Fünf Festteilnehmerinnen vor dem »Gebertsaal«, ca. 1930

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Sabine Hornstein zur Verfügung.

Vor dem 1925/26 gebauten »Gebertsaal« (Obere Hauptstr. 11) stehen fünf junge Frauen. Sie stehen dicht nebeneinander, die Arme eingehakt, und blicken selbstbewusst in die Kamera. Ihre Kleider sind sorgfältig gewählt – modisch, mit Volants und leichten Stoffen, dazu passende Schuhe und kleine Handtaschen. An der Brust tragen sie Anstecknadeln, ein weiteres Zeichen, dass hier ein Fest gefeiert wird.

Links und rechts des Eingangs stehen kleine Tannenbäumchen, geschmückt mit Papierstreifen. Offensichtlich wird heute Hochzeit gefeiert! Der »Gebertsaal« bildet den passenden Rahmen für solche Feiern. Er ist Treffpunkt und Festsaal.

V.l.n.r.: 1 Else Häusle (verh. Weiss, 1911-?), 2 ???, 3 ???, 4 Anna Benz (verh. Strobel, 1906-1986), 5 ???

Standort des Fotografen: 47.884471, 8.346889

Seniorinnen-Gymnastikgruppe in der Touristeninformation, 2005

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Inge Mayer zur Verfügung.

Woche für Woche trifft sich die Seniorinnen-Gymnastikgruppe unter Leitung von Margarete Senn (geb. Zepf, 1932-2021) im »Gebertsaal«. Zu den Übungsstunden kommen durchschnittlich rund 20 Frauen im Alter von 50 bis 78 Jahren – wobei nach oben bewusst keine Altersgrenze gesetzt ist. Die Übungsstunden beginnen mit einer Aufwärmphase, danach folgen Lockerungs- und Dehnübungen, die Beweglichkeit und Kondition fördern sollen. Zum Abschluss der Stunde stehen oft Gemeinschaftstänze auf dem Programm, die neben der körperlichen Bewegung auch für gute Stimmung sorgen.

Das Gruppenfoto entsteht 2005 für die Festschrift zum 100-jährigen Jubiläum des Turnerbunds. Darin beschreibt Margarete Senn das Anliegen der Gruppe mit einem Satz, der ihr besonders wichtig ist:» Unser Ziel: dem Leben Jahre und den Jahren Leben geben, damit die älteren Menschen bis ins hohe Alter fit und beweglich bleiben, um somit die Lebensqualität zu erhöhen.« Die Gymnastikstunden sind damit weit mehr als nur Sport: Sie sind zugleich ein Treffpunkt, an dem Bewegung, Gemeinschaft und Lebensfreude zusammenkommen.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 Renate Bon, 2 Brigitte Schell, 3 Edeltraud Grieshaber, 4 Margret Adrion, 5 Josefa
Durst
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 Ruth Straetker, 2 Marietta Müller, 3 Rita Willmann, 4 Inge Mayer, 5 Wilfriede Wolf
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 Hildegard Beha, 2 Margarete Senn, 3 Irmgard Modrinzki, 4 Hilde Fehrenbach, 5 Elvira Fischer

Auf dem Foto fehlen: Renate Pirnasch, Erika Bujnoch, Juliane Hilberg, Ella Petelka und Inge Sowa.

Standort des Fotografen: 47.884068, 8.345667

Fünf Frauen in weißen Gewändern auf der »Linden«-Wiese, ca. 1955-1960

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Hilde Adrion zur Verfügung.

Ein Sommertag auf der »Linden«-Wiese, die sich entlang der Festhallenstraße und des Schulwegs erstreckt. Das Gras steht hoch, dahinter zeichnen sich Gärten, Zäune und die ersten Häuser des Städtchens ab. Sechs junge Frauen haben sich nebeneinandergestellt, die Arme locker ineinandergehakt. Sie stehen nicht steif in Reih und Glied, sondern Schulter an Schulter, beinahe freundschaftlich verschränkt. Das Bild strahlt Zusammenhalt aus – und Jugend. Die Sechs lachen in die Kamera, selbstbewusst, aber auch ein wenig feierlich. Welches Fest wohl diesmal in Löffingen gefeiert wird? Vielleicht das 36. Gauturnfest, das im Juli 1955 – verbunden mit dem 50. Gründungsjubiläum des Turnerbundes – gefeiert wird?

