Narrengruppe beim Rathausbrunnen, Fasnacht 1913

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Pia und Alfons Durst zur Verfügung.

Ein bunter Haufen hat sich rund um den Rathausbrunnen zum Erinnerungsfoto versammelt. Kaum ein Kostüm gleicht dem anderen: Zu sehen sind phantasievoll Verkleidete. Manche Kostüme wirken aufwendig, andere offensichtlich improvisiert. Über der närrischen Gesellschaft wacht die »Schnitterin« auf der Brunnensäule.

1913 wird in Löffingen besonders ausgiebig Fasnacht gefeiert. Die »Laternenbrüder« begehen ihr 25-jähriges Gründungsjubiläum und veranstalten einen großen Narrenumzug. Im Jahr zuvor und auch 1914 hält man sich dagegen mit größeren närrischen Aktivitäten zurück. Umso mehr scheint 1913 alles auf die Straße zu drängen, was sich irgendwie verkleiden lässt.

Die Aufnahme vermittelt schön, wie Fasnacht funktioniert. Fertige Kostüme lassen sich nicht einfach in großer Auswahl kaufen. Stoffe, alte Kleidungsstücke und vorhandene Accessoires werden wiederverwendet, umgearbeitet und neu kombiniert. Gerade aus diesen begrenzten Möglichkeiten entsteht eine erstaunliche Vielfalt – der Phantasie sind offenbar kaum Grenzen.

Im Hintergrund steht das frühere Fürstenbergische Amtshaus (Rathausplatz 2/3). Zu diesem Zeitpunkt ist das Gebäude bereits seit rund einem halben Jahrhundert in zwei Haushälften geteilt, deren Fassaden sich deutlich voneinander unterscheiden. In der linken Hälfte befindet sich das Postamt.

Standort des Fotografen: 47.883877, 8.344703

Nachwuchs der Trachtengruppe am Reichberg, ca. 1962

Verlag St. Michaels-Drogerie Rosa Pacher, Löffingen | Dieses Foto stellten dankenswerterweise Pia und Alfons Durst zur Verfügung.

Auf der Wiese am Fuße des Reichbergs stellt sich der Nachwuchs der Trachtengruppe zum Gruppenfoto auf. Die Mädchen tragen ihre farbenfrohen Trachten, die Jungen Lederhosen mit Hosenträgern. Einige knien im Gras, die anderen stehen dahinter. Zwischen ihnen blühen die ersten Löwenzähne – ein frühlingshaftes Bild vor der Kulisse des Städtchens.

Im Hintergrund lässt sich gut erkennen, wie Löffingen über seinen alten Ortskern hinauswächst. In der Gartenstraße entsteht ein Neubaugebiet, dahinter ziehen sich die Häuser der Seppenhofer Straße entlang. Deutlich zu sehen ist das Städtische Krankenhaus mit seinem 1957 eingeweihten Erweiterungsbau. Über den Dächern ragt der Turm der katholischen Pfarrkirche St. Michael empor und beherrscht wie seit Generationen die Silhouette.

Die Aufnahme verbindet damit Tradition und Fortschritt: Im Vordergrund präsentiert sich der Nachwuchs in Tracht, während sich hinter ihm das moderne Löffingen der Nachkriegszeit ausbreitet.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 Werner Kienzler (geb. 1948), 3 Helmut Pacher, 4 Willi Geisinger (1949-2024)
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 Angela Reichenbach (geb. 1948), 2 Marianne Zepf (verh. Grieshaber, geb. 1948), 3 Gretel Jordan
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 Ursula Rieck (verh. Kramer), 2 Anita Greuter, 3 Annemarie Vierlinger (geb. 1946)

Das Gruppenfoto findet als kolorierte Ansichtskarte Verbreitung. Herausgegeben bzw. vertrieben wird sie von der St. Michaels-Drogerie von Rosa Pacher. So reisen die jungen Trachtenträger*innen samt Löffinger Panorama als Gruß aus dem Schwarzwald weit über das Städtchen hinaus.

Standort des Fotografen: 47.879693, 8.343186

Kinder im Hof vom Haus Benitz in der Alenbergstraße, 1942

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Pia und Alfons Durst zur Verfügung.

