Hebamme Emma Kienzle mit Neugeborenem, ca. 1960-1970

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Emma Kienzle zur Verfügung.

Ein stiller Moment nach einer Geburt: Hebamme Emma Kienzle hält ein Neugeborenes behutsam in ihren Armen. Das Baby liegt eingewickelt in ein helles Tuch, die Augen geschlossen, die winzigen Hände halb geöffnet – noch ganz versunken im ersten Schlaf. Neben ihr steht vermutlich die junge Mutter. Ihr Blick ruht voller Staunen auf dem Kind. Im Vordergrund deutet ein Blumenstrauß an, dass hier gerade ein neues Leben willkommen geheißen wird.

Emma Kienzle (geb. Geisinger, 1915-2003) ist Hebamme mit Leib und Seele. Von 1948 bis zur Schließung des Krankenhauses 1983 arbeitet sie in der Geburtsabteilung in der Seppenhofer Straße. Jahr für Jahr begleitet sie rund 150 Kinder bei ihrem ersten Atemzug. Viele Familien verbinden mit ihr einen der prägendsten Momente ihres Lebens. Und auch bei Hausgeburten ist sie zur Stelle – ruhig, erfahren, zugewandt.

Dass sie diesen Beruf ergreift, scheint fast vorgezeichnet: Sie ist die Tochter des Landwirts Leopold Geisinger (1878-1938) und der Hebamme Veronika Geisinger (geb. Mauthe, 1878-1958). Das Handwerk wird ihr gewissermaßen in die Wiege gelegt. Früh verwitwet, lebt Emma Kienzle bis zu ihrem Tod in ihrem Elternhaus in der Alenbergstraße 6 – und bleibt vielen als die Hebamme in Erinnerung, die Generationen von Löffinger Kindern ins Leben begleitet hat.

V.l.n.r.: 1 ???, 2 Emma Kienzle

Standort des Fotografen: 47.881736, 8.345268

Hebamme Emma Kienzle mit Neugeborenem, 1961

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Emma Kienzle zur Verfügung.

Emma Kienzle (geb. Geisinger, 1915-2003) ist Hebamme mit Leib und Seele.  Von 1948 bis zur Schließung 1983 arbeitet sie in der Geburtsabteilung im Krankenhaus in der Seppenhofer Straße. Im Durchschnitt kommen jährlich etwa 150 Neugeborene zur Welt, denen sie hilft, das Licht der Welt zu erblicken. Auch bei Hausgeburten ist die beliebte Hebamme dabei.

Emma Kienzle ist die Tochter des Landwirts Leopold Geisinger (1878-1938) und der Hebamme Veronika Geisinger (geb. Mauthe, 1878-1958). Ihr späterer Beruf ist Emma Kienzle also bereits in die Wiege gelegt. Sie ist seit jungen Jahren verwitwet und wohnt bis zu ihrem Tod in ihrem Elternhaus in der Alenbergstraße 6.

Von 1956 bis 1986 engagiert sie sich auch als Leiterin der Dorfhelferinnenstation. Das Dorfhelferinnenwerk Sölden e.V. wurde 1954 gegründet, um Frauen und Familien zu unterstützen.

Standort des Fotografen: 47.881668, 8.345370

Nähschule im Kindergarten in der Bahnhofstraße, ca. 1925

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Helene Krauß zur Verfügung.

In der 1905 gebauten Kinderschule (Bahhofstr. 9) ist auch die Nähschule untergebracht. Vor allem 14-jährige Mädchen werden hier nach ihrer Entlassung aus der Volksschule in Handarbeiten ausgebildet. Genäht wird mit Hilfe von Nähmaschinen, aber auch von Hand. Es wird aber auch gestickt. Das Mädchen ganz rechts hält einen Stickrahmen in der Hand und bestickt ein Taschentuch – vermutlich mit ihren Initialen. Traditionell wird die Aussteuer mit einer Stickerei und dem Monogramm verziert, insbesondere die Paradekissen und die oberen Bettlaken.

Wer erkennt die Mädchen? Zu sehen sind u.a. Helene Häusler (verh. Krauß, 1912-2006) (Kopf nach vorne gebeugt), Bertel Schmid (verh. Blasi) und Mathilde Keller (verh. Kranzer, 1911-?).

