Brand im Sägewerk Benz, 23. Juli 1928

Stadtarchiv

Eine dicke Rauchwolke steigt über dem Firmengelände der Holzindustriewerke Josef Benz AG auf. Das Sägewerk steht in Flammen. Die Gebäude am linken Bildrand sind nicht mehr zu retten. Um welchen Brand es sich handelt, ist nicht ganz klar. Denn im Juli 1928 brennt es im Sägewerk gleich zweimal. Vermutlich handelt es sich aber um den zweiten Brand.

Beim ersten Großbrand am 8. Juli 1928 werden drei Maschinenhäuser, die Sägerei, das Hobelwerk, die Schlosserei, die Kistenmacherei, die Kantine und mehrere Schuppen mit Holzvorräten zerstört. Keine zwei Wochen folgt am 23. Juli 1928 der zweite Brand, der durch einen Kurzschluss in der Kyanisieranstalt verursacht wird. Als Kyanisierung bezeichnet man ein spezielles Verfahren zur Holzimprägnierung, bei der eine giftige Quecksilberchlorid-Lösung als Holzschutzmittel verwendet wird. Bei den Löscharbeiten bereiten denn auch die Kynanisiertröge, große Behälter mit einem Volumen von je 70 m³, Schwierigkeiten, da sie fortgesetzt weiter brennen. In einem Zeitungsartikel heißt es nach Beendigung der Löscharbeiten, dass die Feuerwehren die »großen Hobelbretter«, die »Lagerhallen« und die »im Freien lagernden Vorräte« retten konnten. Letztere sind auf dem Foto zu sehen.

Aufgenommen wird das Bild von der Hohlgasse aus. Am gegenüber liegenden Ende des Firmengeländes ist die Villa Benz in der Rötenbacher Straße zu erkennen.

Standort des Fotografen: 47.885005, 8.337757

Brand im Sägewerk Benz, 7. Juli 1928

Stadtarchiv | Dieses Foto stellte dankenswerterweise Sabine Hornstein zur Verfügung.

Die Holzindustriewerke Josef Benz AG stehen lichterloh in Flammen! Das Feuer war am Abend gegen 21.45 Uhr im Späneturm ausgebrochen und hatte sich in rasender Geschwindigkeit ausgebreitet. In kürzester Zeit brennen drei Maschinenhäuser, die Sägerei, das Hobelwerk, mehrere Schuppen, die Kantine, die Schlosserei, die Kistenmacherei und weitere Gebäude.

Die Nachtaufnahme zeigt das brennende Sägewerk. Gespenstisch ragt der Benz-Kamin im Lichtschein der Flammen in die Höhe. Vermutlich wird das Foto von der Rötenbacher Straße aus aufgenommen.

Standort des Fotografen: ???

Ernst Willmann mit Motorrad und Beiwagen, Juli 1928

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Sabine Hornstein zur Verfügung.

Von dieser gut gelauten Personengruppe gibt es eine ganze Fotoserie. Es ist Juli 1928, Hochsommer, und die Fünf unternehmen einen Motorradausflug ins Grüne. Dank des Beiwagens ist es tatsächlich möglich, dass eine solch stattliche Anzahl an Personen zur »Fahrt ins Blaue« mitkommt.

Der stolze Besitzer des Kraftrades ist Flaschnermeister Ernst Willmann (1888-1947). Das Numernschild seines Motorrades beginnt mit dem Buchstaben-Kürzel »IV B«, das für das Land Baden steht. Hinter ihm sind Fritz Strobel (1906-1997) und Albert Rebholz (1907-1962) zu sehen. Die beiden Frauen im Beiwagen sind unbekannt.

Ob die beiden jungen Männer wohl mehr vom Motorrad beeindruckt oder doch von den beiden Damen eingenommen sind? Im Hintergrund ist eine Waldhütte zu erkennen, vor der zwei weitere Männer stehen.

Standort des Fotografen: ???

Hochzeitsgesellschaft Glunk / Reichhart vor dem »Gebertsaal« in der Oberen Hauptstraße, 1928

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Elke Moser zur Verfügung.

