2 Fotos: Musikband »Rio Combo« im Gasthaus »Linde«, Fasnacht 1957

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Im Gasthaus »Linde« ist an Fasnacht für Live-Musik gesorgt. Die Musiker der »Rio Combo« haben sich mit Saxophon, Kontrabass, Schlagzeug und Akkordeon in einer Ecke der Wirtsstube eingerichtet. Große Notenpulte mit dem geschwungenen Schriftzug »Rio« gehören ebenso zum Auftritt wie Mikrofone. Gespielt wird Tanz- und Unterhaltungsmusik – schließlich soll an Fasnacht nicht lange stillgesessen werden.

Die Wirtsstube ist närrisch dekoriert. Quer durch den Raum spannt sich eine Wäscheleine, an der allerlei Unterwäsche hängt: Unterhosen, Hemdchen und andere Wäschestücke baumeln über den Köpfen der Musiker. Ob diese etwas frivole Dekoration noch von der »Wieberfasnet« übrig geblieben ist oder eigens für den Fasnachtsabend aufgehängt wurde, muss offen bleiben. Für die passende närrische Atmosphäre sorgt sie jedenfalls.

Die »Rio Combo« gehört in den 1950er-Jahren zum musikalischen Leben Löffingens. Ihr Name klingt nach weiter Welt und südamerikanischem Flair – auch wenn der Auftrittsort an diesem Abend ganz bodenständig die »Linde« ist.

V.l.n.r.: 1 Ewald Hepting (1933-2010), 2 Werner Hepting (1928-2011), 3 Erich Adrion (»Drilli«, 1926-2001), 4 Paul Siefert (geb. 1935)

Standort des Fotografen: 47.884263, 8.346568

5 Fotos: Öschmusik beim »Öschabend« in der Festhalle, Fasnacht 1982

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Auf der Bühne der Festhalle sorgt die »Öschmusik« für Stimmung. In kurzen Lederhosen, grünen Westen, weißen Hemden, Kniestrümpfen und grünen Hüten präsentieren sich die Musiker in einer alpenländischen Tracht. Trompeten, Posaunen, Saxophone, Tuba und Schlagzeug sind im Einsatz, vorne stehen die auffälligen Notenpulte mit der Aufschrift »Ösch Musikanten«. Bei einzelnen Nummern wird die Blasmusik durch Gesang und Gitarre ergänzt.

Für die Öschmusik ist es erst die zweite Fasnacht. Gegründet wurde sie 1981 von den Öschzünften unter Leitung von Josef (»Jupp«) Hoitz, Paul Hasenfratz, Bruno Kramer, Fritz Koßbiel und Eugen Knöpfle. Ihren ersten Auftritt hatte die Formation beim »Öschabend« an der Fasnacht 1981. Damals kamen die Musiker als Gartenzwerge auf die Bühne. Ein Jahr später gehört also bereits ein neues Kostüm zum Programm.

Die Fotoserie vermittelt auch etwas von der Atmosphäre in der Festhalle. Über der Bühne liegt stellenweise ein deutlicher Dunstschleier. Er stammt nicht von einer Nebelmaschine: 1982 wird in der Festhalle noch ganz selbstverständlich geraucht. Im Laufe eines langen Fasnachtsabends sammelt sich entsprechend viel Zigarettenrauch in der Luft – und macht sich schließlich sogar auf den Fotos bemerkbar.

Standort des Fotografen: 47.882916, 8.347877

2 Fotos: Zwanzigjährige im Gasthaus »XXX«, Fasnacht 1956

Sammlung Familie Waßmer

Die 20-Jährigen haben allen Grund zu feiern – schließlich stehen sie in dieser Fasnacht ganz besonders im Mittelpunkt. In einem Gasthaus sitzt der Jahrgang dicht gedrängt an einer langen Tafel. Auf dem Tisch stehen Kaffeetassen, Gläser und Flaschen, dazu Teller mit Kuchen und Gebäck. Die Wände sind närrisch geschmückt. Doch lange hält es offenbar niemand auf seinem Platz: Man hakt sich unter, singt und schunkelt ausgelassen.

