Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Elisabeth und Franz Isele zur Verfügung.
Aus der Perspektve, die der Fotograf wählt, wirkt das Mädchen fast so groß, wie das zweistöckige Haus im Hintergrund. Elisabeth Zepf (verh. Isele, 1930-2012) steht vor ihrem Elternhaus. Es ist ein sonniger Wintertag, die Bäume, die am Weg zur Kirche stehen, sind kahl. Elisabeth Zepf trägt einen Rock mit warmer Strumpfhose und eine Strickjacke, die mit Blümchen verziert ist, und lächelt in die Kamera.
Bei einem Bombenangriff der Alliierten am 24. Februar 1945 wird das Haus Zepf zerstört. Die 15-jährige Elisabeth Zepf verliert damit ihr zu Hause. Später baut die Familie ein neues landwirtschaftliches Anwesen in der Dittishauser Straße.
Diese Fotos stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.
Fünf Jahre nach seiner Gründung ist der Fanfarenzug nicht mehr aus dem Vereinsleben wegzudenken. Auch beim Narrenumzug am »Fasnet-Mändig« beteiligt er sich selbstverständlich. Die Trommler und Fanfarenbläser sind in Landsknechtkostüme gekleidet. 40 Aktive, 9 Zöglinge und 62 passive Mitglieder gehören dem Verein 1980 an. Soeben biegt der Narrenumzug beim »scharfen Eck« um die Kurve.
Zu sehen sind u.a.: 1.Bild: Doris Maier, Pia Walz und Thomas Rosenfelder, Günter Schelb 2.Bild: Michael Fehrenbach
Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Daniela Scherzinger zur Verfügung.
Die katholische Kirchengemeinde feiert das Fronleichnamsfest. Das Städtchen ist entlang der Prozessionsstrecke festlich geschmückt. Mehrere Stationenaltäre sind aufgebaut, wie hier auf dem oberen Rathausplatz vor der »alten Sonne« (Rathausplatz 9-10).
Ein Blumenteppich führt zum Altar hin. Die bunten Blüten formen einen Kelch, über dem eine Eucharistie im Strahlenkranz schwebt. Der Altar wird von Nadelbäumen eingerahmt, die in das Straßenpflaster gesteckt sind. Die Fassade im Hintergrund ist mit Reisiggirlanden und kleinen Fähnchen geschmückt. Eine Gruppe Jungen steht – festlich gekleidet – neben dem Altar und betrachtet den Blumenteppich.
Zu sehen sind u.a. Werner Hasenfratz, Heinz Hauger und Bernhard Adrion.
Diese Fotos stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.
Der Blick vom Kirchturm der katholischen Pfarrkirche fällt in Richtung Bahnlinie. Von hier oben kann man sich davon überzeugen, wie sehr der Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg fortgeschritten ist. Die Kriegsschäden sind weitgehend aus dem Stadtraum verschwunden.
Das alte Pfarrhaus (Untere Hauptstr. 10), das stark beschädigt wurde, ist renoviert und beherbergt seit 1952 die Landwirtschaftsschule. Auch die Bahnhofsruine ist beseitigt und an ihrer Stelle steht das 1957 eingeweihte neue Bahnhofsgebäude, dessen Fassade auf dem Foto noch frisch gestrichen leuchtet.
Noch etwas sticht von hier oben ins Auge: Das Sägewerk Benz, das sich jenseits der Bahnlinie mit seinem großen Werksgelände erstreckt. Landmarken sind der Schornstein, der in den Himmel ragt, und der Späneturm an der Rötenbacher Straße. Mit der Geschichte der Holzindustriewerke Josef Benz AG sind aber noch zwei weitere Gebäude verknüpft, die auf den Fotos ebenfalls zu sehen sind: Der »alte Benzbau« (Untere Hauptstr. 8) und der »neue Benzbau« (Ringstr. 8). Beide Gebäude dien(t)en seit ihrer Erbauung als Werkswohnungen für Arbeiter des Sägewerks und ihre Familien. Sie bezeugen damit, welch ein wichtiger Arbeitgeber das Sägewerk für Löffingen darstellt.
Dieses Foto stellte uns
dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.
