Kind beim Schlittenfahren in der Alenbergstraße, ca. 1955-1960

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Pia Durst zur Verfügung.

Ein Wintertag am Alenberg: Die Straße fällt steil hinunter zum Städtchen, eine perfekte Piste für alle Kinder – zumindest in Zeiten, als Autos noch selten fahren. Auf dem Schnee sitzt ein kleines Mädchen entschlossen auf seinem Schlitten, die Hände fest am Lenkseil, der Blick ernst und voller Vorfreude. Gleich geht es los, rasant die Straße hinab.

Im Hintergrund sind die Häuser Himmelseher (Alenbergstr. 12) und Ganter (Alenbergstr. 14) zu sehen. Seit dem Tod des Apothekers Erwin Himmelseher 1949 wohnt darin seine Witwe Sofie Himmelseher geb. Jordan, 1881-?). Das Nachbarhaus gehört dem Blechnermeister Otto Ganter (1881-1960) und seiner Ehefrau Johanna Ganter (geb. Selb, 1875-1962). Das Haus Ganter gehört zu den wenigen Gebäuden am Alenberg, die beim Großbrand 1921 nicht zerstört wurden.

Standort des Fotografen: 47.885585, 8.343909

Hochzeitsgesellschaft Winkler / Vogelbacher in der Alenbergstraße, 6. November 1951

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Marie-Luise Schlenker zur Verfügung.

Eine Hochzeitsgesellschaft hat sich in der Alenbergstraße vor dem Haus des Blechnermeisters Otto Ganter aufgebaut. In der Mitte steht das Brautpaar Helmut Winkler (1929-2009) und Luise Winkler (geb. Vogelbacher, 1930-2010). 

1.Reihe, sitzend/stehend, v.l.n.r.: 1 Luise Binder (geb. Fehrenbach), 2 Bräutigamsmutter ??? Winkler, 3 Brautmutter Karolina Vogelbacher (geb. Fehrenbach, 1906-1993), 4 Brautjungfer Irmgard Bader, 5 Brautjungfer Helga Reichenbach, 6 Maria Fehrenbach (geb. Glunk), 7 Josefa Schelling (geb. Fehrenbach)
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 Alfons Schlenker (1937-1998), 2 Irma Zepf (verh. Hasenfratz), 3 ???, 4 Anneliese Vogelbacher (verh. Rappenegger), 5 Maria Vogelbacher (verh. Kaufmann), 6 Braut Luise Winkler (geb. Vogelbacher), 7 Bräutigam Helmut Winkler, 8 Gottfried Vogelbacher (1933-2008), 9 Rosmarie Fehrenbach (verh. Götz), 10 ???, 11 Klara Zepf (geb. Fehrenbach)
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 Mathilde Schlenker (geb. Fehrenbach, 1907-1980), 2 Olga Fehrenbach (verh. Streit), 3 Elisabeth Zepf (verh. Isele, 1930-2012), 4 Erna Bader (geb. Mutterer), 5 Luise Bader (geb. Straub), 6 ???, 7 Pfarrer Karl Weickhardt (1905-1977), 8 ???, 9 Karl Fehrenbach, 10 Zimmermeister Eugen Fehrenbach (1901-?)

Standort des Fotografen: 47.885676, 8.343771

Weinfässer der Weinhandlung Hogg in der Alenbergstraße, 1981

Sammlung Familie Waßmer

Im Hof des Hauses Benitz (Alenbergstr. 7/9) stehen sie wie stille Zeugen vergangener Zeiten: die schweren Holzfässer der Weinhandlung Hogg. Dunkel glänzt das Holz, der Geruch von Keller, feuchtem Stein und altem Wein scheint sich in die Fassdauben eingegraben zu haben.

Das Haus Benitz selbst wurde 1823 von dem Gastwirt Josef Hogg (1796-1857) erbaut. Doch schon zuvor lag auf dem Grundstück ein großer Weinkeller, der bis zu 20.000 Liter Wein fassen konnte. 1862 übernahm der Weinhändler Josef Eggert (1821-1888) die Weinhandlung, bis sie 1896 in den Besitz der Familie Benitz überging. Seitdem wird die Tradition hier fortgeführt – mittlerweile in der dritten Generation durch Klaus Benitz (1938-2015).

Mit den Fässer verbindet sich aber nicht nur die Geschichte der Weinhandlung, sie erzählen auch von Festen und Alltag, von einem Getränk, das auch immer für ein Stück Geselligkeit steht.

Standort des Fotografen: 47.885311, 8.343995

Haus Durst in der Alenbergstraße, ca. 1960-1970

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise August Durst zur Verfügung.