Die Angehörigen des Jahrgangs 1938/39 tragen lange, helle Gewänder, tailliert mit dunklen Gürteln. Die Stoffe fallen weich bis zu den Knöcheln, manche Kleider sind schlicht, andere mit zarten Mustern oder kleinen Details versehen. Vielleicht sind die sechs Frauen als »Festjungfrauen« unterwegs?

V.l.n.r.: 1 Brunhilde Zahn (1939-1975), 2 Brunhilde Bader (verh. Stockmar, 1938-2006), 3 Veronika Geisinger (verh. Beer), 4 Gisela Fehrenbach (verh. Knöpfle), 5 Inge Hepting (verh. Mayer), 6 Roswitha Kurz (verh. Ehrat)

Standort des Fotografen: 47.883779, 8.347409

Frauengruppe in einem Wohnzimmer, 23. Oktober 1932

Diese Fotos stellten dankenwerterweise Ursula Moch-Weiss sowie Klemens Rebholz und Cäcilia Runge zur Verfügung.

Die Wintermonate sind lang. Gemeinsame Ausflüge ins Grüne sind nicht möglich. Aber die jungen Frauen haben trotzem viel Spaß zusammen in der kalten Jahreszeit. Im Winter feiern sie »Feste«, heißt es im Fotoalbum. Es ist der 23. Oktober 1932 und die Frauen feiern den 18. Geburtstag von Luise Straub (verh. Bader, 1914-2009).

Man ist im Wohnzimmer von Familie Straub (Untere Hauptstr. 6) zusammengekommen. Die Wanduhr zeigt 22.15 Uhr an. Unter dem Kruzifix im Herrgottswinkel posieren die Frauen ausgelassen für ein Gruppenfoto. Es scheint rund zuzugehen, die Frauen kostümieren sich sogar. Das Geburtstagskind kauert in der Mitte und schaut aus einer großen Kiste heraus.

1.Reihe, hockend, v.l.n.r.: 1 ???, 2 Johanna Ganter (verh. Rebholz, 1913-2003), 3 Luise Straub (verh. Bader, 1914-2009), 4 ???, 5 ???
2.Reihe, stehend, v.l.n.r.: 1 Maria Straub (verh. Willmann, 1911-2011), 2 Elisabeth Bader (verh. Obert, 1909-1997), 3 Klara Egle (Sr. Confirmata, 1910-1991), 4 Ida Schultheiß (verh. Maier, 1909-2001), 5 Else Häusle (verh. Weiss, 1911-?), 6 Sophie Bader (verh. Gremper, 1905-1984), 7 Elisabeth Schultheiß (verh. Würzburger, 1911-?), 8 Rosalie Egle (verh. Konhäuser, 1917-2014), 9 ???

Standort des Fotografen: 47.883348, 8.343675

Damenmeisterschaft der Tennisgilde, September 1990

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Silvia und Gerold Bächle zur Verfügung.

Bei den Tennis-Damenmeisterschaft der Tennisgilde nehmen acht Paare teil. Unter der Turnierleitung von Sportwart Peter Rieck siegt das Nachwuchsdoppel Christine Amann und Tanja Riedlinger. Auf Platz 2 kommen Andrea Meutner und Bärbel Wider. Auf Platz 3 folgen Marianne Brugger und Martina Masuch und auf Platz 4 Ella Studer und Marina Pfaff.

1.Reihe, hockend, v.l.n.r.: 1 Martina Masuch, 2 Andrea Meutner, 3 Silvia Grieshaber (geb. Sibold), 4 Christine Amann
2.Reihe, stehend, v.l.n.r.: 1 Bärbel Wider, 2 Ursula Kramer (geb. Rieck), 3 Ella Studer (geb. Beck), 4 Marina Pfaff (geb. Studer), 5 Tanja Riedlinger, 6 Marianne Brugger (geb. Fehrenbach)

Standort des Fotografen: 47.900605, 8.333646

Organistin Johanna Rebholz, Mai 1962

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Klemens Rebholz und Cäcilia Runge zur Verfügung.

