Familie Fehrenbach hinter ihrem Haus in der Ringstraße, ca. 1940-1943

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Anni Zumstein zur Verfügung.

Sie stehen dicht beieinander im Hof hinter dem Haus, als hätte man sie für einen kurzen Moment aus dem Alltag herausgerufen. Familie Fehrenbach hat für die Kamera Aufstellung genommen. Eine Frau trägt einen auffälligen Hut und ein Halstuch, vielleicht ein Kostüm. Manches spricht dafür, dass das Foto zur Fasnachtszeit entsteht. Die anderen stehen schlicht gekleidet da.

V.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 ???, 7 Johann Fehrenbach (1871-1943)

Standort des Fotografen: 47.883203, 8.343107

Kinder in der Ringstraße, ca. 1953

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Maria Göpper zur Verfügung.

Drei Mädchen stehen nebeneinander im Gras. Es ist Sommer, ihre leichten Kleider fallen weich, eine trägt eine Schürze über dem geblümten Stoff, die mittlere ein schlichtes Kleid mit Knopfleiste, die Älteste ein gestreiftes Oberteil mit gemustertem Rock. Die Sonne lässt sie blinzeln.

Sie stehen neben dem Mehrfamilienhaus in der Ringstraße 8, dem »neuen Benzbau« – vor rund 30 Jahren als Werkswohnungen für Betriebsangehörige des Sägewerkes Benz erbaut. Hinter ihnen ist die Ringstraße selbst kaum mehr als ein schmaler Weg, ruhig und überschaubar.

Ein Staketenzaun zieht sich im Hintergrund entlang und markiert die Grenze zu den Grundstücken der Demetriusstraße. Die dortigen Häuser folgen noch immer dem Verlauf des mittelalterlichen Stadtrings – Geschichte im Alltäglichen, sichtbar im Grundriss des Ortes. Links im Bild steht ein landwirtschaftlich genutztes Gebäude, dessen Dach noch mit Holzschindeln gedeckt ist.

V.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???

Standort des Fotografen: 47.883768, 8.342882

Rückseite des Hauses Fehrenbach in der Ringstraße, ca. 1953

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Maria Göpper zur Verfügung.

Eine Oma steht mit ihren Enkelkindern vor dem hohen Staketenzaun, der den Hofgarten des Hauses Josef Fehrenbach umgibt. Der Schatten des Fotografen fällt auf die Ringstraße, die noch ein Schotterweg ist.

Standort des Fotografen: 47.883446, 8.342954

Blick vom Bahnhof in Richtung Ringstraße, ca. 1961-1970

Idyllisch mutet der Fußweg an, der vom Bahnhof durch eine kleine Grünanlage ins Städtchen führt. Links kommt die Scheune von Landwirt Josef Fehrenbach ins Bild, rechts der Garagenbau von Sägewerksbesitzer Josef Benz. Am Ende der Ringstraße steht der Gebäudekomplex, den Josef Benz 1903 an der Stelle von zwei 1897 abgebrannten Häusern errichtete, und der »alter Benzbau« genannt wird.

Der Kirchturm grüßt von Weitem. Das Foto muss kurz nach 1961 entstanden sein, da der Kirchturm in diesem Jahr verputzt wurde und er hier noch strahlend weiß leuchtet.

Standort des Fotografen: 47°53’00.2″N 8°20’33.6″E

Bombenschaden am Haus Fehrenbach in der Ringstraße, Februar 1945

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Lore und Walter Ratzer zur Verfügung.

Familie Fehrenbach, die in der heutigen Demetriusstraße 18 lebte, wurde am Ende des Zweiten Weltkrieges von zwei Schicksalsschlägen schwer getroffen. Zum einen wurde ihr Anwesen bei einem der Fliegerangriffe, die dem Nahe gelegenen Bahnhof galten, stark beschädigt. Das Foto zeigt die Rückseite des Anwesens, von der heutigen Ringstraße aus gesehen. Das Dach ist komplett abgedeckt.

Schlimmer als der materielle Schaden wog aber der Verlust eines Familienangehörigen: Der Landwirt und Fuhrmann Josef Fehrenbach (1900-1945) kam beim Fliegerangriff am 19. Februar 1945 in der Rötenbacher Straße zu Tode. Er war nur 44 Jahre alt. Auch sein 16 Jahre altes Pferd wurde getötet. Der katholische Geistliche notierte im Totenbuch der Pfarrgemeinde: »Durch Bombenwurf beim Mistfahren getroffen in Hinterkopf und in Rücken, lag tot auf der Straße«. Fehrenbach hinterließ eine Witwe, Maria geb. Spehl (1902-?), mit der er seit 1931 verheiratet war, und zwei minderjährige Kinder (Johann und Annemarie). 

