Trümmerstätte am unteren Rathausplatz nach dem Großbrand, 1921

Fotograf: Engelhard Baumgartner, Freiburg / Stadtarchiv
Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Inge Benitz und Georg Willmann zur Verfügung.

Vom Gasthaus »Adler« aus fällt der Blick auf die Brandstätte beim Mailänder Tor. Im Hause des Julius Heer (Demetriusstr. 10) war um die Mittagszeit Feuer ausgebrochen, das sich, angefacht von einem leichten Wind, den Stadtring entlangfraß und auf die angrenzenden Straßenzüge am Rathausplatz und in der Ringstraße übergriff. Innerhalb kurzer Zeit standen die Häuser bis hinauf zum Alenberg in Flammen. Auch das Wäldchen auf dem Alenberg war zeitweise bedroht. Ebenso das Rathausgebäude, das am rechten Bildrand zu sehen ist. Die Feuerwehren aus Löffingen und der Umgebung setzten alles daran, es zu retten – genauso wie das Postamt: Denn wären diese beiden massiven Gebäude dem Feuer zum Opfer gefallen, dann wäre das Schicksal weiterer Straßenzüge besiegelt gewesen.

Das Mailänder Tor aus dem Jahr 1580 brannte nicht ab. Es war baulich aber in einem solch schlechten Zustand und stellte außerdem zunehmend ein Verkehrshindernis dar, dass es im Herbst 1921 abgerissen und an seiner Stelle ein bereiteres und höheres Torgebäude erbaut wurde.

Standort des Fotografen: 47.883609, 8.343593

Blick vom Rathausturm nach dem Großbrand, 1921

Stadtarchiv
Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Inge Benitz und Franz Scholz zur Verfügung.

Vom Rathausturm fällt der Blick nach dem Großbrand vom 28. Juli 1921 auf die Trümmerstätte. Zu sehen sind die eingeäscherten Gebäude in der Demetriusstraße und der Ringstraße bis hoch zum Alenberg.

Der Giebel vorne rechts gehört zum Postamt am oberen Rathausplatz, dessen Rettung gelang. Dahinter der Trümmerberg gehörte einst zum Haus des Schmiedemeisters Viktor Fürst (Demetriusstr. 5). Dahinter sind das ausgebrannte Anwesen des Landwirts Martin Mayer (Ringstr. 3) und direkt daneben das zerstörte Haus des Landwirts Karl Diesberger (Ringstr. 2) zu sehen. Der einsame Laufbrunnen, der inmitten der Trümmer an der Einmündung der Demetriusstraße in die Ringstraße steht, diente bei den Löscharbeiten als Wasserreservoir. Die Schneise der Zerstörung setzt sich in der Alenbergstraße fort. Besonders markant ist der stehengebliebene Giebel der Weinhandlung Benitz (Alenbergstr. 7-9), der aus dem Trümmerfeld emporragt.

Denselben Blick hatte Oberlehrer Eugen Steidlinger am Brandtag. Er notierte in seinen Erinnerungen: »Ich eilte auf den Rathausturm. Da bot sich mir ein grauenerregender Anblick. Tatsächlich brannte da oben auf dem Alenberg eine ganze Häuserreihe. Aus den mächtigen Gebäuden Benitz u. Thoma sprüten die Feuergarben empor, die danebenliegenden Häuser hatten auch schon Feuer gefangen, und das rasende Element fraß sich bereits den Berg hinauf – Gras, Sträucher und Bäume in ein Glutmeer verwandelnd. – Es war, als würden zürnende Dämonen den Brand mit unsichtbaren Geisterhänden in toller Wut über das ohnmächtige Städtchen wälzen.«

Standort des Fotografen: 47.883974, 8.344235

Haus Egle in der Ringstraße, 1952

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Pia und Alfons Durst zur Verfügung.

Ein Kind steht vor dem Haus Egle (Ringstr. 1) und blickt zum Fotografen. Neben der Haustür ist Brennholz ordentlich zu einer Holzbiege aufgeschichtet. Über dem Eingang zum kleinen Laden steht schlicht »Handlung«.

Das Gebäude entstand beim Wiederaufbau nach dem Großbrand von 1921. Der Staffelgiebel ist charakteristisch für eine Reihe der damals neu errichteten Häuser und gibt der ansonsten schlichten Fassade einen besonderen Akzent. Eigentümer sind der Müller Gustav Egle (1881-1954) und seine Ehefrau Pauline Egle (geb. Mäder, 1887-1966). Ihr Elternhaus stand bereits vor dem Brand an dieser Stelle.

Später übernimmt die Tochter Frieda Durst (geb. Egle, 1929-1982), das Anwesen. Im Erdgeschoss betreibt sie ein kleines Geschäft, in dem sie Textilwaren, Aussteuer und Wallfahrtsartikel verkauft.

Standort des Fotografen: 47.884577, 8.344373