Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rene Egle zur Verfügung.
Von der Seppenhofer Straße fällt der Blick auf die kleine Grünanlage neben der katholischen Pfarrkirche St. Michael. Bäume und Sträucher sind frisch gepflanzt, der Weg ist von Blumenschmuck gesäumt.
Im Hintergrund ist die Rückseite des Kaufhauses Henzler (Kirchstr. 25) und der rückseitige Anbau des Gasthauses »Sonne« (Kirchstr. 29) zu sehen. 1969 hatten die Wirtsleute Arthur und Christa Beiner das traditionsreiche Gasthaus gekauft und den alten Ökonomiebereich abgerissen. An seiner Stelle errichteten sie einen modernen Anbau mit Gästezimmern. Das Dach ist frisch gedeckt, die Mauern noch nicht verputzt.
Seit der letzten Innenrenovation Mitte der 1990er Jahre präsentiert sich die katholische Pfarrkirche St. Michael wie auf diesem Foto. Die Veränderungen im Kirchenraum gegenüber älteren Ansichten waren infolge der Liturgiereformen des Zweiten Vatikanischen Konzils notwendig geworden: Die Kanzel wurde entfernt und durch einen Ambo ersetzt, ein Zelebrationsaltar wurde geschaffen, damit die Messe nicht mehr am Hochaltar mit dem Rücken zur Gemeinde gefeiert werden musste.
Stadtpfarrer Hermann Litterst (1929-2013), der 22 Jahre in Löffingen wirkte, war nicht nur Seelsorger, sondern auch ein begeisterter Bauherr. Von 1993 bis 1996 erfolgte die Innenrenovation. Dabei wurde auch ein neuer Zelebrationsalter und ein neuer Ambo geschaffen: Der Altar verweist auf den brennenden Dornbusch. Auf seiner Vorderseite ist der hebräische Schriftzug »Jahwe« und auf der Rückseite die lateinische Insignie »JHS« zu lesen. Der Ambo zeigt die Symbole der vier Evangelisten als Halbreliefs. Der Adler steht für Matthäus, der Stier für Markus, der Löwe für Lukas, der Mensch für Johannes. Der neue Altar und Ambo fügen sich auf gelungene Art und Weise in das barocke Gesamtensemble ein.
Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Rita Willman und Franz Isele zur Verfügung.
Diese Aufnahme entsteht in der Advents- oder Weihnachtszeit. Der Kirchenraum der katholischen Pfarrkirche St. Michael ist mit Tannenbäumen geschmückt, die die beiden Seitenaltäre einrahmen.
1917 wurde die Kirche an das seit 1916 in Löffingen bestehende elektrische Leitungsnetz angeschlossen. Im Kirchenraum hängen mehrere einfache elektrische Lampen. Der mit Kerzen bestückte Kronleuchter hängt weiterhin im Chorraum. Seit 1881 sind die Wände bemalt, bei einer späteren Innenrenovation werden sie 1936/37 weiß übertüncht. Das Wandgemälde, das links im Chorbogen zu sehen ist, wird bei der Kirchenrenovierung in den Jahren 1993-1996 wieder freigelegt, renoviert und sichtbar gelassen.
»Wahre Abbildung des Witterschnee-Kreuzes«, steht als Überschrift auf diesem Andachtsbildchen. Zu sehen ist die Kreuznische aus dem Jahre 1751/52 mit dem Gnadenkreuz und der Christusfigur. 1846 wurde die Gebetsnische beseitigt und die heutige (alte) Holzkapelle erbaut.
Nach der Errettung eines Mannes in einem Schneesturm im Jahre 1740 wurde das von ihm gestiftete Gnadenkreuz schnell Ziel von Wallfahrten. Erzählungen von Wunderheilungen verbreiteten sich. So soll beispielsweise ein Schmied aus Döggingen durch Verbrennungen am ganzen Körper schwer verletzt und arbeitsunfähig geworden sein. Er gelobte, wenn Gott ihn heile, schmiede er eine kunstvolle Kette. Tatsächlich sei er wieder gesund geworden und habe sein Gelübde gehalten. Die Kette sei an der Kreuznische angebracht worden. Sie ist auf dem Andachtsbildchen zu sehen.