Standort des Fotografen: 47.885561, 8.340987

Bäckerei Straub in der Unteren Hauptstraße, 1916

Sammlung Familie Waßmer

Seit 1909 gibt es in der Unteren Hauptstraße die Bäckerei Straub. Betrieben wird sie von dem Bäckermeister Ernst Straub (1881-1935) und seiner Ehefrau Johanna Straub (geb. Faller. 1885-?).

Das Foto, das vor dem Backofen aufgenommen wird, ist offensichtlich gestellt. Ernst Straub ist darauf gar nicht zu sehen, weil er als Soldat im Krieg und nicht zu Hause ist. Für das Foto schlüpft Friseurmeister Julius Limb, der im Nachbarhaus wohnt, in die Rolle des Bäckermeisters und lässt sich mit Familie Straub fotografieren.

V.l.n.r.: 1 Julius Limb, 2 Johanna Straub (geb. Faller, 1885-?), 3 Tochter Maria Straub (verh. Willmann, 1911-2001), 4 Tochter Luise Straub (verh. Bader, 1914-2009), 5 Angestellter ???, 6 Angestellte Anna Egle (verh. Schropp, 1895-?)

Ernst Straub wurde 1881 in Bräunlingen geboren. 1909 kaufte der Bäckermeister von dem Privatgelehrten Dr. Karl Gebert (1860-1910) das Haus in der Unteren Hauptstraße 6 und richtete darin seine Bäckerei ein. Ein Jahr später verheiratete er sich mit seiner Frau Johanna geb. Faller, die aus Löffingen stammte. Das Ehepaar bekam sechs Kinder: Maria Straub (verh. Willmann, 1911-2001), die Zwillinge Ernst (1912-1912) und Friedrich (1912-1912), die bereits an ihrem ersten Lebenstag verschieden, Luise Straub (verh. Bader, 1914-2009), Joseph Straub (1920-1921), der im Alter von nur vier Monaten an den Masern verstarb, und Fritz Straub (1921-2007).

Ernst Straub stirbt 1935 im Alter von 54 Jahren nach längerer Krankheit. 1947 geht die Bäckerei an die nächste Generation und wird fortan von der Tochter Maria und ihrem Ehemann Wilhelm Willmann (1910-1999) betrieben.

Standort des Fotografen: 47.883380, 8.343671

Friseursalon Limb, ca. 1930

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Gertrud Geisinger zur Verfügung.

Die gestellte Aufnahme zeigt die Friseure bei der Arbeit. Im Hintergrund ist Friseurmeister Julius Limb (1883-1968) zu sehen. Seine Frau Maria geb. Nägele (1894-?) hat als vermeintliche Kundin Platz genommen. Die Tochter Gertrud Limb (verh. Geisinger, 1923-2011) schaut neugierig aus nächster Nähe zu.

Sie heiratet später Hermann Geisinger (1926-1986) und führt das Friseurgeschäft in der zweiten Generation weiter.

Standort des Fotografen: 47.883497, 8.343636

Friseursalon Limb, ca. 1930-1940

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Franz Hofmeier zur Verfügung.

Dieser Schnappschuss ist leicht verwackelt, weil die Lichtverhältnisse im Friseursalon zum Fotografieren ungünstig sind. Das Bild zeigt den Friseur Julius Limb und seine Frau Maria, wie sie geschäftig alles herrichten, bevor ihre Kunden kommen.

Standort des Fotografen: 47.883482, 8.343628

Aufzugsrad auf dem Rathausspeicher, 2007

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Frank de Rosso zur Verfügung.

Vor der Sanierung des Rathauses hatte die Öffentlichkeit keinen Zugang zum Rathausspeicher. Das große hölzerne Aufzugsrad, das aus der Zeit des Kornmarktes stammt und dort hängt, war den Blicken entzogen. Das Rad diente dazu, Getreide zwischenzulagern, wenn es nicht verkauft oder nicht transportiert werden konnte. Über einen Seilzug zog man in einem Schacht Säcke hoch und seilte sie am nächsten Markttag wieder ab.

Standort des Fotografen: 47.883887, 8.344430

2 Fotos: Glockenweihe in der Pfarrkirche, Dezember 1951

Diese Fotos stellten dankenswerterweise Franz Isele, Theo Walz und Georg Willmann zur Verfügung.