Um den Hals tragen die 20-Jährigen kleine Täfelchen. Darauf ist deutlich die Zahl »20« zu erkennen, darunter eine Laterne – das Symbol der »Laternenbrüder«. Damit ist für jeden sichtbar, wer an diesem Tag zum besonderen Narrenjahrgang gehört. Denn die 20-Jährigen spielen in der Löffinger Fasnacht traditionell eine besondere Rolle. Nach dem Stellen des Narrenbaums werden sie auf die Laterne des Narrenrats und damit gewissermaßen auf die Fasnacht vereidigt. Von nun an gehören sie offiziell zum Kreis der erwachsenen Narren.

In den beiden Fotos wird die ausgelassene Seite der Fasnacht fotografisch eingefangen: Es wird gegessen, getrunken, gesungen und geschunkelt – als gäbe es kein Morgen.

erstes Bild
v.l.n.r.
: 1 Lisbeth van den Heuvel (verh. Laule), 2 ??? Fehrenbach, 3 ???, 4 Irma Zepf (verh. Hasenfratz, geb. 1937), 5 ???, 6 Vroni Krauss (verh. Klose), 7 ???, 8 ???, 9 ???, 10 Manfred Wagner

Standort des Fotografen: ???

Personengruppe im Gasthaus »Linde«, ca. 1955

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Hans-Peter Hepting und Christa Egle zur Verfügung.

In der Gaststube der »Linde« (Obere Hauptstr. 10) ist eine Personengruppe an einem langen Tisch zusammengerückt. Männer und Frauen sitzen beieinander, vor ihnen stehen Bier- und Weingläser sowie Teller. Die Männer tragen Anzug und Krawatte. Man lacht oder schaut erwartungsvoll in die Kamera.

Rechts im Hintergrund befindet sich die Theke. Dort wird »Fürstenberg«-Bier ausgeschenkt. Daneben steht ein Mitarbeiter hinter dem Tresen. Auch der Kachelofen ist zu sehen und vermittelt etwas von der behaglichen Atmosphäre der Gaststube.

V.l.n.r.: 1 Joseph Benitz (1897-1981), 2 Karl Hepting (1893-1973), 3 Josef Bader (1880-1959), 4 Heinrich Kaltenbrunner (1892-1976), 5 Rosa Kaltenbrunner (geb. Fehrenbach, 1896-1977), 6 ???, 7 ???

Standort des Fotografen: 47.884268, 8.346580

Mitglieder des Schwarzwaldvereins, ca. 1960-1970

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Rudi Straetker zur Verfügung.

Eine Personengruppe hat es sich im Gasthaus gemütlich gemacht und ist offenbar bester Laune. Man rückt eng zusammen, legt sich gegenseitig die Arme um die Schultern und lacht in die Kamera. Kurios sind die aufgespannten Regenschirme, denn die Männer und Frauen befinden sich in der Gaststube und damit im Trockenen. Jedenfalls sorgen die Schirme sichtbar für Heiterkeit.

1.Reihe, sitzend, v.l.n.r.: 1 Alfred Köpfler, 2 Albert Kienzler (1921-?)
2.Reihe, stehend, v.l.n.r.: 1 Marta Adrion (geb. Fehrenbach, 1928-2019), 2 Joseph Benitz jun. (1928-2012), 3 Engelbert Straetker (1923-2017), 4 ???, 5 Theo Hasenfratz, 6 Gerhard Maier

Das Foto zeigt eventuell Mitglieder des Schwarzwaldvereins. Seine Aktivitäten bestehen nicht nur aus Wanderungen, dem Erneuern von Wegmarkierungen und dem gemeinsamen Naturerlebnis. Mindestens ebenso wichtig ist das gesellige Beisammensein nach einer Tour oder bei Vereinsabenden. Und wenn die Stimmung stimmt, wird aus dem Wanderverein schnell eine fröhliche Runde.

Das Foto wird vermutlich im Gasthaus »Ochsen« aufgenommen.

Standort des Fotografen: 47.883998, 8.345311

Männergruppe im Gasthaus XXX, ca. 1925-1930

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Pia und Alfons Durst zur Verfügung.

