Blick vom Maienland zum Alenberg, ca. 1950

Verlag A. Rebholz, Löffingen | Sammlung Familie Waßmer | Dieses Foto stellten dankenswerterweise Pia und Alfons Durst zur Verfügung.

Der Blick fällt über Gärten im Maienland hinweg in Richtung Alenberg. Obstbäume in voller Blüte stehen im Vordergrund, denn es ist ein sonniger Frühlingstag. Am linken Bildrand ist der Hof vom Haus Kuster (Maienlandtstr. 7) zu sehen. An der Einmündung zur Rötengasse steht das Haus Egle (Maienlandstr. 8). Die Rötengasse ist noch nicht begradigt. Am linken Bildrand ist die alte Bruchsteinmauer erkennbar. Auf dem Nachbargrundstück steht das Kindererholungsheim Gugelberger (Maienlandstr. 6). Darüber thronen die Häuser der Alenberstraße, die größtenteils nach dem Großbrand 1921 neu erbaut wurden. Besonders ins Auge sticht das Haus Benitz (Alenbergstr. 7-9), das nicht zu unrecht den Beinamen das »Hohe Haus« trägt. Ganz oben auf dem Alenberg ist der Kurpark zu erkennen. Noch steht dort ein hölzerner Pavillon.

Das Foto wird von einem erhöhten Standort aus aufgenommen, vermutlich aus einem Fenster des Hauses Faller (Bahnhofstr. 3) heraus.

Standort des Fotografen: 47.884661, 8.341677

Haus Egle in der Ringstraße, 1952

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Pia und Alfons Durst zur Verfügung.

Ein Kind steht vor dem Haus Egle (Ringstr. 1) und blickt zum Fotografen. Neben der Haustür ist Brennholz ordentlich zu einer Holzbiege aufgeschichtet. Über dem Eingang zum kleinen Laden steht schlicht »Handlung«.

Das Gebäude entstand beim Wiederaufbau nach dem Großbrand von 1921. Der Staffelgiebel ist charakteristisch für eine Reihe der damals neu errichteten Häuser und gibt der ansonsten schlichten Fassade einen besonderen Akzent. Eigentümer sind der Müller Gustav Egle (1881-1954) und seine Ehefrau Pauline Egle (geb. Mäder, 1887-1966). Ihr Elternhaus stand bereits vor dem Brand an dieser Stelle.

Später übernimmt die Tochter Frieda Durst (geb. Egle, 1929-1982), das Anwesen. Im Erdgeschoss betreibt sie ein kleines Geschäft, in dem sie Textilwaren, Aussteuer und Wallfahrtsartikel verkauft.

Standort des Fotografen: 47.884577, 8.344373

»Alter Benzbau« in der Ringstraße, ca. 1955-1960

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Maria Göpper zur Verfügung.

Der Blick geht zum »alten Benzbau« und weiter zum Kirchturm. Dessen Mauer ist noch unverputzt, weshalb das Foto vor 1961 entstanden sein muss. Im Vordergrund links ist eine Miste in der Ringstraße zu erkennen.

Standort des Fotografen: 47.883126, 8.343100

Trachtenmädchen in der Ringstraße, ca. 1950-1960

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Maria Göpper zur Verfügung.

Wie in einem Heimatfilm, beispielsweise dem Kassenschlager »Schwarzwaldmädel«, der 1950 in den Kinos lief, mutet diese Szene an: Ein Mädchen in Tracht sitzt neben der Ringstraße im Gras und pflückt ein Blümchen. Im Hintergrund ist das Haus Roth und weiter oben das Haus Benitz in den Alenbergstraße zu erkennen. 

Standort des Fotografen: 47°53’01.6″N 8°20’34.7″E

Zwei Kinder in der Ringstraße, ca. 1950-1960

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Maria Göpper zur Verfügung.

Zwei Kinder stehen an der Ecke, an der von der Ringstraße ein Fußweg hoch zum Bahnhof führt. Sie freuen sich, dass es geschneit hat. Von den Schäden, die die Fliegerangriffe im Februar 1945 am »Benzbau« verursacht hatten, ist nichts mehr zu sehen. 

Standort des Fotografen: 47°52’60.0″N 8°20’34.8″E

Kinder in der Ringstraße, ca. 1953

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Maria Göpper zur Verfügung.

Drei Mädchen stehen nebeneinander im Gras. Es ist Sommer, ihre leichten Kleider fallen weich, eine trägt eine Schürze über dem geblümten Stoff, die mittlere ein schlichtes Kleid mit Knopfleiste, die Älteste ein gestreiftes Oberteil mit gemustertem Rock. Die Sonne lässt sie blinzeln.

Sie stehen neben dem Mehrfamilienhaus in der Ringstraße 8, dem »neuen Benzbau« – vor rund 30 Jahren als Werkswohnungen für Betriebsangehörige des Sägewerkes Benz erbaut. Hinter ihnen ist die Ringstraße selbst kaum mehr als ein schmaler Weg, ruhig und überschaubar.

Ein Staketenzaun zieht sich im Hintergrund entlang und markiert die Grenze zu den Grundstücken der Demetriusstraße. Die dortigen Häuser folgen noch immer dem Verlauf des mittelalterlichen Stadtrings – Geschichte im Alltäglichen, sichtbar im Grundriss des Ortes. Links im Bild steht ein landwirtschaftlich genutztes Gebäude, dessen Dach noch mit Holzschindeln gedeckt ist.

V.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???

Standort des Fotografen: 47.883768, 8.342882

Rückseite des Hauses Fehrenbach in der Ringstraße, ca. 1953

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Maria Göpper zur Verfügung.

