2 Fotos: Trachtengruppe bei Ganters in der Maienlandstraße, ca. 1935

Diese Fotos stellten uns dankenswerterweise Else Egle, Hermann Egle und Helene Krauß zur Verfügung

Urgemütlich geht es bei Familie Ganter in der Stube mit ihrer niedrigen Holzbalkendecke zu. Schneidermeister Hermann Ganter (1895-1957), Pfeife rauchend, sitzt mit vier anderen Personen zusammen. Alle tragen Tracht. Sie sitzen am warmen Kachelofen auf der Kuscht und auf dazugestellten Holzstühlen. Eine Schwarzwalduhr und ein Kruzifix hängen im Herrgottswinkel an der Wand. Die Frauen gehen Hausarbeiten nach: Die Frau links sitzt am Spinnrad (das offenbar extra vom Speicher geholt worden ist), eine andere strickt. 

V. l.n.r. Maria Faller (verh. Selb, 1919-1967), Alma Egle, Landwirt Johann Laufer (1888-1951), Helene Häusler (verh. Krauß, 1912-2006) und Hermann Ganter (1895-1957). 

Die gestellten Fotos entstehen in den 1930er Jahre, als Brauchtumspflege in der NS-Zeit groß geschrieben wird. Dies findet auch seinen Ausdruck in der Eröffnung des Löffinger Heimatmuseums im Dezember 1935. Die beiden Fotos werden als Ansichtskarten mit dem Titel »Löffinger Schwarzwaldtrachten« postalisch verbreitet. 

Standort des Fotografen: 47.885173, 8.342784

Spielende Kinder im Garten von Familie Kuster in der Maienlandstraße, ca. 1928

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Else Egle und Hermann Egle zur Verfügung.

Kinder spielen im Garten von Landwirt August Kuster (1883-?) und seiner Ehefrau Anna geb. Selb (1883-1963). Zwei Kinder halten sich an den Händen, die anderen schlupfen darunter hindurch. Das Mädchen rechts ist Else Ganter (verh. Egle, 1923-2011), die auf der anderen Straßenseite zu Hause ist. Rechts steht ein Puppenwagen mit einem geflochtenen Körbchen.

Die Kinder singen beim Spielen ein Lied: »Schlupfet alle gleich durch, / Schlupfet alle gleich durch, / durch die goldene Brücke… / Sie bricht entzwei, / sie bricht entzwei. / Wer soll sie wieder bauen! / Mit einer Hand, mit zweiter Hand / Der letzte muss gefangen sein!«

Im Hintergrund ist das Haus Ganter (Maienlandstr. 8) und die Häuser in der Alenbergstraße zu erkennen. Das Haus von Arzt Dr. Gugelberger (Maienlandstr. 6) ist noch nicht gebaut.

Standort des Fotografen: 47.885071, 8.342398

Narrengruppe vor dem Haus Krauß in der Demetriusstraße, Fasnacht 1952

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Luzia Bader zur Verfügung.

Vor dem Haus Krauß in der Demetriusstraße hat sich eine stattliche Narrengruppe zum Erinnerungsfoto aufgestellt. Die Männer und Frauen tragen einfache, bäuerlich wirkende Gewänder: weite Kittel, breite Gürtel, geschnürte Beinlinge, Kopftücher und Fellmützen. In den Händen halten sie, fast wie Requisiten aus einem Historienstück, einen Hakenpflug und einen Morgenstern.

Das Motto der Fasnacht lautet: »Als die Römer frech geworden«. Entsprechend stellen die Narren wohl germanische Bauern dar – jene sagenhaften Einheimischen, die sich gegen die römischen Eindringlinge zur Wehr setzen. Augenzwinkernd wird hier Geschichte gespielt, nicht mit wissenschaftlicher Genauigkeit, sondern mit viel Fantasie.

Neben der Gruppe steht ein Traktor. Sein Nummernschild lautet: »FB-08-7317«. Das Kürzel steht für den Landkreis Freiburg im Breisgau.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 Ernst Krauß, 2 Justina Sauter (geb. Brett, 1900-1994), 3 Elise Göpper, 4 Hildegard Bader (Ehefrau von Paul Bader), 5 Karl Bader (1902-1971), 6 Ehefrau von Lehrer Willig oder Schlachter, 7 Gerhard Bader (in der Schaukel, geb. 1943) , 8 ??? Weißer (Schwiegersohn von Bernhard Strobel)
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 August Kienzler (1914-?), 2 Sofie Kienzler (1915-?), 3 ???, 4 Werner Hepting (1928-2011), 5 Josef Armbruster (1910-?)
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 ??? Weißer, 2 Tochter von Bernhard Strobel, 3 Engelbert Müller, 4 Erika Faller (Ehefrau von Franz Faller)

Standort des Fotografen: 47.884277, 8.344915

Verkleidete Kinder in der Unteren Hauptstraße, Fasnacht ca. 1954

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Georg Willmann zur Verfügung.

Eine verkleidete Kindergruppe lässt sich in der Unteren Hauptstraße ablichten. Es grüßen u.a. ein »Schotte«, eine »Holländerin«, das »Rotkäppchen« und eine »Zigeunerin«.