Eng zusammengerückt sitzt eine Männergesellschaft an einem langen Tisch. Ob es sich um einen regelmäßigen Stammtisch, eine gesellige Runde oder vielleicht doch um eine Arbeitsbesprechung handelt, ist nicht bekannt. Auffällig ist jedenfalls, dass mit Bürgermeister Adolf Kuster (1874-1946) und den Lehrern Eugen Steidlinger (1873-1939) und Alfred Zwingert (1880-1938) mehrere bekannte Persönlichkeiten des Städtchens vertreten sind. Auch ein uniformierter Mann sitzt mit am Tisch. Zu welcher Organisation er gehört, lässt sich auf dem Foto nicht sicher erkennen. Denkbar wäre etwa ein Beschäftigter der Reichsbahn.

Der Aufnahmeort bleibt also vorerst ein Rätsel. Dabei bietet die Wirtsstube zahlreiche Hinweise. Der untere Teil der Wände ist mit Holz vertäfelt, links steht ein aufwendig verzierter Kachelofen. An den Wänden hängen Reklametafeln für »Fürstenberg Bier« und »Stern-Brezel«, außerdem ein Werbeplakat des Löffinger Maschinenhändlers Christian Faller. Rechts ist ein Fahrplan der Reichsbahn angebracht. Ob die Aufnahme deshalb im Bahnhofslokal entsteht? Dagegen spricht, dass die Fenster nicht recht zu bekannten Ansichten des 1945 zerstörten Bahnhofsgebäudes passen.

Schade ist, dass auch die an der Wand befestigte Zeitung nicht besser zu erkennen ist. Wären Schlagzeilen oder Erscheinungsdatum lesbar, ließe sich die Aufnahme genau datieren. Adolf Kuster ist von 1920 bis 1933 Bürgermeister in Löffingen. Alfred Zwingert wird 1932 zum Oberlehrer in Bühlertal ernannt und verlässt das Städtchen. Das Foto muss also davor entstanden sein. Es bleibt nur die Einordnung zwischen 1925 und 1930 – und die Hoffnung, dass vielleicht jemand die Wirtsstube oder weitere Männer der Runde erkennt.

V.l.n.r.: 1 Lehrer Eugen Steidlinger (1873-1939), 2 ???, 3 [Alfred Köpfler (1880-1939)?], 4 ???, 5 Lehrer Alfred Zwingert (1880-1938), 6 ???, 7 ???, 8 Bürgermeister Adolf Kuster (1874-1946), 9 [Konrad Bader (1868-1958)?]

Standort des Fotografen: ???

Musikkapelle »Rio Combo« in der Festhalle, ca. 1955

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Hans-Peter Hepting und Christa Egle zur Verfügung.

Noch kommt die Tanzmusik bei Veranstaltungen nicht vom Band. Kein DJ legt auf – stattdessen spielt eine Kapelle live. In der Festhalle sorgt die »Rio Combo« für Stimmung und Tanzmusik. Schon der Name klingt Mitte der 1950er-Jahre ein wenig nach großer weiter Welt.

Die Besetzung ist vielseitig: Saxophon, Kontrabass, Schlagzeug, Gitarre und Akkordeon liefern gemeinsam den typischen Klang einer Tanzkapelle. Vor den Musikern stehen Notenpulte mit dem schwungvollen Schriftzug »Rio«, Mikrofone sind aufgebaut, und ein Blumenstrauß schmückt den Bühnenrand.

Die »Rio Combo« ist in Löffingen und im Ösch bekannt und spielt bei Festen und Tanzveranstaltungen auf. Für viele gehört solche Live-Musik selbstverständlich zu einem geselligen Abend. Erst später werden Schallplatten, Tonbänder und schließlich DJs die Tanzkapellen nach und nach ablösen.

V.l.n.r.: 1 Ewald Hepting (1933-2010), 2 Werner Hepting (1928-2011), 3 Adolf (»Adi«) Metzger (Neustadt), 4 Erich Adrion (»Drilli«, 1926-2001), 5 Paul Siefert (geb. 1935)

Standort des Fotografen: 47.882873, 8.347844

Musikkapellen »Rio Combo« und »Die lustigen Alenberger«, Juli 1996

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Bernhard Adrion zur Verfügung.