Fünf Kinder haben sich im gepflasterten Hof des Hauses Benitz zum Erinnerungsfoto aufgestellt. Zwei der Mädchen halten ihre Puppen fest im Arm – natürlich müssen auch sie mit aufs Bild. Die Kinder stehen fein säuberlich nebeneinander und blicken gut gelaunt in die Kamera. Zu sehen sind die Benitz-Geschwister Elisabeth Benitz, Joseph Benitz und Lioba Benitz sowie ihr Cousin Klaus Benitz und ein weiteres, bislang nicht identifiziertes Kind. Die Aufnahme entsteht mitten im Zweiten Weltkrieg. Davon ist in diesem Augenblick nichts zu spüren: Für einen kurzen Moment bestimmen Kindheit, Spielzeug und familiäre Nähe die Szene.

V.l.n.r.: 1 Lioba Benitz (verh. Andritzke, geb. 1936), 2 Anna Benitz (1934-2021), 3 Elisabeth Benitz (verh. Burger, 1930-2019), 4 Joseph Benitz jun. (1928-2012), 5 Klaus Benitz (1938-2015)

Rechts hinter den Kindern steht das Wohn- und Geschäftshaus Benitz (Alenbergstr. 7/9). Es wurde nach dem Großbrand von 1921 als Doppelhaus neu errichtet. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite sind die ebenfalls nach dem Brand entstandene Ökonomie Benitz (Alenbergstr. 8) und das Haus Kienzle (Alenbergstr. 6) zu erkennen.

Standort des Fotografen: 47.885256, 8.344184

Schulklasse des Jahrgangs 1918/19 mit Lehrer Steidlinger, ca. 1933

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Pia und Alfons Durst zur Verfügung.

Ordentlich haben sich 18 Schüler*innen des Jahrgangs 1918/19 auf den Treppenstufen vor der Festhalle aufgestellt. Damit alle auf dem Klassenfoto gut zu sehen sind, verteilen sie sich auf drei Reihen. Die Jungen stehen oben, die Mädchen davor. Ganz rechts hat Oberlehrer Eugen Steidlinger (1873-1939) seinen Platz eingenommen. Ernst blickt die Klasse in die Kamera – nur einzelne Gesichter verraten ein kleines Lächeln.

Die Festhalle ist zu diesem Zeitpunkt noch unverputzt. Das rohe Mauerwerk und die großen Rundbogenportale bilden eine fast monumentale Kulisse für die Schulklasse.

Für Eugen Steidlinger gehört das Unterrichten seit Jahrzehnten zum Alltag. Seit 1905 ist er an der Löffinger Volksschule tätig und begleitet mehrere Generationen von Kindern durch ihre Schulzeit. Am 1. Februar 1934 geht er in den Ruhestand.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 Olga Schmutz (verh. Geisinger, 1919-?), 5 ???, 6 ???, 7 ???
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 Franz Keller (1918-2006), Arthur Egle (1918-1991), 5 Viktor Sibold (1919-2000), 6 ???, 7 ???, 8 Lehrer Eugen Steidlinger (1873-1939)

Zum Jahrgang gehören u.a.: Anna Bader (1919-2003), [Hans Wehrle (1919-?)], Ferdinand Egle (1919-2010), Maria Höcklin (verh. Winter, 1919-2006), ??? Armbruster, Adolf Rappenegger (1919-2011); evtl. auch Alfons Egle (?-1944 vermisst)

Standort des Fotografen: 47.883000, 8.347660

Musikkapelle »Rio Combo« in der Festhalle, ca. 1955

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Hans-Peter Hepting und Christa Egle zur Verfügung.

Noch kommt die Tanzmusik bei Veranstaltungen nicht vom Band. Kein DJ legt auf – stattdessen spielt eine Kapelle live. In der Festhalle sorgt die »Rio Combo« für Stimmung und Tanzmusik. Schon der Name klingt Mitte der 1950er-Jahre ein wenig nach großer weiter Welt.

Die Besetzung ist vielseitig: Saxophon, Kontrabass, Schlagzeug, Gitarre und Akkordeon liefern gemeinsam den typischen Klang einer Tanzkapelle. Vor den Musikern stehen Notenpulte mit dem schwungvollen Schriftzug »Rio«, Mikrofone sind aufgebaut, und ein Blumenstrauß schmückt den Bühnenrand.

Die »Rio Combo« ist in Löffingen und im Ösch bekannt und spielt bei Festen und Tanzveranstaltungen auf. Für viele gehört solche Live-Musik selbstverständlich zu einem geselligen Abend. Erst später werden Schallplatten, Tonbänder und schließlich DJs die Tanzkapellen nach und nach ablösen.

