Stadtmusik, ca. 1933

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Hilde Adrion zur Verfügung.

Die Stadtmusik marschiert in geschlossener Formation die Straße entlang. Vorneweg schreiten zwei Männer: links ein Uniformierter mit Mütze, daneben ein Herr im dunklen Frack und mit schwarzem Zylinder. Vermutlich handelt es sich bei ihm um den Dirigenten oder einen offiziellen Vertreter des Vereins. Dahinter folgen die Musiker mit ihren Blechblasinstrumenten. Mitten im Zug ragt der reich geschmückte Schellenbaum empor, der um 1870 von Löffinger Handwerkern gestiftet wurde und bis heute zu den traditionsreichsten Symbolen der Stadtmusik zählt.

Die Musiker tragen einheitliche Uniformen mit Schirmmützen. Ob der Umzug in Löffingen oder auswärts stattfindet, lässt sich nicht eindeutig klären. Die beiden Gebäude im Hintergrund bieten kaum Anhaltspunkte. Auffällig ist der ernste und disziplinierte Eindruck der Gruppe. Die Musiker marschieren dicht geschlossen, beinahe militärisch geordnet. Darin spiegelt sich noch deutlich die Herkunft des Musikvereins aus Bürgerwehr und Feuerwehrkapelle wider.

Dirigent ist Rupert Hepting (1905-1990). Er wird 1933 Nachfolger des verstorbenen Dirigenten Rupert Wehrle.

Standort des Fotografen: ???

Stadtmusik, 1884

Stadtarchiv

Streng blickt die Stadtmusik in die Kamera. Die Musiker haben sich ordentlich auf drei Reihen aufgeteilt und präsentieren ihre Instrumente. Vorne sitzen die älteren Mitglieder, dahinter stehen die Bläser mit ihren mächtigen Tuben und Hörnern. In der Mitte ragt der reich verzierte Schellenbaum empor, geschmückt mit Quasten und Metallaufsätzen. Gestiftet wurde er um 1870 von Löffinger Handwerkern.

Die Aufnahme entsteht 1884 – zu einer Zeit also, als es die »Stadtmusik Löffingen« im heutigen Sinne noch gar nicht gibt. Streng genommen zeigt das Foto nicht die Stadtmusik, sondern die Feuerwehrkapelle. Die eigentliche Stadtmusik wird erst am 7. Februar 1920 als eigenständiger Verein gegründet.

Die Wurzeln der Löffinger Musikkapelle reichen jedoch weit zurück. Schon 1608 werden in einem Dokument der Fürstenbergischen Herrschaft Trommler und Pfeifer erwähnt, die dem Aufgebot der Löffinger nach Landsknechtsart voranzogen. 1748 ist bei einer Parade in Donaueschingen erstmals ein Löffinger Musikkorps urkundlich erwähnt. Es bestand aus Musikanten zu Pferd und zu Fuß. Der 6. Juni 1748 gilt deshalb als frühester sicherer Nachweis einer Musikkapelle in Löffingen.

Im Vormärz gründete Bürgermeister Lorenz Ketterer 1829 das Bürgermilitärcorps mit eigener Musikkapelle neu. Weil die Musiker zunächst keine Uniformen besaßen, verweigerten sie sogar die Teilnahme an der Fronleichnamsprozession. Daraufhin ließ die Stadt kurzerhand 24 blaue Röcke anfertigen. Bereits ein Jahr später erhielten die Musiker Tschakos, weiße Fangschnüre und weitere Uniformteile nach dem Vorbild des Hüfinger Bürgermilitärs. 1849 endete mit der badischen Revolution auch die Geschichte des Bürgermilitärs und der Musikkapelle. Die Musik lebte jedoch weiter: 1863 gründete sich die freiwillige Feuerwehr, deren Kapelle die Tradition fortführte. Genau diese Feuerwehrkapelle ist auf dem Foto zu sehen.