In »Drillis Hütte« im Gewann Hardt wird musiziert. Zwischen Tannengrün, Blumen und Lautsprechern haben die Musiker ihre Instrumente aufgebaut. Am Kontrabass steht der Jubilar selbst: Gipsermeister Erich Adrion (1926-2001), genannt »Drilli«, feiert am 15. Juli 1996 seinen 70. Geburtstag – und lässt es sich nicht nehmen, an diesem Tag selbst mitzuspielen.

Musik gehört seit Jahrzehnten zu seinem Leben. Bereits seit den 1950er-Jahren spielt Erich Adrion in den Kapellen »Rio Combo« und »Die lustigen Alenberger«. Beide Formationen gestalten nun seine Geburtstagsfeier mit. Die Notenständer tragen die Namen der Kapellen und erinnern an viele gemeinsame Auftritte bei Festen und geselligen Veranstaltungen.

V.l.n.r.: 1 Erich Adrion (»Drilli«, 1926-2001), 2 Ewald Hepting (1933-2010), 3 Andreas Nobs (»Pan«, 1926-2005), 4 Paul Siefert (geb. 1935)

Nicht im Bild ist Bernhard Adrion (Schlagzeug).

Fünf Jahre später, am 14. Mai 2001, stirbt Erich Adrion – nur wenige Wochen vor seinem 75. Geburtstag.

Standort des Fotografen: 47.877689, 8.376368

Närrinnen auf der Festhallenbühne, Fasnacht 1953

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Pia und Alfons Durst zur Verfügung.

Mondän haben sich die Närrinnen für ihren Auftritt herausgeputzt. In langen Kleidern im Biedermeierstil, mit passenden Hütchen und kleinen Schirmen stehen sie auf der Bühne der Festhalle. Körbe und Täschchen vervollständigen die Ausstattung. Selbst ein kleiner Hund gehört zur Gruppe und dürfte für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgen.

An dieser Fasnacht findet in der Festhalle eine »Große Preis-Narren-Modenschau« statt – die Bühne wird zum närrischen Laufsteg. Die Teilnehmerinnen führen ihre Kostüme vor und hoffen auf eine Prämierung. Mit ihrer sorgfältig aufeinander abgestimmten Kleidung hat die Gruppe sicherlich gute Chancen.

Zu sehen sind u.a. Maria Kaufmann (geb. Vogelbacher), Olga Streit (geb. Fehrenbach) und Elisabeth Burger (geb. Benitz)

Für die musikalische Begleitung ist ebenfalls gesorgt. Vor der Kulisse aus dunklen Schwarzwaldtannen sitzen Musiker der Stadtmusik mit ihren Instrumenten bereit und warten auf ihren nächsten Einsatz. Am rechten Bildrand sind die beiden Stadtmusikanten Walter Müller und Eugen Hepting mit ihren Spitzhüten zu erkennen.

Am linken Bildrand sitzt hingegen Erich Adrion (»Drilli«) am Schlagzeug, der nicht der Stadtmusik angehört, sondern Musiker der Tanzkapelle »Rio Combo« ist. Zusammen mit Paul Siefert, Ewald Hepting und Andreas Nobs (»Pan«) spielt er Tanzmusik.

Standort des Fotografen: 47.882923, 8.347877

Narrengruppe »Eintracht«, Fasnacht 1933

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Pia und Alfons Durst zur Verfügung.

Fast wie eine kleine Theaterszene wirkt das Gruppenfoto. Vier Personen haben an einem mit weiß karierter Decke gedeckten Tisch Platz genommen. Im Mittelpunkt sitzen eine Frau und ein Mann, beide umfassen ihre Weinkrüge und blicken einander tief in die Augen. Links lehnt sich ein Mann mit Melone und kleinem Schnurrbart ins Bild – seine Aufmachung erinnert unverkennbar an Charlie Chaplin. Rechts sorgt ein Akkordeonspieler für die passende musikalische Begleitung.

Hinter der Tischgesellschaft stehen sechs weitere Männer. Mit Hüten, ungewöhnlichen Kleidungsstücken, geschminkten Gesichtern und angeklebten Nasen haben auch sie sich für die Fasnacht herausgeputzt. Die ganze Szene ist sorgfältig arrangiert. Vielleicht posieren die Beteiligten nur für das Foto, vielleicht führen sie aber auch einen kleinen Sketch auf, bei dem die beiden Trinkenden am Tisch die Hauptrollen spielen.

