Schulklasse des Jahrgangs 1891/92 mit Lehrer Eggert, ca. 1902-1904

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Hilde Adrion zur Verfügung.

Dicht gereiht stehen und sitzen sie vor einem der schweren Holzläden des Rathauses: Fünf Reihen Schülerinnen und Schüler, geschniegelt, mit ernsten Gesichtern. Die Jungen tragen Jackett, Weste und steife Hemdkragen, manche mit sorgfältig gebundenem Schlips. Die Mädchen erscheinen in hochgeschlossenen Kleidern mit Rüschen, Stickereien oder Schürzen, die Haare streng gescheitelt oder zu Zöpfen gebunden.

Ganz rechts steht Hauptlehrer Ferdinand Eggert (1851-1927), sichtbar als Autoritätsperson. Seine Klasse, der Geburtsjahrgang 1891/92, dürfte hier etwa zehn bis zwölf Jahre alt sein. Das Foto entsteht um 1902 bis 1904.

Aufgenommen wird das Klassenfoto vor dem Rathaus, das bis zur Jahrhundertwende gleich drei Funktionen erfüllt. Es ist nicht nur Verwaltungsgebäude, sondern zugleich »Kaufhaus« und Schulhaus. Im Erdgeschoss befand sich bis zur Einstellung des Kornmarktes die Markthalle; darüber liegen bis 1936 Unterrichtsräume der Volksschule. Für dieses Erinnerungsfoto hat sich die Klasse vor den geschlossenen Läden der Markthalle aufgestellt – dort, wo früher an Markttagen reges Treiben herrschte.

Die aufwendig gestaltete Fotokartonage mit ornamentiertem Rahmen unterstreicht den besonderen Charakter der Aufnahme. Unten ist handschriftlich ein Name notiert: Eugen Hepting (1891-1915) ist Schüler der Klasse und fällt 1915 als Soldat im Ersten Weltkrieg.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 Eugen Hepting (1891-1915), 4 ???, 5 ???, 6 ???, 7 ???, 8 ???, 9 ???, 10 ???
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 ???, 7 ???, 8 ???, 9 ???
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 ???, 7 ???, 8 ???, 9 ???
4.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 Lehrer Ferdinand Eggert (1851-1927)
5.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???

Standort des Fotografen: 47.883819, 8.344146

Prozession der Kommunionkinder in der Seppenhofer Straße, ca. 1950

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Hilde Adrion zur Verfügung.

Feierlich zieht die Prozession die Seppenhofer Straße hinauf. Soeben ist der Festgottesdienst in der katholischen Pfarrkirche St. Michael zu Ende gegangen, nun begleiten Familien, Verwandte und Gemeindemitglieder die Erstkommunionkinder bis zur Kaplanei. Der Zug wird von der Stadtmusik angeführt, dahinter schreiten drei Ministranten mit Kreuz und Fahnen. In geordneten Reihen folgen die Mädchen in ihren weißen Kleidern und die Jungen im dunklen Anzug – festlich gekleidet, ernst und zugleich ein wenig stolz.

Am Straßenrand drängen sich die Angehörigen. Man winkt, ruft leise Namen, versucht einen Blick auf die Kommunionkinder zu erhaschen. Für viele ist es ein bewegender Moment – nicht nur ein kirchliches Fest, sondern ein sichtbarer Schritt ins Heranwachsen.

Im Hintergrund steht das 1949 erbaute Haus Gwinner (Seppenhofer Straße 2). Das Mauerwerk liegt noch unverputzt offen, doch hinter den Fenstern hängen bereits Gardinen: Das Haus ist bezogen, der Alltag hat Einzug gehalten. Rechts im Bild ist das frühere Pfarrhaus (Untere Hauptstr. 10) zu erkennen. Es wurde beim Bombenangriff am 22. Februar 1945 zerstört und steht seitdem leer.

Zu den Kommunionkindern zählt vermutlich Rita Hepting (verh. Zimmermann, geb. 1941).

