Pferde vor dem Haus Maier in der Kirchstraße, ca. 1932

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Erich Zepf zur Verfügung.

Schwer stampfen die Hufe auf dem Boden, die Pferde schnauben und schütteln unruhig die Mähnen. Vor dem Haus von Landwirt Karl Maier (Kirchstr. 7) stehen sie eingespannt, bereit zum Weiterziehen – doch für einen Moment wird innegehalten.

Ein Kind sitzt oben im Sattel: der kleine Erich Zepf (1929-2003). Er blickt nicht in die Kamera, sondern hebt den Kopf zu den Frauen, die neugierig aus dem geöffneten Fenster im ersten Stock herunterschauen. Es ist ein Augenblick voller Spannung: das Kind zwischen Stolz und Unsicherheit, die Pferde voller Kraft, die Szene belebt durch das Lachen und Rufen von oben.

Über der Haustür ist die Nummer 29 zu erkennen. Der Pferdebesitzer – vermutlich Franz Zepf – steht daneben, die Zügel fest in der Hand. Mit festem Griff und ruhigem Blick hält er die Tiere still.

Standort des Fotografen: 47.883762, 8.345301

2 Fotos: Einfangen eines Schweines in der Kirchstraße, ca. 1955-1958

Diese Fotos stellte uns dankenswerterweise Anita Stephani zur Verfügung.

Das Haus Heiler (Kirchstr. 8) ist seit Generationen im Besitz der Familie Heiler. Auf dem Foto ist der Landwirt Josef Heiler II (1910-1972) zu erkennen, der versucht, ein entwischtes Schwein einzufangen. 1958 verschwindet diese Landwirtschaft aus dem Städtchen, denn Heiler zieht mit seiner Familie in einen der neuen Ausiedlerhöfe im Stettholz.

1973 wird sein Haus in der Kirchstraße schließlich zusammen mit dem Nachbargebäude abgerissen und anschließend neu bebaut. Der Brunnen, der auf dem Foto zu sehen ist,  findet ebenfalls eine neue Heimat im Stettholz, wo er heute noch steht.

Standort des Fotografen: 47.883147, 8.344704

Kühe am Brunnen in der Kirchstraße, 13. September 1936

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Anita Stephani zur Verfügung.

Es ist der 13. September 1936, ein Sonntag. Die Sonne steht warm über der Kirchstraße, und am alten Steinbrunnen sammeln sich die Kühe. Sie senken ihre Köpfe zum Wasser, während ein junger Mann danebensteht und das Treiben beobachtet. Für die Menschen im Städtchen ist das ein alltägliches Bild – und doch lohnt es sich, an diesem Tag den Fotoapparat hervorzuholen.

Der Brunnen dient seit vielen Jahren als Viehtränke. Immer wieder werden die Tiere aus den nahen Ställen hierhergetrieben, um ihren Durst zu stillen. Asphalt gibt es noch keinen, die Straße ist unbefestigt, nur rund um den Brunnen liegt ein Pflaster aus groben Steinen.

Fast alle Familien in der Kirchstraße betreiben eine Landwirtschaft, viele neben ihrem eigentlichen Beruf. Auf dem Foto sind links die Anwesen von Josef Heiler II (Kirchstr. 8), von Schmiedemeister Hermann Brunner (Kirchstr. 6), von Landwirt Theodor Hasenfratz (Kirchstr, 4) und Franz Zepf (Kirchstr. 2) zu erkennen. Rechts bewirtschaften Landwirt Johann Laufer (Kirchstr. 17), Kaufmann Theodor Walz (Kirchstr. 15), Bäckermeister Jakob Zahn (Kirchstr. 13) und Wagnermeister Adolf Schelling (Kirchstr. 11) ihre Landwirtschaft. Vieh, Werkstatt und Laden gehören hier selbstverständlich zusammen.

Standort des Fotografen: 47.883147, 8.344704

Oberer Brunnen in der Kirchstraße, ca. 1938-1945

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rudolf Heiler zur Verfügung.

Links im Bild steht der Landwirt Josef Heiler II (1910-1972) vor seinem Haus. Er hat seine Kühe wie üblich aus dem Stall gelassen, damit sie am oberen Brunnen in der Hafnergasse trinken. Sein Sohn steht sichernd im Vordergrund, damit die Tiere nicht weglaufen. Der Platz rund um den Brunnen, der heutzutage im Stettholz steht, ist gepflastert, aber die Straße und die Hoffläche bestehen aus gestampfter Erde.

Auffallend am Haus Heiler ist das steile hohe Dach mit breitem Dachüberstand. Nebenan sieht man das Haus Schlenker und das Haus Fehrenbach mit Ökonomie und Wohnhaus mit höher aufragendem Dach.

Standort des Fotografen: 47.883177, 8.344727

Gemälde am Haus Kirner in der Kirchstraße, 2007

Sammlung Familie Waßmer

Bis 1813 übten Mitglieder der Familie Greiff über viele Generationen hinweg  das Amt des Mayers aus. Bis heute erinnert an der Fassade eine große Holztafel mit einem gemalten Greifen an diese einflussreiche Familiendynastie. Der Greif ist ein mythisches Mischwesen mit löwenartigem Leib und dem Kopf eines Raubvogels. Die lateinische Inschrift ergibt keinen Sinn. Der Wortlaut wurde vermutlich bei Renovierungen der Holztafel in der Vergangenheit falsch restauriert.

Das Haus wurde etwa 1670 neu erbaut. Das Wappen auf dem Torbogen verweist auf den damaligen Abt des Klosters Otto II Kübler.

Standort des Fotografen: 47.883912, 8.345398

Umzugwagen vor dem Haus Schelling in der Kirchstraße, Fasnacht 1935

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Elisabeth und Franz Isele zu Verfügung.