Johanna Rebholz (geb. Ganter, 1913-2003) sitzt an der Orgel, den Blick auf die Noten gerichtet, die Hände sicher auf den Tasten. Kaum jemand sieht sie hier oben auf der Orgelempore der katholischen Kirche St. Michael, denn dieser Bereich bleibt meist dem Kirchenchor vorbehalten. Und doch ist sie allen Kirchgängerinnen und Kirchgängern vertraut: Seit Jahrzehnten prägt ihr Spiel die Gottesdienste der katholischen Pfarrgemeinde Löffingen.

Johanna Rebholz spielt seit 1937 die Orgel. Dass sie dieses Amt übernahm, war keineswegs geplant. Als 23-Jährige sprang sie spontan ein – ohne formale Ausbildung. Am 23. März 1937 traf sich der Kirchenchor, dem sie bereits seit zehn Jahren angehörte, zur Gesangsprobe. Der Chorleiter und Organist, Hauptlehrer Emil Willig, erschien nicht. Der NSDAP-Kreisleiter hatte ihm untersagt, seinen kirchlichen Dienst weiter auszuüben, sofern er seine Stelle als Lehrer nicht gefährden wollte. Schneidermeister Hermann Ganter übernahm daraufhin die Leitung des Chores und bestimmte kurzerhand seine Nichte Johanna Ganter zur Organistin. In den folgenden Monaten und Jahren erhielt sie Orgelunterricht von ihrem Cousin August Ganter, der 1933 zum Priester geweiht worden war und als Pfarrer in Ewattingen wirkte. Unterstützt wurde sie zudem von Schreinermeister August Limb, der sich als versierter Registrateur an der Orgel erwies.

Als dieses Foto am 5. Mai 1962 anlässlich der Primiz von Pater Alfred Benz entsteht, wirkt Johanna Rebholz bereits seit 25 Jahren als Organistin. Sie sitzt noch an der »alten Orgel«. Wenige Jahre später, bei der Kirchenrenovierung 1968/69, wird die Orgelempore abgerissen. Die alte Orgel verlässt Löffingen und wird am 15. Januar 1969 nach Überlingen überführt. Stattdessen erhält die Kirche eine neue 30-Register-Orgel der Firma Orgelbau Schwarz (Inhaber Eugen Pfaff), wobei die alten Pfeifen weiterverwendet werden. Johanna Rebholz muss sich zunächst an das neue Instrument gewöhnen. Doch sie bleibt der Kirchenmusik treu. Über weitere zwei Jahrzehnte engagiert sie sich mit großer Hingabe. Nicht selten zieht sie sich abends oder nachts allein in die Kirche zurück, um Orgelmessen einzustudieren und zu üben. Ihr Wirken bleibt meist im Hintergrund – und ist doch aus dem musikalischen Leben der Gemeinde nicht wegzudenken.

Standort des Fotografen: 47.882533, 8.344125

Fünf Freundinnen bei einem Ausflug bei der Ziegelhütte, Herbst 1933

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Klemens Rebholz und Cäcilia Runge zur Verfügung.

Fünf junge Frauen schieben ihre Fahrräder nebeneinander her, lachen, halten kurz inne. Vom Stadtwald kommend passieren sie die Ziegelhütte und die Jungviehweide. Ihr Ausflug nach Oberbränd liegt hinter ihnen, nun geht es zurück in Richtung Städtchen.

Die Freundinnen tragen Röcke und Jacken. Die Räder sind schwer, die Strecke zieht noch einmal an. Bis hinauf zur Anhöhe am Witterschneekreuz heißt es schieben oder kräftig in die Pedale treten. Danach wird es leicht, dann rollt der Weg fast von selbst bergab. Zeit zum Durchatmen, für Gespräche und gemeinsames Lachen. Das Foto hält einen unbeschwerten Moment ihrer Freundschaft fest. Ein Ausflug wie dieser bedeutet auch Abwechslung vom Alltag und ein Stück Freiheit.

V.l.n.r.: 1 Josefine Schweizer (verh. Kühn), 2 ???, 3 Luise Straub (verh. Bader, 1914-2009), 4 Johanna Ganter (verh. Rebholz, 1913-2003), 5 ???

Standort des Fotografen: 47.897084, 8.336641

»Tännlewieber« vor einer Schutzhütte im Stadtwald, ca. 1960

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Konrad Kuster zur Verfügung.

