Narrengruppe auf dem oberen Rathausplatz, Fasnacht 1950

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Michael Rösch und Sonja Schwörer zur Verfügung.

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Auf der Rückseite des Fotos steht: »Fasnacht 1950 Neger-Gruppe«. Damals war diese Bezeichnung noch sehr verbreitet. Spätestens heute gilt das »N-Wort« als Schimpfwort und als abwertende rassistische Bezeichnung für schwarze Menschen. Dass auch die Darstellung bei der Fasnacht 1950 durchaus abwertend gemeint ist, zeigen die Kostüme, das »Blackfacing«, aber vor allem das Gebaren der Narren, ihre Gestik und Mimik. Affenähnlich auf dem Boden kauernd und primitiv die Zunge herausstreckend werden schwarze Menschen dargestellt. Und ein weißes Publikum lacht. 

Nun ist an Fasnacht bekanntermaßen (fast) alles erlaubt, aber eben nur fast. Die Grenze verläuft dort, wo sie andere diskriminiert und herabwürdigt. Das Fasnachtsmotto 1950 lautet: »Völkertreffen in Löffingen, der Zentrale Europas«.

Standort des Fotografen: 47.883967, 8.344944

Haus Walz in der Kirchstraße, 1955

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Vera Hepting geb. Walz zur Verfügung.

Der Kaufmann Heinrich Walz erwarb 1913 sein neues Wohn- und Geschäftshaus in der Kirchstraße. Ursprünglich war das Gebäude das Armenhaus der Stadt. Walz baute es nach und nach um, um ausreichend Raum für sein Eisenwarengeschäft und seine Kohlenhandlung zu haben. 1951 übernahm Theo Walz (1927-2015) das Geschäft. Das kleine Ladenfester, die Eingangstür und die Stalltür wurden beseitigt und es entstand eine Ladenfront mit großen Schaufenstern. Der Wohnbereich wurde zunächst bis Mitte der 1960er Jahre unverändert belassen.

Im Nachbarhaus ist die angrenzende Bäckerei von Bäckermeister Jakob Zahn (Kirchstr. 13) zu erkennen.

Standort des Fotografen: 47.883383, 8.345020

Haus Walz in der Kirchstraße, 1951

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Vera Hepting geb. Walz zur Verfügung.

Der Eisenhändler Heinrich Walz hatte 1913 sein Haus am Unteren Rathausplatz verkauft und in seinem neu erworbenen Haus in der Hafnergasse ein neues Geschäft eröffnet. »Heinrich Walz Eisenhandlung« steht über dem schmiedeeisernen Schild, das zwischen Stalltür und Haustür hängt. Ein Schaufenster im eigentlichen Sinn gibt es noch nicht. Die Waren werden in dem kleinen Fenster und auf dem Gehweg vor dem Haus präsentiert. Ausgestellt sind ein Schubkarrenrad, Sensenstiele mit Worb, Antraggabeln für die Heu- und Garbenernte, ein Waschbrett und mehrere Gitterroste.

Wenige Jahre später wir das Haus Walz umgebaut und modernisiert.

Standort des Fotografen: 47.883383, 8.345020

Haus Adrion in der Alenbergstraße, 1955

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Fritz Adrion zur Verfügung.

Nach dem Großbrand von 1921 erwarb der Gipsermeister Fritz Adrion (1897-1971) im Jahr 1923 ein Grundstück in der Alenbergstraße. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Rosa Adrion (geb. Berger, 1898-1973) ließ er dort ein einstöckiges Wohnhaus errichten, an das sich Werkstatt und Scheune anschlossen.

Das Foto zeigt das Anwesen 1955. Neben dem Eingang ist ein kleiner Vorgarten angelegt. An der Fassade ist Tannenreisig befestigt – ein Hinweis darauf, dass die Aufnahme wohl an Fronleichnam entsteht.

Standort des Fotografen: 47.886463, 8.343046

Kind beim Schlittenfahren in der Alenbergstraße, ca. 1955-1960

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Pia Durst zur Verfügung.

Ein Wintertag am Alenberg: Die Straße fällt steil hinunter zum Städtchen, eine perfekte Piste für alle Kinder – zumindest in Zeiten, als Autos noch selten fahren. Auf dem Schnee sitzt ein kleines Mädchen entschlossen auf seinem Schlitten, die Hände fest am Lenkseil, der Blick ernst und voller Vorfreude. Gleich geht es los, rasant die Straße hinab.

