Mehrbildkarte mit Kapelle und Kirche Witterschneekreuz sowie Gesamtansicht, 1901/02

Verlag Ludwig Fuchs, Freiburg | Stadtarchiv

»Herzliche Grüße« schickte der Versender dieser Ansichtskarte am 4. Mai 1902 aus Löffingen. Ob es sich um einen auswärtigen Pilger oder einen Einheimischen handelte, ist nicht bekannt. Im Mittelpunkt der Mehrbildkarte stehen zwei Ansichten vom Witterschnee, die einander gegenübergestellt werden: Links ist die »neue Wallfahrtskirche« zu sehen und rechts die »alte Witterschnee-Kapelle«.

Die Gesamtansicht darüber ist so gewählt, dass sie nicht nur das Städtchen mit der Pfarrkirche St. Michael zeigt, sondern im Hintergrund, ganz in der Ferne, die Wallfahrtskirche erkennen lässt. Im Vordergrund sind die Bahnlinie und der Bahnhof zu sehen. Ursprünglich sollte der Löffinger Bahnhof bei den Häusern des heutigen Oberwiesenwegs gebaut werden, in direkter Nähe zur Wallfahrtskirche. Doch 1895, als die Kirche bereits im Bau war, wurde die Planung für die Bahnlinie auf den heute bestehenden Verlauf geändert. 

Ansichtskarten vom Witterschneekreuz fanden insbesondere nach dem Bau der neuen Wallfahrtskirche 1898 und ihrer feierlichen Weihung 1901 Verbreitung in großer Zahl. Um die Jahrhundertwende waren Ansichtskarten mit verschiedenen Motiven im Umlauf: Auf ihnen waren entweder die alte Kapelle und die neue Kirche gemeinsam dargestellt, oder nur die neue Kirche, neben Außenaufnahmen gab es auch Innenaufnahmen des Gotteshauses, mehrfach wurde die Kirche auch in Kombination mit dem Gnadenkreuz abgebildet. Das »Schneekreuz« war auch auf zahlreichen Mehrbildkarten, die die wichtigsten Ansichten und Sehenswüdigkeiten Löffingens zeigten, vertreten.  

Haus Egle in der Talstraße, ca. 1908

Dieses Foto stellte dankenswerterweise die Familien Elfriede Stuff zur Verfügung.

Die Witwe Katharina Egle geb. Trenkle (1870-1952) steht mit ihren Kindern vor ihrem Haus in der heutigen Talstraße. Diesen Straßennamen gab es damals noch nicht, statt dessen lautete die offizielle Bezeichnung »Aschbühlweg«. Das zweistöckige Wohnhaus mit Scheuer und Stallung war 1872 erbaut worden.

Katharina Egle stammte gebürtig aus Behla und hatte sich nach Löffingen verheiratet. Ihr verstorbener Mann Karl Egle (1848-1908) war Schreiner von Beruf. Er war mehr als 20 Jahre älter als sie und starb am 4. Juni 1908 im Alter von 60 Jahren.

1938 kaufte das Ehepaar Anton und Luise Rappenegger das landwirtschaftliche Anwesen.

Standort des Fotografen: 47.884488, 8.349295

Blick vom Reichberg auf das Städtchen, ca. 1910-1914

Sammlung Familie Waßmer /  Stadtarchiv

»11.8.19« notierte jemand auf dieser Ansichtskarte. Dies ist freilich nicht das Datum, an dem das Foto aufgenommen, sondern die Karte verschickt wird. Der Poststempel drückt von der Rückseite durch. Sein Umriss ist in der linken oberen Ecke deutlich zu erkennen.

Der Fotograf des Bildes stand auf einer Anhöhe »Im kleinen Brühl«, also im Bereich der heutigen Bonndorfer Straße oder Gartenstraße. Von hier eröffnet sich ihm ein unverbauter Blick, über die Bahnlinie hinweg, auf das Städtchen mit der katholischen Pfarrkirche.

Im Vordergrund sind die wenigen Häuser der Seppenhofer Straße zu sehen: Ganz vorne steht das kleine Bahnwärterhaus (Seppenhofer Str. 20). Die Häuser Schreiber und Brunner existieren noch nicht, sie werden erst nach dem Großbrand 1921 errichtet.

Zu sehen sind das 1907 erbaute Haus des Kaufmanns Karl Nägele (Seppenhofer Str. 15), der 1918 als Soldat in Flandern fällt, und schließlich das »kleine Krankenhaus« mit dem 1890 erbauten zweistöckigen Krankenhaus (Seppenhofer Str. 7) daneben. An der Einmündung des Pfarrwegs stehen das Haus von Schreiner Anselm Heiler (Seppenhofer Str. 5), der 1918 an den Folgen einer Kriegsverletzung stirbt, und die Kaplanei der katholischen Kirchengemeinde.