Die Fotografie zeigt eindrucksvoll den Stolz und das Selbstverständnis der Musiker. Fast alle tragen dunkle Anzüge, manche halten ihre Instrumente beinahe wie Trophäen. Zwischen den erwachsenen Männern stehen auch ein paar Jungen – ein früher musikalischer Nachwuchs.

1.Reihe, sitzend, v.l.n.r.: 1 ??? Götz, 2 Josef Sibold, 3 Karl Kuster, 4 Mathias Sibold, 5 Rupert Wehrle, 6 Jakob Fehrenbach, 7 Karl Selb, 8 Johann Beha
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 Josef Heizmann, 2 Peter Beha, 3 Karl Zahn, 4 ??? Schaller, 5 Johann Beha, 6 Rupert Hepting, 7 Heinrich Ganter, 8 Justus Benz, 9 Georg Drescher
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 Josef Guth, 2 Adolf Limb, 3 Wilhelm Schultheiß, 4 Robert Bausch, 5 Josef Schwörer, 6 Josef Göhry, 7 Josef Selb, 8 Josef Bader

Standort des Fotografen: ???

3 Fotos: Narrengruppe »Weibliche Narrenpolizei« auf dem oberen Rathausplatz, Fasnacht 1997

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Da reibt sich wohl manch einer die Augen: Man muss schon genau hinschauen, um zu merken, dass hier gar nicht die echte »Weibliche Narrenpolizei« über den oberen Rathausplatz marschiert. Die Kostüme sind perfekt nachgeschneidert, das Auftreten bis ins Detail kopiert. Doch hinter den roten Uniformen, den Lockenperücken und den weißen Handschuhen stecken in Wahrheit Männer.

Eine Narrengruppe hat sich als »Weibliche Narrenpolizei« verkleidet – und nimmt damit augenzwinkernd die seit 1936 existierende Gruppe aufs Korn. Crossdressing gehört schließlich seit jeher zur närrischen Tradition. Ganz perfekt gelingt die Tarnung dann aber doch nicht: Spätestens der eine oder andere Schnurrbart und Bartschatten verrät die Narren.

Standort des Fotografen: 47.884143, 8.345168

Prozession der Stadtmusik und Kommunionkinder in der Seppenhofer Straße, ca. 1942

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Hilde Adrion zur Verfügung.

Feierlich zieht die Prozession durch die Seppenhofer Straße. Vorneweg marschiert die Stadtmusik in dunklen Anzügen und mit Zylindern. Der Klang der Musikinstrumente hallt zwischen den Häusern wider. An der Spitze wird der prächtige Schellenbaum getragen, der um 1870 von den Löffinger Handwerkern gestiftet worden war. Mit seinen Verzierungen, Quasten und kleinen Glöckchen ist er der stolze Blickfang des Zuges. Bei den Musiker ist u.a. Konrad Sibold (Piccoloflöte) zu sehen.

Hinter der Stadtmusik folgen die Ministranten. Zwar sind sie auf dem Foto nicht zu erkennen, doch ihre Kirchenfahnen und das Prozessionskreuz ragen deutlich über den Zug hinaus. Dahinter schreiten die Kommunionkinder, die nach dem Festgottesdienst in der katholischen Pfarrkirche St. Michael gemeinsam zur Kaplanei ziehen. Den Abschluss bildet der Stadtpfarrer.

Die Prozession wirkt auffallend zurückhaltend. Keine Menschenmengen säumen die Straße. Nur vereinzelt stehen Zuschauer*innen am Rand und beobachten den Zug. Es ist Kriegszeit. Zudem ist das öffentliche Bekenntnis zum katholischen Glauben im nationalsozialistischen Staat nicht erwünscht. Vielleicht erklärt das auch, weshalb vergleichsweise wenige Kinder zur Erstkommunion gehen.

Der Blick fällt zugleich auf die Bebauung am unteren Ende der Seppenhofer Straße an der Einmündung zur Unteren Hauptstraße. Dort steht noch das Haus Zepf (Untere Hauptstr. 9). 1945 wird es bei einem Bombenangriff vollständig zerstört. Der »alte Benzbau« (Untere Hauptstr. 8) bleibt hingegen unbeschädigt.

