Narrengruppe »Störche«, Fasnacht 1970

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Sonja Schwörer geb. Vogt zur Verfügung.

Mitten im Schnee sind fünf Störche gelandet – zumindest auf den ersten Blick. Bei genauerem Hinsehen erkennt man die Vogt-Geschwister, die sich für die Fasnacht 1970 in Vögel verwandelt haben. Die mit unzähligen weißen Stoffschuppen besetzten Kostüme lassen fast ein echtes Federkleid entstehen. Schwarze Kopfbedeckungen mit langen Schnäbeln vervollständigen den Eindruck. Dass die Störche ausgerechnet in einer tief verschneiten Winterlandschaft posieren, hat seinen eigenen Witz – schließlich verbindet man die Zugvögel eher mit Frühling und warmen Temperaturen.

V.l.n.r.: 1 Rainer Vogt, 2 Wolfgang Vogt, 3 Barbara Vogt, 4 Karin Vogt, 5 Harald Vogt (geb. 1954)

Die Kostüme wurden von der Mutter der Kinder, Elisabeth Vogt (geb. Hermann, 1929-1969), genäht. Allein die Vielzahl der einzeln aufgenähten »Federn« lässt erahnen, wie viel Arbeit und Geduld in dieser Verkleidung steckt. Die Kinder traf im Vorjahr ein schwerer Schicksalsschlag: Ihre Mutter starb am 8. Mai 1969 im Alter von nur 39 Jahren. Umso bemerkenswerter ist es, dass die von ihr genähten Kostüme nun bei dieser Fasnacht getragen werden.

Standort des Fotografen: ???

20-Jährige beim Sammeln für den Fasnetfunken, Fasnacht 1964

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Matthias von Dungen zur Verfügung.

Die 20-Jährigen sind während der Fasnacht gleich mehrfach gefordert. Nicht nur am »Schmutzigen Dunschdig« sind sie im Einsatz, wenn sie den Narrenbaum aufstellen und auf die Laterne der Laternenbrüder vereidigt werden. Auch am »Fasnet Mändig« beteiligen sie sich selbstverständlich am Narrenumzug. Und am »alten Fasnetsunndig« wartet bereits der nächste wichtige Brauch: Dann versteigern sie den Narrenbaum und setzen mit dem Fasnetfunken der Fasnacht symbolisch ein Ende.

Auf diesem Foto sammeln die 20-Jährigen Brennmaterial für den Funken – vor allem ausgediente Weihnachtsbäume und anderes Holz. Der Anhänger ihres Traktors ist bereits gut gefüllt. Der Traktorfahrer ist Werner Tschiggfrei, hinter ihm sitzt Herbert von Dungen. Gerade fahren sie durch die Kirchstraße und kommen am Haus Kuster (Kirchstr. 14) vorbei.

Dort lässt sich nebenbei ein baulicher Wandel ablesen: Der frühere Ökonomiebereich des Hauses war im Vorjahr abgerissen worden. Auf dem Foto ist die rechte Gebäudehälfte bereits neu aufgebaut, doch die Balkone sind noch unvollendet – die Brüstungen fehlen noch.

Standort des Fotografen: 47.883066, 8.344155

2 Fotos: Mitarbeiter*innen der Volksbank, Fasnacht 1981

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Die Volksbank am Rathausplatz ist am »Schmutzigen Dunschdig« fest in närrischer Hand. Die Mitarbeiter*innen haben die Schalterhalle mit Luftballons, Girlanden und bunten Papierketten geschmückt und sich selbst ebenfalls ordentlich in Schale geworfen. Von nüchterner Bankatmosphäre ist an diesem Tag wenig zu spüren.

Die Kostüme ergeben ein herrlich buntes Bild: Einige tragen Lederhosen und karierte Hemden, andere erscheinen im Dirndl oder mit Trachtenjanker, Filzhut und Kniestrümpfen. Insgesamt erinnert die Gruppe weniger an Bankangestellte als an eine fröhliche Wandertruppe irgendwo zwischen Schwarzwald und Alpenhütte. Sogar Bankvorstand Walter Kromer (1935-2020) verzichtet heute auf Anzug und Krawatte und schlüpft stattdessen in rustikale Wanderkluft.

erstes Bild
1.Reihe, sitzend, v.l.n.r.:
1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 ???
2.Reihe, knieend, v.l.n.r.: 1 Alfons Beha (1930-2015), 2 ???, 3 ???
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 Jutta Pfefferkorn (1947-2021), 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 ???, 7 ???, 8 Agnes Beha (geb. Zirlewagen, 1931-1993), 9 Walter Kromer (1935-2020)
4.Reihe, v.l.n.r.: 1 Günter Scherer, 2 ???, 3 ???

zweites Bild
1.Reihe, sitzend, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???
2.Reihe, knieend, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 ???, 7 ???, 8 Walter Kromer (1935-2020)
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 Jutta Pfefferkorn (1947-2021), 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 ???, 7 Agnes Beha (geb. Zirlewagen, 1931-1993), 8 ???
4.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 Günter Scherer, 3 ???, 4 ???

