Schulklasse des Jahrgangs 1895/96 mit Lehrer Matt vor dem Rathaus, ca. 1902-1904

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Hermann Egle zur Verfügung.

Das Rathaus dient nicht nur als Sitz der Stadtverwaltung, sondern ist um die Jahrhundertwende auch zugleich »Kaufhaus«, da sein Erdgeschoss als Markthalle fungiert, und Schulhaus. Diese Schüler*innen der Volksschule versammeln sich mit ihrem Lehrer Wilhelm Matt vor dem Rathaus für ein Klassenfoto. Sie posieren vor einer geschlossenen Eingangstür der Markthalle. Die Kinder gehören dem Geburtsjahrgang 1895/96 an.

1.Reihe, sitzend, v.l.n.r.: ???, ???, ???, ???, ???, ???, ???, ???, ???
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 Ernst Fritsche (1895-1968), 7 ???, 8 Hermann Ganter (1895-1957), 9 Heinrich Wider (1896-1975)
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 Joseph Gromann (1896-1982)
4.Reihe, v.l.n.r.: ???, ???, ???, ???, Anna Egle (verh. Schropp)
5.Reihe, v.l.n.r.:
6.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 Rosa Fehrenbach (verh. Kaltenbrunner, 1896-1977), 3 ???, 4 Anna Sibold (1895-1945)

Standort des Fotografen: 47.883819, 8.344146

Schulklasse des Jahrgangs 1893/94 mit Lehrer Matt vor dem Rathaus, ca. 1902-1904

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Hermann Egle zur Verfügung.

Wenn der Fotograf in die Schule einbestellt wird, kommen die Kinder im »Sonntagsstaat« zur Schule. Das Fotografieren ist eine spannende Angelegenheit für die Schüler*innen. Die Kamera steht auf einem Stativ und der Fotograf verschwindet unter einem schwarzen Tuch. Dabei muss man stillsitzen und ohne zu blinzeln in die Kamera schauen. Für die Aufnahme wählt der Fotograf als Hintergrund die geschlossene Eingangstüre der einstigen Markthalle im Rathausgebäude.

Der Lehrer, der mit seinen 36 Schüler*innen fotografiert wird, ist Lehrer Wilhelm Matt. Die Kinder gehören dem Geburtsjahrgang 1893/94 an.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 Karl Sibold (1893-1976), 6 ???, 7 ???, 8 ???, 9 Karl Hepting (1893-?)
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 ???, 7 ???, 8 ???, 9 ???, 10 ???
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 Otto Fürst, 3 Franz Sibold (1893-1929), 4 Arnold Winterhalder (1893-1919), 5 Emma Hirt (verh. Münzer, 1893-1983), 6 Josepha Fehrenbach (verh. Schelling, 1893-1980), 7 ???, 8 Maria Ganter (verh. Fritsche, 1893-1965)   
4.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 ???

Zu dem Jahrgang gehört vermutlich auch Friedrich Willmann (1893-?), Mathilde Hutzler (1893-?), Franziskus Sibold (1893-?), Josef Kessler (1893-?), Anna Graf (1893-?), Maria Rogg (1893-?), Josef Göhry (1893-?), Friederika Schuhmacher (1893-?), Adelheid Jäger (1893-?), Emil Maier (1893-?), Klara Hutzler (1893-?), Anna Laufer (1893-?), Emma Benz (1893-?), Ernst Kaltenbrunn (1893-?), Franz Josef Maier (1893-1914), Fridolina Bausch (1893-?), Hedwig Theresia Zeller (1893-?), Emma Selb (1893-?), Klara Schönle (1893-?).

Standort des Fotografen: 47.883819, 8.344146

August Limb als junger Mann, 1905

Fotograf: Jos. Ohlenschläger, Donaueschingen
Dieses Foto stellte dankenswerterweise Daniela Scherzinger zur Verfügung.

21 Jahre alt (und damit gerade mal volljährig) lässt sich August Limb in einem Fotoatelier in Donaueschingen fotografieren. Geboren wurde er am 5. Mai 1884. Wo er seine Schreinerlehre absolvierte, ist genauso unbekannt wie das Jahr, in dem er seine Meisterprüfung ablegte. Er heiratet später Anna Gebert (1890-1960) und wohnte mit ihr und seiner Tochter in ihrem Wohnhaus in der Rötenbacher Straße. August Limb stirbt 1976.