Standort des Fotografen: 47.882303, 8.344076

7 Fotos: Prozession der Kommunionkinder in der Seppenhofer Straße, 1988

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Es ist »Weißer Sonntag«. Die Kommunionkinder versammeln sich in der Kaplanei in der Seppenhofer Straße, bevor sie gemeinsam zur katholischen Pfarrkirche St. Michael ziehen. Für die Kinder ist es ein großer Festtag. Herausgeputzt stehen sie bereit: die Jungen in dunklen Anzügen mit Fliege oder Krawatte, die Mädchen in weißen Kleidern mit Schleiern, Spitzenhandschuhen. Sie alle tragen ihre Gebetbücher und kunstvoll verzierte Kommunionkerzen.

Angeführt wird die Prozession von der Stadtmusik. Dahinter marschieren die Ministranten in ihren roten Messgewändern. Mädchen als Ministrantinnen gibt es noch nicht. Die Kommunionkinder folgen paarweise und nach Geschlechtern getrennt. Für viele ist es der erste große öffentliche Auftritt im kirchlichen Leben. In diesem Jahr sind die Jungs klar in der Überzahl: 13 Jungs, aber nur acht Mädchen gehen heute zur ersten heiligen Kommunion.

Auffällig leer wirkt die Prozessionsstrecke. Nur wenige Passanten und einige Fotografen säumen die Seppenhofer Straße. Die meisten Angehörigen haben ihre Plätze bereits in der Kirche eingenommen und warten dort auf den feierlichen Einzug. So gehört die Straße für einen kurzen Moment ganz den Kindern, den Ministranten und den Klängen der Stadtmusik.

Am Ende des Zuges folgt Stadtpfarrer Hermann Litterst (1929-2013). In der Pfarrkirche wird er den Kindern später zum ersten Mal die heilige Kommunion spenden. Für die Familien ist es ein bedeutender Tag, der mit Festessen, Kaffee und Kuchen weitergehen wird. Viele der weißen Kleider und kleinen Anzüge werden danach sorgfältig aufbewahrt – als Andenken an einen Tag zwischen kindlicher Aufregung und katholischer Festtradition.

Bild 1
Bei der Stadtmusik sind u.a. Dirigent Bernhard Holzer (Bräunlingen), Bernhard Adrion (Trommel), ??? (Trommel), ??? Birkenberger (Trommel), Joe Kuttruff (Trommel), Mathias von Dungen, Paul Wolber zu sehen.

Bild 2
Bei den Ministranten sind u.a. Christoph Käfer zu sehen.

Bild 3
Zu sehen sind u.a. Thorsten Zahn, Matthias Effinger

Bild 4
Zu sehen sind u.a. Björn Wölfle, Frank Thoma, Andreas Köpfer, Nils Frei

Bild 5
Zu sehen sind u.a. Michael Bader, Volker Knöpfle

Bild 6
Zusehen sind u.a. Julia Willmann, Karin Bausch, Claudia Knöbel (verh. Oschwald).
Bei den Ministranten sind Andreas Feser und Sascha Knöpfle zu sehen.

Bild 7
Bei den Ministranten sind Michael Köpfer, Philipp Krämer, Konrad Isele und Christoph Wehrle zu sehen.

Standort des Fotografen: 47.882282, 8.344141

2 Fotos: Frauengruppe im Gasthaus »Linde«, Fasnacht 1986

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Rita Willmann zu Verfügung.

In einer gemütlichen Ecke des Gasthauses »Linde« hat sich eine Gruppe Fasnachtsnärrinnen niedergelassen. Über dem Tisch hängen bunte Papierschlangen von der Deckenlampe herab, auf der weißen Tischdecke stehen Gläser und Flaschen. Offenbar ist man schon seit geraumer Zeit beisammen. Die Stimmung ist ausgelassen.