Die Beerdigung fand drei Tage später statt. Mit Josef Fehrenbach wurden zwei weitere Tote zur letzten Ruhe gebettet, die ebenfalls beim Fliegerangriff gestorben waren: der 8-jährige Siegfried Schiehle (1936-1945) und der 2-jährige Lothar Heinz Maier (1942-1945), die beide im Maienland verschüttet worden waren.

Standort des Fotografen: 47°53’00.3″N 8°20’34.7″E

Johann Fehrenbach mit einem Schwein, ca. 1930-1940

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Anni Zumstein zur Verfügung.

Der Landwirt Johann Fehrenbach (1871-1943) hat hinter seinem Anwesen in der Ringstraße die Tür zum Schweinestall geöffnet und das Schwein herausgelassen. Metzger Adam Leitold (1869-1959) blickt abwägend auf das Tier. In der Hand hält er ein Bolzenschussgerät.

Standort des Fotografen: 47°52’59.9″N 8°20’35.1″E

Familie Fehrenbach mit einem Pferd in der Ringstraße, vor 1939

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Anni Zumstein zur Verfügung.

Hinter ihrem Haus, in der Ringstraße, haben Johann Fehrenbach (1871-1943) und seine Frau Anna geb. Schropp (1872-1939) ihren Enkel Johann (geb. 1932) auf ein Pferd gesetzt. Der Junge schaut etwas ängstlich, weshalb seine Oma im Begriff ist, ihn wieder vom Pferd herunterzuholen.

Standort des Fotografen: 47°52’59.9″N 8°20’35.1″E

Handarbeitsklasse der Gewerbeschule, 1926

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Arthur Waibel zur Verfügung.

In drei Reihen haben sich die Mädchen aufgestellt, die der Handarbeitsklasse der Gewerbeschule angehören. 22 Schülerinnen blicken in die Kamera, daneben ihre Lehrerin. Die Aufnahme entsteht vor dem Hintereingang des »Stadtbaus« in der Ringstraße, dessen Eingangstür im Hintergrund zu sehen ist. Die Schülerinnen gehören den Jahrgängen 1910/11 an. Nach dem Abschluss der Volksschule besuchen sie die Gewerbeschule, wo Handarbeit auf dem Stundenplan steht: Nähen, Stricken, Sticken – Fähigkeiten, die für die meisten jungen Frauen im Alltag unverzichtbar sind. Die Mädchen wirken ernst, nur wenige erlauben sich ein angedeutetes Lächeln. Ihre Kleidung ist schlicht, viele tragen Schürzen oder dunkle Kittel, an den Füßen fest geschnürte Stiefel. Die erste Reihe sitzt auf einfachen Stühlen, dahinter reihen sich die anderen auf.

1.Reihe, sitzend, v.l.n.r.: 1 ???, 2 Monika Baader (verh. Wehrle, 1910-?), 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 Klara Egle (1910-1991, später Sr. Confirmata), 7 ???, 8 ???
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 Elise Schultheiß (1911-?), 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 Berta Schmid (1911-?), 4 ???, 5 ???, 6 ???, 7 ???, 8 Lydia Nägele (verh. Jordan, 1910-2004), 9 ???

Links neben dem Eingang prangt ein kleines Messingschild: »Gugelberger prakt. Arzt«. Noch hat Dr. Franz Gugelberger hier seine Praxisräume. Erst Mitte der 1930er Jahre wird er in die neu erbaute Villa in der Maienlandstraße umziehen.

Standort des Fotografen: 47.884383, 8.345236

2 Fotos: Rückseite des Hauses Welte in der Bittengasse, 1987

Sammlung Familie Waßmer

Das Haus Welte (Kirchstr. 1/3) besteht eigentlich aus zwei Gebäuden: Sie markieren den Verlauf des mittelalterlichen Mauerrings, der an dieser Stelle einen scharfen Knick beschreibt und in Richtung Nordwesten weiter verläuft. Das alte Gemäuer wird abgerissen, damit an seiner Stelle das Kultur- und Fremdenverkehrszentrum (KFZ) gebaut werden kann.

Auf dem Parkplatz links parkt ein rotes Auto, das in Großbritannien zugelassen ist. Es ist ein Volkswagen »Rabbit« mit Rechtslenkung.

Standort des Fotografen: 47.884171, 8.345938

Rückseite der Zehntscheuer und Haus Hasenfratz in der Bittengasse, ca. 1976

Stadtarchiv 

Außerhalb des Stadtrings standen in der Vergangenheit nur wenige Häuser. Das holzverschindelte Haus Hasenfratz (Bittengasse 8) ist eines davon. Es schmiegt sich eng an die ehemalige Zehntscheuer der fürstenbergischen Herrschaft (Kirchstr. 9) an.  Nur ein schmaler Durchgang ist zwischen den beiden Gebäuden vorhanden. 2004 wird das Haus Hasenfratz abgerissen.

Links im Vordergrund sind Garagen zu sehen, die zum Haus des Wagnermeisters Hermann Schelling (Kirchstr. 11) gehören.

Standort des Fotografen: 47.883437, 8.345624