Standort des Fotografen: Donaueschingen

Josef Brugger in den USA, ca. 1903

Fotograf: F. J. Weber & Bro., Erie, Pennsylvania (USA)
Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Christa Egle zur Verfügung.

Josef Brugger wurde am 9. März 1883 in Löffingen geboren. Seine Eltern waren Mathias Brugger und Adelheid geb. Schwarz. Während seine Geschwister in Löffingen wohnen blieben, wanderte er als junger Mann nach Amerika aus. Am 14. Januar 1903 bestieg der knapp 20-Jährige in Liverpool das Schiff S.S. Celtic, mit dem er nach New York fuhr. Doch kehrte Josef Brugger vermutlich wegen des Ersten Weltkrieges für längere Zeit wieder nach Europa zurück.

In Zürich heiratete er Elsie Malet, die 1887 im elsässischen Hagenau geboren wurde. Mit ihr bekam er drei Kinder: Sohn Ewald Joseph (geb. 1918), Tochter Elvira (geb. 1923) und Sohn Eric J. (geb. 1924). 1925 wanderte die Familie endgültig in die USA aus und ließ sich in Erie (Pennsylvania) nieder. Er stirbt am 18. Oktober 1970 im Alter von 87 Jahren. Neben seiner Witwe und den drei Kindern hinterlässt er 13 Enkel und zwei Urenkel.

Standort des Fotografen: Erie, Pennsylvania (USA)

Mehrbildkarte »Führer durch Löffingen« mit sechs Ansichten, ca. 1900-1910

Verlag H. Wahler, St. Johann (Saar)
Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Dorothea und Michael Kasprowicz zur Verfügung.

Sogenannte »Führerkarten« sind in den Jahren nach der Jahrhundertwende populär. Auch für Löffingen wird eine solche Mehrbildkarte vertrieben.

Abgebildet sind neben einer Gesamtansicht des Städtchens im Uhrzeigersinn: Das Gasthaus »Löwen« (Rathausplatz 11), das Gasthaus »Adler« (Untere Hauptstr. 2), das Gasthaus »Witterschnee« (Maienlandstr. 26), das Kaufhaus »zum Kasten« (Untere Hauptstr. 7) und das Gasthaus »Pilgerhof« (Maienlandstr. 24).

Mehrbildkarte mit vier Ansichten, ca. 1900-1904

Verlag Th. Schmutz-Mayer, Löffingen

»Auch einmal von hier mögen Sie & Ihre so werthe Familie beste Grüße empfangen«, heißt es auf dieser Ansichtskarte, die am 18. Oktober 1904 von Löffingen aus versandt wurde.

Die Mehrbildkarte zeigt vier Ansichten des Städtchens. Unter einer Gesamtansicht, die vom »Reichberg« aus aufgenommen wurde, sind drei Einzelbilder zu sehen: Ganz links ist das »Warenhaus z[um] Kasten« (Untere Hauptstr. 7) abgebildet, das seit 1900 dem Kaufmann Thomas Schmutz gehört, der auch als Verleger diese Ansichtskarte fungiert. Kein Wunder, dass er sein eigenes Kaufhaus so prominent abbildet. Daneben ist die 1898 vollendete »Wallfahrtskirche z[um] Schneekreuz« zu sehen. Und ganz rechts ist eine idealisierte Darstellung des Kriegerdenkmals abgebildet. Das 1894 geschaffene Denkmal zur Erinnerung an die Kriegsteilnehmer des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71 ist übergroß dargestellt, was im Größenvergleich mit den Menschen deutlich ins Auge springt.

Mehrbildkarte mit drei Ansichten, ca. 1909

Sammlung Familie Waßmer

»Hier siehst Du die Heimat im Bild«. Diese Zeile hat die Absenderin dieser Ansichtskarte zwischen die beiden kleinen Bildchen geschrieben und dazu ein Herzchen auf die Dächer des Städtchens gemalt. Die Mehrbildkarte zeigt insgesamt drei Ansichten. Oben ist eine Gesamtansicht abgebildet, die vom Gewann »Breiten« aufgenommen wurde. In der Rötenbacher Straße steht bereits das Forstamt (Rötenbacher Str. 8) und links dahinter ist, leicht verdeckt, der 1901 eröffnete Bahnhof (Bahnhofstr. 1) zu sehen.

