Weihnachtsmarkt mit Eine-Welt-Waren-Stand, Dezember 1996

Sammlung Familie Waßmer

Die Klassen 10a und 10b der Realschule haben sich im Ethikunterricht von Lehrer Werner Waßmer mit dem Thema »Eine Welt – Fairer Handel« beschäftigt. Daraus ist das Projekt entstanden, auf dem Weihnachtsmarkt fair gehandelte Waren anzubieten. Irmela Herrenbrück, die Ehefrau des evangelischen Pfarrers, die durch ihren Verkaufsstand in der evangelischen Kirche Erfahrung mit dem fairen Handel hat, half den Schüler*innen beim Aussuchen der Waren, die auf Kommission bezogen wurden. Jetzt heißt es, in der Kälte am Markstand auszuharren und hoffentlich viele Produkte zu verkaufen.

V.l.n.r.: 1 Sonja Hillebrand, 2 Eva Beha (verh. Wiggert), 3 Andrea Morath (verh. Kienzler)

2004 wird im Städtchen schließlich ein Weltladen in der Kirchstraße eröffnet, der vom Verein Weltladen Löffingen e.V. betrieben wird.

Standort des Fotografen: 47.884147, 8.344955

Nikolaus und Knecht Ruprecht bei der Weihnachtsfeier des VdK im Gasthaus »Linde«, 1956

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Im Gasthaus »Linde« veranstaltet der VdK seine jährliche Weihnachtsfeier. Die Abkürzung steht für »Verband der Kriegsbeschädigten, Kriegshinterbliebenen und Sozialrentner Deutschlands e. V.«. Eine Schar Kinder führt zur Unterhaltung ein buntes Bühnenprogramm auf. Aber natürlich darf auch der Nikolaus (gespielt von Arno Adrion) mit Bischofsmütze und Stab nicht fehlen. Er tritt mit seinem Begleiter, dem Knecht Ruprecht, in Erscheinung. Damit die beiden nicht gleich erkannt werden, tragen sie Sonnenbrillen.

Standort des Fotografen: 47.884259, 8.346557

Weihnachtsfeier in der Festhalle, ca. 1955

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Bernhard Adrion zur Verfügung.

Dass in der Festhalle heute eine Weihnachtsfeier stattfindet, ist nur am Weihnachtsbaum zu erahnen, der geschmückt in der Ecke steht und dessen Kerzen brennen. Tische sind aufgebaut, an denen getrunken und geraucht (!) wird. Vermutlich ist heute Stephanstag (2. Weihnachtsfeiertag) oder Dreikönigsfest. Traditionell werden an diesen Tagen in der Festhalle heitere Theaterstücke und Sketche aufgeführt, die sich großer Beliebtheit erfreuen. Am vorderen Bühnenrand ist der aufgesetzte Souffleurkasten zu erkennen, der beim Theaterspielen benötigt wird. Verantwortlich für die Aufführungen sind verschiedene Vereine, z.B. die Theatergruppe der Stadtmusik.

Auf dem Foto ist Familie Adrion zu sehen, wie sie mit anderen Löffingern gesellige Stunden verbringt.

Linke Seite, v.l.n.r.: 1 Joseph Benitz (1928-2012), 2 ???, 3 Fritz Adrion sen. (1897-1971)
Rechte Seite, v.l.n.r.: 1 Rosa Adrion (geb. Berger, 1898-1973), 2 Irma Adrion (geb. Schmid, 1927-2019), 3 Arno Adrion (1924-1993)

Um Anschluss an die Theateraufführung werden selbstgebastelte Weihnachtskrippen versteigert. Franz Rosenstiel, Posaunist in der Stadtmusik, übernimmt die Aufgabe, die Krippen zu versteigern. Dabei ist ihm die Rolle wie auf den Leib geschrieben, schließlich ist er Viehhändler. Die Besucher*innen der Weihnachtsfeier warten jedes Jahr gespannt auf seinen spektakulären und humorvollen Auftritt.

Standort des Fotografen: 47.882942, 8.347839

Nachtaufnahme vom unteren Rathausplatz, Dezember 1972

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Silvia und Gerold Bächle zur Verfügung.

Also so richtig Weihnachtsstimmung kommt bei dem Anblick eher nicht auf. Dafür fehlt einfach der Schnee. Zwar ist an mehreren Geschäften am unteren Rathausplatz und in der Unteren Hauptstraße Weihnachtsdekoration zu sehen, die in der Dunkelheit leuchtet. Überstrahlt wird sie aber bei Weitem von den erleuchteten Schaufenstern vom Modehaus Straetker (Rathausplatz 6) und Schuhgeschäft Schmid (Rathausplatz 7). Und vor dem Rathaus steht ein illuminierter Weihnachtsbaum, der allerdings etwas mickrig wirkt. Gleichwohl erscheint das Foto in der Lokalpresse mit der Unterschrift: »Im Weihnachtsglanz präsentiert sich auch die Stadt Löffingen.«

Standort des Fotografen: 47.883889, 8.343861

Kirchstraße mit viel Schnee, ca. 1980

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Monika Huber zur Verfügung.

