2 Fotos: Kälbchen auf der Dittishauser Straße, ca. 1939

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Inge Mayer zur Verfügung.

Vorsichtig tritt das Kälbchen auf das Kopfsteinpflaster, hebt den Kopf und bleibt mitten auf der Dittishauser Straße stehen. Die Sonne scheint warm, der Moment gehört ganz ihm. Verkehr gibt es hier kaum. Das junge Tier ist gerade aus dem Stall des Hauses Hepting (Dittishauser Str. 7) getreten. Solche kleinen Ausflüge gehören zum Alltag. Straße und Hof gehen ineinander über, Menschen und Tiere teilen sich den Raum ganz selbstverständlich. Am gegenüberliegenden »Ratzer-Brunnen« wird das Vieh auch ab und zu getränkt. Im Hintergrund steht ein Junge und beobachtet die Szene – vermutlich Ewald Hepting (1933-2010). In der Stalltür ist eine Frau zu sehen, wohl seine Mutter Sofie Hepting (geb. Jonner, 1909-1995). Sie behält das Kälbchen im Blick. Nach ein paar Minuten ist der kleine Ausflug vorbei. Das Kälbchen dreht um und trottet zurück in den Stall.

Rechts neben dem Haus Hepting schließt sich das Haus Sperer (Dittishauser Str. 9) an. Es gehört dem Gärtner Xaver Sperer und seiner Ehefrau Maria Sperer (geb. Lohmüller). Eine Holzbiege ist aufgeschichtet.

Standort des Fotografen: 47.885175, 8.348860

4 Fotos: Jäger nach der Treibjagd am Ochsenberg, 1974

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Beate Lubrich zur Verfügung.

Ein kalter Wintertag im Jahr 1974 am »Ochsenberg«. Der Schnee liegt flächendeckend auf der Anhöhe, die Luft ist klar, die Schritte knirschen unter den Stiefeln. Die Treibjagd ist beendet, und die Jäger haben sich um die Strecke versammelt. In der Mitte liegen die erlegten Tiere, sorgfältig ausgelegt und mit Fichtenzweigen eingerahmt – ein stiller Moment, auch des Respekts vor den getöteten Tieren, nach der Anspannung des Jagdtages.

Ringsum stehen die Männer dicht beisammen, in schweren Mänteln, mit Hüten und Gewehren. Viele sind mit ihren Autos vorgefahren, wie der Fuhrpark im Hintergrund zeigt. Die Treibjagd dient der Bestandsregulierung und dem Schutz von Wald und Flur. Gleichzeitig ist sie eingebettet in feste Regeln und Bräuche – und auch ein gesellschaftliches Ereignis.

Zur Jagdgesellschaft gehören u.a. Ludwig Storz (1902-1987), Heinz Hauger (Treiber), Ernst Rudigier (1922-1981, Göschweiler), Karl Sibold (1937-2016), Gerhard Raufer (Göschweiler), Klaus Allinger, Rudolf Heer (Treiber, Göschweiler), Hermann Reichert und Rudolf Jordan (1942-2024).

Standort des Fotografen: 47.883285, 8.326631

Familie Benz bei der Heuernte am Ochsenberg, ca. 1940

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Adolf Benz zur Verfügung.

Ein sonniger Sommertag am Ochsenberg. Das Gras ist gemäht, getrocknet – jetzt muss es eingefahren werden, bevor das Wetter umschlägt. Für die Familie Benz ist das Hochsommeralltag. Gemeinsam stehen sie auf der Wiese, dicht am Ochsengespann, das den hohen Leiterwagen zieht. Die Erwachsenen führen die schweren Heugabeln und werfen die duftenden Bündel hinauf. Oben auf dem Wagen balanciert ein Junge und tritt das Heu fest, damit möglichst viel aufgeladen werden kann. Vermutlich ist es Adolf Benz (1930-2025).