»»» Trigger-Warnung

Die Pferde schnauben, der Wagen ruckelt durch die Kirchstraße, und hoch oben darauf tobt das wilde Treiben: Männer und Frauen mit bemalten Gesichtern, Federschmuck und Lanzen stellen »Indianer« dar. Ein Marterpfahl ragt in die Höhe, während die Darsteller die Arme in die Luft reißen und das Publikum am Straßenrand anfeuern. »Entdeckung Amerikas durch Kolumbus« lautet das Fasnachtsmotto des Jahres 1935 – und die Darstellung folgt dem Klischeebild, das in Büchern oder Abenteuerfilmen populär geworden ist.

Die »Fremden« werden dabei exotisiert, ihre Darstellung schwankt zwischen Faszination und Verachtung. Sie erscheinen als wilde, ungezähmte Gestalten, über die man lacht, die man bestaunt, deren Wirklichkeit aber unsichtbar bleibt. So wie hier in Löffingen entstehen an Fasnacht Bilderwelten, die das Eigene stärken, indem sie das Andere zur Karikatur verzerren.

Im Hintergrund ist, fast verdeckt, das Haus von Wagnermeister Adolf Schelling (Kirchstr. 11) zu erkennen. In der linken Hälfte befindet sich der Wohnbereich, in der rechten Gebäudehälfte die Ökonomie.

Vorne am Wagen steht Karl Glunk mit einer weißen Zipfelmütze – vermutlich lenkt er die beiden Pferde, die den Wagen durch die enge Kirchstraße ziehen.

Standort des Fotografen: 47.883662, 8.345073

Bahnschlitten in der Unteren Hauptstraße, 1943

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Carola Hannes zur Verfügung.

Vier Pferde ziehen den Bahnschlitten durch die winterliche Untere Hauptstraße. Durch seine Dreiecksform drückt der Schlitten den Schnee auf beiden Seiten weg. Lag der Schnee noch höher, spannte man weitere Pferde vor. Sie müssen Schwerstarbeit leisten. Ihre Rücken sind mit Planen abgedeckt. Außer dem Fuhrmann begleiten weitere Männer mit Schaufeln das Gespann. Auf dem Bahnschlitten sind beiderseits Sitze montiert. Wenn der hölzerne Schlitten nicht tief genug im Schnee schürft, setzen sich die Männer darauf und beschweren mit ihrem Gewicht den Schneepflug.

Im Hintergrund sind v.l.n.r. folgende Häuser zu sehen: Das Warenhaus »zum Kasten« (Untere Hauptstr. 7), das von dem Kaufmann Alfred Zimmermann und seiner Ehefrau Ottilie geb. Stein betrieben wird; das Kaufhaus Scheuregger (Kirchstr. 25); das Brunnenhaus oder Wasserpumpwerk, das der Stadtgemeinde gehört; und das Gasthaus »Sonne« (Kirchstr. 29) im Besitz von Gastwirt Wilhelm Faller jr.

Standort des Fotografen: 47.883184, 8.343646

Pferd vor dem Haus Fehrenbach in der Demetriusstraße, ca. 1950

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Anni Zumstein zur Verfügung.

In der gepflasterten Demetriusstraße steht ein Pferd am Haus Fehrenbach angeseilt. Es wird in der Landwirtschaft als Zugtier genutzt. Zwei Männer sind gerade damit beschäftigt, den Pferdehuf fachmännisch zu begutachten. Ob der Huf neu beschlagen oder nur das Hufeisen zur Pflege abgenommen wird, um die Hufe auszuschneiden, ist unklar.

Standort des Fotografen: 47.883346, 8.343464

Schweineschlachten vor dem Haus Fehrenbach in der Demetriusstraße, ca. 1930-1940

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Anni Zumstein zur Verfügung.

Ein Schwein wird geschlachtet. Es liegt über einem großen Zuber. Dampf steigt auf, weil es gerade abgebrüht wurde. Metzger Adam Leitold (1869-1959), der gebürtig aus Riedböhringen stammt, macht sich, assistiert von zwei Frauen, an die Arbeit. Eine Katze sitzt daneben und schaut unberührt zu.

Standort des Fotografen: 47.883346, 8.343464

Schneeabfuhr in der Demetriusstraße, ca. 1946-1953

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Gottlieb Mayer zur Verfügung.

Hinter dem Gasthaus »Adler« fährt Gottlieb Mayer den Schnee mit einem von Pferden gezogenen Schlitten ab, um Platz in der engen Gasse zu schaffen. Der Übergang zur ehemaligen Tanzlaube des Gasthauses »Adler« ist beseitigt. Nur ein herausragender Gebäudestumpf erinnert an sie. Im Hintergrund ist die Fassade der Metzgerei von Johann Werne (Demetriusstraße 14) zu sehen.

Standort des Fotografen: 47.883543, 8.343487

Familie Preuß mit Kühen vor ihrem Haus in der Eggertenstraße, ca. 1920-1925

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Zu diesem Gruppenfoto versammelt sich die Familie von Architekt und Landwirt Johann Preuß vor ihrem Haus in der heutigen Eggertenstraße. Sogar die Kühe und Ochsen holen sie aus dem Stall und präsentieren sie stolz dem Fotografen. Preuß hatte 1909 nach Löffingen eingeheiratet. Seine Frau Agathe geb. Sibold hatte das Anwesen von ihren Eltern übertragen bekommen.

Das Haus brennt im Januar 1971 ab. Die Brandruine wird abgetragen und das Haus nicht wiederaufgebaut.

Standort des Fotografen: 47.883490, 8.344412