Ob es wohl in diesem Jahr eine »weiße Weihnacht« geben wird? In der Kirchstraße türmen sich jedenfalls zur Zeit die Schneeberge. Und am dunklen Nachthimmel tanzen die Schneeflocken. Die Schaufenster von der Bäckerei Zahn (Kirchstr. 13) und von der Eisenwarengeschäft Walz (Kirchstr. 15) sind hell erleuchtet. Die Weihnachtsdekoration gibt ihr übriges und leuchtet ebenfalls: Über die Straße ist eine Girlande mit elektrischen Lichtern gespannt und auf dem Vordach vom Haus Zahn steht ein illuminierter Weihnachtsbaum.

Das Haus Zahn wurde wenige Jahre zuvor umgebaut und modernisiert. Auch beim Haus Schelling (Kirchstr. 11) sind bauliche Veränderungen sichtbar: An Stelle des einstigen Ökononomiebereichs ist jetzt ein Durchbruch geschaffen, der noch nicht verputzt ist: Das »Postbögle« ermöglicht Fußgänger*innen eine Abkürzung auf ihrem Weg zum neu gebauten Postamt, aber auch zum Kindergarten und zur Schule.

Standort des Fotografen: 47.883563, 8.345214

3 Fotos: Christbaumverkauf beim Bauhof in der Bittengasse, Dezember 1993

Diese Fotos stellten dankenswerterweise Silvia und Gerold Bächle zur Verfügung.

Großer Andrang herrscht zwei Wochen vor Weihnachten beim Christbaumverkauf. 600 Fichten, Kiefern und Weißtannen, die aus dem Stadtwald stammen, werden auf dem Bauhofareal in der Bittengasse verkauft. Für die Käufer*innen, die schwer bepackt nach Hause ziehen, kann der Heiligabend nun kommen!

Zu sehen sind u.a. Eugen Beha, Helmut Laufer und Lothar Trenkle.

Standort des Fotografen: 47.882881, 8.345392

Geschäftsschild der Metzgerei Nickel, ca. 1995

Sammlung Familie Waßmer

Nicht nur traditionsreiche Gasthäuser, wie der »Adler«, die »Sonne« und der »Pilgerhof« haben Wirtshausschilder. Auch die Metzgerei Nickel (Rathausplatz 4) hat ein Schild vor dem Laden mit Wiedererkennungseffekt. Es zeigt ein Beil, auf das in geschwungener Schrift »Metzgerei Nickel« geschrieben ist.

Nach dem Großbrand von 1921 und dem Wiederaufbau eröffneten hier der Metzgermeister Johann Riegger (?-?) und seine Ehefrau Maria Riegger (geb. Diesberger, 1866-1927) eine Metzgerei. Sie wurde 1938 von Metzgermeister Max Rohrer (1901-1954) und dessen Ehefrau Maria Rohrer (geb. Saile, 1901-1990) gekauft und weitergeführt. 1976 übernahm das Geschäft dann die Tochter Edeltraud Nickel (geb. Rohrer, 1932-?) zusammen mit ihrem Ehemann Bernhard Nickel (1921-1999).

Standort des Fotografen: 47.884017, 8.344412

Mütter beim Basteln für den Kindergartenbasar, 1979

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Renate Meder zur Verfügung.

Im Kindergarten fehlen dringend Spielgeräte! Auf dem Vorplatz fristet eine Handvoll Geräte ein eher trauriges Dasein. Seit der Eröffnung des Kindergartens am 1. Dezember 1965 wurde hier nicht mehr investiert. Von einem ansprechenden Spielplatz kann keine Rede sein. Also organisiert der Elternbeirat kurzerhand einen Kindergartenbasar, in dem Kinderkleidung und Spielsachen »Second Hand« verkauft werden. Außerdem wird Selbstgebasteltes zum Verkauf angeboten. Der Erlös kommt dem Kindergarten zu Gute.

Eine Reihe engagierter Mütter trifft sich hier in den Räumlichkeiten des Kindergartens, um gemeinsam Weihnachtsdekoration zu basteln. Auch Schwester Ediltrudis (1914-2004), die der Initiative der Mütter zunächst skeptisch gegenüberstand, und Erzieherin Ruth Schwarz legen Hand an und basteln mit. Der Basar wird ein voller Erfolg!

Vorne, v.l.n.r.: 1 Helen Waßmer, 2 Marianne Brugger (geb. Fehrenbach), 3 Inge Frei, 4 Waltraud Knöpfle, 5 Veronika Leber, 6 Renate Meder, 7 Regina van den Heuvel (geb. Sibold), 8 Schwester Ediltrudis, 9 Ruth Schwarz
Hinten, v.l.n.r.: 1 Renate Finkbeiner, 2 ???

Standort des Fotografen: 47.883451, 8.346696

Weihnachtsmarkt auf dem oberen Rathausplatz, Dezember 1973

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Silvia und Gerold Bächle zur Verfügung.