Heuernte ist Familiensache – jede Hand wird gebraucht, vom jüngsten Kind bis zur Großmutter. Familie Benz wohnt in der Kirchstraße, doch ihr eigentliches tägliches Leben spielt sich draußen ab, auf den Feldern und Wiesen rund um Löffingen. Die schmale Baumallee im Hintergrund zeichnet die Landstraße nach Rötenbach nach.

Standort des Fotografen: 47.885150, 8.330410

Rupert Hepting bei der Kartoffelernte, ca. 1940

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Inge Mayer zur Verfügung.

Ein junger Mann läuft neben einem Kartoffelroder her, den zwei kräftige Pferde über den Acker ziehen. Die rotierenden Zinken des Geräts heben die Kartoffeln aus der Erde und schleudern sie an die Oberfläche, wo sie später von Hand aufgelesen werden. Der Landwirt ist Rupert Hepting (1905–1990).

Er lebt mit seiner Frau Sofie Hepting (geb. Jonner, 1909-1995) in der Dittishauser Straße. Sein Feld bewirtschaftet er noch ganz in der traditionellen Arbeitsweise, bevor sich in den Nachkriegsjahrzehnten immer mehr Maschinen durchsetzen. Das Foto zeigt einen Moment harter Alltagsarbeit in der Landwirtschaft.

Standort des Fotografen: ???

Kind auf dem Pferd hinter dem Gasthaus »Ochsen«, ca. 1944

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Susanne Obergfell zur Verfügung.

Hinter dem Gasthaus »Ochsen« darf sich der kleine Willi Pütz auf ein Pferd setzen. Seine Mutter steht neben ihm und hält das Tier am Zügel, damit der Junge sicher sitzen kann. Willi Pütz ist zu diesem Zeitpunkt erst kurze Zeit in Löffingen: Zusammen mit seinen Eltern war er aus dem luftkriegsgefährdeten Köln hierher evakuiert worden. Der Moment, der auf dem Foto festgehalten ist, dürfte für ihn ein kleines Abenteuer gewesen sein – und vielleicht eine willkommene Abwechslung in einer entbehrungsreichen Kriegszeit.

Standort des Fotografen: 47.883802, 8.345390

Familie Fehrenbach mit zwei Hunden im Gras, ca. 1920

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Ein Sommertag, irgendwo am Waldrand oder auf einer Wiese. Familie Fehrenbach hat sich für ein Erinnerungsfoto niedergelassen – nicht steif wie im Atelier, sondern ganz entspannt unter freiem Himmel. Zu sehen ist ganz rechts eine Frau, die wohl die Mutter der anderen ist. Neben ihr sitzen zwei junge Frauen, die sich aneinander lehnen und ihre Vertrautheit zeigen, sowie ein junger Mann, der einen Hund fest im Arm hält, ein struppiges Tier, das freundlich in die Kamera schaut. Dahinter ist ein kleiner Junge zu erkennen, der einen zweiten kleineren Hund in den Armen hält – offenbar das jüngste Familienmitglied auf vier Beinen.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 Anna Fehrenbach (verh. Jordan, 1907-1982), 2 ???, 3 ??? Fehrenbach, 4 Sofie Fehrenbach (geb. Tritschler, 1879-1959)
2.Reihe: 1 August Fehrenbach (1906-2000)

Ehemann und Vater Adolf Fehrenbach (1879-1918), Landwirt von Beruf, ist nicht auf dem Foto zu sehen. Er fiel als Soldat im Ersten Weltkrieg am 27. April 1918 im Alter von 39 Jahren. Die Familie wohnt in der Maienlandstr. 39.

Standort des Fotografen: ???

Steinbock-Gehege im Wildpark, ca. 1970

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Silvia und Gerold Bächle zur Verfügung.

Neugierig tritt der Steinbock im Vordergrund näher und fixiert mit seinem Blick den Fotografen. Deutlich hebt sich sein Schatten auf dem Betonboden ab – die Konturen der Hörner wirken darin fast übermächtig. Hinter ihm drängen sich weitere Tiere zum Futter, das in einer Krippe unter einem schmalen Vordach liegt.