Eine Oma steht mit ihren Enkelkindern vor dem hohen Staketenzaun, der den Hofgarten des Hauses Josef Fehrenbach umgibt. Der Schatten des Fotografen fällt auf die Ringstraße, die noch ein Schotterweg ist.

Standort des Fotografen: 47.883446, 8.342954

Schumachermeister Gerhard Scholz in seiner Werkstatt, ca. 1950-1960

Das Foto stellte uns dankenswerterweise Franz Scholz zur Verfügung.

Schuhmachermeister Gerhard Scholz stammte aus Breslau in Schlesien, wo er 1925 geboren worden war. Während des Zweiten Weltkrieges war er in Löffingen stationiert und lernte Anneliese Wehrle (1924-2011) kennen. Nach ihrer Heirat übernahm Gerhard Scholz den Laden und die Werkstatt seines Schwiegervaters in der Demetriusstraße. Hier sieht man in als jungen Mann bei der Arbeit, eine Zigarette im Mund.

Standort des Fotografen: 47°53’03.5″N 8°20’39.1″E

Familien Wehrle / Scholz vor ihrem Haus in der Demetriusstraße, ca. 1955

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Franz Scholz zur Verfügung.

Schneidermeister Johann Wehrle (links) steht mit seiner Familie vor dem Werkstatteingang seines Hauses. Die einstige Toreinfahrt musste einer Tür und einem Fenster weichen. In der Werkstatt hat bereits sein Schwiegersohn der Schuhmachermeister Gerhard Scholz (1925-1998) seine Tätigkeit aufgenommen, wie an dem angebrachten Schild zu erkennen ist. Scholz stammt aus dem schlesischen Breslau und lernte während des Krieges Anneliese Wehrle (1924-2011) kennen, als der Soldat in Löffingen stationiert war. Nach dem Krieg heirateten die beiden.

V. l. n. r.: Johann Wehrle (1889-?), Gerhard Scholz, Anneliese Scholz geb. Wehrle, Luise Wehrle geb. Strobel (1887-1962), Unbekannt, Unbekannt.

Standort des Fotografen: 47°53’03.1″N 8°20’38.8″E 

Demetriusstraße zum Mailänder Tor, ca. 1952

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Carola Hannes zur Verfügung.

Die Demetriusstraße hieß bis in die 1950er Jahre hinein »Im Winkel« oder »Hinterstraße«. Der gesamte Straßenzug, der auf der rechten Seite zu sehen ist, brannte beim Großbrand 1921 ab und wurde nach Entwürfen des Freiburger Architekten Carl Anton Meckel (1875-1938) in einem einheitlichen Stil wiederaufgebaut. Das Mailänder Tor wurde zwar nicht durch den Brand zerstört, aber im Rahmen des Wiederaufbaus ebenfalls abgerissen, um ein größeres Tor zu errichten. Charakteristisches Merkmal der wiederaufgebauten Häuser sind die Staffelgiebel.

Bei den Häuser handelt es sich von links nach rechts: Mailänder Tor; der Laden von Wilhelm Werne; das landwirtschaftliche Anwesen von Emil Fürst (1898-1944), das nach seinem frühen Tod in einem Lazarett von seiner Witwe Anna Maria geb. Scheier (1897-1970) weitergeführt wurde; die Schuhhandlung von Karl Hasenfratz II; die Schuhmacherwerkstatt von Heinrich Thoma (1881-1963) und dessen Ehefrau Josefine geb. Rombach (1885-1971); die Schneiderwerkstatt von Johann Wehrle; eine Tordurchfahrt zur Ringstraße mit angrenzender Molkerei; und schließlich die Schmiede von Otto Fürst (nicht mehr im Bild). Nur die Wäscheleine mit zum Trocknen aufgehängter Wäsche ist am Bildrand zu erkennen.

Standort des Fotografen: 47°53’03.8″N 8°20’40.6″E

Schmiedemeister Otto Fürst in seiner Werkstatt, ca. 1954

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Petra Nobs zur Verfügung.

Der 1894 in Löffingen geborene Schmiedemeister Otto Fürst steht bis ins hohe Alter in seiner Werkstatt. Nach dem Besuch der Volksschule war der 14-Jährige beruflich in die Fußstapfen seines Vaters Viktor Fürst (1862-1934) getreten und hatte ebenfalls das Schmiedehandwerk erlernt. Im Ersten Weltkrieg hatte er als Soldat gedient und danach in seine Heimat zurückgekehrt. Beim Großbrand 1921 verlor die Familie Fürst ihr Anwesen und das gesamte Hab und Gut. Im Zuge des Wiederaufbaus erbaute Otto Fürst in der Demetriusstraße dann sein neues Wohnhaus mit Ökonomie und Schmiede. Er verheiratete sich mit Johanna geb. Biethinger (1907-1955), die aus Freiburg stammte. Die beiden bekamen drei Kinder: Karl, Ursula und Margit.

Standort des Fotografen: 47.884425, 8.344407

Haus Fürst in der Demetriusstraße, ca. 1955-1960

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Petra Nobs zur Verfügung.

Der Schmiedemeister Otto Fürst (1894-?) betreibt in seinem Haus nicht nur eine Schmiede. Über dem zweiten Scheunentor von links ist zu lesen, dass er als eine weitere Dienstleistung »Schlepperpflege«  anbietet. Ein Enkelkind spielt gerade auf dem Vorplatz, der mit all den herumstehenden Geräde ein richtiger Abenteuerspielplatz ist.

Links neben dem Haus Fürst sind die Molkerei (Demetriusstr. 6) mit der Tordurchfahrt und daneben das Haus des Schuhmachermeisters Gerhard Scholz (Demetriusstr. 7) zu sehen.

Standort des Fotografen: 47°53’04.0″N 8°20’40.2″E