Karl Glunk (1897-1980) und Hilda Reichhart (1901-1956) heiraten. Mit ihrer Hochzeitsgesellschaft versammeln sie sich vor dem »Saalbau Gebert« zu einem Gruppenfoto. Die Kleinsten stellen sich in der ersten Reihe auf, damit man sie auch gut sieht. Eingerahmt von ihrer Verwandtschaft stehen Braut und Bräutigam.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 Hermann Fehrenbach (geb. 1925), 2 Anna Gebert, 3 Maria Gebert, 4 Therese Fehrenbach (verh. Mayer, geb. 1924)
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 Elisabeth Keller (geb. Reichhart), 3 Hilda Glunk (geb. Reichhart), 4 Karl Glunk, 5 Josefine Glunk (verh. Beha, 1904-?)
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 Maria Glunk (geb. Bader, 1866-1956), 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 Franz Bader (1901-1986)
4.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 Anna Benz (geb. Bader, 1870-1951)
5.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 Maria Fehrenbach (geb. Glunk), 5 ???, 6 Konrad Bader (1868-1958)
6.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 Karl Fehrenbach, 4 Adolf Isele (1903-1961)

Standort des Fotografen: 47.884471, 8.346896

Feuerwehrmänner im Sägewerk Benz nach dem Großfeuer, 8. Juli 1928

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Am Tag nach dem verheerenden Großfeuer im Sägewerk Benz berichtet die Presse: »Die Brandstätte bietet heute ein Bild schlimmster Verwüstung. Überall raucht es noch, überall stürzen noch glühende und glimmernde Holzhaufen in sich zusammen. Überall sieht man noch die Feuerwehrmänner in eifriger Tätigkeit.«

Auf dem Foto sind Feuerwehrmänner zu sehen, die in der ausgebrannten Maschinenhalle stehen. Im Hintergrund ist vermutlich eine Dampfmaschine der Firma Heinrich Lanz AG Mannheim zu erkennen. Der Maschinenpark wurde zerstört. Als Konsequenz aus dem Sägebrand wird 1930 eine Betriebsfeuerwehr ins Leben gerufen. Links im Anzug steht Walter Benz (1908-1990), der Juniorchef der Firma.

Standort des Fotografen: 47.883759, 8.339451

Ernst Willmann auf dem Motorrad, Juli 1928

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Sabine Hornstein zur Verfügung.

»IV B« – mit diesen Buchstaben beginnt das Nummernschild des Motorrads. Das Kürzel steht für das Land Baden. Beim Motorrad handelt es sich um ein D-Rad der Deutschen Industriewerke Spandau. Es hat den Spitznamen »Spandauer Springbock«. Der stolze Besitzer des Kraftrades ist Flaschnermeister Ernst Willmann (1888-1947), der den Lenker hält und in die Kamera blickt. Hinter ihm sitzt Albert Rebholz (1907-1962).

Dahinter stehen v.l.n.r. Fritz Strobel (1906-1997), ???, ???

Wer weiß, wo das Foto aufgenommen wird?

Standort des Fotografen: ???

Gruppenfoto in der Flaschnerwerkstatt Willmann, Juli 1928

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Sabine Hornstein zur Verfügung.

In der Werkstatt von Flaschnermeister Ernst Willmann (1888-1947) geht es heute hoch her. Eine lustige Runde hat sich versammelt. Man spielt zunächst zusammen Karten, albert herum, bis jemand die Idee hat, dass man mit einem Ruderboot einen Ausflug machen könnte. Daraufhin macht man es sich in zwei Holzkisten bequem. Ernst Willmann schnappt sich zwei Paddel.

Die anderen geben den Takt zum Rudern vor: Man schlägt auf ein Rohr, man klopft auf einen Topf, man klirrt mit dem Glas einer Petroleumlampe.

Wer kennt die Personen?
1.Reihe, v.l.n.r.: Fritz Strobel (1906-1997), ???, ???, Ernst Willmann
2.Reihe: Albert Rebholz (1907-1962)

Standort des Fotografen: 47.883948, 8.343645

Seifenkistenrennen in der Alenbergstraße, Fasnacht 1928

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Alexandra Scholl zur Verfügung.

Die Fasnacht fällt in diesem Jahr aus, weil man »keine Lust und keine Ideen« hatte, wie es in den Annalen der »Laternenbrüder« heißt. Stattdessen wird ein Seifenkistenrennen veranstaltet, das sich großem Zuspruch bei Jung und Alt erfreut. Getreu der Devise »Runter geht’s immer« sausen die Wagen die Alenbergstraße hinunter, um beim »Scharfen Eck« irgendwie die Kurve zu erwischen. Ein Narrenpolizist steht an der Kreuzung und gibt vor, den Verkehr zu regeln. Da kann man nur hoffen, dass er rechtzeitig zur Seite springt und nicht umgefahren wird.

Die neugierigen Zuschauer haben sich auf dem »Spritzestägli« in Sicherheit gebracht. Im Hintergrund sind, auf dem Foto völlig überbelichtet, die Häuser der Vorstadtstraße zu sehen.

Standort des Fotografen: 47.884440, 8.345467