Standort des Fotografen: 47.883691, 8.344817

3 Fotos: Narrengruppe »Weibliche Narrenpolizei« auf dem oberen Rathausplatz, Fasnacht 1997

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Da reibt sich wohl manch einer die Augen: Man muss schon genau hinschauen, um zu merken, dass hier gar nicht die echte »Weibliche Narrenpolizei« über den oberen Rathausplatz marschiert. Die Kostüme sind perfekt nachgeschneidert, das Auftreten bis ins Detail kopiert. Doch hinter den roten Uniformen, den Lockenperücken und den weißen Handschuhen stecken in Wahrheit Männer.

Eine Narrengruppe hat sich als »Weibliche Narrenpolizei« verkleidet – und nimmt damit augenzwinkernd die seit 1936 existierende Gruppe aufs Korn. Crossdressing gehört schließlich seit jeher zur närrischen Tradition. Ganz perfekt gelingt die Tarnung dann aber doch nicht: Spätestens der eine oder andere Schnurrbart und Bartschatten verrät die Narren.

Standort des Fotografen: 47.884143, 8.345168

Narr beim Schießen, Fasnacht ca. 1950-1960

Stadtarchiv

Wenn da mal nicht scharfe Munition drin ist! Ein Fasnachtsnarr ist übermütig geworden und zielt mit seinem Revolver auf eine Kaffeetasse, die er mit ausgestrecktem Arm festhält. Natürlich handelt es sich nur um einen närrischen Spaß – aber die Szene ist so inszeniert, als gehe es um Leben und Tod. Der Mann grinst verschmitzt unter seinem angeklebten Schnurrbart hervor. Zur Verkleidung gehören außerdem eine künstliche Nase, eine auffällige Brille und eine karierte Schirmmütze.

Auf der Rückseite des Fotos steht handschriftlich notiert: »Noch ein Fasnetgruß. Eben schieß ich mit Revolver auf meine Kaffeeschüssel.« Die humorvolle Aufnahme entsteht in einer Gaststube oder einem Wohnzimmer. Vielleicht handelt es sich bei dem Mann um Lehrer Karl Ehret (1897-1974), der 23 Jahre lang als Pädagoge in Löffingen wirkte? Ganz sicher scheint nur: Zur Fasnacht darf man für einen Augenblick jemand anderes sein: auch ein Revolverheld.

Standort des Fotografen: ???

2 Fotos: Frauengruppe im Gasthaus »Linde«, Fasnacht 1986

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Rita Willmann zu Verfügung.

In einer gemütlichen Ecke des Gasthauses »Linde« hat sich eine Gruppe Fasnachtsnärrinnen niedergelassen. Über dem Tisch hängen bunte Papierschlangen von der Deckenlampe herab, auf der weißen Tischdecke stehen Gläser und Flaschen. Offenbar ist man schon seit geraumer Zeit beisammen. Die Stimmung ist ausgelassen.

Die Kostüme fallen bunt und phantasievoll aus. Neben einer elegant gekleideten Dame mit Federboa und breitkrempigem Hut sitzen Pierrots mit weiß geschminkten Gesichtern und schwarz-weiß gepunkteten Kostümen. Eine Frau trägt einen Strohhut und ein grell gemustertes Hawaiihemd, eine andere ist wohl als Seeräuber verkleidet.

oberes Bild
V.l.n.r.:
1 Irmgard Modrinski, 2 Gudrun Hoßbach (verdeckt), 3 Rosmarie Stuber, 4 Rosel Eggert oder [Maria Hall?], 5 Ella Petelka, 6 Anette Ratzer, 7 Renate Meder, 8 Gertrud Geisinger, 9 Heidi Kromer, 10 Inari Boehm, 11 Agnes Beha

unteres Bild
V.l.n.r.:
1 Gudrun Hoßbach, 2 Rosmarie Stuber, 3 Rosel Eggert oder [Maria Hall?], 4 Ella Petelka, 5 Anette Ratzer, 6 Renate Meder, 7 Gertrud Geisinger, 8 Heidi Kromer, 9 Inari Boehm, 10 Irmgard Modrinski

Die Gaststube mit den gerahmten Bildern an den Wänden wirkt dabei fast wie ein verlängertes Wohnzimmer. Viele Gruppen ziehen an Fasnacht von Wirtschaft zu Wirtschaft. Doch irgendwann bleibt man dort hängen, wo die Stimmung am besten ist.