V.l.n.r.: 1 Ewald Hepting (1933-2010), 2 Werner Hepting (1928-2011), 3 Adolf (»Adi«) Metzger (Neustadt), 4 Erich Adrion (»Drilli«, 1926-2001), 5 Paul Siefert (geb. 1935)

Standort des Fotografen: 47.882873, 8.347844

Musikkapellen »Rio Combo« und »Die lustigen Alenberger«, Juli 1996

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Bernhard Adrion zur Verfügung.

In »Drillis Hütte« im Gewann Hardt wird musiziert. Zwischen Tannengrün, Blumen und Lautsprechern haben die Musiker ihre Instrumente aufgebaut. Am Kontrabass steht der Jubilar selbst: Gipsermeister Erich Adrion (1926-2001), genannt »Drilli«, feiert am 15. Juli 1996 seinen 70. Geburtstag – und lässt es sich nicht nehmen, an diesem Tag selbst mitzuspielen.

Musik gehört seit Jahrzehnten zu seinem Leben. Bereits seit den 1950er-Jahren spielt Erich Adrion in den Kapellen »Rio Combo« und »Die lustigen Alenberger«. Beide Formationen gestalten nun seine Geburtstagsfeier mit. Die Notenständer tragen die Namen der Kapellen und erinnern an viele gemeinsame Auftritte bei Festen und geselligen Veranstaltungen.

V.l.n.r.: 1 Erich Adrion (»Drilli«, 1926-2001), 2 Ewald Hepting (1933-2010), 3 Andreas Nobs (»Pan«, 1926-2005), 4 Paul Siefert (geb. 1935)

Nicht im Bild ist Bernhard Adrion (Schlagzeug).

Fünf Jahre später, am 14. Mai 2001, stirbt Erich Adrion – nur wenige Wochen vor seinem 75. Geburtstag.

Standort des Fotografen: 47.877689, 8.376368

Herrenmannschaft der Tennisgilde, 1990

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Silvia und Gerold Bächle zur Verfügung.

Für das Gruppenfoto rücken die Tennisspieler auf dem Platz zusammen. Einige stehen, andere hocken mit Schlägern in der ersten Reihe.

Noch ist die Tennisgilde ein ganz junger Verein. Zwar wird in Löffingen bereits seit 1977 Tennis gespielt, als beim Waldbad die ersten Plätze angelegt wurden. Anfänglich ging es nur um gelegentliche Matchs. 1990 erfolgt dann die Vereinsgründung. 48 Mitglieder gehören der Tennisgilde im Gründungsjahr an. Die Herrenmannschaft bildet damit einen wichtigen Teil des neuen Vereins.

1.Reihe, knieend, v.l.n.r.: 1 Marc Brugger, 2 Michael Straetker, 3 Hermann Föhrenbach, 4 Frank Köpfler, 5 Thomas Hofmeier, 6 Axel Laule
2.Reihe, stehend, v.l.n.r.: 1 Bruno Laule, 2 Norbert Brugger, 3 Dieter Küssner, 4 Wolfgang Schmitt, 5 Walter Föhrenbach, 6 Richard Kaltenbach, 7 Peter Rieck, 8 Franz Hofmeier

Standort des Fotografen: 47.900605, 8.333646

Reiter und Umzugswagen in der Oberen Hauptstraße zur Stadterhebung, 27. Mai 1951

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Pia und Alfons Durst zur Verfügung.

Ein Reiter in mittelalterlich anmutender Rüstung zieht durch die Obere Hauptstraße, hinter ihm folgt ein von zwei Pferden gezogener Festwagen. Schon auf den ersten Blick ist klar: Hier soll ein Kapitel aus der frühen Stadtgeschichte lebendig werden. Auf dem mitgetragenen und auf dem Foto schwer zu entziffernden Schild ist zumindest die Jahreszahl »1250« deutlich zu erkennen.

Anlässlich der Wiederverleihung der Stadtrechte wird ein großer Festumzug veranstaltet, bei dem zahlreiche Gruppen und Wagen Szenen aus der Geschichte Löffingens darstellen. Das Programmheft verrät, was hier gemeint ist: »Verleihung des freien Marktrechtes – Minnesänger Wachsmut von Künsingen – 1250«. Der Reiter verkörpert offenbar den Minnesänger, während der Wagen die mittelalterliche Szenerie ergänzt.