Links unten ist die »Gewerbliche Fortbildungs- und Industrieschule« (Demetriusstr. 1) zu sehen, die nach dem Brand von 1907 erbaut wurde. Dass es sich um einen Neubau handelt, der gerade fertiggestellt wurde, ist leicht zu erkennen. Rechts unten ist das 1890 erbaute »Krankenhaus« (Seppenhofer Str. 7) zu sehen, neben dem das alte Spital steht.

Mehrbildkarte mit zwei Ansichten, ca. 1901-1906

Verlag A. Rebholz | Sammlung Familie Waßmer

Am 1. September 1906 wird diese Ansichtskarte auf dem Postamt Löffingen abgestempelt. Adressiert ist sie an das »Fräulein Hedwig Weiß« in Pforzheim. Fünf, vermutlich junge Männer unterschreiben die Karte und teilen mit: »Vom ersten Quartier in der Linde herzliche Grüße«. Offenbar sind die Fünf auf der Durchreise und im Gasthaus »Linde« abgestiegen.

Die Mehrbildkarte zeigt zwei Ansichten: Oben ist ein Blick auf das Städtchen zu sehen, der vom Gewann »Im kleinen Brühl« aus aufgenommen ist. Über die Bahnlinie fällt der Blick zu den Häusern der Seppenhofer Straße mit dem 1890/91 erbauten Krankenhaus.

Darunter, von floralen Jugendstilmotiven eingerahmt, ist das Rathaus zu sehen mit dem Kriegerdenkmal von 1896. Noch führen drei Türen aus dem Rathaus zum unteren Rathausplatz. Sie sind mit Holzläden verschlossen. Noch existiert die Markthalle, die das gesamte Erdgeschoss des Rath-, Kauf- und Schulhauses einnimmt. 1906 wird das Erdgeschoss umgebaut.

Kirche Witterschneekreuz mit Gnadenbild, ca. 1900

Verlag Wilhelm Nimis (Walldürn) /// Stadtarchiv

Die colorierte Ansichtspostkarte zeigt die ab 1894 erbaute und 1901 geweihte »Wallfahrtskirche zu Löffingen« und rechts daneben das »Gnadenbild Schneekreuz«. Die alte hölzerne Kapelle aus den Jahren 1849/50 ist auf der Ansicht weggelassen, statt dessen ist das kleine Bahnwärterhaus rechts hinter der Kirche dargestellt.

Die Figur des gekreuzigten Jesus Christus wurde 1740 von einem Mann gestiftet, der sich in einem Schneesturm verlaufen und schon fast jede Hoffnung verloren hatte, als er doch noch gerettet wurde. Das Kruzifix fand nach dem Neubau der neoromanischen Wallfahrtskirche Witterschneekreuz seinen Platz über dem Hochaltar. Es wurde zu einer Kreuzigungsgruppe erweitert und mit den Figuren der heiligen Maria und des heiligen Johannes ergänzt. Bildhauer Franz Josef Simmler (1846-1926) überarbeitete das Kreuz und versah die Kreuzendungen mit vergoldeten Vierpässen und mit den Symbolen der vier Evangelisten.

Am 15. Juli 1894 war die feierliche Grundsteinlegung erfolgt. Die Konsekration des Gotteshauses erfolgte schließlich am 31. August 1901 durch den Freiburger Erzbischof Thomas Nörber.

Der Verlag Wilhelm Nimis, der die Postkarte verlegt, heißt offiziell »Devotionalien- und Bilderfabrik«. Er hat seinen Sitz in Walldürn.

Standort des Fotografen: 47.893276, 8.336123

Mehrbildkarte »Gruß aus Löffingen« mit sieben Ansichten, ca. 1909

Verlag Emil Rosenstiel, Löffingen / Sammlung Familie Waßmer

Auf dieser Mehrbildkarte, die nach der Jahrhundertwende gedruckt wird, sind gleich sieben Einzelbilder zu sehen. Sie sind in rechteckige, ovale oder runde Passpartouts gefasst. Abgebildet sind verschiedene öffentliche Einrichtungen und Sehenswürdigkeiten, auf die man in Löffingen zu dieser Zeit stolz ist.