Die Kostüme fallen bunt und phantasievoll aus. Neben einer elegant gekleideten Dame mit Federboa und breitkrempigem Hut sitzen Pierrots mit weiß geschminkten Gesichtern und schwarz-weiß gepunkteten Kostümen. Eine Frau trägt einen Strohhut und ein grell gemustertes Hawaiihemd, eine andere ist wohl als Seeräuber verkleidet.

oberes Bild
V.l.n.r.:
1 Irmgard Modrinski, 2 Gudrun Hoßbach (verdeckt), 3 Rosmarie Stuber, 4 Rosel Eggert oder [Maria Hall?], 5 Ella Petelka, 6 Anette Ratzer, 7 Renate Meder, 8 Gertrud Geisinger, 9 Heidi Kromer, 10 Inari Boehm, 11 Agnes Beha

unteres Bild
V.l.n.r.:
1 Gudrun Hoßbach, 2 Rosmarie Stuber, 3 Rosel Eggert oder [Maria Hall?], 4 Ella Petelka, 5 Anette Ratzer, 6 Renate Meder, 7 Gertrud Geisinger, 8 Heidi Kromer, 9 Inari Boehm, 10 Irmgard Modrinski

Die Gaststube mit den gerahmten Bildern an den Wänden wirkt dabei fast wie ein verlängertes Wohnzimmer. Viele Gruppen ziehen an Fasnacht von Wirtschaft zu Wirtschaft. Doch irgendwann bleibt man dort hängen, wo die Stimmung am besten ist.

Standort des Fotografen: 47.884272, 8.346529

Narrengruppe in der Demetriusstraße, Fasnacht ca. 1931

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Hilde Adrion zur Verfügung.

Vier junge Frauen stehen dicht beieinander vor dem Haus Krauß in der Demetriusstraße. Sie lachen in die Kamera, haben die Arme ineinandergehakt und genießen ganz offensichtlich das närrische Treiben der Fasnacht.

Die Kostüme wirken improvisiert. Die Frau links trägt eine Pluderhose und ein gepunktetes Oberteil und erinnert an einen Clown. Daneben posiert wohl ein Zwerg, der spitze Zwergenhut ragt empor. Die Frau rechts trägt einen breiten Rüschenkragen und eine zackenförmig geschnittene Bluse, die an ein Harlekinskostüm erinnert. Offenbar entsteht der Reiz weniger durch perfekte Kostüme als vielmehr durch die gemeinsame Freude am Verkleiden.

V.l.n.r.: 1 Mathilde Keller (verh. Kranzer, 1911-?), 2 Sofie Jonner (verh. Hepting, 1909-1995), 3 ???, 4 ???

Standort des Fotografen: 47.884286, 8.344926

Theateraufführung in der Festhalle, Fasnacht ca. 1935

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Hilde Adrion zur Verfügung.

Zum Schluss treten noch einmal alle Mitwirkenden gemeinsam auf die Bühne. Dicht gedrängt stellen sie sich vor dem monumentalen Bühnenbild auf und blicken in die Kamera. Männer und Frauen, junge Erwachsene und ältere Laiendarsteller – offenbar das gesamte Ensemble des Theaterstücks.

Die Kostüme orientieren sich an historischen Vorbildern irgendwo zwischen Spätmittelalter und Renaissance. Einige Männer tragen kurze Wämser, Strumpfhosen und Baretts, andere erscheinen als Landsknechte mit Schwertern und Dolchen. Frauen tragen lange Kleider mit weiten Ärmeln. Besonders eindrucksvoll wirken die vier Männer in Ritterrüstungen, die unter dem Torbogen Aufstellung genommen haben. Das Ganze erinnert an ein großes Historienstück mit Burgherren, Soldaten und Hofstaat.

