, wohnt mit seinen Eltern Robert Rosenstiel und Cäcilie Rosenstiel geb. Winterhalder im »Schlempental«.

Standort des Fotografen: 47.883841, 8.344205

Urkunde zur Einweihung der Schule, 29. August 1936

Stadtarchiv

Diese Urkunde wird anlässlich der Einweihung des neuen Schulgebäudes an der »Hasle« am 29. August 1936 ausgestellt. Verfasst wird sie vom damaligen Bürgermeister Heinrich Andris, der von 1935 bis 1942 amtiert und überzeugter Nationalsozialist ist. Die Grußbotschaft richtet sich an die »Deutsche Jugend« und ist inhaltlich wie sprachlich vollständig in die propagandistische Rhetorik des NS-Staates eingebettet. Schon die Anrede stellt die Schulkinder nicht als Individuen, sondern als Teil einer ideologisch definierten »Volksgemeinschaft« dar.

Typisch für die Sprache des Nationalsozialismus sind mehrere Elemente: der Führerkult, der religiös überhöhte Glaube an die Mission des »Dritten Reiches«, das Pathos von Opfer, Erbe und Sendung, sowie die Verknüpfung von Gegenwart und mythisch überhöhter Vergangenheit (»Ahnen«, »kühle Erde«). Andris stilisiert sich selbst zum Vollstrecker eines historischen Auftrags und beansprucht, den »Willen des Führers« durch die Vollendung des Schulbaus erfüllt zu haben – obwohl der Bau bereits 1923 begonnen und der Rohbau lange vor der NS-Machtübernahme fertiggestellt worden war. In Brechtscher Manier ließe sich fragen: War nicht wenigstens ein einziger Bauarbeiter oder Handwerker daran beteiligt?

Andris‘ Formulierungen sollen Dauerhaftigkeit, Geschichtstiefe und nationale Schicksalshaftigkeit suggerieren. Besonders deutlich wird dies im Schlussteil, in dem er behauptet, seine »Seele« in das Gebäude hineingelegt zu haben und darin »immer wiederzuerkennen« zu sein. Damit verbindet sich eine Selbstüberhöhung, wie sie in vielen NS-Texten vorkommt: Der Sprecher inszeniert sich als Mittler zwischen Vergangenheit, Gegenwart und einer angeblich höheren Zukunft.

Die Schule erhält offiziell den Namen »Adolf-Hitler-Schule«. Der Festakt und die Urkunde dienen nicht nur der Einweihung eines Gebäudes, sondern vor allem der symbolischen Einbindung des Bildungswesens in die Ideologie des Regimes. Dass die Einweihung nach über einem Jahrzehnt Bauverzögerung stattfindet, wird von Andris als Erfüllung eines historischen Auftrags interpretiert – ein Beispiel dafür, wie selbst kommunalpolitische Ereignisse in der NS-Propaganda ausgeschlachte werden.

Standort des Fotografen: 47.882462, 8.347708

Narren vor der Schule, Fasnacht ca. 1937

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Hermann Egle zur Verfügung.

Diese elf unifomierten Fasnachtsnarren haben sich vor dem Eingang der 1936 fertiggestellten Volksschule (Festhallenstr. 7) für ein Gruppenfoto aufgestellt. Sie sind mit Kniestrümpfen, kurzen Hosen und Hemden bekleidet und tragen Tschakos als Kopfbedeckung. Die Gewehre sind geschultert. Einer von ihnen trägt statt der Waffe eine Fahne. Am rechten Bildrand hat sich eine Hexe mit Kopftuch auf das Foto gemogelt.

Vielleicht sind die elf Narren Mitglieder des FC Löffingen?

Vermutlich entsteht das Foto anlässlich der Fasnacht 1937, als das Motto lautet: »Schützengildenfest im 15. Jahrhundert«. Mit viel Phantasie können die elf Uniformierten Mitglieder einer Schützengilde im Spätmittelalter bzw. in der Frühen Neuzeit darstellen.

Standort des Fotografen: 47.882345, 8.347756