Wo die Aufnahme entsteht, ist nicht bekannt. Die gemusterte Tapete und die Bilder an der Wand könnten zu einer Wirtsstube ebenso gehören wie zu einem privaten Wohn- oder Geschäftsraum. Denkbar wäre beispielsweise auch die Weinhandlung Hogg – belegen lässt sich das bislang jedoch nicht.

Rätsel gibt außerdem die rückseitige Beschriftung »Eintracht Löffingen« auf. Sind die Männer Mitglieder des Männergesangvereins »Eintracht«, die gemeinsam Fasnacht feiern? Dann stellt sich die Frage, welche Rolle die einzige Frau in der Runde spielt. Oder bezeichnet »Eintracht« gar nicht den Verein, sondern lediglich die närrische Gemeinschaft auf dem Foto? Geradezu einträchtig sitzen und stehen sie jedenfalls beisammen.

Wer erkennt die Personen – und weiß vielleicht, wo diese Fasnachtsszene aufgenommen wird und was es mit der Beschriftung »Eintracht« auf sich hat?

1.Reihe, sitzend, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 Paul Benitz (1899-1979), 4 [Albert Benitz?]
2.Reihe, stehend, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 ???

Standort des Fotografen: ???

Neo Vetter, ca. 1930-1940

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Klemens Rebholz und Cäcilia Runge zur Verfügung.

Ernst blickt der junge Mann in die Kamera. Er trägt einen dunklen Anzug, ein weißes Hemd und eine gestreifte Krawatte. Mit leicht gespreizten Beinen steht er vor einer gemalten Atelierkulisse, die einen See und eine idyllische Uferlandschaft zeigt. In beiden Händen hält er einen Gehstock, auf den er sich stützt.

Die sorgfältig arrangierte Aufnahme entsteht in einem Fotostudio. Der elegante Anzug und die romantische Landschaftskulisse verleihen dem Porträt einen feierlichen Charakter. Zugleich werden die beiden Gehstöcke nicht verborgen, sondern selbstverständlich in die Komposition einbezogen.

Unklar ist bislang, wer der junge Mann ist. Überliefert ist lediglich sein Familienname (Vetter) und sein Spitzname (»Neo«). Zu welcher Löffinger Familie Vetter er gehört, wissen wir nicht. Wer erkennt den jungen Mann und kann etwas über ihn erzählen?

Standort des Fotografen: ???

5 Fotos: Gewichtheber beim »Bunten Abend« in der Festhalle, Fasnacht 1957

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Mit erstaunlicher Leichtigkeit stemmt ein Gewichtheber die schwere Hantel über den Kopf. Wenig später hält sein Partner das mächtige Gerät sogar mit nur einer Hand in die Höhe. Beide treten beim traditionellen »Bunten Abend« des Turnerbundes in der Festhalle auf – allerdings nicht gerade im klassischen Sportdress, sondern gekleidet mit weißem Hemd, Krawatte und weiter Bundfaltenhose. Nur die Hosenträger und die unterschiedlich gebundenen Krawatten helfen dabei, die beiden Akteure auseinanderzuhalten. Zu sehen sind Ferdinand Schultheiß (geb. 1939) und Manfred Wagner (genannt »Bär», geb. 1939). Er ist aktiver Gewichtheber in Donaueschingen.

Die Darbietung lebt offensichtlich vom Gegensatz zwischen scheinbar ungeheuren Gewichten und müheloser Körperkraft. Dass hier ein wenig getrickst wird, darf wohl vermutet werden. Die großen Scheiben sehen jedenfalls beeindruckend schwer aus – und gerade darin liegt der Witz der Nummer.

Der »Bunte Abend« bietet ein abwechslungsreiches Bühnenprogramm aus Sketchen und turnerischen Einlagen. Die beiden Gewichtheber verbinden Sport und Komik auf besonders wirkungsvolle Weise: das Publikum darf staunen, lachen und darüber rätseln, wie schwer diese Hanteln tatsächlich sind.

Standort des Fotografen: 47.882909, 8.347878