Dass es sich bei der Darstellung des Gnadenkreuzes um eine »wahre Abbildung« handelte, war deshalb wichtig, weil den Gläubigen nur so seine wundertätige Wirkung auch in Form eines lithografierten Bildchens gegeben schien.
Neben einem floralen Motiv ist diese frühe Aufnahme der neuen Witterschneekirche und der alten Kapelle abgebildet. Von jenseits der Bahnlinie fällt der Blick auf die 1894-1897 erbaute Kirche, deren Langhaus und angebaute Sakristei zu sehen sind. Die Kastanienbäume sind noch klein und verdecken daher den Blick nicht. Rechts davor steht die alte Kapelle, die beim Bau der neuen Kirche von ihren ursprünglichen Standort verschoben wurde.
Eng geht es zu in der Abteilung Vormontage. Die Arbeitnehmer*innen des Unternehmens Studer sitzen an ihren Plätzen und sind hochkonzentriert mit ihrer Arbeit beschäftigt. Mehr Platz wird wenige Jahre später geschaffen, als ein Anbau mit einer größeren Produktionshalle gebaut wird.
Am 3. Oktober 1964 gründete der Schweizer Unternehmer Willi Studer (1912-1996) in Löffingen seine erste Betriebsstätte in Deutschland. Im August 1966 konnte der Fabrikneubau in der Talstraße eingeweiht und der Betrieb darin aufgenommen werden. Zunächst wurde das Tonbandgerät G36 gefertigt. Nach insgesamt über 80.000 gebauten Tonbandgeräten dieser Serie lief 1967 das letzte G36 in Löffingen vom Band. Es folgte die A-Serie mit dem Tonbandgerät A77.
In einem großen Produktionsraum sitzen Arbeitnehmer*innen des Unternehmens Studer an ihren Plätzen und sind mit der elektrischen Vormontage beschäftigt.
Am 3. Oktober 1964 gründete der Schweizer Unternehmer Willi Studer (1912-1996) in Löffingen seine erste Betriebsstätte in Deutschland. Im August 1966 konnte der Fabrikneubau in der Talstraße eingeweiht und der Betrieb darin aufgenommen werden. Zunächst wurde das Tonbandgerät G36 gefertigt. Nach insgesamt über 80.000 gebauten Tonbandgeräten dieser Serie lief 1967 das letzte G36 in Löffingen vom Band. Es folgte die A-Serie mit dem Tonbandgerät A77. Das Werk wurde in den kommenden Jahren mehrfach erweitert.
Verlag A. Rebholz, Löffingen | Dieses Foto stellten dankenswerterweise Käthe Kaufmann und Rita Willmann zur Verfügung.
Der Meiler ist fast fertig aufgebaut. Mächtig erhebt sich der rundliche Holzstoß auf dem »Kohlplatz« im Stadtwald. Die großen Scheite liegen bereits dicht an dicht, doch an einigen Stellen sind noch Hohlräume geblieben. Konrad Nägele (1885-1960) beugt sich über den Meiler und schiebt kleinere Holzstücke in die Zwischenräume. Je dichter und gleichmäßiger das Holz geschichtet ist, desto besser lässt sich später der Verkohlungsprozess steuern.
Noch liegt das Holz offen da. Im nächsten Arbeitsschritt wird der Meiler mit Reisig, Erde und Rasensoden abgedeckt, sodass nur wenig Sauerstoff eindringen kann. Dann wird er entzündet und über mehrere Tage hinweg aufmerksam überwacht. Aus dem aufgeschichteten Holz entsteht schließlich Holzkohle.