Drei von vier Kirchenglocken wurden 1942 für die Rüstungsindustrie eingeschmolzen, nur eine Glocke verblieb im Holzglockenstuhl. Am Freitag, den 30. November 1951 wurden die Glocken angeliefert und in einer feierlichen Prozession zur katholischen Pfarrkirche St. Michael geleitet,

Zwei Tage später findet die feierliche Glockenweihe von vier neu gegossenen Glocken statt. Mit Kränzen geschmückt stehen sie aufgereiht im Mittelgang des Langhauses. Sie wurden von der bedeutenden Glockengießerei Heinrich Kurtz in Stuttgart gegossen. Die neuen Glocken sind aus Bronze, die kleinste (mit einem Durchmesser von 818 mm) wiegt 331 kg, die größte Glocke (mit einem Durchmesser von 1.473 mm) hat ein stolzes Gewicht von 1.991 kg.

Auf den beiden Fotos ist der Adventskranz zu erkennen, der von der Kirchendecke hängt: Die vierwöchige Vorweihnachtszeit hat begonnen. Zum Weihnachtsgottesdienst wird das nunmehr wieder vollständige fünfstimmige Kirchengeläut (Molldurquintett) erstmals feierlich erklingen.

Standort des Fotografen: 47.882529, 8.344410

Personengruppe beim Kartenspiel, Juli 1928

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Im Büro von Flaschnermeister Ernst Willmann (1888-1947), der links mit Schirmmütze und Pfeife im Mund sitzt, versammelt sich diese gemütliche Runde zum Kartenspiel.

Wer kennt die anderen Personen?
V.l.n.r.: Ernst Willmann, Fritz Strobel (1906-1997), ???, ???

Standort des Fotografen: 47.883948, 8.343645

Zwei Veteranen des Deutsch-Französischen Krieges, ca. 1931

Privat

Stolz präsentieren sich die beiden, mit Orden und Abzeichen dekorierten ehemaligen Kriegsteilnehmer des deutschen Einigungskrieges. Rechts sitzt der Seifensieder Anton Benz (1848-1936). Auf seiner linken Brust ist eine Ordensspange zu sehen, an der u.a. die »Kriegsdenkmünze für die Feldzüge 1870-71« befestigt ist. Auf seiner rechten Brust ist ein Erinnerungskreuz und ein Mitgliedsabzeichen des Badischen Militärvereins-Bundes zu sehen.

Anton Benz wurde 1848 in Seppenhofen als Sohn von Michael und Agathe Benz geboren. Er ist Seifensieder und Landwirt von Beruf. Nach dem Krieg 1870/71 heiratete er 1874 Rosalia geb. Heizmann, mit der er 12 Kinder bekam. Die Familie wohnte in der Kirchstraße. Am 3. Januar 1936 stirbt Anton Benz im Alter von 87 Jahren als letzter Veteran.

Wer kennt den Namen des Veteranen, der links sitzt? Könnte es Robert Bausch (1849-1934) sein?

Standort des Fotografen: ???

Ansichtskarte vom Café Fuß, ca. 1955-1958

Verlag Unifoto | Sammlung Familie Waßmer

Die Bäckerei und das Café von Ernst Ritter (1884-1962) werden ab 1935 von seinem Nachfolger Viktor Fuß (1900-1959) weiterbetrieben. Bäckermeister Fuß war gebürtig aus Reiselfingen und mit Ottilie Fuß (geb. Meßmer, 1902-?) verheiratet. Neben Kaffee schenkt er auch Flaschenbier, Weine, Spirituosen und Sprudel aus. Die Ansichtskarte dient zu Werbezwecken. Sie zeigt eine Außenansicht und eine Innenaufnahme des Cafés.

Standort des Fotografen: 47.884005, 8.344074

Mehrbildkarte vom Gasthaus »Löwen«, ca. 1980

Verlag Gebr. Metz / Sammlung Familie Waßmer

Die Wirtsleute Rother, die das Gasthaus »Löwen« zu dieses Zeit betrieben, gaben diese Werbepostkarte in Auftrag. Die Bilder und der Reklametext auf der Rückseite geben Einblicke in die damalige Auffassung von Gastlichkeit.

Die gutbürgerliche Küche des Restaurants sowie der behagliche Gastraum und das Nebenzimmer werden angepriesen. Die Fremdenzimmer verfügen teilweise über Duschen. Es gibt ein Etagenbad.

Das äußere Erscheinungsbild des Gasthauses hat sich nur wenig verändert. In großen Lettern prangt auf der Fassade der Name »Löwen-Post«. An Stelle der früheren Garage gibt es ein Geschäft mit Schaufenster. Das Vorgärtchen mit seinem schattenspendenden Baum ist verschwunden.

Standort des Fotografen: 47.883873, 8.345024