Das Lachen ist ansteckend. Vor einer hölzernen Schutzhütte im Stadtwald haben sich die »Tännlewieber« zusammengefunden, dicht gedrängt, vertraut miteinander, einige in Arbeitskitteln und Schürzen, andere mit Kopftuch oder Strickjacke. In der Mitte vorne sitzt ein Junge, rechts steht Förster Werner Lubrich (1927-2010) – ein seltenes Gruppenfoto aus dem Arbeitsalltag, aufgenommen um 1960.

Der Wiederaufbau nach dem Krieg ist weitgehend abgeschlossen, der Wald, der von der französischen Besatzungsmacht in der Nachkriegszeit ziemlich abgeholzt wurde, wird neu aufgebaut und gezielt gepflegt. Die Frauen leisten einen unverzichtbaren Beitrag für die Forstarbeit. Sie pflanzen junge Bäume, pflegen Kulturen, räumen Schlagabraum. Die Arbeit ist körperlich fordernd. Doch für einen Augenblick ruht die Arbeit, es wird gelacht und gescherzt. Die Atmosphäre ist gelöst, beinahe familiär. Die Kleidung ist moderner, die Farben bringen Leben ins Bild.

1.Reihe, hockend: 1 ???
2.Reihe, hockend, v.l.n.r.: 1 Edith Koch (verh. Biedenbach), 2 Käthe Kaufmann (geb. Nägele), 3 Rosemarie Scholl (Dittishausen), 4 Marlies Laufer
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 Anneliese Heitzmann (geb. Mayer), 2 [Brunhilde Heiler (geb. Hofmaier, 1931-2004)?], 3 Margret Beha (verh. Marx), 4 ???, 5 Luise Heizman (geb. Siebler, 1914-1970), 6 Walburga Olveira (geb. Bächle, Dittishausen), 7 Förster Werner Lubrich (1927-2010)
4.Reihe, v.l.n.r.: 1 Gerda Rappenegger (verh. Fehrenbach, geb. 1943), 2 ???, 3 ???, 4 Elise Braun (1910-?), 5 ???, 6 ??? Fürderer (Dittishausen), 7 Berta Rappenegger (verh. Mayer)

Standort des Fotografen: ???

Familie Strobel (?) am Waschtrog, ca. 1920

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Inge Mayer zur Verfügung.

Heute ist Waschtag – und das bedeutet Schwerstarbeit. Im gepflasterten Hof steht der große verzinkte Waschtrog auf seinen vier Beinen. Darum gruppieren sich mehrere Frauen, die Ärmel hochgekrempelt, die Schürzen festgebunden. Ihre Hände greifen in das warme Seifenwasser, heben nasse Wäschestücke, wringen, reiben, tauchen ein – immer im gleichen Rhythmus, der viele Stunden füllt. Der Duft von Kernseife liegt in der Luft.

Neben den Frauen steht ein Mädchen. Es schaut neugierig in die Kamera, darf dabei sein, muss aber noch nicht mithelfen. Es hört neugierig den Gesprächen der Frauen zu, die über dem Waschtrog geführt werden – mal ernst, mal heiter. Ein Mann hat sich für einen Moment mit aufs Bild gesellt. Er packt beim Wäschewaschen nicht mit an.

V.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 Anna Strobel (geb. Guth, 1898-?), 5 ???, 6 ???

Fotos wie dieses sind selten. Während das Arbeitsleben der Männer in der Landwirtschaft und im Handwerk nur gelegentlich fotografisch festgehalten wird – ist die Hausarbeit der Frauen fast nie ein Fotomotiv.

Anna Strobel (1898-?) ist mit dem Landwirt Anselm Strobel (1883-1954) in der »Ziegelhütte« verheiratet.

Standort des Fotografen: ???

2 Fotos: Närrin in unterschiedlichen Kostümen, Fasnacht 1925

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

In der »Hintergasse« posiert eine Frau vor der Kamera – einmal im aufwendigeren Kostüm mit Samtweste, Knopfschmuck und gemustertem Hüfttuch, ein anderes Mal mit einfachem Kleid und großem Fransenschal. Die beiden Aufnahmen zeigen, dass sie sich für die Fasnacht gleich mehrfach verkleidet oder ihren Auftritt variiert. Der Schnee am Boden lässt erahnen, wie kalt es beim Fotografieren ist – lächelnd hält sie trotzdem still.