Minnesang bezeichnet die höfische, gesungene Liebeslyrik des Mittelalters, die vor allem im 12. und 13. Jahrhundert ihre Blüte erlebt. Wachsmut von Künsingen soll in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts gelebt haben. Über seine Person ist nur wenig bekannt. Ein Bezug zu Löffingen oder zur Baar lässt sich nicht nachweisen; in der neueren Forschung wird er vielmehr dem Gebiet des heutigen Luxemburg zugeordnet. Wie kommt er dann in den Löffinger Festzug? Bereits 1885 erschien ein Aufsatz über einen angeblichen »Minnesänger der Baar«, der aus Löffingen stammen soll. Auch Karl Hasenfuß nimmt 1953 in seine Stadtchronik ein Wachsmut von Künsingen zugeschriebenes Minnelied auf. Die Vorstellung von einem heimischen Minnesänger verfestigte sich in der lokalen Geschichtserzählung.

Überhaupt bewegt sich der Festzug von 1951 bei der Darstellung des Mittelalters auf unsicherem historischen Boden. Schriftliche Belege für die Stadtgründung durch Graf Heinrich von Fürstenberg oder für eine Verleihung des Marktrechts im Jahr 1250 fehlen. Beim großen Jubiläumsumzug wird Geschichte deshalb nicht nur rekonstruiert, sondern auch mit einer Portion Phantasie ausgeschmückt.

Standort des Fotografen: 47.884496, 8.345928

Klasse 10b der Realschule, 1998

Archiv der Realschule

Dicht gedrängt stellt sich die Klasse 10b im Schulhof der Realschule zum Gruppenfoto auf. Einige sitzen vorne auf Stühlen, die übrigen stehen in mehreren Reihen dahinter. Diesmal kommt offenbar kein professioneller Schulfotograf zum Einsatz. Die digitale Fotografie hält Einzug: Mit einer Digitalkamera ist das Erinnerungsfoto schnell aufgenommen.

Die neue Technik hat allerdings noch ihre Grenzen. Die Auflösung ist vergleichsweise gering, sodass das Bild bei genauerer Betrachtung deutlich verpixelt wirkt. Immerhin bleiben die Gesichter der Schüler*innen gut genug erkennbar. Was heute mit jedem Smartphone in hoher Qualität möglich ist, ist 1998 noch keineswegs selbstverständlich.

Für die Jugendlichen der 10b steht das Ende ihrer Realschulzeit bevor. Das digitale Klassenfoto hält die Gemeinschaft noch einmal fest, bevor sich ihre Wege nach dem Schulabschluss trennen.

1.Reihe, sitzend, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 ???
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 Benjamin Schelb, 5 ???, 6 ???, 7 ???
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???
4.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 Simon Fechti, 4 ???, 5 ???, 6 ???, 7 ???, 8 ???, 9 ???

Zur Klasse gehören außerdem: Martin Authenrieth, Matthias Burger, Simon Huber, Jonas Jarvers, Goran Koren, Marco May, Thomas Morent, Stefan Müller, Patrick Nikolaus, Tobias Oschwald, Silvia Brunner, Sabrina Greuter, Isabel Henning, Mirijam Knöbel, Nadine Köhler, Nina Köhler, Mareike Lange., Birthe Löffler, Natalia Rollmann

Standort des Fotografen: 47.884016, 8.347403

Klasse 10a der Realschule mit Lehrer Jarvers, 1993

Archiv der Realschule

Für das Klassenfoto rücken die Schüler*innen der Klasse 10a im Schulhof zusammen. Vorne wird auf Stühlen Platz genommen, dahinter stehen die Mitschüler*innen in mehreren Reihen. Ganz rechts hat sich Klassenlehrer Wolfgang Jarvers dazugestellt. Der Schulfotograf ist vor Ort und arbeitet sich Klasse für Klasse durch die Realschule.

19 Schüler*innen sind hier versammelt. Für die Jugendlichen ist das letzte Schuljahr an der Realschule angebrochen. Bald werden sich ihre Wege trennen: Einige beginnen eine Ausbildung, andere besuchen weiterführende Schulen. Das Klassenfoto hält noch einmal die Gemeinschaft fest, bevor für alle ein neuer Lebensabschnitt beginnt.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 ???
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 ???, 7 ???, 8 Klassenlehrer Wolfgang Jarvers
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 ???