Standort des Fotografen: 47.884272, 8.346529

Narrengruppe in der Demetriusstraße, Fasnacht ca. 1931

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Hilde Adrion zur Verfügung.

Vier junge Frauen stehen dicht beieinander vor dem Haus Krauß in der Demetriusstraße. Sie lachen in die Kamera, haben die Arme ineinandergehakt und genießen ganz offensichtlich das närrische Treiben der Fasnacht.

Die Kostüme wirken improvisiert. Die Frau links trägt eine Pluderhose und ein gepunktetes Oberteil und erinnert an einen Clown. Daneben posiert wohl ein Zwerg, der spitze Zwergenhut ragt empor. Die Frau rechts trägt einen breiten Rüschenkragen und eine zackenförmig geschnittene Bluse, die an ein Harlekinskostüm erinnert. Offenbar entsteht der Reiz weniger durch perfekte Kostüme als vielmehr durch die gemeinsame Freude am Verkleiden.

V.l.n.r.: 1 Mathilde Keller (verh. Kranzer, 1911-?), 2 Sofie Jonner (verh. Hepting, 1909-1995), 3 ???, 4 ???

Standort des Fotografen: 47.884286, 8.344926

Theateraufführung in der Festhalle, Fasnacht ca. 1935

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Hilde Adrion zur Verfügung.

Zum Schluss treten noch einmal alle Mitwirkenden gemeinsam auf die Bühne. Dicht gedrängt stellen sie sich vor dem monumentalen Bühnenbild auf und blicken in die Kamera. Männer und Frauen, junge Erwachsene und ältere Laiendarsteller – offenbar das gesamte Ensemble des Theaterstücks.

Die Kostüme orientieren sich an historischen Vorbildern irgendwo zwischen Spätmittelalter und Renaissance. Einige Männer tragen kurze Wämser, Strumpfhosen und Baretts, andere erscheinen als Landsknechte mit Schwertern und Dolchen. Frauen tragen lange Kleider mit weiten Ärmeln. Besonders eindrucksvoll wirken die vier Männer in Ritterrüstungen, die unter dem Torbogen Aufstellung genommen haben. Das Ganze erinnert an ein großes Historienstück mit Burgherren, Soldaten und Hofstaat.

Bemerkenswert ist vor allem das Bühnenbild. Die Kulisse zeigt ein mächtiges steinernes Burgtor mit kleinen gotischen Fenstern und einem gewaltigen Rundbogen. Darüber befindet sich ein Wappenstein. Das halbierte Wappen mit seinen schrägen Balken könnte ein Hinweis auf ein konkretes Adelsgeschlecht oder einen historischen Stoff sein. Vielleicht handelt es sich aber auch lediglich um ein Fantasiewappen, das mittelalterliche Atmosphäre erzeugen soll. Welches Theaterstück hier tatsächlich aufgeführt wird, lässt sich heute nicht mehr mit Sicherheit sagen.

Sicher ist dagegen: Für Löffinger Verhältnisse handelt es sich um eine außerordentlich aufwändige Produktion. Die Zahl der Mitwirkenden ist groß, die Kostüme sind detailreich und die Kulisse beeindruckend dimensioniert. Allein die Größe der Bühne spricht dafür, dass die Aufführung nicht im »Gebertsaal« stattfindet. Wahrscheinlich nutzt man bereits die neu erbaute Festhalle, die Raum für derart große Theaterinszenierungen bietet.

1.Reihe, sitzend, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 Ernst Kraus, 5 ???, 6 ???, 7 ???, 8 ???, 9 ???, 10 ???, 11 ???, 12 ???, 13 ???, 14 ???, 15 ???, 16 Timotheus Schmid, 17 ???, 18 ???, 19 Rupert Hepting, 20 ???, 21 Fritz Adrion
3.Reihe, v.l.n.r.:

Standort des Fotografen: 47.882906, 8.347861

2 Fotos: Hanselegruppe auf der Kirchentreppe, Fasnacht 1997

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Die Hanselegruppe hat auf der Kirchentreppe Position bezogen. Die erwachsenen Hansele mit ihren Holzmasken stehen hinten, der »Narrensamen«, der noch keine eigene Masken besitzt, vorne. Sogar zwei Kinderwagen werden mitgeführt, um die jüngsten »Hansele« dabei zu haben. Sie sind warm eingepackt und mitten im närrischen Geschehen.

Zwei Gruppenfotos werden aufgenommen. Auf der einen Aufnahme tragen die Erwachsenen ihre Holzmasken, auf der anderen haben sie sie abgenommen. So werden aus den geheimnisvollen Hästrägern plötzlich vertraute Gesichter aus der Nachbarschaft und dem Freundeskreis. Schnell wird auch klar, dass die Hanselegruppe vor allem weiblich ist!