Franz Roth (1926-2010) aus Dittishausen und Anneliese Fehrenbach (1926-2016) aus Löffingen haben geheiratet. Nach der Trauung in der katholischen Pfarrkirche St. Michael wird im Gasthaus »Linde« in der Oberen Hauptstraße gefeiert.
Zwischendurch unternimmt die Hochzeitsgesellschaft einen kleinen Spaziergang zur Nahe gelegenen Festhalle. Denn die dortigen Treppenstufen eignen sich besonders gut, um ein Gruppenfoto aufzunehmen – nicht zuletzt, weil der Hintergrund mit den Spitzbögen hübsch aussieht. Außerdem tut der kleine Verdauungsspaziergang allen Hochzeitsgästen gut. Mit auf das Foto gesellt sich Stadtpfarrer Karl Weickhardt (1905-1977), der das Paar getraut hat.
1.Reihe, v.l.n.r.: Karolina Leitold geb. Gut (1873-1963), Adam Leitold (1869-1959), ???, Roswitha Fehrenbach (verh. Glemser, 1939-2021), Braut Anneliese Roth geb. Fehrenbach (1926-2016), Bräutigam Franz Roth (1926-2010), Theresia Roth (verh. Merk, 1936-2006), Hilda Leitold (verh. Köpfler, geb. 1952) 2.Reihe, v.l.n.r.: Brauteltern Anna Fehrenbach (1902-?) und Ernst Fehrenbach (1902-?), Bräutigammutter Luise Roth (»Postluis« aus Dittishausen) 3.Reihe, v.l.n.r.: ???, ???, ???, ???, Johanna Bernauer geb. Fehrenbach (1912-1971), Frieda Müller geb. Fehrenbach (1907-?), ???, ???, ???, Pfarrer Karl Weickhardt, Hedwig Leitold (1912-1994) und Wilhelm Leitold (1910-1986), ??? 4.Reihe, v.l.n.r.: ???, ???, ???, Ernst Wehrle, Albert Wehrle, ???, ??? Wangler
Das frischgebackene Ehepaar zieht nach Dittishausen, wo Franz Roth die Poststation leitet, die vor ihm schon seine Eltern betreut haben. Deshalb trägt seine Mutter Luise Roth auch den Spitznamen »Postluis«.
Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.
Diese Narren wollen offensichtlich hoch hinaus. Sie haben sich aus Dutzenden bunten Luftballons eine Art »Fesselballon« gebastelt. Als der Narrenumzug am »Fasnet Mändig« vor dem Haus Waibel (Obere Hauptstr. 3) um das »scharfe Eck« biegt, befinden sich die Narren noch am Boden. Aber vielleicht heben sie gleich ab?
Von dem Popsong »99 Luftballons« können die Narren jedenfalls nicht inspiriert sein, denn dieser wird erst drei Jahre später veröffentlicht. Die Sängerin Nena drückt darin die Sorge aus, dass die nukleare Aufrüstung im »Kalten Krieg« zu einem Atomkrieg führen könnte.
Hast du etwas Zeit für mich? Dann singe ich ein Lied für dich Von neunundneunzig Luftballons Auf ihrem Weg zum Horizont Denkst du vielleicht grad an mich? Dann singe ich ein Lied für dich Von neunundneunzig Luftballons Und dass sowas von sowas kommt.
Zu sehen sind u.a. Wolfgang Kühn, Alfons Zimmermann und Heinrich Wider. Der Junge im Vordergrund ist Sebastian Butsch.
Dieses Foto stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.
18 Jungen und 20 Mädchen empfangen in diesem Jahr in der katholischen Pfarrkirche St. Michael ihre erste heilige Kommunion. Nach dem Gottesdienst stellen sie sich vor dem Hochaltar zu einem Gruppenfoto auf. Die Kommunionkerzen kommen nicht mit auf das Bild, weil sie so leicht die anderen Kinder und Gesichter dahinter verdecken.
Dieses Foto stellte uns
dankenswerterweise Elke Moser zur Verfügung.