Doch auch die Häuser, die sich im Hintergrund verbergen, sind interessant und in diesem Fall für die Datierung der Ansicht besonders hilfreich. In der Oberen Hauptstraße ist das Haus Selb zu erkennen, das am 15. August 1914 abbrennt und anschließend neu gebaut wird. Die Fotografie muss demnach zwischen 1907 und 1914 aufgenommen worden sein. Bemerkenswert ist auch der rechte Bildrand: Zu sehen ist das Gelände bei der »Hasle«, auf dem ab 1923 die Festhalle und Volksschule gebaut werden.

Standort des Fotografen: 47.879950, 8.343938

Gesamtansicht auf Porzellankörbchen, ca. 1900-1910

Sammlung Familie Waßmer

Historische Ansichten des Städtchens liegen nicht nur als Fotografien, Lithografien, als Gemälde oder Kupferstiche vor, sondern auch in Gestalt dieses kleinen Porzellankörbchens. Es handelt sich dabei um Nippes, also um Kunsthandwerk minderer Qualität, das als Andenken diente. »Gruss aus Löffingen«, steht darauf geschrieben. Zu sehen ist eine Gesamtansicht des Städtchens, die um die Jahrhundertwende entstanden sein dürfte.

Anton Bader, ca. 1900

Dieses Foto stellen dankenswerterweise Walter und Johanna Nägele zur Verfügung.

Der Landwirt Anton Bader (1832-1906), genannt »Diesebuur«, wurde am 8. Oktober 1832 geboren. Er wurde nach seinem Vater benannt, dem Bürger und Landwirt Anton Bader. Seine Mutter hieß Ursula Bader (geb. Selb). 

Der 31-Jährige heiratete 1864 Maria Anna geb. Benz (1835-1900), die Tochter des Sattlers Demeter Benz. Das Ehepaar bekam acht Kinder, von denen zwei im Säuglingsalter starben. Die Familie Bader lebte im Haus Kirchstr. 17. Der »Diese« stirbt am 7. November 1906 im Alter von 74 Jahren.

Bierwirtin Katharina Gebert, ca. 1900

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Emma Binder zur Verfügung.

Die Bierwirtin Katharina Gebert (1819-1904) wurde 1819 als Tochter von Johann Gebert und dessen Ehefrau Katharina geb. Steinmann in Löffingen geboren. Ihr zwei Jahre älterer Bruder Jakob Gebert (1817-1875), der Bäckermeister war, vererbte ihr bei seinem Tod das Haus Untere Hauptstraße 6. Katharina Gebert starb am 19. April 1904 im Alter von 84 Jahren. Sie war Zeit ihres Lebens ledig geblieben. Auf diesem Foto trägt sie Tracht. 

Bierbrauerei Selb in der Oberen Hauptstraße, ca. 1900

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Hildegard Keller zur Verfügung.

Schon in der Mitte des 19. Jahrhunderts hatte sich in der Oberen Hauptstraße 7 eine Bierbrauerei befunden. Im Feuerversicherungsbuch von 1866 wird das Anwesen beschrieben als Wohnhaus mit Scheuer, Brauereikeller, Kellerbraugewölbe und Kühlschiffbau, in dem die aus der Sudpfanne kommende heiße Würze ausgeschlagen wurde.

Viele Jahre gehörte die Brauerei der Familie Selb: Zunächst dem Bierbrauer Hermann Selb (1840-1892), dann seiner Witwe Sophie Selb geb. Fischer (1847-1922) und schließlich ab 1909 dem Sohn Johann Selb (1871-1911), der allerdings schon zwei Jahre später starb. 1919 war es mit der Biertradition dann endgültig vorbei. Das Anwesen wurde verkauft, umgebaut und darin eine Apotheke eröffnet.

Auf dem Foto ist eine Personengruppe vor einem Mäuerchen mit Holzbiege zu sehen. Fünf Männer sitzen auf einem Holzkarren, auf dem sich Bierfässer befinden. Zwei der Männer halten Biergläser in der Hand. Der Mann in der Mitte scheint bereits ordentlich betrunken zu sein und albert herum: Er hat sich eine eiserne Kette um den Hals gelegt und thront oben auf einem Fass auf dem Karren. Seine rechte Hand reißt er hoch, in der linken Hand hält er eine Sense.

Gut möglich, dass auf dem Sensenblatt ursprünglich das Datum notiert war, an dem die Fotografie aufgenommen wurde. Aber das Bild ist im Laufe der Zeit so verblichen, dass solche Details nicht mehr zu erkennen sind.

Standort des Fotografen: 47.884612, 8.346318

Postkarte mit badischem Wappen, ca. 1901-1909

Verlag Gebrüder Metz, Tübingen / Sammlung Familie Waßmer

Bis 1918 gehörte Löffingen zum Großherzogtum Baden. Der Tübinger Verlag, der diese Postkarte herausgab, verzierte sie daher mit dem badischen Landeswappen: Zwei zurücksehende gekrönte silberne Greifen, die das mit einer Königskrone bedeckte Stammwappen halten. Das Wappen wurde mit Tannengrün eingerahmt. Oben rechts verläuft eine Banderole in den badischen Landesfarben. Dazu montierte der Verlag eine Gesamtansicht des Städtchens.

