Haus Egle in der Ringstraße, 1952

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Pia und Alfons Durst zur Verfügung.

Ein Kind steht vor dem Haus Egle (Ringstr. 1) und blickt zum Fotografen. Neben der Haustür ist Brennholz ordentlich zu einer Holzbiege aufgeschichtet. Über dem Eingang zum kleinen Laden steht schlicht »Handlung«.

Das Gebäude entstand beim Wiederaufbau nach dem Großbrand von 1921. Der Staffelgiebel ist charakteristisch für eine Reihe der damals neu errichteten Häuser und gibt der ansonsten schlichten Fassade einen besonderen Akzent. Eigentümer sind der Müller Gustav Egle (1881-1954) und seine Ehefrau Pauline Egle (geb. Mäder, 1887-1966). Ihr Elternhaus stand bereits vor dem Brand an dieser Stelle.

Später übernimmt die Tochter Frieda Durst (geb. Egle, 1929-1982), das Anwesen. Im Erdgeschoss betreibt sie ein kleines Geschäft, in dem sie Textilwaren, Aussteuer und Wallfahrtsartikel verkauft.

Standort des Fotografen: 47.884577, 8.344373

Trachtenmädchen in der Ringstraße, ca. 1950-1960

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Maria Göpper zur Verfügung.

Wie in einem Heimatfilm, beispielsweise dem Kassenschlager »Schwarzwaldmädel«, der 1950 in den Kinos lief, mutet diese Szene an: Ein Mädchen in Tracht sitzt neben der Ringstraße im Gras und pflückt ein Blümchen. Im Hintergrund ist das Haus Roth und weiter oben das Haus Benitz in den Alenbergstraße zu erkennen. 

Standort des Fotografen: 47°53’01.6″N 8°20’34.7″E

Zwei Kinder in der Ringstraße, ca. 1950-1960

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Maria Göpper zur Verfügung.

Zwei Kinder stehen an der Ecke, an der von der Ringstraße ein Fußweg hoch zum Bahnhof führt. Sie freuen sich, dass es geschneit hat. Von den Schäden, die die Fliegerangriffe im Februar 1945 am »Benzbau« verursacht hatten, ist nichts mehr zu sehen. 

Standort des Fotografen: 47°52’60.0″N 8°20’34.8″E

Kinder in der Ringstraße, ca. 1953

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Maria Göpper zur Verfügung.

Drei Mädchen stehen nebeneinander im Gras. Es ist Sommer, ihre leichten Kleider fallen weich, eine trägt eine Schürze über dem geblümten Stoff, die mittlere ein schlichtes Kleid mit Knopfleiste, die Älteste ein gestreiftes Oberteil mit gemustertem Rock. Die Sonne lässt sie blinzeln.

Sie stehen neben dem Mehrfamilienhaus in der Ringstraße 8, dem »neuen Benzbau« – vor rund 30 Jahren als Werkswohnungen für Betriebsangehörige des Sägewerkes Benz erbaut. Hinter ihnen ist die Ringstraße selbst kaum mehr als ein schmaler Weg, ruhig und überschaubar.

Ein Staketenzaun zieht sich im Hintergrund entlang und markiert die Grenze zu den Grundstücken der Demetriusstraße. Die dortigen Häuser folgen noch immer dem Verlauf des mittelalterlichen Stadtrings – Geschichte im Alltäglichen, sichtbar im Grundriss des Ortes. Links im Bild steht ein landwirtschaftlich genutztes Gebäude, dessen Dach noch mit Holzschindeln gedeckt ist.

V.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???

Standort des Fotografen: 47.883768, 8.342882

Rückseite des Hauses Fehrenbach in der Ringstraße, ca. 1953

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Maria Göpper zur Verfügung.

Eine Oma steht mit ihren Enkelkindern vor dem hohen Staketenzaun, der den Hofgarten des Hauses Josef Fehrenbach umgibt. Der Schatten des Fotografen fällt auf die Ringstraße, die noch ein Schotterweg ist.

Standort des Fotografen: 47.883446, 8.342954

Familie Fehrenbach mit einem Pferd in der Ringstraße, vor 1939

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Anni Zumstein zur Verfügung.

Hinter ihrem Haus, in der Ringstraße, haben Johann Fehrenbach (1871-1943) und seine Frau Anna geb. Schropp (1872-1939) ihren Enkel Johann (geb. 1932) auf ein Pferd gesetzt. Der Junge schaut etwas ängstlich, weshalb seine Oma im Begriff ist, ihn wieder vom Pferd herunterzuholen.

Standort des Fotografen: 47°52’59.9″N 8°20’35.1″E

Kinder vor dem Haus Götz in der Demetriusstraße, ca. 1940-1950

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Petra Nobs zur Verfügung.

Vor dem Haus des Elektromeisters Karl Götz stehen Kinder in Festagskleidern, die auf das Baby im Kinderwagen aufpassen sollen. Die Szene wird in einem Schnappschuss festgehalten. Das kleine Vorgärtchen, von einem Lattenzaun eingerahmt, ist verschwunden. Die Fläche ist gepflastert.

Standort des Fotografen: 47.884385, 8.344686

Pferde vor dem Haus Maier in der Kirchstraße, ca. 1932

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Erich Zepf zur Verfügung.

Schwer stampfen die Hufe auf dem Boden, die Pferde schnauben und schütteln unruhig die Mähnen. Vor dem Haus von Landwirt Karl Maier (Kirchstr. 7) stehen sie eingespannt, bereit zum Weiterziehen – doch für einen Moment wird innegehalten.