Im Feuerversicherungsbuch aus dem Jahr 1898 wird das Gebäude in der Vorstadtstraße als »1stöckiges Brauereigebäude mit gewölbtem Keller« bezeichnet. 1909 wurde der Eintrag dahingend aktualisiert, dass es sich mittlerweile um ein »1stöckiges Wohnhaus mit gewölbtem Keller« handele. Offenbar hatte zwischenzeitlich ein Umbau stattgefunden.
Das Ergebnis ist auf dem Foto zu sehen: Vor ihrem kleinen Häuschen in der Vorstadtstraße steht die Witwe Sophie Selb geb. Fischer (1847-1922), die mit dem Bierbrauer Hermann Selb (1840-1892) verheiratet war. Sophie Selb verbringt hier ihren Lebensabend. Nach ihrem Tod wird ihr Sohn Fritz Selb (1875-1956), der Uhrmacher von Beruf ist, das Häuschen erben.
Ganz links steht die Tochter Anna Bader geb. Selb (1876-1918), die mit dem Landwirt Konrad Bader verheiratet ist und mit ihrer Familie in der Oberen Hauptstraße wohnt. Das kleine Mädchen ist entweder ihre Tochter Sophie Bader (verh. Gremper, 1905-1984) oder ihre Tochter Agnes Bader (verh. Vetter, 1907-1998). Somit sind auf dem Foto drei Generationen zu sehen, die vor dem Haus posieren. Der Weg, der im Vordergrund zum Friedhof hinaufführt, wird von einer Bruchsteinmauer gestützt.
Fotostudio Leo Molitor, Neustadt Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Elke Moser zur Verfügung.
Familie Glunk betreibt eine Landwirtschaft im Maienland. Was mag der Anlass sein, dass sie sich heute im Sonntagsstaat im Fotostudio Leo Molitor in Neustadt fotografieren lässt? Vielleicht wird der Sohn Karl Glunk (1897-1980) ins Heer einberufen, um im Krieg zu kämpfen? Schließlich weiß man nie, ob man sich wiedersehen wird.
1.Reihe, v.l.n.r.: Maria Glunk geb. Bader (1866-1956), Josefa Glunk (verh. Beha, 1904-1964), Maria Glunk (verh. Fehrenbach, 1902-?) 2.Reihe, v.l.n.r.: Johann Glunk (1865-1921), Karl Glunk (1897-1980)
Johann Glunk stirbt am 14. März 1921 im Alter von 55 Jahren. Seine Witwe überlebt ihn um 35 Jahre. Maria Glunk stirbt 89-jährig am 9. März 1956 an Altersschwäche.
Dieses Foto stellte uns
dankenswerterweise Elke Moser zur Verfügung.
Ein Ehepaar lässt sich im Fotoatelier fotografieren. Die Frau sitzt, hinter ihr steht der Mann, seinen Arm auf die Stuhllehne legend. Es handelt sich um Hermann Selb (1840-1892) und seine Ehefrau Sophie Selb geb. Fischer (1847-1922). Sie betreiben in der Oberen Hauptstraße eine Bierbrauerei (Obere Hauptstr. 7).
Hermann Selb wurde am 19. Februar 1840 als Sohn des Landwirts und Frachtfuhrmanns Johann Selb und dessen Ehefrau Luzia Selb geb. Bader geboren. Sein Elternhaus war das Haus Nr. 61 (Untere Hauptstr. 5). Der Bierbrauer heiratete am 30. März 1869 die sieben Jahre jüngere Sophie Fischer, die aus Neustadt stammte, wo sie am 12. Mai 1847 geboren worden war. Sie bekamen (mindestens) sieben Kinder: Franz Carl (* 1870), Johann (* 1871), Hermann Josef (* 1872), Ernst August (* 1873), Friedrich Wilhelm (* 1875), Maria Anna (* 1876) und Ernst Josef (* 1879).
Hermann Selb stirbt am 19. Juni 1892 im Alter von 52 Jahren. Als Todesursache wird im Sterbebuch »Gehirn-Entzündung« angegeben. Die Brauerei wird daraufhin zunächst von dem Sohn Johann Selb weitergeführt. 1919 wird das Gebäude schließlich verkauft und ein Jahr später eröffnet der Apotheker Ferdinand Pielmann darin eine Apotheke. Die Witwe Sophie Selb stirbt am 23. Mai 1922 im Alter von 75 Jahren und 11 Tagen.
