Franz Schweizer als Soldat im Ersten Weltkrieg, 1917

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Alexandra Scholl und Paula Veith zur Verfügung.

Der Gipsermeister Franz Schweizer (1871-1938) ist bereits 43 Jahre alt, als der Erste Weltkrieg im August 1914 beginnt. Geboren wurde er 1871 im schwäbischen Bad Ditzenbach. 1897 hatte er nach Löffingen eingeheiratet und eine Familie gegründet. Jetzt ist er Soldat. Seine Frau Anna Schweizer (geb. Götz) und seine Kinder bangen um ihn und hoffen, dass ihr Ehemann und Vater gesund nach Hause zurückkehrt.

Franz Schweizer stirbt am 22. August 1938 im Alter von 67 Jahren, rund ein Jahr vor dem Beginn des Zweiten Weltkrieges.

Standort: Unbekannt

Wehrmachtssoldat vor dem Bahnhof, ca. 1940-1945

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Oskar Baader zur Verfügung.

Es ist Krieg. Ein Wehrmachtssoldat (Oskar Baader?), der vermutlich auf Heimaturlaub war, steht vor dem Bahnhofsgebäude, um Abschied zu nehmen. Der Bahnhof wird später bei einem Fliegerangriff im Frühjahr 1945 komplett zerstört.

Standort des Fotografen: 47.883638, 8.342319

Karl Schmid mit seinen Söhnen vor dem Schuleingang, 1938

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Heike Soldan-Bölle zur Verfügung.

Der Malermeister Karl Schmid (1878-1955) stellt sich mit seinen sechs Söhnen auf den Treppenstufen vor der Schule zu einem Familienfoto auf. Gebürtig ist Schmid aus Unterbränd. Dort kam er vor 60 Jahren, am 12. Dezember 1878, zur Welt. Verheiratet ist er mit Ernestine geb. Link (1884-1958), die aus dem württembergischen Ensingen stammt. Das Paar hat insgesamt elf Kinder, sechs Söhne, mit denen sich Schmid hier fotografieren lässt, und fünf Töchter. Dem Alter nach reihen sich die Söhne für das Foto auf: Links der älteste Stammhalter, ganz rechts der jüngste.

V.l.n.r.: Karl Schmid, Timotheus Schmid (1903-1984), Simon Schmid (1905-1956), Karl Schmid (?-?), Alfred Schmid (?-?), Christian Schmid (1916-1940) und Hugo Schmid (1920-1941)

Im Hintergrund sind außerdem zwei Frauen zu erkennen: Hinter dem Pfeiler lugt Veronika Schmid schelmisch hervor. In der Tür zur Hausmeister-Wohnung steht Marie Schmid.

Es ist das letzte Familienfoto, auf dem alle Schmid-Brüder gemeinsam zu sehen sind. Denn im Zuge des Zweiten Weltkrieges sterben die beiden jüngsten Brüder: Christian Schmid (2. v.r.) kommt am 7. März 1940 im bayerischen Ingolstadt zu Tode. Der 24-Jährige ist Soldat und stirbt bei einem Motorradzusammenstoß. Hugo Schmid (1. v.r.) gehört der SS an. Wenige Wochen nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion fällt er im Alter von nur 21 Jahren am 20. Juli 1941 an der Ostfront.

Standort des Fotografen: 47.882306, 8.347826

Familie Schultheiß, ca. 1918

Fotograf August Böcker, Donaueschingen
Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Bölle zur Verfügung.

In einem Fotoatelier in Donaueschingen lassen sich Ferdinand und Maria Schultheiß mit ihren Kindern fotografieren. Es ist die Zeit des Ersten Weltkrieges. Der Ehemann und Vater Ferdinand Schultheiß trägt eine Soldatenuniform. Entweder er ist auf Heimaturlaub oder gerade frisch aus dem Heer entlassen. Der Sohn Hermann trägt ein Matrosenhemd, die drei Töchter Hilda, Ida und Elisabeth Schleifen im Haar.

V.l.n.r.: Ida Schultheiß (verh. Maier, 1909-2001), Maria Schultheiß geb. Werne (1882-1956), Hermann (1912/13-?), Karl (1903-?), Maria (1906-1974), Hilda (1915/16-?), Ferdinand Schultheiß (1880-1936), Elisabeth (1911-?).

Ferdinand Schultheiß wurde 1880 in Löffingen geboren. Der gelernte Maurer und Pflästerer heiratete 1908 die zwei Jahre jüngere Maria geb. Werne. Das Ehepaar bekam sechs Kinder. Die Familie wohnte direkt hinter dem Mailänder Tor. Nach seiner Rückkehr aus dem Ersten Weltkrieg arbeitete Ferdinand Schultheiß vor allem als Landwirt und Feldhüter. 56-jährig starb er 1936. Seine Witwe überlebte ihn um 20 Jahre und starb 1956 im Alter von 73 Jahren.