Die Nägeles betreiben das Köhlerhandwerk über mehrere Generationen und sind deshalb im Städtchen als »s’Kohle Nägeles« bekannt. Der Platz im Stadtwald, auf dem ihre Köhlerhütte steht und die Meiler abgebrannt werden, trägt den Namen »Kohlplatz«. Konrad Nägele gilt als letzter Köhler der Familie. Während der Sommermonate lebt die Familie mit den Kindern zeitweise direkt am »Kohlplatz«. Denn sobald ein Meiler brennt, darf er nicht sich selbst überlassen bleiben: Tag und Nacht muss kontrolliert werden, ob er gleichmäßig glimmt und an keiner Stelle zu viel Luft eindringt.
Die Aufnahme gehört zu einer Fotoserie, die der Löffinger Buchbinder Anton Rebholz 1911 von der Arbeit der Köhler-Familie anfertigt. Dieses Bild trägt die handschriftliche Nummer V. Zusammen mit den übrigen Aufnahmen dokumentiert es Schritt für Schritt ein Handwerk, das wenig später aus dem Alltag verschwindet.
Verlag Hans Dreisigacker, Lörrach | Sammlung Familie Waßmer
Im Neubaugebiet auf der »Breiten« eröffnete Eugen Fehrenbach (1937-2026) das Café Fehrenbach (Scheffelstr. 1). Das Café verfügte über eine eigene Bäckerei und Konditorei, außerdem gab es Fremdenzimmer. In den 1970er Jahren warben die Fehrenbachs mit dieser Ansichtskarte für Kunden: Zu sehen sind eine Außenansicht des Cafés und ein Blick in die Innenräume. Darunter sind eine Ansicht des unteren Rathausplatzes mit dem Mailänder Tor und die neue Attraktion in Löffingen, das Wildgehege im Wildpark, abgebildet.
Verlag A. Rebholz, Löffingen | Dieses Foto stellte dankenswerterweise Käthe Kaufmann zur Verfügung.
Noch ist der Meiler nicht fertig: Überall liegen weitere Holzstücke und Äste bereit, die nach und nach verbaut werden. Im Hintergrund steht die einfache Köhlerhütte, daneben wartet ein Pferdefuhrwerk auf seinen Einsatz. Beim Aufbau werden die Holzstücke schräg gegen die Mitte auf der sogenannten »Bruck« geschichtet. So entsteht Lage für Lage der Meiler, der schließlich bis zu 80 Kubikmeter Holz umfassen kann. Erst wenn die Form vollständig aufgebaut ist, wird sie mit Reisig, Erde und Rasensoden abgedeckt. Dann beginnt der eigentliche Verkohlungsprozess, bei dem das Holz unter möglichst geringer Luftzufuhr langsam zu Holzkohle wird.
Die Familie Nägele betreibt dieses Handwerk über mehrere Generationen und ist deshalb im Städtchen als »s’Kohle Nägeles« bekannt. Der Platz, an dem ihre Köhlerhütte steht und die Meiler abgebrannt werden, heißt bis heute »Kohlplatz«. Für die Familie ist dies der Arbeitsplatz – ein Ort voller Holzstaub, Rauch, Hitze und schwerer körperlicher Arbeit.
Das Foto gehört zu einer ganzen Serie, die der Löffinger Buchbinder Anton Rebholz 1911 aufnimmt. Seine Bilder dokumentieren ungewöhnlich anschaulich die verschiedenen Arbeitsschritte der Köhlerei – vom Aufbau des Meilers über das kontrollierte Abbrennen bis zum Abtransport der fertigen Holzkohle.
Dieses Foto stellte dankenswerterweise Dieter Vierlinger zur Verfügung.
Mit »Kohle-Peter« ist diese Kohlezeichnung beschriftet. Sie zeigt Peter Nägele, der von Beruf Köhler ist und im Stadtwald und im Wald bei Unterbränd Holzkohle herstellt. Er trägt eine Zipfelmütze und raucht seine Pfeife.
