Blick von der »Breiten« auf das Städtchen, ca. 1949

Verlag A. Rebholz / Stadtarchiv

Das Getreide steht hoch und wartet darauf, bald geerntet zu werden. Noch ist das Gewann »Breiten« nicht bebaut, es gibt noch keine Hebelstraße und keine Conradin-Kreutzer-Straße. Ungehindert wandert der Blick über Felder und Wiesen in Richtung Städtchen.

Die Perspektive des Fotografen ist so gewählt, dass die katholische Pfarrkirche St. Michael im Mittelpunkt des Bildes steht, aber zugleich die Festhalle und Volksschule an der »Hasle« zu sehen sind. Eingerahmt wird die Ansicht durch einen Baum, der an der Göschweiler Straße steht und am rechten Bildrand das Foto begrenzt.

Der Zeitpunkt, wann das Foto aufgenommen wird, lässt sich ziemlich präzise bestimmen. Das Haus von Zahnarzt Paul Gwinner (Seppenhofer Str. 2) wird gerade gebaut. Wir schreiben das Jahr 1949.

Standort des Fotografen: 47.880735, 8.340282

Schulklasse des Jahrgangs 1923/24 hinter der Schule, 1938

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Gertrud Geisinger, Edeltraud Chwojka und Christa Egle zur Verfügung.

14 Jahre sind sie alt, die Schülerinnen und Schüler auf dem Foto. Ihre Schulpflicht ist zu Ende und sie werden aus der Volksschule entlassen. Die meisten Jungs werden wohl eine Ausbilung absolvieren und die Gewerbeschule besuchen oder zu Hause in der Landwirtschaft arbeiten. Manche der Mädchen werden zunächst auf die Koch- und Nähschule gehen, im elternlichen Haushalt helfen oder sich eine Stellung suchen. Zusammen mit ihren Lehrern Eugen Katzenmayer, Josef Manogg und Emil Willig wird ein letztes Gruppenfoto hinter dem Schulgebäude aufgenommen.

1.Reihe, sitzend, v.l.n.r.: 1 Franziska Kopp, 2 Anna Gebert, 3 Berta Mogel (verh. Riegger, 1923-2020), 4 Margaretha Geisinger (verh. Stegerer, 1923-2020), 5 Rosa Rebholz (verh. Hauser, 1923-1999), 6 Gertrud Limb (verh. Geisinger, 1923-2011), 7 Therese Fehrenbach (verh. Mayer, 1924-2006), 8 ??? Müller, 9 Else Ganter (verh. Egle, 1923-2011), 10 ???
2.Reihe, stehend, v.l.n.r.: 1 Maria Heckle, 2 Hedwig Schropp (verh. Rubischon), 3 Rosa Nobs, 4 Alfred Köpfler (1923-1981), 5 Fritz Laufer, 6 Hugo Hepting, 7 Arno Adrion (1924-1995), 8 Hans Fehrenbach, 9 Hermann Wagner, 10 Hedwig Strobel (verh. Kienzler, 1923-2007), 11 ???, 12 ???
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 Lehrer Emil Willig, 2 Erwin Strobel, 3 Lehrer Eugen Katzenmayer
4.Reihe, v.l.n.r.: 1 Lehrer Josef Manogg, 2 Johann Benz (1924-1998), 3 ? Ernst Heiler (1923-1990), 4 Wilhelm Guth (1924-1944), 5 Alfred Bader (1923-2008), 6 Franz Maier (1923-2006), 7 Hans Sibold
5.Reihe, v.l.n.r.: 1 Hans Strobel, 2 Paul Groß, 3 Fritz Hasenfratz, 4 Wolfgang Katzenmayer, 5 Erwin Benz

Außerdem gehören (vermutlich) zum Schuljahrgang: Willi Benz (1923-?), Rosa Ganter (verh. Eggert 1924-2003), Virginia Hahn (verh. Sibold 1923-1971), Fritz Zepf (1923-1951)

Standort des Fotografen: 47.882557, 8.348016

Blick vom Kurpark zum Städtchen, ca. 1940

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Hermann Egle zur Verfügung.