Das Gehege ist karg, eine Betonfläche, nur wenige künstliche Felsen und ein grob aufgeschichteter Hügel bieten den Steinböcken eine Möglichkeit zum Klettern. Viel mehr Abwechslung bleibt ihnen nicht. Die Anlage wirkt wenig artgerecht, doch im 1968 eröffneten Wildpark präsentiert man solche Gehege mit Stolz: Sie sollen den Besucher*innen einen ungehinderten Blick auf die Tiere ermöglichen und gleichzeitig die Pflege erleichtern.

Für die Besucher*innen, die insbesondere am Wochenende in den Wildpark strömen, sind die Steinböcke eine Attraktion. Für die Tiere selbst aber bleibt der Lebensraum eine Betonwüste, weit entfernt von den felsigen Steilhängen und alpinen Landschaften, die ihre eigentliche Heimat sind.

Standort des Fotografen: 47.903361, 8.340417

Umzug zur Stadterhebung in der Bahnhofstraße, 27. Mai 1951

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Bernhard Adrion zur Verfügung.

Leider herrscht nasskaltes Schmuddelwetter, als die Einwohner*innen Löffingens die Wiederverleihung der Stadtrechte feiern. Der große Festumzug anlässlich der Stadterhebung bewegt sich durch die Bahnhofstraße – und mittendrin rumpelt eine Postkutsche hinter einem Vierspänner über die aufgeweichte Fahrbahn. Die Pferde stapfen durch Pfützen, die Räder spritzen Schlamm, aber das historische Bild ist eindrucksvoll: Die Postkutsche erinnert an eine ganz besondere Episode in der Geschichte der Stadt – den sogenannten »Waldprozess«.

Im offiziellen Programm trägt der Wagen die Nummer 20. Dort heißt es: »1753 – Postwagen fährt zum Waldprozess nach Wien«. Gemeint ist der jahrelange Rechtsstreit, den die Stadt Löffingen im 18. Jahrhundert führte, um ihre Waldrechte zu verteidigen. Seit Jahrhunderten war der Besitz des Stadtwaldes für die Bürger überlebenswichtig – er lieferte Bauholz, Brennholz und Weiderechte. Doch diese Rechte wurden immer wieder in Frage gestellt, sodass die Stadt gezwungen war, bis vor die höchste Instanz nach Wien zu ziehen. 1753 reiste tatsächlich eine Abordnung aus Löffingen mit der Postkutsche in die kaiserliche Residenzstadt, um ihre Ansprüche geltend zu machen. Der Prozess zog sich über Jahrzehnte hin und kostete enorme Summen, brachte am Ende aber Klarheit: Die Waldrechte blieben in Löffinger Hand.

Vor der Postkutsche fährt ein weiterer Wagen mit der Aufschrift »1750 – Geigenbau in Rötenbach« und erinnert daran, dass auch das benachbarte Dorf auf eine lange Handwerkstradition zurückblickt.

Im Hintergrund des Fotos ist rechts das Haus Fehrenbach zu sehen, das der Kriegerwitwe Frieda Fehrenbach (geb. Blattert, 1911-2003) gehört. Das Haus hinten links, das zum Weberweg gehört, ist mit Reisiggirlanden geschmückt. Es ist das Anwesen von Franz Vogelbacher und seiner Ehefrau Berta Vogelbacher (geb. Hoch).

Standort des Fotografen: 47.884056, 8.341833

Junge mit Schaukelpferd beim Kindergarten, ca. 1931

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Lore Fehrenbach und Michael Fehrenbach zur Verfügung.

Der kleine Junge sitzt auf dem kleinen Schaukelpferd, die Hände umklammern die Griffe, der ernste Blick geht direkt in die Kamera. Vor dem hölzernen Lattenzaun soll ein Erinnerungsfoto aufgenommen werden. Denn heute ist im Kindergarten in der Bahnhofstraße ein Fotograf zu Besuch. Für die Kinder ist das ein besonderes Ereignis: Sie dürfen sich einzeln oder zu mehreren porträtieren lassen. Als Requisiten steht ein Puppenwagen bereit, ein kleiner Blumenstrauß – und eben dieses Schaukelpferd.