Geboren wurde er am 31. Mai 1850 in Löffingen als Sohn des Köhlers Erhard Nägele (1811-1888) und dessen Ehefrau Rosina Gänswein (1821-1869). Seine Eltern waren einige Jahre zuvor von Ebnet (Amt Bonndorf) nach Löffingen gezogen. Peter Nägele trat in die beruflichen Fußstapfen seines Vaters und erlernte ebenfalls das Köhlerhandwerk.
Zusammen mit seiner Ehefrau Ludowika Nägele (geb. Winter, 1853-1932) führt er ein entbehrungsreiches Leben. Den gesamten Sommer leben die Nägeles mit ihren Kindern in ihrer Köhlerhütte und kehren erst im Herbst in ihr 1873 erbautes Haus in der Oberen Hauptstraße 43 zurück. Auch von Schicksalsschlägen bleibt die Familie nicht verschont. Zwei der Kinder verbrennen bei einem Brandunglück in der Köhlerhütte am 17. August 1883. Der Kohlenbrenner Peter Nägele stirbt am 14. September 1910 und wird auf dem Friedhof in Löffingen beerdigt.
Seine Witwe überlebt ihn um zwei Jahrzehnte. Als sie 1932 stirbt, heißt es in einem Nachruf in der Zeitung: »Mit Frau Nägele ist eine der wenigen Überlebenden eines Standes heimgegangen, der einst viele Jahrhunderte auf dem Schwarzwald zu Hause war.«
Dieses Foto stellte dankenswerterweise Dieter Vierlinger zur Verfügung.
Mitten im Wald hat sich die Familie Nägele um eine kleine Feuerstelle versammelt. Auf dem Boden steht Kochgeschirr, über dem Feuer wird eine Mahlzeit zubereitet. Daneben sitzt Konrad Nägele (1885-1960) mit dem Akkordeon auf einem Baumstamm und sorgt für Musik. Hinter der Gruppe wartet ein gesatteltes Arbeitspferd. Das Foto zeigt nicht die schwere Arbeit am Meiler, sondern einen ruhigeren Augenblick im Alltag der Köhlerfamilie.
Die Nägeles sind über mehrere Generationen Köhler und deshalb im Städtchen als »s’Kohle Nägeles« bekannt. Ihre Meiler betreiben sie im Stadtwald und in einem Waldstück bei Unterbränd. Jeweils im Frühjahr zieht die Familie mit den Kindern und einem Teil des Hausrats hinaus in den Wald. Dort lebt sie den Sommer über in einer einfachen Köhlerhütte, denn die brennenden Meiler müssen ständig überwacht werden. Erst im Herbst geht es wieder zurück nach Löffingen.
Die Köhler-Tradition reicht in der Familie weit zurück. Schon der Vater von Peter Nägele war Köhler von Beruf: Erhard Nägele (1811-1888) stammte aus Igelschlatt und zog 1844 mit seiner Ehefrau Rosina Nägele (geb. Gänswein, 1821-1869), nach Löffingen. Das Handwerk wird in der Familie von Generation zu Generation weitergegeben.
V.l.n.r.: 1 Peter Nägele (1850-1910), 2 Ludowika Nägele (geb. Winter, 1853-1932), 3 unbekannte Frau, 4 Maria Limb (geb. Nägele, 1894-?), 5 Konrad Nägele (1885-1960)
Das Leben auf dem Kohlplatz birgt jedoch auch große Gefahren. Peter Nägele und Ludowika Nägele traf als junges Paar ein schweres Unglück: Während sie den Platz einmal verlassen hatten, griff Feuer auf die Köhlerhütte über. Am 17. August 1883 kamen zwei ihrer Kinder, die darin schliefen, in den Flammen ums Leben. Gerade vor diesem Hintergrund bekommt die friedliche Szene am Feuer eine zusätzliche, tragische Tiefe.