Vom Kurpark fällt der Blick über die Alemannenstraße und die Dächer des Städtchens hinweg in Richtung Seppenhofen. In der Bildmitte sind die »Bittenwiesen« zu erkennen, die von der Bahnlinie zerschnitten werden.

Links ist die »Hasle« mit der Festhalle und der 1936 eingeweihten Volksschule zu sehen. Die Außenanlage scheint frisch angelegt. Ein Fahnenmast steht vor dem Schulgebäude. Die 1953 erbaute Evangelische Kirche ist noch nicht erbaut. Im Städtchen sticht das markante Gebäude des Städtischen Krankenhauses (Seppenhofer Str. 7) ins Auge. In der Bonndorfer Straße stehen bereits die beiden Villen (Bonndorfer 7 und 8).

Standort des Fotografen: 47.885338, 8.345666

Urkunde zur Einweihung der Schule, 29. August 1936

Stadtarchiv

Diese Urkunde wird anlässlich der Einweihung des neuen Schulgebäudes an der »Hasle« am 29. August 1936 ausgestellt. Verfasst wird sie vom damaligen Bürgermeister Heinrich Andris, der von 1935 bis 1942 amtiert und überzeugter Nationalsozialist ist. Die Grußbotschaft richtet sich an die »Deutsche Jugend« und ist inhaltlich wie sprachlich vollständig in die propagandistische Rhetorik des NS-Staates eingebettet. Schon die Anrede stellt die Schulkinder nicht als Individuen, sondern als Teil einer ideologisch definierten »Volksgemeinschaft« dar.

Typisch für die Sprache des Nationalsozialismus sind mehrere Elemente: der Führerkult, der religiös überhöhte Glaube an die Mission des »Dritten Reiches«, das Pathos von Opfer, Erbe und Sendung, sowie die Verknüpfung von Gegenwart und mythisch überhöhter Vergangenheit (»Ahnen«, »kühle Erde«). Andris stilisiert sich selbst zum Vollstrecker eines historischen Auftrags und beansprucht, den »Willen des Führers« durch die Vollendung des Schulbaus erfüllt zu haben – obwohl der Bau bereits 1923 begonnen und der Rohbau lange vor der NS-Machtübernahme fertiggestellt worden war. In Brechtscher Manier ließe sich fragen: War nicht wenigstens ein einziger Bauarbeiter oder Handwerker daran beteiligt?

Andris‘ Formulierungen sollen Dauerhaftigkeit, Geschichtstiefe und nationale Schicksalshaftigkeit suggerieren. Besonders deutlich wird dies im Schlussteil, in dem er behauptet, seine »Seele« in das Gebäude hineingelegt zu haben und darin »immer wiederzuerkennen« zu sein. Damit verbindet sich eine Selbstüberhöhung, wie sie in vielen NS-Texten vorkommt: Der Sprecher inszeniert sich als Mittler zwischen Vergangenheit, Gegenwart und einer angeblich höheren Zukunft.

Die Schule erhält offiziell den Namen »Adolf-Hitler-Schule«. Der Festakt und die Urkunde dienen nicht nur der Einweihung eines Gebäudes, sondern vor allem der symbolischen Einbindung des Bildungswesens in die Ideologie des Regimes. Dass die Einweihung nach über einem Jahrzehnt Bauverzögerung stattfindet, wird von Andris als Erfüllung eines historischen Auftrags interpretiert – ein Beispiel dafür, wie selbst kommunalpolitische Ereignisse in der NS-Propaganda ausgeschlachte werden.

Standort des Fotografen: 47.882462, 8.347708

Narren vor der Schule, Fasnacht ca. 1937

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Hermann Egle zur Verfügung.

Diese elf unifomierten Fasnachtsnarren haben sich vor dem Eingang der 1936 fertiggestellten Volksschule (Festhallenstr. 7) für ein Gruppenfoto aufgestellt. Sie sind mit Kniestrümpfen, kurzen Hosen und Hemden bekleidet und tragen Tschakos als Kopfbedeckung. Die Gewehre sind geschultert. Einer von ihnen trägt statt der Waffe eine Fahne. Am rechten Bildrand hat sich eine Hexe mit Kopftuch auf das Foto gemogelt.

Vielleicht sind die elf Narren Mitglieder des FC Löffingen?