V. l. n. r.: Cäcilia Bader, Gisela Willmann, Georg Willmann, Marlies Willmann, Maria Kriegisch (verh. Waßmer) und Irmgard Bader.

Standort des Fotografen: 47.883326, 8.343658

Narrenrat der Laternenbrüder, Fasnacht 1892

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise ??? zur Verfügung.

Im Jahr 1886 wurde in Löffingen ein Fastnachtsspiel aufgeführt. Es verblieb genau ein Pfennig Überschuss für die Veranstalter. Dieser Pfennig in einer Laterne wurde zum Grundkapital der drei Jahe später gegründeten Narrenzunft der »Laternenbrüder«. Sie sind seitdem für die Durchführung der Fastnacht verantwortlich. Ihr Markenzeichen ist anfänglich eine weiße Zipfelmütze.

Im Stammbuch der Laternenbrüder steht auf der ersten Seite:

Närrisch ist, was lebt auf Erden.
Wer nicht närrisch ist, der muss es werden.
Jeder, der das Tageslicht erblickt,
ist als Narr in den April geschickt.
Narrheit gibt gesundes, frohes Blut.
Narrheit nützt oft mehr als Geld und Gut.
Wo die Weisheit auf die Nase fällt,
Hüpft die Narrheit fröhlich durch die Welt.

V.l.n.r.: Fidel Schönle, ??? Fehrenbach, J. Maier, F. Nägele, Bierbrauer Hermann Selb (1840-1892), J. Benitz, M. Bader

Standort des Fotografen: ???

Hexengruppe mit großer Hexe am Mailänder Tor, Fasnacht 1958

Sammlung Familie Waßmer

1958 tritt die Hexengruppe zum ersten Mal mit ihrer großen Hexe auf. Sie ist mit ihren 5,80 Meter so groß, dass sie zunächst nicht durch das Mailänder Tor passt. Seitdem wird die große Hexe nach und nach verbessert und dem gegenwärtigen Erscheinungsbild der Hexengruppe angepasst.

Als dieses Foto entsteht, haben die Hexen bereits ihr erstes einheitliches »Häs«. Anders als heute tragen sie aber noch keinen braunen, mit schwarzen Karos versehenen Rock, mit einer gelben Schürze darüber, und einer langen Unterhose mit Rüschen darunter. Zu ihrem »Häs« gehört auch noch kein dunkelgrüner Kittel mit dem roten Halstuch.

Standort des Fotografen: 47.883971, 8.343728

Hexengruppe mit großer Hexe in der Kirchstraße, Fasnacht ca. 1960-1964

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Gottfried Vogelbacher zur Verfügung.

1958 tritt die Hexengruppe das erste Mal mit ihrer großen Hexe auf. Sie ist mit ihren 5,80 Meter wirklich groß. Eine weitere Neuerung ist das erste einheitliche »Häs« der Hexen. Auf dem Hexenwagen, der hier gerade vor dem Gasthaus »Sonne« in der Kirchstraße vorüberfährt, sitzen und stehen Hexen, auf der rechten Hexenhand sitzt ein Teufel.

Standort des Fotografen: 47.883113, 8.344156

Walpurgisnacht der »Urhexen«, Fasnacht 1934

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Franz Rosenstiel zur Verfügung.

Vermutlich im »Gebertsaal« werden die »Urhexen« fotografiert. Zum ersten Mal führen die Hexen die »Walpurgisnacht« auf, die Leo Ratzer ein paar Jahre zuvor geschrieben hat. Die weiß gekleideten Frauen im Hintergrund gehören zur »Damenriege« des Turnerbunds.

1.Reihe, v.l.n.r.:
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 Narrenvater Johann Laufer, 5 ???
3.Reihe, v.l.n.r.:
4.Reihe, v.l.n.r.: 1 Elisabeth Hepting, 2 Rosa Henzler, 3 Rosa Adrion, 4 Anna Studer, 5 Cäcilie Rosenstiel, 6 Karolina Auer
5.Reihe, v.l.n.r.:

Erst um 1961 entsteht jene Musik, die seither alljährlich bei der »Walpurgisnacht« von der Stadtmusik gespielt wird. Komponiert wird sie vom Musikpädagogen und Komponisten Dr. Hermann Regner (1928-2008). Von 1958 bis 1964 wirkt er als Dozent an der Hochschule für Musik in Trossingen. In dieser Zeit kommt es auf Initiative von Rupert Hepting (1905-1990), dem Dirigenten der Stadtmusik, zur Zusammenarbeit: Regner komponiert die Musik zur »Walpurgisnacht« – und nebenbei auch den Löffinger Narrenmarsch, der bis heute zum festen Repertoire gehört.

Standort des Fotografen: 47.884006, 8.344884

Hexenpyramide bei der Walpurgisnacht, Fasnacht ca. 1957-1963

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Franz Rosenstiel zur Verfügung.