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 ???, 7 Georg Mayer
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 ???
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 Karin Geisinger (?), 6 ???, 7 ???
4.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 Lore Fehrenbach, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 ???, 7 ???, 8 ???
5.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ??? Meier, 5 ???, 6 ???
6.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???

Das Hansele zählt zu den klassischen Baaremer Weißnarren. Das helle Leinenhäs ist mit bunten Motiven bemalt: Blumen, Ornamente und kleine Figuren bedecken den Stoff. Typisch ist auch die geschnitzte Holzmaske mit ihrer hohen, gefurchten Stirn und dem schlichten Rosshaarkranz. Dazu gehören der Fuchsschwanz, der Geschellriemen mit seinen elf Glocken und natürlich der rote Sack. Für die Kinder ist er das Wichtigste überhaupt, denn darin befinden sich die begehrten Bonbons, die während des Umzugs verteilt werden.

Standort des Fotografen: 47.882850, 8.344347

Olga Geisinger mit Enkelin, Fasnacht 1989

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Oma und Enkelin haben sich vor dem Café Fuß (Rathausplatz 5) für ein gemeinsames Erinnerungsfoto aufgestellt. Im Mittelpunkt steht an diesem Tag die Enkelin: Karin Geisinger gehört zu den diesjährigen 20-Jährigen und hat gemeinsam mit ihrem Jahrgang den Narrenbaum auf dem unteren Rathausplatz gestellt. Auf der Hausfassade zeichnet sich der Schatten des Narrenbaums ab. Verkleidet ist sie als »Schotte« – mit Kilt und passender Kopfbedeckung.

Neben ihr steht ihre Großmutter Olga Geisinger (geb. Schmutz, 1917-?), die der Straßenfasnacht seit vielen Jahren verbunden ist. Auch wenn sie längst nicht mehr zu den Jüngsten zählt, ist sie doch jedes Jahr mitten im närrischen Treiben anzutreffen – häufig zusammen mit ihrer Freundin Gertrud Faller (geb. Schmid, 1925-2005).

Im Hintergrund spannen sich die Fasnachtsbändel über den oberen Rathausplatz. Während ausgelassen gefeiert wird, halten zwei Generationen kurz inne für ein Foto – auch verbunden durch die Fasnacht, die für beide einen festen Platz im Leben hat.

Standort des Fotografen: 47.883972, 8.343932

Schlafender Narr im Gasthaus »Ochsen«, Fasnacht 1957

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Oh, da hat es wohl jemand etwas zu wild getrieben! Mitten im närrischen Treiben im Gasthaus »Ochsen« übermannt diesen jungen Mann die Müdigkeit. Den Kopf nach hinten gelegt, die Arme verschränkt, liegt er ausgestreckt auf einer Bank oder einem Sofa und schläft tief und fest. Die Krawatte sitzt schon locker, das Hemd ist verrutscht – die langen Stunden der Fasnacht haben sichtbar ihre Spuren hinterlassen.

Dass dabei vermutlich auch Alkohol im Spiel war, liegt nahe. Besonders amüsant ist allerdings die kleine Streichholzschachtel, die auf seiner Nase steckt. Ob er sie sich selbst aufgesetzt hat oder ob andere Narren sich einen Scherz mit dem friedlich Schlafenden erlaubt haben, bleibt offen. Während ringsum weiter gelacht, musiziert und gefeiert wird, gönnt sich dieser Narr mitten im Trubel einen kurzen Schlaf – wenn auch unfreiwillig zur allgemeinen Belustigung.

Standort des Fotografen: 47.883944, 8.345250

Gertrud Faller mit Enkelin, Fasnacht 1989

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Oma und Enkelin posieren hier für ein gemeinsames Erinnerungsfoto. Im Mittelpunkt steht heute die Enkelin: Heike Bölle gehört zu den diesjährigen 20-Jährigen und hat mit den anderen Angehörigen des Jahrgangs 1969 den Narrenbaum auf dem unteren Rathausplatz gestellt. Verkleidet ist sie als »Schotte« – mit Kilt, Weste und Mütze.

Geerbt hat sie ihr Fasnachtsgen ganz sicher von ihrer Großmutter Gertrud Faller (geb. Schmid, 1925-2005). Obwohl nicht mehr die Jüngste, ist sie Jahr für Jahr bei der Straßenfasnacht anzutreffen – meist im Doppelpack mit ihrer Freundin Olga Geisinger (geb. Schmutz, 1919-?), die im Hintergrund des Fotos zu sehen ist.

So treffen sich auf diesem Bild zwei Generationen: die eine mittendrin im närrischen Höhepunkt ihres Jahrgangs, die andere seit Jahrzehnten vertraut mit dem Treiben – und doch immer noch mit Freude dabei.

Standort des Fotografen: 47.883972, 8.343932