Standort des Fotografen: Donaueschingen

Familie Adolf und Luise Heizmann, ca. 1943

Fotograf: Karl Grill, Donaueschingen
Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Anton Heizmann zur Verfügung.

Der Ehemann und Vater ist während des Zweiten Weltkrieges auf Heimaturlaub zu Besuch. Grund genug, um zum Fotografen zu gehen und ein Erinnerungsfoto der vierköpfigen Familie aufnehmen zu lassen. Zu sehen sind Adolf Heizmann (1909-1960), der eine Uniform der Wehrmacht trägt, seine Ehefrau Luise geb. Siebler (1914-1970) und die beiden Kinder Adolfine (1939-1963) und Eugen (1942-2018). Familie Heizmann wohnt in der Haslachstraße.

Standort des Fotografen: Donaueschingen

Wehrmachtssoldaten in der Bonndorfer Straße, ca. 1940-1942

Sammlung Familie Waßmer

Eine lange Kolonne von Wehrmachtssoldaten zieht durch die Bonndorfer Straße an der Bahnlinie entlang. Die Männer sitzen auf Pferden, hinter ihnen folgen mit Pferden bespannte hölzerne Wagen. Ziel ist offenbar der Bahnhof, wo Soldaten, Tiere und Fahrzeuge für den Weitertransport mit der Eisenbahn verladen werden.

Die Aufnahme macht zugleich deutlich, wie stark die Wehrmacht trotz aller Bilder von Panzern und Lastwagen noch auf Pferde angewiesen ist. Sie dienen nicht nur der Kavallerie, sondern vor allem dem Transport von Material, Munition und Versorgungsgütern. Auch die Wagen der Kolonne werden von Pferden gezogen – ein vertrautes Bild im militärischen Alltag des Zweiten Weltkriegs.

Im Hintergrund stehen die Häuser der Seppenhofer Straße. Für einen Moment wird die Bonndorfer Straße zur militärischen Marschroute. Wohin die Einheit vom Löffinger Bahnhof aus weitertransportiert wird und zu welchem Truppenteil die Soldaten gehören, ist bislang nicht bekannt.

Standort des Fotografen: 47.880705, 8.344562

Einreitende Ulanen in der Seppenhofer Straße, August 1894

Fotograf: E. Kempke | Das Foto stellte dankenswerterweise das Hauptstaatsarchiv Stuttgart zur Verfügung.

Württembergische Soldaten halten im August 1894 Einzug in Löffingen, um beim Manöver teilzunehmen. Das Ulanen-Regiment König Karl Nr. 19 reitet mit Fahnenschmuck ein. Schaulustige stehen am Straßenrand. Der Fotograf E. Kempke hält die Situation in der Seppenhofer Straße an der Abzweigung zum heutigen Pfarrweg fest. Damals war der Weg noch keine Sackgasse. Die Bahnlinie war noch nicht gebaut und der Weg führte weiter in Richtung Göschweiler. Auf der linken Seite ist das Krankenhaus und das Haus des Briefträgers Heinrich Fahrer (1851-1930) zu erkennen.

Standort des Fotografen: 47.882186, 8.344162

Familie Nägele hinter ihrem Haus in der Oberen Hauptstraße, ca. 1916

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Käthe Kaufmann zur Verfügung.

Fünf Enkelkinder drängen sich um ihre Großmutter Ludowika Nägele (geb. Winter, 1853-1932). Sie sitzt in der Mitte der Gruppe und hält das jüngste Enkelkind auf dem Schoß. Die übrigen stehen dicht neben ihr und blicken mehr oder weniger geduldig in die Kamera. Als schlichte Kulisse dient die Bretterwand hinter dem Haus der Familie in der Oberen Hauptstraße.

Ludowika Nägele ist zu diesem Zeitpunkt bereits Witwe. Ihr Ehemann Peter Nägele (1850-1910), der als Köhler gearbeitet hatte, ist wenige Jahre zuvor gestorben. Hinter ihr stehen ihr Sohn Konrad Nägele (1885-1960) mit seiner Ehefrau Sofie Nägele (geb. Eckert, 1886-1975) und rechts ihre Tochter Mathilde Nägele (1884-?).

Der Erste Weltkrieg hat begonnen, und Konrad Nägele ist Soldat. Offenbar ist er gerade auf Heimaturlaub und nutzt die Gelegenheit für ein Familienfoto. Für einen kurzen Moment ist der Vater wieder bei Ehefrau, Kindern, Mutter und Schwester. Wie lange sein Urlaub dauert und wann er wieder zu seiner Einheit zurückkehren muss, ist nicht bekannt.

