Dieses Foto stellte dankenswerterweise Hermann Nägele zur Verfügung.
Vor dem Haus Nägele (Obere Hauptstr. 43) hat sich die Familie für ein Erinnerungsfoto versammelt. Auf der Treppe stehen der Landwirt und Steinbruchbesitzer Konrad Nägele (1885-1960) und seine Ehefrau Sofie Nägele (geb. Eckert, 1886-1975). Vier ihrer Kinder sind ebenfalls mit auf dem Bild: Sofie Nägele hält das jüngste Kind auf dem Arm. Insgesamt bringt sie elf Kinder zur Welt. Im Türrahmen steht die Mutter und Großmutter Ludowika Nägele (geb. Winter, 1853-1932), die seit 1910 verwitwet ist. Einer der älteren Söhne hat sich mit seinem Fahrrad neben der Treppe postiert.
Das Haus befindet sich gerade mitten im Umbau. Ursprünglich ist das Anwesen nur einstöckig. Bereits 1912 wird laut einer im Stadtarchiv erhaltenen Baugenehmigung eine Räucherkammer eingerichtet und über der Wohnstube im Erdgeschoss ein »Frontispiz« aufgebaut. Zehn Jahre später folgt eine wesentlich umfassendere Baumaßnahme: Der bisherige Ökonomiebereich in der rechten Gebäudehälfte wird zu Wohnraum ausgebaut und das gesamte Haus um ein Stockwerk erhöht.
Noch ist die Baustelle deutlich zu erkennen. Große Teile der Fassade sind unverputzt, das Mauerwerk liegt offen. Balken, Gefache und unbehauene Steine zeigen, wie unterschiedlich das Gebäude konstruiert ist. Vielleicht stammt sogar ein Teil der Steine aus dem Nägele’schen Steinbruch.
Zwischen all dem Baustellencharakter gibt es bereits ein Zeichen für das künftige Zuhause: An der Fassade wächst ein frisch gepflanzter Spalierbaum empor. Das Foto hält damit einen Übergang fest – vom alten, einstöckigen Anwesen zu dem vergrößerten Wohnhaus, das für die stetig wachsende Familie dringend mehr Platz bietet.
V.l.n.r.: 1 Konrad Nägele (1885-1960), 2 ???, 3 Sofie Nägele (geb. Eckert, 1886-1975), 4 ???, 5 Ludowika Nägele (geb. Winter, 1853-1932), 6 ???, 7 ???
Standort des Fotografen: 47.885203, 8.352625
