Die Fotografie wurde von einem erhöhten Standort im Gewann »Hofäcker« (im Bereich der heutigen Hohlgasse) aufgenommen. Deutlich zu erkennen ist die 1901 eröffnete Bahnlinie und das Bahnhofsgebäude. Dieselbe Fotografie fand mit anderen ilustrierten Umrahmungen Verbreitung: zum einen mit einem Waldidyll (siehe hier), zum anderen mit einem Herold (siehe hier).

Standort des Fotografen: 47.885058, 8.337783

Mehrbildkarte mit drei Ansichten, ca. 1906

Verlag Fridolin Schneider, Löffingen

Der Gastwirt Fridolin Schneider, der das Gasthaus »Sonne« am oberen Rathausplatz von 1903 bis 1906 betreibt, verlegt diese colorierte Mehrbildkarte zu Werbezwecken. Unten rechts ist sein Gasthaus mit dem Rathausbrunnen davor abgebildet.

Unten links ist die »Neue Wallfahrtskirche« Witterschneekreuz zu sehen, die 1898 geweiht wurde und eine neue Sehenswürdigkeit darstellt. Pilger kommen nach Löffingen, um die Kirche zu besuchen und einige kehren danach sicherlich auch im Gasthaus »Sonne« ein. Das dritte Motiv der Mehrbildkarte zeigt eine Gesamtansicht des Städtchens, aufgenommen vom Gewann »Im kleinen Brühl«, jenseits der Bahnlinie.

Postkarte mit Waldidyll, ca. 1901-1909

Verlag Gebrüder Metz, Tübingen / Sammlung Familie Waßmer

Ein Rehbock springt durch den Wald, ein Gebirgsbach rauscht, ein Auerhahn sitzt auf einem Ast und balzt: Sein Kopf ist hochgereckt, sein Schwanz gefächert und steil aufgerichtet. Im Hintergrund ist ein Berg mit Schwarzwaldtannen zu sehen. Diese Idylle diente einem Tübinger Verlag als Hintergrund, um darauf eine Gesamtansicht des Städtchens zu montieren.

Die Fotografie wurde von einem erhöhten Standort im Gewann »Hofäcker« (im Bereich der heutigen Hohlgasse) aufgenommen. Deutlich zu erkennen ist die 1901 eröffnete Bahnlinie und das Bahnhofsgebäude. Dieselbe Fotografie fand mit anderen ilustrierten Umrahmungen Verbreitung: zum einen mit dem badischen Wappen (siehe hier), zum anderen mit einem Herold (siehe hier).

Diese Postkarte wurde am 4. Mai 1909 auf dem Postamt in Löffingen abgestempelt und einem Adressaten in Kenzingen zugestellt. 

Standort des Fotografen: 47.885058, 8.337783

Mehrbildkarte mit zwei Ansichten, ca. 1903-1905

Verlag A. Rebholz, Löffingen | Stadtarchiv

Diese colorierte Postkarte mit zwei Ansichten von Löffingen wird 1905 postalisch befördert. Geschrieben hat sie ein Urlauber, der sich, wie er schreibt, auf einer »Schwarzwaldreise« befindet und im Gasthaus »Löwen« übernachtete, das von Vinzenz Jäger betrieben wird.

Zu sehen ist oben eine Gesamtansicht des Städtchens vom Gewann »Im kleinen Brühl« (heute Göschweiler Straße) aus. Unten links ist die wichtigste neue Sehenswürdigkeit abgebildet: die »Wallfahrtskirche Witterschneee«, die 1898 geweiht wurde.

Mehrbildkarte »Gruß aus Löffingen« mit drei Ansichten, ca. 1900-1905

Kunstanstalt Fr. Schmidt, Lahr

Diese lithografische Mehrbildkarte wird am 13. April 1906 per Post versandt. W. Vogt schreibt darauf folgende handschriftlichen Zeilen: »Lieber Herr Seidenkranz! Vergnügte Feiertage sendet Ihnen & dem ganzen Unteroffizier-Corps Ihr ergebener W. Vogt, Gefreiter der Reserve«. Am oberen Bildrand fügt er einen »Gruß an Sectionstreiber Foerster!« hinzu. Bei dem Absender handelt es sich vermutlich um den Kaufmann Wilhelm Vogt, der am oberen Rathausplatz ein Geschäft betreibt.

Auf der Karte sind drei Motive zu sehen: Oben ist eine »Gesamtansicht« des Städtchens abgebildet. Eine Lokomotive fährt auf der 1901 eröffneten Bahnlinie. Rechts darunter ist die 1898 geweihte »Wallfahrtskirche Schneekreuz« zu sehen. Und unten links ist eine Ansicht vom »Warenhaus zum Kasten« (Untere Hauptstr. 7) dargestellt.