Vermutlich entsteht das Foto anlässlich der Fasnacht 1937, als das Motto lautet: »Schützengildenfest im 15. Jahrhundert«. Mit viel Phantasie können die elf Uniformierten Mitglieder einer Schützengilde im Spätmittelalter bzw. in der Frühen Neuzeit darstellen.

Standort des Fotografen: 47.882345, 8.347756

»Baaremer Quartett« vor dem Schuleingang, ca. 1936

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Hermann Egle zur Verfügung.

Endlich ist die Volksschule an der »Hasle« fertiggestellt, die Wand verputzt und frisch gestrichen. Die Mitglieder des »Baaremer Quartett« stellen sich vor dem Schuleingang für ein Gruppenfoto auf. Reizvoll als Hintergrund scheint ihnen wohl der Rundbogen zu sein, der das Foto mit den vier Männern einrahmt. Sie treten in den 1930er Jahren als Sänger-Quartett auf und sind weit über die Grenzen Löffingens hinaus bekannt. 1939 löst sich das Quartett auf.

V.l.n.r.: Albert Benitz (1905-1996), Hermann Ganter (1895-1957), Julius Limb (1883-1968), Fritz Seilnacht (1901-1987)

Standort des Fotografen: 47.882382, 8.347722

Blick von der »Breiten« auf das Städtchen, 1936

Verlag A. Rebholz
Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Elke Moser zur Verfügung.

Diese Ansichtskarte wird am 2. Mai 1936 auf dem Postamt in Löffingen aufgegeben und nach Badenweiler versandt. Darauf zu sehen ist eine Gesamtansicht des Städtchens, die vom Gewann »Breiten« aus aufgenommen wird.

Der Blick ist so gewählt, dass neben der katholischen Pfarrkirche St. Michael die Festhalle und Volksschule (Festhallenstr. 3-7) gut im Bild zu sehen ist. Denn der Gebäudekomplex an der »Hasle« ist der ganze Stolz der Einwohner, nachdem der 1923 begonnene Bau endlich fertiggestellt ist.

Im Vordergrund sind zwei neu erbaute Häuser in der Bonndorfer Straße zu sehen (Bonndorfer Str. 2 und 3). Die Häuser in der Seppenhofer Straße und im heutigen Pfarrweg sowie die beiden Barockhäuser in der Unteren Hauptstraße sind ebenfalls gut zu erkennen. Die gleichmäßigen Wolken am blauen Himmel sind vom Verlag A. Rebholz in das Bild hineinretuschiert.

Standort des Fotografen: 47.881350, 8.340162

3 Fotos: Einschulung der Erstklässler mit Lehrerin Waßmer, August 1992

Sammlung Familie Waßmer

Und wieder einmal wird zum Beginn des Schuljahres der Klassenteiler knapp verfehlt. Die ABC-Schützen werden statt auf drei, nur auf zwei Klassen aufgeteilt. 31 Schüler*innen sind nun in der Klasse 1b zusammen. Mit ihrer Klassenlehrerin Maria Waßmer lassen sie sich stolz auf den Treppenstufen vor dem Eingang zur Grundschule fotografieren. Noch sind die Schultüten nicht geöffnet, aber das wird sich bald ändern!

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 Micha Bächle, 2 André Olveira, 3 Julia Spiegel, 4 Daniela Thurau, 5 Tobias Runge, 6 Christopher Eisele, 7 Bianca Straub
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 Benedikt Trenkle, 2 Jonas Fritsche, 3 Ingmar Janson, 4 Crestina Proenca, 5 Sandra Weißenfels, 6 Claudia Benz, 7 Janine (Sarah?) Egle, 8 Elif Yalcinkaya, 9 Sarah (Janine?) Egle
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 Klassenlehrerin Maria Waßmer, 2 Christin Bida, 3 Maylin Grieshaber, 4 Marco Burgbacher, 5 Tilman Dilger (1985-2023), 6 Rebecca Hinn, 7 Senjur Kadriev, 8 Elif Bilgi
4.Reihe, v.l.n.r.: 1 Robert Schuller, 2 Rafael Pich, 3 Erdan Ramadain, 4 Thorsten Hasenfratz, 5 Peter Guth, 6 Philipp Brunner, 7 Timo Glunk, 8 Andreas Kirner

Standort des Fotografen: 47.882370, 8.347730

Erstklässlerin Maria Kriegisch vor dem Schuleingang, 1954

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Elisabeth Kriegisch zur Verfügung.