Ein Kind sitzt oben im Sattel: der kleine Erich Zepf (1929-2003). Er blickt nicht in die Kamera, sondern hebt den Kopf zu den Frauen, die neugierig aus dem geöffneten Fenster im ersten Stock herunterschauen. Es ist ein Augenblick voller Spannung: das Kind zwischen Stolz und Unsicherheit, die Pferde voller Kraft, die Szene belebt durch das Lachen und Rufen von oben.

Über der Haustür ist die Nummer 29 zu erkennen. Der Pferdebesitzer – vermutlich Franz Zepf – steht daneben, die Zügel fest in der Hand. Mit festem Griff und ruhigem Blick hält er die Tiere still.

Standort des Fotografen: 47.883762, 8.345301

Heuwagen in der Kirchstraße, ca. 1957

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Anita Stephani zur Verfügung. 

Der Duft von frisch gemähtem Gras hängt schwer in der Luft. Der Heuwagen ist bis obenhin beladen, die Halme ragen in alle Richtungen, und schon beim Vorbeigehen bleiben kleine Flocken an Kleidern und Haaren hängen. Bei der Kirchenmauer wartet der Wagen, bis er endlich entladen werden kann.

Doch für die Kinder ist dieser Zwischenstopp kein Warten, sondern ein Abenteuer. Anita Koch (links, verh. Stephani, geb. 1948) posiert mit zwei Ferienkindern, die lachend am Heu hochklettern oder sich oben auf dem Wagen thronend fühlen wie auf einem Berggipfel. Die nackten Beine und weißen Sommerkleider verraten: Es ist ein warmer Tag, und das Heu kitzelt auf der Haut.

Unter der großen Kastanie wirft das Sonnenlicht ein Muster aus hellen Flecken und dunklen Schatten. Im Hintergrund liegen die Häuser still. Zu sehen sind – halb verdeckt – das Kaufhaus Henzler (Kirchstr. 25) und das Gasthaus »Sonne« (Kirchstr. 29). Ein Bild, das nach Sommer klingt, riecht und sich anfühlt.

Standort des Fotografen: 47.882860, 8.344534

Kindertanz auf der Bühne in der Kirchstraße, ca. 1955-1960

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Maria Göpper zur Verfügung.

Buntes Stimmengewirr liegt über der Kirchstraße: Auf der Fasnachtsbühne haben sich Kinder im Kreis aufgestellt, sie rufen ausgelassen ihre Narrensprüche und lachen dabei aus voller Kehle. In den Händen halten sie Luftballons – Werbung des Schuhgeschäfts Hasenfratz. Ein Narrenpolizist wacht mit ernster Miene über den ordentlichen Ablauf, doch eigentlich ist hier alles pure Ausgelassenheit. Neben ihm stehen »Laternenbrüder«, die blaue Fuhrmannskittel tragen.

Die Kinder des Jahrgangs 1951/52 tanzen »Ringelreihen« – und ihre Freude ist greifbar. Ihre Kostüme sind so unterschiedlich wie ihre Gesichter, aber die Begeisterung für die Fasnacht eint sie alle.

V.l.n.r.: 1 Erika Geisinger, 2 Marlies Müller, 3 Annemarie Hryzuniak (verh. Fischer), 4 Hansjörg Waibel, 5 Detlef Seidenberger, 6 Siegfried Riecker, 7 Klaus Baader

Im Hintergrund ist das Haus des Landwirts Adolf Sibold (Kirchstraße 19) zu erkennen.

Standort des Fotografen: 47.883127, 8.344551

Kind beim Schlittenfahren in der Alenbergstraße, ca. 1955-1960

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Pia Durst zur Verfügung.

Ein Wintertag am Alenberg: Die Straße fällt steil hinunter zum Städtchen, eine perfekte Piste für alle Kinder – zumindest in Zeiten, als Autos noch selten fahren. Auf dem Schnee sitzt ein kleines Mädchen entschlossen auf seinem Schlitten, die Hände fest am Lenkseil, der Blick ernst und voller Vorfreude. Gleich geht es los, rasant die Straße hinab.

Im Hintergrund sind die Häuser Himmelseher (Alenbergstr. 12) und Ganter (Alenbergstr. 14) zu sehen. Seit dem Tod des Apothekers Erwin Himmelseher 1949 wohnt darin seine Witwe Sofie Himmelseher geb. Jordan, 1881-?). Das Nachbarhaus gehört dem Blechnermeister Otto Ganter (1881-1960) und seiner Ehefrau Johanna Ganter (geb. Selb, 1875-1962). Das Haus Ganter gehört zu den wenigen Gebäuden am Alenberg, die beim Großbrand 1921 nicht zerstört wurden.

Standort des Fotografen: 47.885585, 8.343909

Fronleichnamsprozession in der Kirchstraße, 1956

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rolf Benz zur Verfügung.

Die feierliche Fronleichnamsprozession nimmt ihren Weg durch die Kirchstraße. Die Häuser sind geschmückt mit Girlanden und Fahnen in den kirchlichen Farben, aber auch mit einer deutschen Fahne in schwarz-rot-gold. Hinter der Feuerwehr mit ihren Helmen gehen die Mädchen in ihren Kommunionkleidern. Ordensschwestern sind dabei und ganz hinten sieht man Ministranten und den Himmel, unter dem der Pfarrer mit der Monstranz schreitet. Beim Kaufhaus Kuster im Vordergrund sind die Läden geschlossen. Das Scheunentor daneben verrät, dass es noch einen Ökonomieteil gibt.

Auf dem Kirchplatz steht damals noch ein Trogbrunnen mit der Figur der Heiligen Elisabeth. Eine Nachbildung dieser Brunnenfigur steht seit 2013 auf dem Brunnen am »Scharfen Eck« in der Oberen Hauptstraße.

Standort des Fotografen: 47.883098, 8.343835