1959 war das Haus Nobs an die nächste Generation übertragen worden. Neue Eigentümer waren August Durst und seine Ehefrau Josefa Durst (geb. Nobs). Sie bauten das Gebäude um und aus, indem sie es um eine weitere Etage aufstockten. Dadurch erhielt das Gebäude seine – im Vergleich zu den Nachbargebäuden – ungewöhnliche Dachschräge. Der Spalierbaum, der Jahrzehntelang an der Fassade gewachsen war, musste weichen. Die Rundbögen über Haustür und Stalltür wurden begradigt. Die Fensterläden verschwanden.

Standort des Fotografen: 47.884914, 8.344720

Haus Nobs in der Alenbergstraße, ca. 1929

Dieses Foto stellte dankenswerterweise August Durst zur Verfügung.

Das Haus Nobs (Alenbergstr. 2) ist das einzige Gebäude des Straßenzuges, das den verheerenden Großbrand von 1921 überstand. Seine Geschichte reicht weit zurück – am Türpfosten ist die Jahreszahl 1778 zu lesen. Das Foto zeigt das Gebäude in seiner alten Gestalt: zweistöckig, mit einem steilen Dach und der charakteristischen Fassadengestaltung. Auffällig sind die drei Rundbögen von Haustür, Stalltür und Scheunentor, die dem Haus sein markantes Gesicht gaben.

Vor der Fassade mit dem hochgezogenen Spalierbaum posiert Familie Nobs. Das Haus gehört dem Sägearbeiter Martin Nobs (1890-1970), der aus Oberbränd stammt, und seiner Ehefrau Adelheid Nobs (geb. Löffler, 1894-?). Eine der beiden Frauen hält ein kleines Kind auf dem Arm. Es könnte die Tochter Josefa Nobs (verh. Durst, 1929-?) sein.

V.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???

Später geht das Anwesen in den Besitz der nachfolgenden Generation über. Im Laufe der Jahrzehnte wird das Haus mehrfach umgebaut, aufgestockt und modernisiert, bis es seine spätere Gestalt erhält.

Standort des Fotografen: 47.884914, 8.344720

Hebamme Emma Kienzle mit Neugeborenem, 1961

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Emma Kienzle zur Verfügung.

Emma Kienzle geb. Geisinger (1915-2003) war Hebamme mit Leib und Seele.  Von 1948 bis zur Schließung 1983 arbeitete sie in der Geburtsabteilung im Krankenhaus in der Seppenhofer Straße. Im Durchschnitt kamen jährlich etwa 150 Neugeborene zur Welt, denen sie half, das Licht der Welt zu erblicken. Auch bei Hausgeburten war die beliebte Hebamme dabei.

Emma Kienzle war die Tochter des Landwirts Leopold Geisinger (1878-1938) und der Hebamme Veronika geb. Mauthe (1878-1958). Ihr späterer Beruf war Emma Kienzle also bereits in die Wiege gelegt. Sie war seit jungen Jahren verwitwet und wohnte bis zu ihrem Tod in ihrem Elternhaus in der Alenbergstraße 6.

Von 1956 bis 1986 engagierte sie sich auch als Leiterin der Dorfhelferinnenstation. Das Dorfhelferinnenwerk Sölden e.V. war 1954 gegründet worden, um Frauen und Familien zu unterstützen.

Standort des Fotografen: 47.881668, 8.345370

Blick vom Kirchturm in Richtung Maienland, ca. 1926

Verlag A. Rebholz, Löffingen | Sammlung Familie Waßmer | Dieses Foto stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Vom Kirchturm St. Michael wird dieser Blick über die Dächerlandschaft des Städtchens in Richtung Maienland und Alenberg aufgenommen. Das Foto entsteht wenige Jahre nach dem Großbrand von 1921 und zeigt die wiederaufgebauten Häuser in der Demetriusstraße, der Ringstraße, bis hoch in die Alenbergstraße. Die meisten Neubauten sind an ihren Staffelgiebeln zu erkennen. Am Mailänder Tor fehlen noch die Madonna über dem Torbogen und das Glöckchen im Dachtürmchen. Beide werden erst 1930 angebracht.

Unterhalb des neuerbauten Hauses Benitz (Alenbergstr. 7-9) ist in der Rötengasse noch die Ruine des niedergebrannten Hauses Thoma zu erkennen. Die Ruine wird später abgetragen und machte Mitte der 1930er Jahre der Villa von Dr. Gugelberger Platz.

Links im Vordergrund ist ein kleiner Teil der Fassade des »Benzbaus« in der Ringstraße zu sehen. Der Gebäudekomplex mit Mietwohnungen war nach dem Ersten Weltkrieg zur Behebung der Wohnungsnot errichtet worden. In der Ferne am Horizont ist die Wallfahrtskirche Witterschnee zu erkennen.

Standort des Fotografen: 47.882620, 8.344020