Zum Jahrgang gehören: Frank Benz, Harald Benz, Roland Benz, Michael Blume, Tobias Bretzke, Sven Duri, Rainer Hasenfratz, Patric Kaltenbacher, Stefan Kramer, Harald Kuttruff, Christoph Rappenegger, Tobias Vogt, Claudia Bausch, Ulrike Frey, Ulrike Fürderer, Birgit Ganter, Katrin Kaltenbach, Tanja Sättele, Sandra Willmann

Standort des Fotografen: 47.883703, 8.347317

Närrinnen auf der Festhallenbühne, Fasnacht 1953

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Pia und Alfons Durst zur Verfügung.

Mondän haben sich die Närrinnen für ihren Auftritt herausgeputzt. In langen Kleidern im Biedermeierstil, mit passenden Hütchen und kleinen Schirmen stehen sie auf der Bühne der Festhalle. Körbe und Täschchen vervollständigen die Ausstattung. Selbst ein kleiner Hund gehört zur Gruppe und dürfte für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgen.

An dieser Fasnacht findet in der Festhalle eine »Große Preis-Narren-Modenschau« statt – die Bühne wird zum närrischen Laufsteg. Die Teilnehmerinnen führen ihre Kostüme vor und hoffen auf eine Prämierung. Mit ihrer sorgfältig aufeinander abgestimmten Kleidung hat die Gruppe sicherlich gute Chancen.

Zu sehen sind u.a. Maria Kaufmann (geb. Vogelbacher), Olga Streit (geb. Fehrenbach) und Elisabeth Burger (geb. Benitz)

Für die musikalische Begleitung ist ebenfalls gesorgt. Vor der Kulisse aus dunklen Schwarzwaldtannen sitzen Musiker der Stadtmusik mit ihren Instrumenten bereit und warten auf ihren nächsten Einsatz. Am rechten Bildrand sind die beiden Stadtmusikanten Walter Müller und Eugen Hepting mit ihren Spitzhüten zu erkennen.

Am linken Bildrand sitzt hingegen Erich Adrion (»Drilli«) am Schlagzeug, der nicht der Stadtmusik angehört, sondern Musiker der Tanzkapelle »Rio Combo« ist. Zusammen mit Paul Siefert, Ewald Hepting und Andreas Nobs (»Pan«) spielt er Tanzmusik.

Standort des Fotografen: 47.882923, 8.347877

Personengruppe vor dem Haus Durst in der Ringstraße, 1956

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Pia und Alfons Durst zur Verfügung.

Auf den ersten Blick wirkt es wie ein gewöhnliches Familienfoto vor dem Haus Durst (Ringstr. 1). Doch die schwarze Kleidung der beiden Frauen erzählt von zwei Todesfällen in der Familie. Ganz rechts steht Frieda Durst (geb. Egle, 1929-1982). Sie ist erst seit wenigen Monaten Witwe: Ihr aus Rötenbach stammender Ehemann, der Betriebsschlosser Peter Josef Durst (1926-1956), ist am 3. März 1956 im Alter von nur 30 Jahren gestorben. Frieda Durst bleibt mit ihren beiden kleinen Söhnen zurück: Alfons ist vier Jahre alt, Michael erst ein Jahr.

V.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 Michael Durst (1955-2025), 4 Alfons (»Mobby«) Durst (geb. 1952), 5 Lina Egle (geb. Mäder, 1887-1966), 6 Frieda Durst (geb. Egle, 1929-1982)

Neben Frieda Durst steht ihre Mutter Lina Egle (geb. Mäder, 1887-1966). Auch sie trägt Schwarz und ist verwitwet. Ihr Ehemann, der aus Bräunlingen stammende Müller Gustav Egle (1880-1954), ist am 13. März 1954 im Alter von 73 Jahren gestorben.

Das große Fenster hinter der Personengruppe gehört nicht zur Wohnung, sondern ist ein Schaufenster. Im Erdgeschoss betreibt Frieda Durst eine kleine »Handlung« mit Textilwaren, Aussteuer und Wallfahrtsartikeln. Nach dem frühen Tod ihres Mannes muss die zweifache Mutter für den Lebensunterhalt ihrer Familie sorgen. Auch ihre Mutter trägt zum Einkommen bei: Lina Egle unterhält an der Wallfahrtskirche Witterschneekreuz einen Verkaufsstand.

So erzählt das Foto weit mehr als nur von einer Familie, die sich zu einem Gruppenfoto versammelt. Hinter der alltäglichen Szene vor dem Haus stehen zwei Generationen verwitweter Frauen, die ihren Lebensunterhalt selbst sichern müssen.

Standort des Fotografen: 47.884631, 8.344527