Nicht auf dem Rathausplatz, sondern auf der Fasnachtsbühne in der Kirchstraße findet diese Walpurgisnacht statt. Die Hexen haben sich bereits in drei Reihen zu einer Pyramide aufgestellt, gerade klettert ein Teufel oben drauf. Ein Laternenbruder, unschwer an seinem schwarzen Rundhut zu erkennen, steht am Rand und beobachtet das Spektakel. Er hält sicheren Abstand, weil die Pyramide jeden Moment in sich zusammensacken wird.

Die im Dunkeln der Nacht kaum zu identifizierenden Häuser im Hintergrund gehörten damals dem Maschinenarbeiter Erich Freund und dem Sägearbeiter Johann Georg Funk.

Standort des Fotografen: 47.883081, 8.344524

Narrengruppe beim »Völkertreffen«, Fasnacht 1950

Sammlung Familie Waßmer

An Fasnacht kommt es zu einem großen »Völkertreffen«, denn das Motto lautet: »Völkertreffen in Löffingen, der Zentrale Europas«. Auf der Fasnachtsbühne stellt man sich zu einem Gruppenfoto auf. In der Bildmitte sind (vermeintliche) »Ungarinnen« zu sehen. Davor sitzt und hockt eine Gruppe, die sich – entsprechend der Klischeevorstellungen von »Zigeunern« – als Sinti und Roma verkleidet hat.

1.Reihe, sitzend/hockend, v.l.n.r.:
2.Reihe, stehend, v.l.n.r.: Margarete Senn geb. Zepf (mit Brille), ???, Johanna Thoma geb. Sibold, Elisabeth Isele geb. Zepf, Maria Vogelbacher (verh. Kaufmann), Mathilde Schmid geb. Geisinger, Irma Adrion (geb. Schmid)
3. Reihe, v.l.n.r.: u.a. Luise Zepf geb. Mayer

Standort des Fotografen: 47.883042, 8.344421

Kommunionkinder des Jahrgangs 1974/75 vor dem Hochaltar, 1984

Sammlung Familie Waßmer

Am 29. April 1984 ist es so weit: 14 Mädchen und 24 Jungen der Jahrgänge 1974/75 empfangen in der katholischen Pfarrkirche St. Michael ihre erste heilige Kommunion. Für ein Erinnerungsfoto stellen sie sich vor dem barocken Hochaltar auf. Die Mädchen tragen weiße Kleider und Kränzchen im Haar. Die Jungen stehen in dunklen Anzügen in den hinteren Reihen. Sie alle halten ihre festlich geschmückten Kerzen. Der reich verzierte Altar, flankiert von üppigen Blumenarrangements, bildet den feierlichen Hintergrund

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 Anja Vetter, 2 Jasmin Frei, 3 Carmen Bader, 4 Susanne Waßmer, 5 ???, 6 ???, 7 Bianka Wölfle
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 Vesna Karen, 3 ??? Kramer, 4 Karin Feser, 5 ???, 6 Natalie Effinger, 7 Isabel Meßmer
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 ???, 7 Alexander Bayer, 8 Bernd Heizmann
4.Reihe, v.l.n.r.: 1 Matthias Thurau, 2 Alexander Gromann, 3 Frank Koch, 4 ???, 5 ???, 6 Patrick Wölfle
5.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 Markus Wiggert, 3 Günter Müller, 4 ???, 5 ???, 6 Thomas Hofmeier, 7 Gerald Vogt, 8 Rainer Ganter

Standort des Fotografen: 47.882484, 8.344615

Kommunionkinder des Jahrgangs 1976/77 vor dem Hochaltar, 1986

Sammlung Familie Waßmer

17 Mädchen und 18 Jungs der Jahrgänge 1976/77 gehen am 6. April 1986 in der katholischen Pfarrkirche St. Michael zur ersten heiligen Kommunion. Sie empfangen die Eucharistie durch Stadtpfarrer Hermann Litterst (1929-2013). Nach dem Gottesdienst stellen sie sich vor dem Hochaltar zu einem Erinnerungsfoto auf.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 Janine Diehr, 2 Carmen Vierlinger, 3 [Natascha Gauger), 4 Gabi Weber, 5 Evi Bausch, 6 Sonja Maier, 7 Karin Müller, 8 Tina Kaltenbach, 9 ???, 10 Yvonne Rogg, 11 Tanja Schiesel
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 Sven Seidel, 2 Ann Marie Denkel, 3 Anonym, 4 Ulla Kramer, 5 ??? (verdeckt), 6 Silvia Willburger, 7 Antje Ganter, 8 Dirk Kaufhold
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 Michael Roxel, 2 Conrad Bader, 3 Denis Leber, 4 Christian Burkard, 5 Sascha Knöpfle, 6 Michael Köpfler, 7 Udo Jehle, 8 Philipp Krämer
4.Reihe, v.l.n.r.: 1 Andreas Ganter, 2 Günter Ganter, 3 Stefan Fritsche, 4 Jörg Waßmer, 5 Markus Effinger, 6 Andreas Feser, 7 Christian Geschwill, 8 Michael Wider

Standort des Fotografen: 47.882484, 8.344615