Das Fenster hinter ihr gehört zur Werkstatt der Buchbinderei und Buchdruckerei von Anton Rebholz (Rathausplatz 3). Vermutlich drückt er selbst auf den Auslöser: Als leidenschaftlicher Fotograf hält er das Löffinger Fasnachtstreiben auf Glasplatten- und Papierabzügen fest.

Wer weiß, wer die Frau ist?

Standort des Fotografen: 47.884200, 8.344369

3 Fotos: Frauengruppe bei einem lustigen Kaffeekränzchen, 1964

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Alexandra Scholl zur Verfügung.

Zuerst sitzen die Frauen noch ganz gesittet beisammen. Vor ihnen auf dem Tisch stehen Kuchen, Torten und die gute Kaffeekanne mit Kaffeeservice. Im Hintergrund hängen gerahmte Bilder, die einiges über den Zeitgeist verraten: Ein Kunstdruck des berühmten »Feldhasen« (1502) von Albrecht Dürer, daneben ein Blumenstillleben, das eine sommerliche Landschaft in den Raum holt.. Alles wirkt ordentlich, so wie es sich für ein Kaffeekränzchen gehört.

Doch schon wenig später hält sich niemand mehr an förmliche Zurückhaltung. Aus dem ernsten Gruppenbild wird eine Szene voller Gelächter: eine der Frauen liegt halb über den Schoß der anderen, Köpfe fallen einander an die Schulter, Hände werden vor Lachen vors Gesicht geschlagen. Es ist ein ausgelassenes, fröhliches Durcheinander, das zeigt, wie vertraut diese Frauenrunde miteinander ist. Ein paar Stücke Kuchen, eine Tasse Kaffee und die richtige Gesellschaft reichen, um einen glücklichen Nachmittag zu erleben.

oberes Bild
V.l..n.r.:
1 [Stefanie Heiler?], 2 Anna Jordan (geb. Fehrenbach, 1907-1982, Wirtin »Küferstüble«), 3 Emma Butsch (geb. Maier, 1886-1971), 4 Maria Schweizer (geb. Ganter (1909-?), 5 Olga Geisinger (geb. Schmutz), 6 Elisabeth Hepting (geb. Münzer, 1897-?), 7 Cäcilie Rosenstiel (geb. Winterhalter, 1901-?)

mittleres Bild
V.l.n.r.:
1 Maria Schweizer (geb. Ganter, 1909-?), 2 Olga Geisinger (geb. Schmutz), 3 Elisabeth Hepting (geb. Münzer, 1897-?), 4 Cäcilie Rosenstiel (geb. Winterhalter, 1901-?), 5 Rosa Henzler (geb. Winterhalder, 1900-?), 6 ??? Duttlinger (Seppenhofen)

Standort des Fotografen: ???

Mopedfahrerin mit Kind auf dem Gepäckträger, ca. 1955

Dieses Foto stellten dankenwerterweise Helga Küßner und Christa Egle zur Verfügung.

Die Fahrerin hat beide Hände fest am Lenker – hinten auf dem Gepäckträger klammert sich ein Kind an sie. Helga Stöhr (verh. Küßner, geb. 1938) sitzt auf einem Moped, mitten auf einem Feldweg hinter der »Hasle«, während der kleine Daniel Fehrenbach (geb. 1951) sich hinter ihr festklammert.

Eine junge Frau auf einem Moped ist Mitte der 1950er-Jahre noch keine alltägliche Erscheinung, die Straßen sind männlich dominiert. Und die Frage der Sicherheit wird weit weniger ernst genommen als in späteren Zeiten: kein Helm, keine Schutzausrüstung – und ein Kleinkind einfach hinten drauf.

Vielleicht aber ist die Szene auch weniger riskant, als sie wirkt. Gut möglich, dass das Foto nur gestellt ist, dass Helga Stöhr einfach für die Kamera posiert. Das genaue Fabrikat des Mopeds lässt sich auf dem Foto nicht eindeutig erkennen. Aber der historische Kontext ist klar: 1953 wird in der Bundesrepublik die neue Fahrzeugklasse »Moped« eingeführt. Mit bis zu 50 ccm Hubraum, günstig in Anschaffung und Unterhalt, ermöglichen sie erstmals breiten Bevölkerungsschichten individuelle Mobilität. Der »Mopedboom« prägt die 1950er-Jahre.

Standort des Fotografen: 47.880802, 8.350894