Bemerkenswert ist vor allem das Bühnenbild. Die Kulisse zeigt ein mächtiges steinernes Burgtor mit kleinen gotischen Fenstern und einem gewaltigen Rundbogen. Darüber befindet sich ein Wappenstein. Das halbierte Wappen mit seinen schrägen Balken könnte ein Hinweis auf ein konkretes Adelsgeschlecht oder einen historischen Stoff sein. Vielleicht handelt es sich aber auch lediglich um ein Fantasiewappen, das mittelalterliche Atmosphäre erzeugen soll. Welches Theaterstück hier tatsächlich aufgeführt wird, lässt sich heute nicht mehr mit Sicherheit sagen.

Sicher ist dagegen: Für Löffinger Verhältnisse handelt es sich um eine außerordentlich aufwändige Produktion. Die Zahl der Mitwirkenden ist groß, die Kostüme sind detailreich und die Kulisse beeindruckend dimensioniert. Allein die Größe der Bühne spricht dafür, dass die Aufführung nicht im »Gebertsaal« stattfindet. Wahrscheinlich nutzt man bereits die neu erbaute Festhalle, die Raum für derart große Theaterinszenierungen bietet.

1.Reihe, sitzend, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 Ernst Kraus, 5 ???, 6 ???, 7 ???, 8 ???, 9 ???, 10 ???, 11 ???, 12 ???, 13 ???, 14 ???, 15 ???, 16 Timotheus Schmid, 17 ???, 18 ???, 19 Rupert Hepting, 20 ???, 21 Fritz Adrion
3.Reihe, v.l.n.r.:

Standort des Fotografen: 47.882906, 8.347861

2 Fotos: Hanselegruppe auf der Kirchentreppe, Fasnacht 1997

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Die Hanselegruppe hat auf der Kirchentreppe Position bezogen. Die erwachsenen Hansele mit ihren Holzmasken stehen hinten, der »Narrensamen«, der noch keine eigene Masken besitzt, vorne. Sogar zwei Kinderwagen werden mitgeführt, um die jüngsten »Hansele« dabei zu haben. Sie sind warm eingepackt und mitten im närrischen Geschehen.

Zwei Gruppenfotos werden aufgenommen. Auf der einen Aufnahme tragen die Erwachsenen ihre Holzmasken, auf der anderen haben sie sie abgenommen. So werden aus den geheimnisvollen Hästrägern plötzlich vertraute Gesichter aus der Nachbarschaft und dem Freundeskreis. Schnell wird auch klar, dass die Hanselegruppe vor allem weiblich ist!

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 ???, 7 Georg Mayer
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 ???
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 Karin Geisinger (?), 6 ???, 7 ???
4.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 Lore Fehrenbach, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 ???, 7 ???, 8 ???
5.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ??? Meier, 5 ???, 6 ???
6.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???

Das Hansele zählt zu den klassischen Baaremer Weißnarren. Das helle Leinenhäs ist mit bunten Motiven bemalt: Blumen, Ornamente und kleine Figuren bedecken den Stoff. Typisch ist auch die geschnitzte Holzmaske mit ihrer hohen, gefurchten Stirn und dem schlichten Rosshaarkranz. Dazu gehören der Fuchsschwanz, der Geschellriemen mit seinen elf Glocken und natürlich der rote Sack. Für die Kinder ist er das Wichtigste überhaupt, denn darin befinden sich die begehrten Bonbons, die während des Umzugs verteilt werden.

Standort des Fotografen: 47.882850, 8.344347

Sommerrodelbahn im Wildpark, ca. 1985-1990

Sammlung Familie Waßmer

Mit Schwung geht es hinunter ins Tal. Die kleine Blechwanne der Sommerrodelbahn saust durch die Kurve, das Gras am Rand verschwimmt beinahe vor Geschwindigkeit. Vorne sitzt ein Kind und hält sich konzentriert am Bremshebel fest, hinter ihm lachen zwei Erwachsene in die Kamera. Die Aufnahme dient als Werbepostkarte. In gelber Schrift steht unten links: »Sommer-Rodelbahn im Wildpark Löffingen«.