Oben link ist der untere Rathausplatz mit dem »Schulhaus« (Rathausplatz 1) zu sehen. Interessant dabei ist, dass das stattliche Gebäude weder als Rathaus noch als Kaufhaus bezeichnet wird, obwohl es seit seiner Erbauung 1831 alle drei Funktionen unter einem Dach vereinte. Der Blick auf das Rathaus hat Seltenheitswert: Im Vordergrund fehlt das Haus Schmutz (Rathausplatz 6), das bei einem Feuer 1909 zerstört wurde. Der Wiederaufbau hat zwar begonnen und die Bauarbeiten sind im Gange, aber noch ist der Blick frei auf das Rathausgebäude und die anderen Häuser am Platz. Sie werden beim Großbrand 1921 zerstört werden.

Oben mittig ist der 1901 eröffnete Bahnhof zu sehen, schließlich ist es eine große Errungenschaft, dass das Städtchen an die Eisenbahn angeschlossen ist. Die Ansichtspostkarte richtet sich wohl auch an potentielle Wallfahrer zum Witterschneekreuz, die mit einem Blick ersehen können, dass man nach Löffingen bequem reisen kann.

Oben rechts ist – quasi als Pendant zum ersten Bild – der obere Rathausplatz zu sehen, der als »Marktplatz« bezeichnet wird. Jahrhundertelang wurde hier der Kornmarkt abgehalten. Doch mit der Eröffnung der Bahnlinie 1901 war der Niedergang endgültig besiegelt. 1904 wurde er ganz eingestellt. Zu sehen sind die beiden Gasthäuser »zum Löwen« (Rathausplatz 11) und »zum Ochsen« (Rathausplatz 12). Aber die besondere Aufmerksamkeit des Fotografen galt wohl dem Neubau auf der anderen Seite des Platzes: Der »Stadtbau« mit der Gewerbeschule (Demetriusstr. 1) wurde 1909 erbaut. Das Vorgängergebäude und der gesamte Straßenzug waren bei einem Großbrand 1907 eingeäschert worden.

Unten links ist das »Krankenhaus« (Seppenhofer Str. 7) abgebildet, das in den Jahren 1890/91 erbaut wurde. Das kleine Haus daneben ist das alte Spital, in dem ursprünglich 1871 das Krankenhaus eröffnet wurde. 1955 wird es bei der Erweiterung des Krankenhausgebäudes schließlich abgerissen.

In der Kartenmitte unten sind zwei Ansichten des Witterschneekreuzes zu sehen: Die alte, holzverschindelte »Schneekreuz-Capelle« und die in den 1890er Jahren erbaute neuromanische »Wallfahrtskirche«.

Unten rechts ist eine junge Frau in Tracht zu sehen. Inwiefern die Frau einen Bezug zu Löffingen hat oder ob das Porträt aus rein dekorativen Gründen in die Mehrbildkarte montiert wurde, muss offen bleiben.

Familie Winterhalder vor ihrem Haus in der Oberen Hauptstraße, ca. 1908

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Franz und Elisabeth Rosenstiel zur Verfügung.

Als dieses Foto um das Jahr 1908 aufgenommen wird, lautet die offizielle Adresse dieses Hauses noch »Bei des Mahlers Kreuz« und die Hausnummer ist die »201«. Üblicherweise wird aber der Hausname benutzt: »s’Wälders«. Das Haus gehört seit 1896 dem Landwirt Robert Winterhalder (1871-1940) und seiner Ehefrau Sofie geb. Widmann (1870-1945). Gemeinsam mit drei ihrer Kinder haben sie sich vor ihrer Haustür im Schatten eines Obstbaumes aufgestellt. 

Robert Winterhalder stammte gebürtig vom Blessinghof in Schollach, seine Frau aus Oberbränd. Die beiden hatten dort 1893 geheiratet und zogen dann nach Löffingen. Sie bekamen acht Kinder. Das älteste Kind auf dem Foto ist vermutlich Cäcilie Winterhalder (1901-?). Sie wird sich später mit dem Landwirt Robert Rosentiel (1900-?) verheiraten und das elternliche Anwesen übernehmen. 

Standort des Fotografen: 47.885224, 8.352677

Gastwirt Heinrich Faller, ca. 1900-1910

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Charlotte Smidt zur Verfügung.

Gast- und Landwirt ist er von Beruf. Heinrich Faller (1872-1927) kauft 1899 das Gasthaus »zum Adler« in der Unteren Hauptstraße. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Mathilde geb. Bausch (1875-1952) betreibt er die Wirtschaft drei Jahrzehnte lang. Er stirbt am 1. April 1927 im Alter von 55 Jahren.

Standort des Fotografen: ?