Im Hintergrund sind die Häuser Himmelseher (Alenbergstr. 12) und Ganter (Alenbergstr. 14) zu sehen. Seit dem Tod des Apothekers Erwin Himmelseher 1949 wohnt darin seine Witwe Sofie Himmelseher geb. Jordan, 1881-?). Das Nachbarhaus gehört dem Blechnermeister Otto Ganter (1881-1960) und seiner Ehefrau Johanna Ganter (geb. Selb, 1875-1962). Das Haus Ganter gehört zu den wenigen Gebäuden am Alenberg, die beim Großbrand 1921 nicht zerstört wurden.

Standort des Fotografen: 47.885585, 8.343909

Hochzeitsgesellschaft Winkler / Vogelbacher in der Alenbergstraße, 6. November 1951

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Marie-Luise Schlenker zur Verfügung.

Eine Hochzeitsgesellschaft hat sich in der Alenbergstraße vor dem Haus des Blechnermeisters Otto Ganter aufgebaut. In der Mitte steht das Brautpaar Helmut Winkler (1929-2009) und Luise Winkler (geb. Vogelbacher, 1930-2010). 

1.Reihe, sitzend/stehend, v.l.n.r.: 1 Luise Binder (geb. Fehrenbach), 2 Bräutigamsmutter ??? Winkler, 3 Brautmutter Karolina Vogelbacher (geb. Fehrenbach, 1906-1993), 4 Brautjungfer Irmgard Bader, 5 Brautjungfer Helga Reichenbach, 6 Maria Fehrenbach (geb. Glunk), 7 Josefa Schelling (geb. Fehrenbach)
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 Alfons Schlenker (1937-1998), 2 Irma Zepf (verh. Hasenfratz), 3 ???, 4 Anneliese Vogelbacher (verh. Rappenegger), 5 Maria Vogelbacher (verh. Kaufmann), 6 Braut Luise Winkler (geb. Vogelbacher), 7 Bräutigam Helmut Winkler, 8 Gottfried Vogelbacher (1933-2008), 9 Rosmarie Fehrenbach (verh. Götz), 10 ???, 11 Klara Zepf (geb. Fehrenbach)
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 Mathilde Schlenker (geb. Fehrenbach, 1907-1980), 2 Olga Fehrenbach (verh. Streit), 3 Elisabeth Zepf (verh. Isele, 1930-2012), 4 Erna Bader (geb. Mutterer), 5 Luise Bader (geb. Straub), 6 ???, 7 Pfarrer Karl Weickhardt (1905-1977), 8 ???, 9 Karl Fehrenbach, 10 Zimmermeister Eugen Fehrenbach (1901-?)

Standort des Fotografen: 47.885676, 8.343771

Jahrmarkt in der Kirchstraße, ca. 1955/56

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Anita Stephani zur Verfügung.

Kirchweih in der Kirchstraße: Die Häuser sind festlich mit Girlanden und Fahnen geschmückt, sogar vom Turm der katholischen Kirche flattert eine Fahne im Wind. Die Kirchstraße verwandelt sich in einen kleinen Vergnügungspark – ein riesiges Kettenkarussell dreht seine Runden, daneben lockt eine Schiffschaukel die Kinder. Zwischen dem Karussell und dem alten Laufbrunnen stehen zwei Materialwagen der Schausteller. Menschen bummeln durch die Straße und genießen die besondere Stimmung des Festtags.

Und doch verrät ein Detail, wie nah Vergnügen und Alltag in dieser Zeit beieinanderliegen: Im Vordergrund ragt ein großer Misthaufen weit in die Straße hinein – auch er gehört selbstverständlich zum Bild des Städtchens.

Standort des Fotografen: 47.883284, 8.344912

Haus Koch in der Kirchstraße, 1956

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Anita Stephani zur Verfügung.

»Teppiche K. Koch Gardinen« steht groß an der Fassade über dem Hauseingang. Am Seitengiebel heißt es außerdem: »Matratze Möbel Polstermöbel«. Der Sattlermeister Karl Koch hatte das Grundstück 1929 nach dem Großbrand in der Hafnergasse übernommen und darauf den Neubau mit Staffelgiebel errichtet. In breiten Schaufenstern werden die Waren, z. B. ein Kinderwagen, dargeboten.

Bei Kochs werden auch Fremdenzimmer an Kurgäste vermietet. Offenbar ist gerade der Urlaub für einige Gäste zu Ende und sie reisen ab. Man stellt sich vor dem Haus nochmal zu einem Gruppenfoto auf. Daneben wartet schon das geparkte Auto.