Der Wildpark ist um eine Attraktion reicher. Die Sommerrodelbahn entwickelt sich rasch zum Besuchermagneten. Für Kinder ist die Fahrt ein kleines Abenteuer, für Jugendliche und Erwachsene ein Spaß mit Nervenkitzel. Wer oben angekommen ist, steigt meist gleich noch einmal ein.

Nicht nur die Fahrgäste haben Freude an der neuen Anlage. Auch unter Jugendlichen ist die Sommerrodelbahn beliebt – allerdings aus einem anderen Grund. Ein Ferienjob dort gilt als begehrt. Den ganzen Tag die Bahn beaufsichtigen, Schlitten anschieben und mitten im Trubel arbeiten: Für viele Jugendliche gehört das zu den attraktivsten Ferienjobs in der Gegend.

Standort des Fotografen: 47.902997, 8.346164

Sofie Hepting mit ihren Kindern bei einer Schafherde, ca. 1943

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Hilde Adrion zur Verfügung.

Ein Sommertag irgendwo außerhalb des Städtchens. Das Gras steht hoch auf der Weide, darüber spannt sich ein weiter Himmel mit einzelnen Wolken. Mitten in der Landschaft zieht eine große Schafherde gemächlich über die Wiese. Die Tiere grasen friedlich, nur der Hütehund bleibt aufmerksam. Selbst als der zehnjährige Ewald Hepting (1933-2010) ihn streichelt, lässt er die Herde nicht aus den Augen. Wachsam sitzt er im Gras und erfüllt seine Aufgabe mit stoischer Ruhe.

Weiter hinten zwischen den Schafen stehen Sofie Hepting (geb. Jonner, 1909-1995) und ihre kleine Tochter Inge Hepting (verh. Mayer, geb. 1939). Vielleicht handelt es sich um einen Sonntagsspaziergang oder einen kleinen Ausflug hinaus aufs Feld. Möglicherweise entsteht die Aufnahme im »Schlempental«.

Standort des Fotografen: ???

5 Fotos: Marionettentheater in der Stadtbücherei, Dezember 1992

Diese Fotos stellten dankenswerterweise Silvia und Gerold Bächle zur Verfügung.

Die Augen weit aufgerissen, gespannte Gesichter – dicht gedrängt sitzen die Kinder auf dem Boden der Stadtbücherei und verfolgen gebannt das Geschehen auf der kleinen Bühne. Manche haben die Hände gefaltet, andere lehnen sich neugierig nach vorne. Das Marionettentheater zieht die jungen Zuschauer*innen vollkommen in seinen Bann.

Am dritten Adventssonntag 1992 laden die Stadtbücherei und das Museum zu einem »Tag der offenen Tür« ein. Das abwechslungsreiche Programm stößt auf große Resonanz. Besonders das Marionettentheaterstück »Das Glückskind« unter Leitung von Gabriele Koberski (aus Dittishausen) begeistert die Besucher*innen – nicht nur die Kinder, sondern auch die Erwachsenen. Zweimal wird das Stück aufgeführt, zweimal ist der Saal voll besetzt. Das Theaterstück orientiert sich am Grimm-Märchen »Der Teufel mit den drei goldenen Haaren«. Natürlich siegt am Ende das Gute.

Auf einem der Fotos posieren die Spieler*innen gemeinsam mit ihren Marionetten für die Kamera. Die Puppen sind selbst gefertigt – entstanden in einem Kurs der Volkshochschule.

Bild 1
1.Reihe, v.l.n.r.:
1 Gabi Koberski (geb. Prause), 2 ???, 3 Ulrich Koberski
2.Reihe, v.l.n.r.:
1 Renate Rosenfelder, 2 Felicitas Zepf, 3 ???
Zu sehen sind außerdem Verena Döbele und Gisela Irmert

Bild 4
1.Reihe, v.l.n.r.:
2.Reihe, v.l.n.r.:

Standort des Fotografen: 47.884052, 8.345684