Standort des Fotografen: 47.882098, 8.344373

2 Fotos: 20-Jährige beim Sammeln für den Fasnetfunken, Fasnacht 1973

Diese Fotos stellten dankenswerterweise Klemens Rebholz und Cäcilie Runge zur Verfügung.

Ein letzter großer Auftritt, bevor die Fasnacht endgültig zu Ende geht: Die 20-Jährigen des Jahrgangs 1953 fahren mit einem voll beladenen Heuwagen durch das Städtchen. Der Traktor zieht gemächlich durch die Untere Hauptstraße, vorbei am Gasthaus »Adler«. Auf dem Anhänger sitzen die jungen Frauen und Männer dicht gedrängt zwischen Heu, Holz und Pappkartons, lachen in die Kamera, winken vielleicht Bekannten am Straßenrand zu.

Fast wirkt es wie eine späte Heuernte – doch das Ziel ist ein anderes. Das trockene Gras wird gebraucht für den »Fasnetfunken«, der am »alten Fasnetsunndig« auf der »Wanne« entzündet wird. Mit diesem Feuer verabschiedet sich die närrische Zeit.

Der Narrenbaum, den die 20-Jährigen am »Schmutzigen Dunschdig« unter großem Kraftaufwand aufgerichtet haben, ist bereits wieder gefällt. Ein Stück des Stammes liegt noch vor dem »Adler« auf dem Gehweg – sichtbares Zeichen dafür, dass sich der Kreis schließt. Aufstellen, feiern, abbauen, verbrennen.

Wenn der Funken schließlich lodert, ist die Fasnacht 1973 Geschichte.

Standort des Fotografen: 47.883725, 8.343923

Narrengruppe »Tibetanische Gua-gänmusik« in der Maienlandstraße, Fasnacht 1992

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Diese Narrengruppe präsentiert sich selbstbewusst als »Tibetanische Gua-gänmusik«. In rosafarbenen Gewändern stehen die Männer in Reih und Glied, mit Holzperlenketten um den Hals und fantasievollen Kopfbedeckungen – von Zipfelmütze über Strohhut bis hin zu selbstgebastelten »Mönchshauben«. Es sind die Mitglieder des »Wodan-Club«, die sich auch in diesem Jahr zu einer Narrengruppe zusammengetan haben.

Im Mittelpunkt stehen ihre Instrumente: eine lange Röhre, fast wie eine alpinhafte Variante eines Tempelhorns, dazu kleinere Schlaginstrumente und allerlei kurioses Zubehör. Das handgemalte Schild verrät mit einem Augenzwinkern das Programm. Hier geht es weniger um ethnografische Genauigkeit als um närrische Weltläufigkeit. Die Gruppe spielt sichtbar mit der Vorstellung fernöstlicher Klostermusik, wie man sie mit den langen, tief tönenden Hörnern des tibetischen Buddhismus verbindet – eine Fasnachtsfantasie mit bewusst überzeichneter Exotik.

V.l.n.r.: 1 Christian Fesenmeier, 2 Thomas Frei, 3 Uwe Heizmann, 4 Ralf Bednarz, 5 Harri Burger, 6 Gerd Burger (vorne), 7 Achim Gauger (hinten), 8 Dietmar Buchmeier, 9 Albert Vögt, 10 Rudolf Lasson

Im Hintergrund hängen bunte Fasnachtsbändel am Haus Waßmer (Maienlandstr. 12), als hätte das ganze Haus beschlossen, mitzufeiern. Eine ausgestopfte Hexe reitet auf einem Besenstiel. Die Sonne scheint, die letzten Schneereste schmelzen dahin. Albertina Glunk, die im Maienland wohnt, geht im Hintergrund vorüber.

Standort des Fotografen: 47.885360, 8.342469

Narrengruppe in der Maienlandstraße, Fasnacht 1987

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Eine Schulklasse der Realschule ist hier als Narrengruppe unterwegs und hat sich offensichtlich in die Urgeschichte katapultiert. In Fellwesten, mit Stricken um die Hüften, zerzausten Frisuren und mit Ruß geschwärzten Gesichtern ziehen sie durch die Maienlandstraße. Sie wirken wie eine Truppe aus dem Zeitalter der »Jäger und Sammler« – halb Steinzeit, halb Fasnachtsfantasie.