Standort des Fotografen: 47.883064, 8.344048

Kirchstraße, ca. 1951-1954

Verlag A. Rebholz, Löffingen

Drei Häuser der rechten Häuserzeile, die 1929 abgebrannt waren, wurden mit begradigter Front und Staffelgiebeln wieder aufgebaut. Im Vordergrund steht das Haus Koch (Kirchstr. 21). Im Geschäft von Sattlermeister Karl Koch gibt es, wie an der Hausfassade zu lesen ist, unter anderem Teppiche und Gardinen. Ein eingezäunter Vorgarten erstreckt sich an der Giebelfront der Bittengasse. Das Haus des Landwirts Adolf Sibold (Kirchstr. 19) nebenan gliedert sich in ein Wohnhaus und eine Ökonomie, wie an den zwei Scheunentoren deutlich zu sehen ist. Dahinter folgt das Haus des Landwirts Johann Laufer (Kirchstr. 17).  Zwei hohe Scheunentore dominieren die Fassade. Das daran anschließende Haus des Kaufmanns Heinrich Walz (Kirchstr. 15) wird gerade modernisiert und breite Schaufenster im Erdgeschoss werden eingebaut.

Damals gab es in der Straße zwei Laufbrunnen. Auf dem Brunnen im Vordergrund stand die Figur der Heiligen Elisabeth, die aber auf dieser Ansicht fehlt. Der zweite Laufbrunnen stand weiter hinten in der Straße.

Der Farrenstall in der Bittengasse, der im Zweiten Weltkrieg zerstört und erst im Laufe der 1950er Jahren wiederaufgebaut worden war, fehlt auf diesem Foto. Das Bauhofgebäude ist ebenfalls noch nicht gebaut. Insofern müsste das Foto Anfang der 1950er Jahre aufgenommen worden sein.

Standort des Fotografen: 47.883087, 8.343864

Fronleichnamsprozession in der Kirchstraße, 1956

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rolf Benz zur Verfügung.

Die feierliche Fronleichnamsprozession nimmt ihren Weg durch die Kirchstraße. Die Häuser sind geschmückt mit Girlanden und Fahnen in den kirchlichen Farben, aber auch mit einer deutschen Fahne in schwarz-rot-gold. Hinter der Feuerwehr mit ihren Helmen gehen die Mädchen in ihren Kommunionkleidern. Ordensschwestern sind dabei und ganz hinten sieht man Ministranten und den Himmel, unter dem der Pfarrer mit der Monstranz schreitet. Beim Kaufhaus Kuster im Vordergrund sind die Läden geschlossen. Das Scheunentor daneben verrät, dass es noch einen Ökonomieteil gibt.

Auf dem Kirchplatz steht damals noch ein Trogbrunnen mit der Figur der Heiligen Elisabeth. Eine Nachbildung dieser Brunnenfigur steht seit 2013 auf dem Brunnen am »Scharfen Eck« in der Oberen Hauptstraße.

Standort des Fotografen: 47.883098, 8.343835

Laden von Johann Kuster, März 1958

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Maria Kuster zur Verfügung.

Der Obsthändler Josef Kuster (1877-1935) hatte 1905 das Haus Kirchstr. 14 gekauft. Zusammen mit seiner Ehefrau Josefa geb. Baader (1879-1948) eröffnete er darin eine Kolonialwarenhandlung. Er fuhr noch mit einem Pferdewagen nach Freiburg, um dort auf dem Markt die Waren zu kaufen. Nach dem Tod des Ehepaars Kuster führte Sohn Hans Kuster (1918-?) und seine Ehefrau Maria (1921-?) das Gemischwarengeschäft weiter. Auf dem Foto ist das reichhaltige Angebot zu sehen, das auf die Kunden wartet. Frisches Obst und Gemüse werden in Holzkisten dargeboten. Dabei darf die typische Waage auf der Ladentheke nicht fehlen. 

Bis 1972 existierte der Laden Kuster. Dann musste er aufgrund des zunehmenden Konkurrenzdrucks durch die Supermärkte seine Pforten schließen.

Standort des Fotografen: 47.883137, 8.344196

Ladeneingang der Kolonialwarenhandlung Kuster in der Kirchstraße, 1956

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Maria Kuster zur Verfügung.

Maria Kuster und eine Verkäuferin stehen im Ladeneingang und schauen hinüber zum Fotografen. Die Kusters betreiben die Kolonialwarenhandlung bereits seit 1905. »Josef Kuster« steht groß über der Ladentür. Hinter den Scheiben der kleinen Fenster sind Waren ausgestellt. Im rechten Fenster sind Packungen des Waschmittels Lux zu erkennen.

Der Kaufmann Josef Kuster (1877-1935) und seine Ehefrau Josefa Kuster geb. Bader (1878-1948) hatten das Geschäft gegründet. Nach ihrem Tod ging es an die nächste Generation: Sohn Hans Kuster (1918-1967) und seine Frau Maria geb. Häusle (1921-2006) führten den Laden weiter. 1972 schließt die Kolonialwarenhandlung ihre Pforten.

Standort des Fotografen: 47.883081, 8.344236