Nur der Schnee fehlt noch, damit so richtig Weihnachtsstimmung aufkommt. Aber auf dem Rathausplatz steht schon ein großer Weihnachtsbaum. Und am Rande des Platzes erstreckt sich der Weihnachtsmarkt vor den Gasthäusern »Ochsen« und »Löwe«. Dahinter ragt ein Rohbau in die Höhe: Anstelle der abgerissenen »alten Sonne« entsteht ein modernes Wohn- und Geschäftshaus, in dem auch die »Volksbank« ein neues Domizil finden wird.

Standort des Fotografen: 47.884144, 8.345136

Weihnachtsbaum auf dem unteren Rathausplatz, ca. 1985

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

»Überall auf den Tannenspitzen sah ich goldene Lichtlein blitzen«, heißt es in einem bekannten Nikolaus-Gedicht. Und die Zeile passt zu dem Weihnachtsbaum, der auf dem unteren Rathausplatz neben dem Kriegerdenkmal zur Erinnerung an den Krieg 1870/71 aufgestellt ist. Denn auch hier brennen die elektrischen Lichter auf der Tannenspitze.

Im Dunkeln wird das Foto aufgenommen, damit die Beleuchtung stimmungsvoll zur Geltung kommt. Auch die Straßenlaterne in der Mitte des Platzes strahlt – und man sieht sogar in ihrem Lichtschein das Kabel, das über die Straße gespannt ist, um den Baum mit Elektrizität zu versorgen.

Im Hintergrund ist das Mailänder Tor mit seinen beiden Nachbarhäusern in der Demetriusstraße zu sehen.

Standort des Fotografen: 47.883754, 8.344145

5 Fotos: Altennachmittag im Gasthaus »Linde«, ca. 1957/58

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Gesellige Stunden verbringen die älteren Einwohner beim Altennachmittag im Gasthaus »Linde«. Es ist Adventszeit, wie die Tischdekoration, aber vor allem der Christbaum im Herrgottswinkel verraten, und da ist es nicht schön, alleine zu Hause zu sein. Die Stadtgemeinde hat zu dem Beisammensein eingeladen und Bürgermeister Paul Benitz gesellt sich als Jüngster in die Runde der Senioren. Helferinnen vom Roten Kreuz sind mit dabei und unterstützen die betagten Mitbürger*innen.

1. Foto
V.l.n.r.: ???, Bürgermeister Paul Benitz (1899-1979), ???, Schneidermeister Johann Schmitt (1878-1967) oder Otto Geisinger (1878-1967), Ratschreiber a.D. Wilhelm Krauß (1871-1970)
Im Hintergrund am Nebentisch u.a. Friedrich Weickhardt (1881-1961), Kaufmann Wilhelm Vogt, Veronika Geisinger (geb. Mauthe, 1878-1958), Gertrud Lauble (geb. Wider, in Rot-Kreuz-Uniform)

2.Foto
V.l.n.r.: ???, ???, Hafnermeister Josef Bader (1880-1959), ???, [Landwirt Severin Kirner (1875-1958)?]

3.Foto
V.l.n.r.: [Frieda Walz?], Johanna Brugger (1881-1982), ???, ???
Im Hintergrund am Nebentisch u.a. Lehrerin Waltraud Klose (stehend, in Rot-Kreuz-Uniform), Anna Benitz geb. Glunk (1870-1959) oder Luise Berger (geb. Nülling, 1887-1969), Rosa Biedermann (geb. Schilling, 1881-1969)

4.Foto
V.l.n.r.: ???, [Schuhmachermeister Julius Zürcher (1873-1955)?], ???, ???

Standort des Fotografen: 47.884269, 8.346541

»Reichburgmali« auf dem unteren Rathausplatz, Fasnacht 1986

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

50 Jahre ist es alt, das »Reichburgmali«. Die Sagenfigur aus dem Gewann »Reichberg« ist freilich viel älter als 1936. Einer alten Überlieferung gemäß soll auf der Anhöhe ein furchterregender Waldgeist gehaust haben, mit dem man unartigen Kindern drohte. Bereits an der Fasnacht 1910 verkleidete sich Karl Beha als erstes »Reichburgmali«. 1936 war es dann soweit, dass Gewerbelehrer Karl Ehret die Idee aufgriff und die neue Fasnachtsfigur schuf. Deshalb gilt 1936 als Geburtsstunde des »Reichsburgmali«. Und 50 Jahre später wird Geburtstag gefeiert.

Noch immer sind es nur zwei Maskenträger, die sich in den Narrenumzug mischen. Ihr Kostüm aus grünem Stoff, das von Malermeister Werner Hepting entworfen und gemalt ist, zeigt Tannen- und Fichtenzweige, Beeren, Silberdisteln und Eichhörnchen. Die geschnitzten Holzmasken zeigen ein liebenswertes, verschmitzt lächelndes Gesicht. Auf dem Kopf sind Silberdisteln und Eichhörnchen zu sehen.

Die beiden Maskenträger sind vermutlich Fritz Straub und Conrad Bader. Der »Täfelebue« ist Egon von der Heyd.

Standort des Fotografen: 47.883881, 8.343772