Konrad und Sofie Nägele bekommen insgesamt elf Kinder. Auf diesem Foto sind fünf von ihnen versammelt. So hält die Aufnahme nicht nur eine große Familie fest, sondern auch einen jener seltenen Augenblicke während des Krieges, in denen sie für kurze Zeit wieder zusammen ist.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 Mathilde Nägele (verh. Gottschalk, 1914-2006), 3 ???, 4 Hermann Nägele (1914-1942), 5 Fritz Nägele (1912-?)
2.Reihe: 1 Ludowika Nägele (geb. Winter, 1853–1932)
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 Sofie Nägele (geb. Eckert, 1886-1975), 2 Konrad Nägele (1885-1960), 3 Mathilde Nägele (1884-?)

Standort des Fotografen: 47.885591, 8.352209

Familie Hepting in der Dittishauser Straße, ca. 1914/15

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Else Egle und Hermann Egle zur Verfügung.

Ein Familienfoto in Kriegszeiten. Die Eltern Rupert Hepting (1866-1932) und Agathe Hepting (geb. Bader, 1865-1939) sitzen, umgeben von ihren Kindern. Sie trägt Tracht. Rupert Hepting ist Landwirt und Dreher. Die beiden hatten 1891 geheiratet. Zwei Söhne der Heptings sind Soldat im Ersten Weltkrieg. Beide sind auf diesem Foto in Uniform zu sehen. Sie sind auf Heimaturlaub. Es ist das letzte Mal, dass die Familie zusammen kommt, denn einer der beiden Söhne fällt am 1. Juni 1915.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 Agathe Hepting (geb. Bader, 1865-1939), 2 Rupert Hepting jr. (1905-1990), 3 Rupert Hepting (1866-1932)
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 Anna Hepting (verh. Ganter), 2 Karl Hepting (1893-?), 3 Eugen Hepting (1891-1915), 4 Mathilde Hepting (verh. Bacher)

Eugen Hepting (1891-1915), der älteste Sohn, wurde 1891 geboren. Er hatte von seinem Vater das Dreherhandwerk erlernt. Als der Erste Weltkrieg begann, war er 22 Jahre alt. Zwei Jahre später ist er tot. Er fällt an der Ostfront bei Stryi in der heutigen Ukraine. Sein Leben findet ein gewaltsames Ende, während seine Geschwister eine Zukunft vor sich haben.

Sein Bruder Karl Hepting (1893-?) kehrt aus dem Krieg in die Heimat zurück. Er wird Malermeister und verheiratet sich 1921 mit Elisabeth Münzer (1897-?). Gemeinsam wohnen sie in der angrenzenden Alemannenstraße. 

Links steht die Tochter Anna Ganter (1900-?), die später den Schneidermeister Hermann Ganter (1895-1957) heiratet und im Maienland wohnt.

Zwischen den Eltern steht Rupert Hepting (1905-1990), der später zusammen mit seiner Frau Sofie (geb. Jonner, 1909-1995) das elternliche Anwesen übernimmt.

Rechts steht die Tochter Mathilde (Hepting, verh. Bacher).

Standort des Fotografen: 47.885399, 8.348650

Personengruppe in der Gaststube der »Linde« in der Oberen Hauptstraße, 1944

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rolf Meßmer zur Verfügung.

Es ist das fünfte Kriegsjahr. Im Gasthaus »Linde« (Obere Hauptstr. 10) sitzt eine Personengruppe gemütlich zusammen. Der Mann ganz links ist Soldat, wie an seiner Uniform zu erkennen ist: Er scheint auf Heimaturlaub zu sein.

Wer erkennt die Personen?
V.l.n.r.: ???, ???, ???, ???, Ernst Egy, ???

Rechts ist ein Buffetschrank zu sehen, auf dem sich die Teller stapeln. Daneben steht ein Kachelofen. Das Türchen zu seinem Wäremfach steht offen und Teller werden darin vorgewärmt.

Standort des Fotografen: 47.884188, 8.346453

Brautpaar Hirt / Seilnacht vor der Metzgerei Seilnacht, Februar 1940

Sammlung Familie Waßmer

Auch in Kriegszeiten wird geheiratet. Vor dem Haus der Metzgerei Seilnacht (Untere Hauptstr. 3) stehen Braut und Bräutigam und weitere Personen. Mehrere Männer tragen Wehrmachtsuniformen. Die Braut ist ??? Seilnacht, der Bräutigam Max Hirt.

Das Nachbarhaus (Untere Hauptstr. 5) gehört dem Uhrmachermeister Wilhelm Maier. Darin befindet sich nicht nur sein Uhrengeschäft, sondern auch eine »Annahmestelle der Bezirkssparkasse Neustadt i. Schw.«, wie auf dem Emailleschild neben der Haustür zu lesen ist.

Wann genau findet die Hochzeit statt?

Standort des Fotografen: 47.883344, 8.343860