Auf einer improvisierten Sänfte, getragen auf kräftigen Schultern, sitzt ihr »Häuptling« erhöht über der Menge. Er thront selbstbewusst über dem Zug, während unter ihm ein gewaltiger Knochen – oder vielleicht ein präparierter Tierkopf – mitgetragen wird.

Zu sehen sind u.a. Jürgen Thurau, Achim Knöpfle, Thorsten Schelb, Andreas Birkenberger

Der nasse Asphalt spiegelt die Figuren, Schneereste liegen am Straßenrand. Hinter der Gruppe erkennt man die Stadtwaage, das Haus Veith (Rötengasse 2) und das Haus Maier (Maienlandstr. 11).

Standort des Fotografen: 47.885148, 8.342662

2 Fotos: Narrengruppe beim Umzug auf dem Rathausplatz, Fasnacht 1952

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Elke Moser zur Verfügung.

Der Rathausplatz ist von einer dicken Schneeschicht überzogen. Die Zuschauer*innen des Narrenumzugs drängen sich dicht an dicht, Mäntel und Hüte bestimmen das Bild. Manche stehen auf Schneehaufen, um besser sehen zu können. Das Motto der Fasnacht 1952 lautet: »Als die Römer frech geworden«. Und so wird die Antike für einen Nachmittag närrisch lebendig.

Mitten im Zug bewegt sich diese Gruppe, die wohl Bauern aus römischer Zeit – vielleicht Germanen – verkörpert. In einfachen Tuniken mit breiten Gürteln, geschnürten Beinlingen und Fellmützen ziehen sie über den Platz. Einer trägt einen Hakenpflug geschultert, ein anderer schwingt einen Morgenstern. Wenn die Römer »frech« werden, weiß man sich zu wehren. Besonders ins Auge fällt die hölzerne Schaukel, an der ein Kind mitgeführt wird. Die Szene ist kein Geschichtsunterricht, sondern lebendige Fasnacht: Mit Fantasie, Improvisation und einem guten Schuss Ironie verwandelt sich der Rathausplatz in eine antike Bühne.

Zu der Narrengruppe gehören u.a. Ernst Krauß, Justina Sauter (geb. Brett, 1900-1994), Elise Göpper, Hildegard Bader (1911-?), Karl Bader (1902-1971), Ehefrau von Lehrer Willig oder Schlachter, Gerhard Bader (geb. 1943), ??? Weißer, August Kienzler (1914-?), Sofie Kienzler (1915-?), Werner Hepting (1928-2011), Josef Armbruster (1910-?), ??? Weißer, Tochter von Bernhard Strobel, Engelbert Müller, Erika Faller

Im Hintergrund erkennt man die Häuser am Rathausplatz und in der angrenzenden Demetriusstraße, darunter das Geschäft von Kaufmann Robert Sauter (1900-1945), das von seiner Witwe Justina Sauter (geb. Brett, 1900-1994) fortgeführt wird.

Standort des Fotografen: 47.883793, 8.344875

2 Fotos: Aufstellen des Narrenbaums durch die 20-Jährigen, Fasnacht 1986

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Am »Schmutzigen Dunschdig« wird vor dem Café »Fuß« wieder der Narrenbaum gestellt – und die 20-Jährigen legen sich mächtig ins Zeug. Mit vereinten Kräften ziehen sie an den Seilen, stemmen Stangen unter den Stamm und rufen sich Kommandos zu. Der geschmückte Baum hebt sich langsam vom Boden, Zentimeter um Zentimeter, während das Publikum den Atem anhält. Ein Narrenpolizist in Uniform wacht über das Geschehen und sorgt mit strengem Blick dafür, dass die Menschenmenge Abstand hält. Sicherheit geht vor – auch in der närrischen Zeit.