Dieses Foto stellten dankenswerterweise Elke Moser sowie Klemens Rebholz und Cäcilia Runge zur Verfügung.
Der Kirchenchor der katholischen Pfarrgemeinde St. Michael stellt sich auf der Treppe vor der Festhalle zu einem Gruppenfoto auf. Vorstand des Chores ist Konrad Bader, als Dirigent fungiert Hermann Ganter. Zwei Geistliche gesellen sich zu den Sängerinnen und Sänger: Zum einen Stadtpfarrer Robert Winkel (1897-1972), zum anderen Vikar Albert Hassler (1911-1990). Aufgenommen wird das Gruppenfoto im Frühjahr 1938. Dazu passt, dass Vikar Albert Hassler seit 27. Januar 1937 in Löffingen wirkt, bevor er am 6. September 1938 nach Furtwangen versetzt wird.
1.Reihe, v.l.n.r.: 1 Franziska Fritsche (verh. Heiler, 1925-2021), 2 Klara Schmid, 3 Maria Vetter, 4 Gertrud Limb (verh. Geisinger, 1923-2011), 5 Anna Gebert, 6 Lore Maier, 7 Else Ganter (verh. Egle, 1923-2011) 2.Reihe, v.l.n.r.: 1 Anna Kuster, 2 Dirigent Hermann Ganter (1895-1957) 3.Reihe, v.l.n.r.: 1 Luise Amann, 2 Johanna Fehrenbach 4.Reihe, v.l.n.r.: 1 Hildegard Heitzmann, 2 Maria Schelling, 3 Gertrud Brugger (verh. Heitzmann, 1921-2005), 4 Franziska Heizmann 5.Reihe, v.l.n.r.: 1 Bertha Rogg, 2 Martha Brugger (verh. Trenkle, 1919-2013), 3 Maria Faller, 4 Anna Kopp, 5 Hedwig Limb (verh. Vogt, 1919-2010), 6 Anna Strobel, 7 Otto Ganter (1881-1960) 6.Reihe, v.l.n.r.: 1 Vikar Albert Hassler (1911-1990), 2 Julius Limb, 3 Bertha Mogel, 4 Hedwig Butsch (verh. Fieger, 1912-1989), 5 Maria Schmutz, 6 Maria Benitz, 7 Elisabeth Schäfer 7.Reihe, v.l.n.r.: 1 Konrad Bader (1868-1958), 2 Karl Beha, 3 ??? Heizmann, 4 ???, 5 Oskar Guth, 6 Hans Guth 8.Reihe, v.l.n.r.: 1 Pfarrer Robert Winkel (1897-1972), 2 Albert Benitz (1905-1996) 9.Reihe, v.l.n.r.: 1 August Limb, 2 Josef Guth, 3 ??? Kuster, 4 Otto Beer
Franckh-Verlag, Stuttgart | Sammlung Familie Waßmer
Als die Ansichtskarte am 20. Februar 1956 von Löffingen nach Bingen versendet wird, bietet sich dem Absender ein ganz anderer Blick dar: »Es gefällt mir sehr gut, bei dem vielen Schnee einfach herrlich.« Auf dem Foto kann hingegen von Schnee keine Rede sein, denn es ist Sommer.
Vom »Reichberg« fällt der Blick auf das Städtchen. Das Gebiet an der Göschweiler Straße ist noch unbebaut. Nur in der Bonndorfer Straße stehen die ersten Häuser. Das entspricht zwar 1956 nicht mehr ganz der Realität, da das Gebiet bereits als Neubaugebiet erschlossen wird. Die Ansichtskarte ist aber schon ein paar Jahre alt, als sie versendet wird.
Das Foto datiert aus den frühen 1950er Jahren, denn das 1949 erbaute Haus Gwinner (Seppenhofer Str. 2) ist noch nicht verputzt. Gleichzeitig sind in der Haslachstraße, von der Festhalle fast verdeckt, einige neu erbauten Häuser der Siedlung »Neue Heimat« zu erkennen.