So entsteht eine ganze Serie von Aufnahmen, die verschiedene Mädchen und Jungen zeigen, wie sie nacheinander dieselben Gegenstände in Szene setzen. Auch Walter Maier (1927-?) sitzt für die Dauer des Fotografierens auf dem Pferdchen. Seine kurze Hose und gestrickten Strümpfe sind typisch für die Kinderkleidung der Zeit. Während er unbewegt in die Kamera schaut, hält der Fotograf den Moment fest.

Standort des Fotografen: 47.885576, 8.340810

Klassenausflug auf den Feldberg, ca. 1958

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Brigitte Mayer zur Verfügung.

Fröhlich drängen sich sechs Schüler um zwei Pferde, die geduldig stehen bleiben. Die Jungen tragen teils lange und teils kurze Hosen und Strickjacken – schließlich unternehmen sie einen Schulausflug auf den Feldberg, den höchsten Berg des Schwarzwaldes. Lachend legen die Kinder ihre Hände auf das Fell der Pferde, manche vorsichtig, andere ganz selbstverständlich.

V.l.n.r.: 1 Herbert Frei (geb. 1950), 2 Herbert Kienzler (geb. 1950), 3 Heinz Hauger, 4 Alexander Rogg (geb. 1950), 5 Lothar Hall (geb. 1951), [Wolfgang Lüdemann-Ravit?]

Standort des Fotografen: Feldberg

Zwei Reiterinnen vor dem Haus Fehrenbach in der Bahnhofstraße, ca. 1940

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Lore Fehrenbach und Michael Fehrenbach zur Verfügung.

Es ist ein seltenes Motiv für diese Zeit: Zwei junge Frauen hoch zu Ross. Links sitzt Hedwig Kaltenbrunner (geb. 1922), rechts Else Bader (geb. Fehrenbach, 1915-?). Beide wirken selbstbewusst, beinahe stolz, wie sie in die Kamera blicken – aufrecht auf ihren Pferden, die still nebeneinander stehen. Dass Frauen reiten, ist nicht völlig unüblich, doch sie dabei zu fotografieren, ist keineswegs alltäglich. Reiten gilt vielerorts noch als Männerdomäne.

Aufgenommen wird das Foto vor dem Haus Fehrenbach (Bahnhofstr. 2). Das Scheunentor und der Lattenzaun am linken Bildrand sind der Anhaltspunkt, um den genauen Ort zu bestimmen.

V.l.n.r.: 1 Hedwig Kaltenbrunner (1922-1999), 2 Else Bader (geb. Fehrenbach, 1915-?)

Standort des Fotografen: 47.884138, 8.341975

Kinder mit Ziege vor dem Haus Rosenstiel in der Oberen Hauptstraße, 1937

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Elisabeth Rosenstiel zur Verfügung.

Ein Schnappschuss, festgehalten im Sommer 1937: Eine Ziege läuft durchs Bild – und zieht dabei ungewollt alle Aufmerksamkeit auf sich. Dabei ist sie nichts Ungewöhnliches. Die Ziege gehört wie Kühe, Pferd, Hühner oder Hund selbstverständlich zum landwirtschaftlichen Anwesen von Familie Rosenstiel (Obere Hauptstr. 45).

Auf den Treppenstufen des wenige Jahre zuvor neu errichteten Hauses sitzt eine Gruppe von Kindern: Franz Rosenstiel (1927-2006) und Friedhilde Rosenstiel (geb. 1932) sowie Nachbarskinder und Freund*innen. Sie schauen teils amüsiert, teils abgelenkt der Ziege hinterher, die direkt vor ihnen durch’s Bild huscht. Aus der Nähe und in Bewegung erscheint das Tier fast übergroß.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 Franz-Rudi Buss, 2 Franz Rosenstiel (1927-2006), 3 Riggi Buss
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 Friedhilde Rosenstiel (geb. 1932)

Standort des Fotografen: 47.885223, 8.352700