Und mittendrin: eine ganze Schar rosaroter Panther. Von Kopf bis Fuß in Rosa gekleidet, mit gefärbten Haaren und Katzenschwänzen, ziehen die 20-Jährigen alle Blicke auf sich. Es ist ein fröhliches Durcheinander aus Muskelkraft, Gelächter und ein bisschen kontrolliertem Chaos.

Dass die 20-Jährigen ausgerechnet als »rosarote Panther« auftreten, ist kein Zufall: Mit der Zeichentrickserie, die Anfang der 1970er Jahre im deutschen Fernsehen Kultstatus erreichte, ist der Jahrgang 1966 aufgewachsen. Jetzt stehen sie mitten auf dem unteren Rathausplatz, im Schnee und Matsch, beim wichtigsten Kraftakt ihrer Fasnacht.

Standort des Fotografen: 47.883934, 8.343915

Musizierende Narrengruppe auf dem unteren Rathausplatz, Fasnacht 1952

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Genoveva Kinast zur Verfügung.

Vier Gestalten, ein improvisiertes Orchester: Auf dem unteren Rathausplatz haben sich diese vier Narren zusammengefunden, offenbar ohne Dirigenten, aber mit umso mehr Spielfreude.

Links bläst einer auf einer Tröte, den Hut tief ins Gesicht gezogen, das Bein im Takt angewinkelt. Daneben spielt ein zweiter mit hochgezogenen Schultern seine Mundharmonika, als hinge das musikalische Schicksal des Tages allein von ihm ab. Der Dritte streicht konzentriert über die Geige, in kurzer Hose und mit schief sitzender Narrenkappe – halb Virtuose, halb Lausbub. Und rechts schließlich müht sich der vierte mit einer Klarinette oder Flöte, warm eingepackt, als sei ihm der Februartag doch empfindlich kalt.

Ihre Kleidung wirkt zusammengewürfelt: alte Jacken, ausgefranste Hosen, Schals und Hüte aller Art. Es ist kein einheitliches Kostüm, sondern vielmehr ein gewolltes Durcheinander – ein bisschen schräg, ein bisschen anarchisch, ganz im Geist der Straßenfasnacht.

Ob das Quartett besonders harmonisch klingt? Vermutlich nicht. Aber darum geht es nicht. Gleich werden die Vier weiterziehen, vielleicht in die nächste Wirtschaft, wo es wärmer ist und wo sich mit einem Glas in der Hand noch beherzter aufspielen lässt. Fasnacht lebt nicht von Perfektion – sondern vom Mitmachen.

V.l.n.r.: 1 Berthold Ganter (1928-2006), 2 Erich Adrion (1926-2001), 3 Arno Adrion (1924-1993), 4 Fritz Straub (1921-2007)

Standort des Fotografen: 47.883908, 8.344129

Narrengruppe in der Demetriusstraße, Fasnacht ca. 1931

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Ursula Moch-Weiss zur Verfügung.

Drei Mädchen haben sich Hand in Hand vor dem Haus Krauß (Demetriusstr. 2) aufgestellt. Es ist Fasnacht und der Ernst in ihren Gesichtern steht in einem reizvollen Kontrast zu ihren Kostümen.

Links trägt das älteste der drei Mädchen ein fröhlich gemustertes Kleid mit Luftballons in den Farben weinrot, flieder und hellgrün, darüber eine dunkle Weste mit Zierborten und ein Stirnband im Haar. Der Rock fällt weit, darunter weiße Strümpfe und geschnürte Halbschuhe. In der Mitte steht ein jüngeres Mädchen, die Kleinste der Gruppe. Sie trägt ein Kleid mit geschnürtem Mieder, darüber eine helle Schürze mit Spitzenbesatz. Ganz rechts schließlich steht ein Mädchen in Löffinger Tracht mit der charakteristischer Haube. In der Hand hält sie ein kleines Körbchen – ein liebevolles Detail, das die Tracht vervollständigt.

V.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???

Standort des Fotografen: 47.884294, 8.344938

Hexengruppe beim Umzug in der Bahnhofstraße, Fasnacht 1966

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Hans-Peter Hepting zur Verfügung.

