Die Hexengruppe erhält 1956 ihr erstes einheitliches Häs, das sich aber noch vom heutigen unterscheidet. Hier sind Hexen hinter dem Mailänder Tor vor dem Haus Schultheiß (Maienlandstr. 1) zu sehen. Das Haus brennt zusammen mit dem angebauten Haus Müller (Demetriusstr. 13) im Oktober 1969 ab.
Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Franz Scholz zur Verfügung.
Die Teilnehmer der Fronleichnamsprozession haben sich vor dem Altar, der vor dem Haus des Schneidermeisters Johann Wehrle in der Demetriusstraße aufgebaut ist, versammelt. Das Gebäude ist mit Girlanden geschmückt. Der Priester hat die Monstranz auf dem Alter abgestellt und wendet sich den Gläubigen zu. Männer tragen den »Himmel«, den Erstkommunionkinder und Ministranten umrahmen. Die Frauen des Kirchenchores haben ihre Gesangsbücher aufgeschlagen. Ein Mann trägt flankiert von zwei Begleitern eine Kirchenfahne.
Dieses Foto stellte dankenswerterweise Anita Stephani zur Verfügung.
Kirchweih in der Kirchstraße: Die Häuser sind festlich mit Girlanden und Fahnen geschmückt, sogar vom Turm der katholischen Kirche flattert eine Fahne im Wind. Die Kirchstraße verwandelt sich in einen kleinen Vergnügungspark – ein riesiges Kettenkarussell dreht seine Runden, daneben lockt eine Schiffschaukel die Kinder. Zwischen dem Karussell und dem alten Laufbrunnen stehen zwei Materialwagen der Schausteller. Menschen bummeln durch die Straße und genießen die besondere Stimmung des Festtags.
Und doch verrät ein Detail, wie nah Vergnügen und Alltag in dieser Zeit beieinanderliegen: Im Vordergrund ragt ein großer Misthaufen weit in die Straße hinein – auch er gehört selbstverständlich zum Bild des Städtchens.
Dieses Foto stellte dankenswerterweise Hedwig Kienzler zur Verfügung.
»Gewidmet vom Arbeiter-Fortbildungs-Verein Singen a/H. 18.6.1908« steht auf einer Schleife, die an der Vereinsfahne angebracht ist. Fünf Festjungfrauen in weißen Kleidern lassen sich mit drei Männern im Anzug für dieses Gruppenfoto aufnehmen. Die Männer gehören vermutlich dem 1868 gegründeten Arbeiterfortbildungsverein Löffingen an.
Der Löffinger Verein feiert sein 40-jähriges Jubiläum und hat vermutlich befreundete Vereine eingeladen. Der Singener Verein widmet offenbar eine Schleife.
Dieses Foto stellten dankenswerterweise Hilde Adrion und Franz Scholz zur Verfügung.
Dicht gedrängt füllt eine große Menschenmenge den Platz vor dem Mailänder Tor. Männer in dunklen Anzügen und Hüten, Frauen in langen Mänteln, Kinder zwischen den Erwachsenen – kaum ein freier Fleck ist zu erkennen. Über dem Torbogen wölben sich Reisiggirlanden und Kränze, die Häuser im Städtchen sind beflaggt. Es ist der 15. Juni 1930: Mehr als ein Jahrzehnt nach dem Ende des Ersten Weltkriegs wird hier das Gefallenendenkmal eingeweiht. In der Menschenmenge stehen auch viele Menschen, die um ihre gefallenen Ehemänner und Väter, Söhne und Brüder trauern.
Unter dem festlich geschmückten Torbogen hat sich der katholische Stadtpfarrer Guido Andris mit einer Schar Ministranten aufgestellt. Fahnenabordnungen flankieren die Szene. Die schwarz-rot-goldenen Fahnen, die links und rechts des Torbogens flattern, verweisen auf die Weimarer Republik – das Kaiserreich ist Vergangenheit, doch die Erinnerung an den Krieg ist noch allgegenwärtig.
Zum Denkmal gehören die beiden Gedenktafeln für die Gefallenen, die nun feierlich enthüllt werden, ebenso wie die Madonna mit dem Jesuskind über dem Torbogen und das kleine Glöckchen in der Turmspitze. Entworfen wurde die Anlage von dem Freiburger Architekten Carl Anton Meckel (1875-1938), der auch den Wiederaufbau des Städtchens nach dem Großbrand 1921 verantwortete. Ausgeführt wurde das Gefallenendenkmal vom Villinger Bildhauer Robert Neukum (1892-1971).
Dass die Denkmalsweihe am selben Tag wie die Verbandstagung des Feldberg-Kriegergaues in der Festhalle stattfindet, verleiht der Feier zusätzliches Gewicht. Zahlreiche Kriegervereine sind mit ihren Fahnen erschienen, sogar Offiziere und Mannschaften der Reichswehr nehmen teil. Ihre Uniformen und die dichten Reihen der Fahnen prägen das Bild ebenso wie die kirchliche Zeremonie.
Diese Fotos stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.
Kurz vor Beginn des Ersten Weltkrieg feiert der 1874 gegründete Militärverein sein 40. Stiftungsfest. Nach dem Festgottesdienst werden am Kriegerdenkmal zum Gedenken an die Kriegsteilnehmer 1870/71 Kränze niedergelegt und verschiedene Ansprachen gehalten.
Am Nachmittag folgt ein Festumzug durch das patriotisch geschmückte und beflaggte Städtchen. Auf dem unteren Rathausplatz hat sich eine große Menschenmenge versammelt. Man steht dicht an dicht. Der Mode der Zeit entsprechend tragen fast alle Menschen eine Kopfbedeckung: Man sieht Herrenhüte und Damenhüte, aber auch Feuerwehrhelme ragen aus der Menge heraus. Bei den Behelmten im Vordergrund scheint es sich um eine Musikkapelle zu handeln, denn es sich einzelne Musikinstrumente zu erkennen.
Ganz links ist der 1912 geschaffene Demetriusbrunnen zu sehen, dessen Brunnensäule mit einer Girlande geschmückt ist. Auch die Häuser der Demetriusstraße und das Mailänder Tor sind mit Tannenreisig dekoriert. Das Haus Egle (Demetriusstr. 14) ist noch nicht umgebaut: Im Erdgeschoss befindet sich noch kein Ladengeschäft, sondern der Ökonomiebereich, wie am Scheunentor zu erkennen ist. Vor dem Rathaus sind Fahnenmasten aufgebaut, an denen zwei badische Fahnen in den Farben gelb-rot-gelb und zwei Nationalfahnen in den Farben schwarz-weiß-rot wehen.