Für Maria Kriegisch (geb. 1947) beginnt der Ernst des Lebens. Das Mädchen mit den langen geflochtenen Zöpfen wird in die Volksschule eingeschult und kommt in die Klasse von Waltraud Klose. Allerdings wird sie nur kurze Zeit die Schulbank in Löffingen drücken, da sie 1955 mit ihren Eltern nach Neustadt umzieht.

Als junge Frau wird sie im Alter von 22 Jahren allerdings wieder zurück kommen. Unterdessen hat sie an der Pädagogischen Hochschule in Freiburg auf Lehramt studiert. 1969 beginnt Maria Waßmer ihre Berufslaufbahn als Grund- und Hauptschullehrerin an ihrer alten Schule. Nach 41 Jahren Schuldienst geht sie 2010 in den Ruhestand.

Standort des Fotografen: 47.882284, 8.347853

2 Fotos: Kommunionkinder des Jahrgangs 1938/39 vor der Schule, 1947

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Edith Biedenbach, Renate Fehrenbach und Elke Moser zur Verfügung.

Die katholischen Kinder des Jahrgangs 1938/39 feiern ihre erste heilige Kommunion. Für ein Gruppenfoto stellt sich die Kinderschar auf den Treppenstufen vor der Volksschule auf.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 Sabine Strobel (verh. Hornstein), 4 ???, 5 ???, 6 ???, 7 ???, 8 ???, 9 ???, 10 ???
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 Pauline Ganter, 2 ???, 3 ???, 4 Gerda Rappenegger, 5 Brunhild Bader (verh. Stockmar, 1938-2006), 6 ???, 7 Veronika Geisinger (verh. Berr)
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 Adolfine Heizmann (geb. 1939), 4 ???
4.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 Helga Stöhr (verh. Küßner), 7 Brunhilde Zahn (verh. Simon), 8 ???, 9 ???, 10 ???, 11 ???, 12 ???, 13 Johann Fritsche
5.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 Franz Braun (1937-2021)
6.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 ???, 7 ???, 8 ???, 9 ???, 10 ???, 11 ???, 12 Ferdinand Schultheiß

Standort des Fotografen: 47.882391, 8.347699

Schüler des Jahrgangs 1951/52 im Klassenzimmer, 1964

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Bernhard Adrion zur Verfügung.

Im Klassenzimmer wird selten fotografiert. Überliefert sind meist nur offizielle Klassenfotos, die vom Schulfotografen aufgenommen wurden. Dieses Gruppenfoto ist eher ein Schnappschuss und zeigt den Schulalltag weitaus besser. Sieben Volksschüler, alle 13 oder 12 Jahre alt, sitzen im Klassenzimmer an ihren Bänken. Einer von ihnen hat sich den Zeigestab des Lehrers geschnappt und fuchtelt mit ihm herum.

1.Reihe, v.l.n.r.: Ernst Effinger, Michael Kasprowicz
2.Reihe, v.l.n.r.: Detlef Seidenberg, Klaus Baader, Bernhard Adrion, Josef Wölfle, Daniel Fehrenbach

Standort des Fotografen: 47.882438, 8.347745

Rohbau der Festhalle und Volksschule, ca. 1933

Universitätsarchiv der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

Der Rohbau von Festhalle und Volksschule an der »Hasle« sind fertig, aber noch wartet der Gebäudekomplex auf seine Vollendung. Im August 1923 war mit dem Bau begonnen worden, aber infolge der Inflation war das Geld bald aufgebraucht. Erst 1925 konnte der Rohbau fertiggestellt werden.

Das Foto wird ca. 1933 von der »Bittenwiese« aus aufgenommen, als die Universität Freiburg ein Studentenlager in Löffingen plant und hierfür die Gegebenheiten vor Ort in Augenschein nimmt. Fertiggestellt und eröffnet wird der Bau schließlich erst im August 1936.

Standort des Fotografen: 47.882710, 8.346137