Mitten auf der Bahnhofstraße haben es sich zwei Hexen auf dem Asphalt gemütlich gemacht – oder besser: sie lauern. Die eine liegt flach auf dem Bauch, den Besen quer vor sich, die andere hockt daneben, den Reisigbesen fest in beiden Händen, bereit zum nächsten Streich. Ihre geschnitzten Holzmasken mit den weit aufgerissenen Augen und den markanten Nasen wirken unheimlich.

Im Hintergrund naht der Rest der Hexengruppe mit dem Hexenwagen. Der Rhythmus des Umzugs scheint fast hörbar: das Schaben der Besen auf dem Asphalt, das Rufen, das Lachen der Zuschauer*innen am Straßenrand. Zwei Männer stehen etwas abseits auf dem Gehweg und beobachten das närrische Treiben mit verschränkten Armen – vielleicht schmunzelnd, vielleicht schon auf der Hut vor dem nächsten Besenstreich.

Standort des Fotografen: 47.882416, 8.343145

2 Fotos: Hexengruppe mit Junghexen, Fasnacht 1995

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Mitten im Trubel des »Fasnet Mändig« bahnt sich die Hexengruppe ihren Weg durch die Menge – laut, ausgelassen und furchteinflößend. Die Masken mit ihren geschnitzten Fratzen blitzen in der Sonne, rote Kopftücher flattern, gelbe Schürzen leuchten. Besen werden geschwungen, zwei Hexen legen sich auf die Straße.

Auf einem Karren sitzen die beiden Junghexen, die an diesem Tag »getauft« werden. Stefan Pfeifer und Berthold Ruf – von links nach rechts – werden durch die Straßen gefahren. Noch tragen sie nicht das vollständige »Häs«. Stattdessen halten sie ihre Masken fest umklammert auf dem Schoß – selbst geschnitzt in den Wochen zuvor, unter der Anleitung von Roland Müller. Man spürt förmlich den Stolz, aber auch die Anspannung: Erst wenn sie die Taufe am Hexenbrunnen überstanden haben, dürfen sie das »Häs« offiziell anlegen.

Hinter ihnen rollt der Hexenwagen mit der »großen Hexe«, die über das närrische Geschehen wacht. Auf dem Dach des Lastwagens hat es sich eine besonders fußfaule – oder vielleicht besonders listige – Hexe gemütlich gemacht und verfolgt das Treiben aus sicherer Höhe.

Standort des Fotografen: 47.884196, 8.345205

Zwei Narren vor dem Café Ritter am Rathausplatz, Fasnacht 1934

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Genoveva Kinast zur Verfügung.

Auf den Stufen vor dem Café Ritter (Rathausplatz 5) haben sich zwei Narren für ein Erinnerungsfoto aufgestellt. Es sind Fritz Adrion und Alma Egle, die am »Fasnet Mändig« eine Narrengruppe des Turnerbunds anführen. Beide engagieren sich im Sportverein: Fritz Adrion ist Turnwart und Alma Egle leitet das Schülerinnenturnen. Zusammen mit ihren Schützlingen treten sie als »Russisches Ballett« in Erscheinung.

Alma Egle trägt ein helles, langes Kleid mit dunklen Bändern und geflochtenen Zöpfen – ihr Kostüm soll an eine Tänzerin aus dem Osten Europas erinnern. Neben ihr steht Fritz Adrion in einer pelzbesetzten Uniform mit hoher Mütze, Stiefeln und Stock: eine Figur, die an einen Offizier oder Zarenhofbeamten denken lässt. Zusammen verkörpern sie die Hauptfiguren ihrer Gruppe und geben den Ton für den Auftritt vor.

Im Hintergrund steht die Tür des Cafés offen und neugierige Blicke beobachten das Geschehen.

V.l.n.r.: 1 Alma Egle (verh. Spadinger, 1917-?), 2 Fritz Adrion (1897-1971)

Standort des Fotografen: 47.883959, 8.343945